Die Schweizer Handballer mussten in der EM-Qualifikation eine 23:25-Niederlage gegen Nordmazedonien verschmerzen.
Schweiz

Herber Rückschlag für die Schweizer Handballer

Die Schweizer Handballer haben in der EM-Qualifikation einen herben Dämpfer erlitten. Sie verloren im Heimspiel gegen Nordmazedonien 23:25.

Dies, nachdem das Team von Trainer Michael Suter zwei Tage zuvor eine 26:31-Niederlage in Dänemark einstecken musste.

«Die Angst, das Spiel zu verlieren, war grösser, als die Lust es zu gewinnen. Wir hielten heute dem Druck nicht stand», bilanzierte der Schweizer Starspieler Andy Schmid. Fakt ist, dass es nach dieser Niederlage sehr schwierig wird, zum zweiten Mal in Folge an einer EM-Endrunde dabei zu sein. Zwar qualifizieren sich auch vier der acht Gruppendritten für die Europameisterschaft 2022, doch zählen in dieser Wertung nur die Punkte gegen die beiden Top-Teams.

Es war eine unnötige Niederlage für die Schweizer. Den Grund dafür ortete Schmid in der ersten Halbzeit, obwohl diese 10:10 endete. In den ersten 30 Minuten verzeichneten die Einheimischen nicht weniger als 14 Fehlwürfe und vier technische Fehler. Schmid nahm gar das Wort Katastrophe in den Mund, sprach von fehlender Kaltblütigkeit und Entschlossenheit.

Niederlage wegen Unerfahrenheit?

Nach der Pause lief es den Schweizern zunächst besser. Sie erzielten in den ersten zehn Angriffen acht Tore und gingen 18:15 in Führung (45.). Knapp sechseinhalb Minuten später, nach je einem Fehlwurf von Schmid und Lenny Rubin sowie drei technischen Fehlern, lagen sie jedoch 18:20 hinten. Nach dem 20:21 (53.) brachte die SHV-Auswahl drei Schüsse in Serie nicht im Tor unter, sodass es in der 57. Minute 20:23 stand. Diese Hypothek war nicht mehr wettzumachen.

«Wenn man das Spiel nüchtern betrachtet, müssten wir Nordmazedonien deutlich schlagen. Wir haben es heute jedoch nicht verdient zu gewinnen», sagte Schmid, der zwar mit sechs Treffern der erfolgreichste Werfer der Schweizer war, dessen Erfolgsquote aber lediglich 50 Prozent betrug. Allerdings brillierte er zu Beginn der zweiten Hälfte mit herrlichen Pässen an den Kreis. Schmid führte die Niederlage auf die Unerfahrenheit in solchen Partien zurück, da sie viele junge Spieler im Team hätten. «Es ist ein Prozess.» Und bekanntlich geht es in einem solchen nicht immer aufwärts, was die Schweizer bitter zu spüren bekam.

«Es fühlt sich sehr schlecht an»

Sicher kein Vorteil war für die Gastgeber, dass sie erst am Donnerstag- statt wie geplant am Mittwochabend gegen Dänemark antreten konnten, weil fünf Spieler mit Pfadi Winterthurs positiv auf das Coronavirus getestetem Trainer Adrian Brüngger Kontakt hatten, weshalb sich die gesamte Delegation am Dienstag einem weiteren PCR-Test unterziehen musste, statt in den hohen Norden zu fliegen. Kreisläufer Lucas Meister, der sämtliche vier Schüsse verwertete, wollte das jedoch nicht als Ausrede gelten lassen. Vielmehr bemängelte er die überhasteten Abschlüsse und erklärte: «Ich hatte mit diesen Punkten gerechnet.»

Nachteil hin oder her, Fakt ist aber, dass der bei Leipzig engagierte Alen Milosevic sichtlich fehlte – er hatte sich nach positiven Corona-Tests in seinem Team in die Quarantäne begeben müssen. Das sah auch Suter so, stand ihm doch dadurch mit Meister bloss ein gelernter Kreisläufer zur Verfügung. Zur Niederlage sagte er: «Es fühlt sich sehr schlecht an, wir wollten gewinnen. Wir hatten einen klaren Plan, der defensiv durchaus aufging. Aber es fehlte uns die notwendige Abgeklärtheit im Angriff.»

Der nächste Termin für die Schweizer Nationalmannschaft wäre der Yellow-Cup in Winterthur Anfang Januar. Das Traditionsturnier dürfte jedoch aufgrund der Coronavirus-Pandemie kaum durchgeführt werden. In der EM-Qualifikation geht es im März weiter, dann treffen die Schweizer zweimal auf Finnland, den krassen Aussenseiter der Gruppe. Alles andere als vier Punkte wären eine Enttäuschung. Und dann ist ein Exploit gefragt – entweder auswärts gegen Nordmazedonien oder zu Hause gegen Dänemark.

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