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International

Trump will nicht aufgeben

Am 3. November wählten die USA einen neuen Präsidenten. Alle News zur Wahl des 46. US-Präsidenten finden Sie hier im Ticker.
Biden besucht Gottesdienst und Gräber der Familie

Am Tag nach seinem Sieg bei der US-Wahl hat Joe Biden nahe seines Wohnortes Wilmington den Gottesdienst und Gräber von Familienangehörigen besucht. Auf dem Friedhof in Greenville sind Bidens Sohn Beau, seine erste Ehefrau Neilia und die Tochter Naomi begraben. Beau starb 2015 an den Folgen eines Hirntumors. Neilia und Naomi Biden kamen 1972 bei einem Autounfall ums Leben. Biden (77) war damals 30 Jahre alt.

Nach Angaben der Journalisten vor Ort wurde der gewählte US-Präsident am Sonntag von seiner Tochter aus zweiter Ehe, Ashley Biden, und seinem Enkel Hunter begleitet. Biden ist katholisch. Die USA hatten mit John F. Kennedy erst einen katholischen Präsidenten.

Trump sollte sich nicht geschlagen geben

Der einflussreiche konservative US-Senator Lindsey Graham hat dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump im Kampf gegen unbelegte Vorwürfe zu systematischem Betrug bei der US-Wahl den Rücken gestärkt. «Präsident Trump sollte sich nicht geschlagen geben», sagte Graham am Sonntag im Interview mit dem TV-Sender Fox. US-Medien hatten am Samstag übereinstimmend den Demokraten Biden als neu gewählten Präsidenten ausgerufen. Trump hatte sich seit Tagen und ohne Belege als Opfer systematischen Wahlbetrugs dargestellt.

US-Senator Lindsey Graham meldet sich beim TV-Sender Fox zu Wort. (Keystone)

«Dies ist eine umstrittene Wahl. Die Medien entscheiden nicht, wer Präsident wird. Wenn sie dies tun würden, gäbe es niemals einen republikanischen Präsidenten», sagte Graham weiter. Trump müsse vor Gericht ziehen. Der Senator, der als Trump-Vertrauter gilt, führte den Fall von Personen an, die im Schlüsselstaat Pennsylvania angeblich gewählt hätten, obwohl sie bereits tot gewesen seien. Biden führt in dem Bundesstaat vor Ende der Auszählung mit 40’000 Stimmen.

Londoner Wachsfigurenmuseum gestaltet Trump zum Golfer um

Im Londoner Wachsfiguren-Kabinett Madame Tussauds ist Donald Trump vom US-Präsidenten zum Golfer umgestaltet worden. Mit roter Mütze (Aufschrift: «Trump 2020 – Make America Great»), lavendelfarbigem Shirt, schriller Hose und grimmigem Gesichtsausdruck steht die Figur nun neben einer grossen Golftasche.

Vorher trug Trump noch einen dunklen Anzug und eine rote Krawatte. Er habe jetzt mehr Zeit, sich seinem Lieblingssport zu widmen, schrieben die Organisatoren im Kurznachrichtendienst Twitter. Trump besitzt Golfplätze in Grossbritannien und liegt dort mit Anwohnern im Streit.

Biden-Harri eröffnen neues Twitter-Konto «Präsidentschaftswechsel»

Noch sind die letzten Stimmen nicht ausgezählt. Doch die Experten sind sich über den Sieg von Joe Biden und Kamala Harris einig. Grund genug für die beiden ein gemeinsame Twitter-Konto «Biden-Harris Presidential Transition», also Präsidentschaftswechsel einzurichten. In einem ersten Tweet schreiben die beiden Wahlsieger: «Die bevorstehende Arbeit in den nächsten 73 Tagen wird die Grundlage für eine Verwaltung sein bei der Gesundheit, Sicherheit und Charakter unserer Gemeinden an erster Stelle stehen.»

Trump will nicht aufgeben

Erstmals seit der Siegesrede des neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden hat sich Amtsinhaber Donald Trump bei Twitter zu Wort gemeldet und seine Vorwürfe des Wahlbetrugs erneuert. Trump schien am Sonntag (Ortszeit) in mehreren Tweets Aussagen von konservativen Unterstützern zu zitieren, die seine Behauptungen stützen sollen. Der 74-Jährige hatte sich seit Tagen ohne Belege als Opfer systematischen Wahlbetrugs dargestellt. US-Medien hatten am Samstag übereinstimmend den Demokraten Biden als neu gewählten Präsidenten ausgerufen.

