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Der Telebasel News Beitrag vom 10. November 2020.
Basel

Kultur schweigt, um gehört zu werden

Am Montag um 18 Uhr fand in Basel ein stiller Protest statt. Kulturschaffende bildeten eine Lichterkette, um auf ihre aktuelle Situation aufmerksam zu machen.

Viele kennen den Kultursektor als laut, bunt und fröhlich. Am Montag wurde aber bewusst geschwiegen: Im Rahmen einer Protestaktion namens «Kulturschweigen». Eine Lichterkette führte vom Stadtcasino bis zur Predigerkirche und sollte Basel aufrütteln.

Die Mahnwache wies darauf hin, dass Kultur mit den neuen Schutzmassnahmen vom Bund unbefristet zum Schweigen gebracht werde. Eine existentielle Bedrohung für viele.

1000 Zuschauer, keine Ansteckungen

Für Geigerin Birgit Müller ist die aktuelle Situation eine grosse Enttäuschung: «Wir haben sehr viel investiert in ein Schutzkonzept, haben Aerosolmessungen mit Fachleuten gemacht. Schon vor dem ersten Lockdown – und sind jetzt natürlich etwas konsterniert, dass wir schon wieder aufhören müssen», so die Violinistin des Sinfonieorchesters Basel.

Es haben seit August unter anderem im neuen Stadtcasino Konzerte mit bis zu 1000 Zuschauern stattgefunden, ohne nachgewiesene Infektionen. Dann schob der Bundesrat einen Riegel und vieles musste mit den neuen Massnahmen wieder abgesagt werden. Müller findet, in eine Taskforce würden auch Menschen aus dem Kulturbereich gehören.

Die Protestaktion fordert zudem eine schnelle und transparente Umsetzung der Unterstützungsmassnahmen und eine differenzierte Beurteilung von Gesundheitsrisiken von Kulturveranstaltungen. Eine Petition mit den Forderungen wurde ebenfalls lanciert, 600 Menschen haben sie bereits unterschieben.

1 Kommentar

  1. ja,es ist ja toll,dass die Leute dafür auf die Strasse gehen;aber ich finde es zynisch all den Menschen gegenüber,die mit Covid 19 hospitalisiert sind und zynisch gegenüber unserem Spitalpersonal,das jetzt wie verrückt arbeiten muss;wer macht denn eine Mahnwache für alle diese Menschen? niemand???Report

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