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Der Telebasel News-Beitrag vom 8. November 2020.
Basel

Basler Musiker proben den Aufstand

Für 50 Menschen spielen – das lohnt sich nicht. Zumindest, wenn es nach einigen Basler Musikern geht. Sie fordern Anpassungen.

«Ohne den Ernst der Lage anzuzweifeln, bedeuten die vom Bund beschlossenen neuen Massnahmen einen Lockdown für den Kulturbereich» steht im offenen Brief der Basler Musiker. Adressiert an Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, aber auch an die Noch-Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. Die Musikschaffenden, 430 an der Zahl, kritisieren die Corona-Verschärfungen.

Mit-Initiator Jörg-Andreas Bötticher sagt: «In unseren Veranstaltungen und in der Nordwestschweiz allgemein sind keine nennenswerten Ansteckungen erfolgt». Man könne nicht nachvollziehen, warum die Schraube dermassen stark angezogen wurde. Dabei hätten die Schutzkonzepte gut funktioniert. Im Stadtcasino fanden seit der Eröffnung im Sommer mehrere Konzerte statt. Jeweils mit bis zu 1’000 Zuschauern. Zu bestätigten Infektionen sei es aber nicht gekommen. Bötticher: «Dass das Spielen zunehmend nicht mehr möglich, oder verboten ist, dieses faktische Berufsverbot, erfüllt mich mit Trauer – und Ärger».

Spielen nicht möglich

Vor allem macht den Musikern zu schaffen, dass egal wo, nur noch 50 Personen zugelassen sind. «Das Sinphonieorchester kann so nicht spielen», sagt Hans-Georg Hofmann. Er ist der künstlerische Direktor des Orchesters. Dabei sei Kultur kein Luxus, sondern das Fundament für eine gesunde Gesellschaft, so Hofmann. Doch bei den freien Musikern sei die Lage noch schlimmer. Existenzen seien gefährdet. Im Schreiben steht: «Für uns ist Musik keine Freizeitbeschäftigung». Doch das Einkommen fällt weg, bei nur 50 Besuchern ist es ein Minusgeschäft.

Das Ziel der Musiker ist, dass die Massnahmen angepasst werden. Oder, wie die Autoren sagen, dass eine «stärkere Differenzierung bei der Bewertung des
Sicherheitsrisikos bezüglich Veranstaltungen» vorgenommen wird. Ausserdem sollen Finanzhilfen zur Verfügung gestellt werden. Man sei sich des Ernsts der Lage sehr bewusst, «aber diese Art von kulturellem Lockdown» könne man nicht hinnehmen.

In der Zwischenzeit organisieren die beiden Berufsmusiker weiterhin Konzerte. Aber deutlich abgespeckt – und auch per Stream. Um wenigstens ein wenig Freude zu bereiten. Gegenüber Telebasel hiess es vom Präsidialdepartement, man arbeite an einer Antwort auf den Brief. Die Antwort ist bislang ausgeblieben. Auch von Simonetta Sommaruga sei bisher nur eine automatisierte Antwort angekommen, dass das Schreiben eingetroffen sein.

6 Kommentare

  1. Wer soll drauf gehen? Welches Volk? Wo leben Sie? Die Künstler gehen drauf, die Industrie geht drauf, die Restaurants gehen drauf, sicher nicht das Volk. Wie dumm ist Ihr Kommentar.Report

  2. Ihr habt recht, wehrt euch oder geht sogar vor Gericht. Hier wird mutwillig eure Arbeit zerstört und unsinniges Zeug gemacht. Ich wünsche viel Kraft und schickt diese Leute in die Wüste.Report

  3. Sehr geehrter Herr Rebherr
    Ich könnte Ihrer Meinung zustimmen, wenn das Volk wirklich bedroht wäre. Doch die Zahlen zeigen etwas anderes und es scheint, dass Sie vom Staat bezahlt werden und daher Ihre Existenz nicht durch die Massnahmen gefährdet ist.Report

  4. Leider scheinen die Menschen immer noch den Beteuerungen des Bundesrats zu glauben, dass schon alles gut kommt. Mal schauen, wie lange es geht, bis die Existenz von einer breiten Masse bedroht ist.Report

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