Wird Trump durch seinen Schiegersohn zur Vernunft gebracht?

Der Berater des Präsidenten der Vereinigten Staaten und Schwiegersohn von Trump Jared Kushner soll sich an den amtierenden Präsidenten gewandt haben. Demnach soll er auf Trump eingeredet haben, die Wahl zu akzeptieren, twittert eine CNN-Journalistin des Weissen Hauses. Sie bezieht sich dabei auf zwei unabhängige Quellen.

Donald Trump hat bisher die Wahl Joe Bidens nicht anerkannt. Sein Wahlkapfteam hat juristische Schritte eingeleitet, um das Ergebnis anzufechten. Der Präsident spricht von Wahlbetrug.

Gartenbedarf statt Luxushotel: Trump-Tweet sorgt für viel Spott

Landschaftsgärtnerei statt Luxushotel: US-Präsident Donald Trump hat mit der Verwechslung eines Veranstaltungsortes für eine Pressekonferenz für Spott und Gelächter gesorgt. Trump kündigte am Samstag (Ortszeit) auf Twitter eine grosse Pressekonferenz seines Anwalts Rudy Giuliani im «Four Seasons» in Philadelphia (Pennsylvania) an, löschte den Tweet aber später und schrieb stattdessen: «Grosse Pressekonferenz heute in der Four Seasons Landschaftsgärtnerei – 11.30 Uhr», wie die «Washington Post» berichtete.

Eine Reaktion des Luxushotels «Four Seasons» verstärkte die Peinlichkeit: «Um es klarzustellen, Präsident Trumps Pressekonferenz wird NICHT im Four Seasons Hotel in Philadelphia stattfinden. Sie wird in der Four Seasons Landschaftsgärtnerei abgehalten – keine Verbindung zum Hotel.»

New York nach Biden-Wahlsieg im Party-Ausnahmezustand

New York ist nach Biden-Wahlsieg im Party-Ausnahmezustand. Nachdem der Nachrichtensender CNN den demokratischen Herausforderer Joe Biden am Samstag zum Sieger der US-Präsidentschaftswahl erklärt hatte, brach nach nur wenigen Sekunden Jubel aus. Auf den Strassen und aus den Fenstern ihrer Wohnungen heraus klatschten, schrien und jubelten die Menschen. Radfahrer klingelten, Autofahrer hupten. Wenig später zieht es tausende Menschen auf die Strassen der Metropole, mit Plakaten, US-Flaggen, Sektflaschen, Blumen und Musikinstrumenten, für eine Party, die über viele, viele Stunden lang gar nicht mehr aufhören will und ganz New York in Volksfeststimmung versetzt.

«Das waren vier dunkle Jahre für uns Amerikaner und deswegen sind wir jetzt hier, um diesen Sieg zu feiern, den wir gemeinsam errungen haben», sagt TJ Newton, der gemeinsam mit ein paar Freunden unterwegs ist. «Heute, das bedeutet Freiheit für alle Amerikaner. Und Kamala Harris als erste schwarze Frau als Vizepräsidentin zu haben ist ein riesiger Schritt, der vielen Menschen in diesem Land sehr viel bedeutet.»

Jubel beim Times Square in New York. (Foto: Key)
Lasst uns die «düstere Ära der Dämonisierung» beenden

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner zu einem Neubeginn ermuntert. «Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen», sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in seiner Siegesrede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Er rief zu überparteilicher Zusammenarbeit auf. Die Wähler verlangten, dass Republikaner und Demokraten in ihrem Interesse kooperierten, sagte Biden.

«Wir haben die Chance, die Verzweiflung zu besiegen, eine Nation des Wohlstands und Ziele aufzubauen. Wir können das schaffen», sagte Biden etwas später in seiner Rede. Die Amerikaner hätten ihm das Mandat gegeben, den Kampf gegen das Coronavirus zu führen, für Gerechtigkeit zu sorgen und strukturellen Rassismus auszurotten. «Der Kampf, den Anstand wieder herzustellen, die Demokratie zu verteidigen und jedem in diesem Land eine faire Chance zu geben.»

Kamala Harris - die eigentliche Hoffnungsträgerin

Bei der Wahl in den USA ist etwas Wegweisendes passiert, machte Kamala Harris in ihrer Siegesrede deutlich. Sie ist als erste Frau, erste Schwarze und erste Amerikanerin mit indischen Wurzeln in das Amt des US-Vizepräsidenten gewählt worden – und geht damit für viele als eigentliche Hoffnungsträgerin aus der US-Präsidentenwahl hervor. «Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein», sagte Harris am Samstag. «Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist.»

Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland in Kalifornien geboren, wo sie in einer afroamerikanischen Community aufwuchs. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter – eine Krebsforscherin und Bürgerrechtlerin – kam aus Indien.

08.11.2020 07:28

Die konservative Zeitung «New York Post» wendet sich im Streit über das Wahlergebnis in den USA von Präsident Donald Trump ab. In einem Artikel vom Samstag schrieben die Kommentatoren der Zeitung zwar, dass Trump viel für das Land getan habe – doch mit der Verschwörungstheorie der «gestohlenen Wahl» aufhören müsse, wenn er seine eigene Stimme nicht «marginalisieren» wolle.

Zugleich veröffentlichte die Zeitung einen ungewohnt positiven Artikel über den neu gewählten Präsidenten Joe Biden mit dem Titel «It’s Joe Time» („Es ist Zeit für Joe“). Noch vor wenigen Wochen hatte die «New York Post» einen der vernichtendsten Artikel über Joe Bidens Sohn Hunter veröffentlicht. Er basierte auf fragwürdigen Quellen und brachte dem Blatt landesweit Kritik ein.

Trump-Wahlkampfteam sammelt nach Niederlage weiter Spenden

Trotz der Wahlniederlage von US-Präsident Donald Trump ruft das Wahlkampfteam des Republikaners Anhänger weiter zu Spenden für Prozesse gegen die Ergebnisse auf. Aus dem Kleingedruckten der Spendenaufrufe geht allerdings hervor, dass mit den Geldern auch Wahlkampfschulden abbezahlt werden sollen. In einer E-Mail des Wahlkampfteams vom Samstagnachmittag hiess es: «Der eklatante Wahlbetrug in korrupten, von Demokraten regierten Städten ist beispiellos. Die Linke hat bewiesen, dass es nichts gibt, was sie nicht tun würde, um dem amerikanischen Volk die Macht zu entreissen.»

Weiter steht in der im Namen von Donald Trump verschickten Mail: «Wenn sie hinter mir her sind, sind sie in Wirklichkeit hinter Euch her und allem, wofür Ihr steht. Diese Wahl ist noch nicht vorbei. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und ich muss wissen, dass ich auf Dich zählen kann.» Beim Klick auf einen Link in der Mail wird der Nutzer auf eine Internetseite geleitet, auf der es heisst, Trump stelle eine «Task Force» zur Verteidigung der Wahl zusammen.

Trump will Bidens Wahl anfechten – Welche Chancen hat er?

Bis zu Joe Bidens geplanter Amtsübernahme im Januar werden noch mehr als zwei Monate ins Land gehen. Bis dahin kann viel passieren – und wenn es nach Präsident Donald Trump ginge, würden bis dahin noch die Gerichte einschreiten, um Bidens Einzug ins Weisse Haus zu verhindern. Trump und seine Republikaner haben in mehreren Bundesstaaten mit knappen Ergebnissen Klagen angestrengt und wollen Neuauszählungen der Stimmen fordern. Bidens Vorsprung in umkämpften Staaten ist teils ziemlich gering. Könnte sein Sieg also noch gekippt werden?

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(Bild: Keystone)
TV-Kommentator weint nach Biden-Sieg vor Erleichterung

Nach vier Jahren US-Präsidentschaft von Donald Trump hat die Erleichterung über die Nachricht des Wahlsieges von Joe Biden einen politischen Kommentator des Senders CNN, Van Jones, zu Tränen gerührt. Wenige Minuten nach der entscheidenden Nachricht war Jones live auf Sendung, als er zu schluchzen begann und unter Tränen hervorstiess, wie erleichtert er darüber sei. «Das ist eine grosse Sache für uns, nur um etwas Frieden finden zu können und die Chance auf einen Neustart zu haben», sagte der schwarze TV-Kommentator unter anderem. Die Nachricht sei eine Genugtuung für viele, die gelitten hätten. «Das ist ein guter Tag für unser Land.»

(Video: Youtube/CNN)

Jones sprach von einem schlimmer gewordenen Rassismus im Land. «Du gehst in einen Laden und Leute, die Angst hatten, ihren Rassismus zu zeigen, werden ekelhafter und ekelhafter zu dir. Und du hast Angst um deine Kinder, hast Angst um deine Schwester», sagte er.

Der 52 Jahre alte Politikwissenschaftler Jones gibt bei CNN seine Einschätzung zu politischen Themen ab und war auch bei der Berichterstattung um die Wahl häufig zu sehen.

Staatsoberhäupter und US-Politiker gratulieren Biden zum Sieg

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Joe Biden und Kamala Harris zum Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl gratuliert.

Auch der Republikaner Jeb Bush gratuliert Biden zum Sieg genauso wie der Ex-Präsident Bill Clinton.

Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz gratuliert Biden zum Sieg.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Joe Biden zu seinem Sieg bei der US-Präsidentenwahl gratuliert. «Ich wünsche ihm von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes», hiess es in einer über Twitter verbreiteten Stellungnahme. «Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit mit Präsident Biden. Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich, wenn wir die grossen Herausforderungen dieser Zeit bewältigen wollen.»

Auch Hillary Clinton Twittert ein besonderes Bild zum Sieg von Biden/Harris.

Obama ruft Amerikaner nach Bidens Wahlsieg zur Unterstützung auf

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat alle Amerikaner dazu aufgerufen, Joe Biden eine Chance zu geben und ihn als nächsten Präsidenten des Landes zu unterstützen. «Er wird wie kein anderer neuer Präsident zuvor mit einer Reihe ausserordentlicher Herausforderungen konfrontiert sein – einer tobenden Pandemie, einem ungleichen Wirtschafts- und Justizsystem, einer bedrohten Demokratie und einem gefährdeten Klima», erklärte Obama am Samstag in einer Mitteilung. Er wisse, dass Biden den Job im besten Interesse aller Amerikaner erledigen werde, ob er ihre Stimme hatte oder nicht.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga gratuliert Biden und Harris

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat dem neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden und dessen Vizepräsidentin Kamala Harris auf Twitter gratuliert. Die Wahl sei ein starkes Signal.

Die Schweiz sei überzeugt, dass sie mit der neuen Administration die «ausgezeichneten» Beziehungen zu den USA weiterführen und ausbauen könne, twitterte Sommaruga.

Trump will Sieg Bidens nicht anerkennen

US-Präsident Donald Trump will einen Sieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden bei der Wahl in den USA nicht anerkennen. «Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist», teilte Trump am Samstag mit. Zuvor hatten US-Medien Biden übereinstimmend als Sieger der Präsidentenwahl ausgerufen.

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(Bild: Keystone)
Joe Biden gewinnt die US-Präsidentschaftswahl

Der 77-jährige Demokrat Joe Biden ist zum 46. Präsidenten der USA gewählt worden. Kamala Harris (56) wird erste Vizepräsidentin.

Der Republikaner Donald Trump (74) muss sein Amt nach einer Amtszeit abgeben. Er machte sofort deutlich, dass er sich in die Niederlage nicht fügen will. Damit stehen den Vereinigten Staaten nach einem beispiellos harten Wahlkampf weitere schwierige Wochen bevor.

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Welt wartet auf nächsten US-Präsidenten - Biden klar im Vorteil

Das Wahldrama in den USA zieht sich immer weiter in die Länge. Auch mehr als 72 Stunden nach Schliessung der letzten Wahllokale war am Samstag noch nicht endgültig sicher, wer künftig als Präsident im Weissen Haus sitzen wird. Fast alles deutet darauf hin, dass der demokratische Herausforderer Joe Biden (77) gewonnen hat. Allerdings ist weiterhin auch denkbar, dass Donald Trump (74) vier weitere Jahre im Amt bleiben könnte. Das Warten entwickelte sich zunehmend zur Geduldsprobe – für die USA mit ihren fast 330 Millionen Einwohnern, aber auch für den Rest der Welt.

Die Augen richteten sich am Samstag vor allem auf die entscheidenden Bundesstaaten Pennsylvania, Georgia und Nevada. Überall lag Biden inzwischen vor Trump, obwohl der amtierende Präsident anfangs teils deutlich geführt hatte. Mehr als 30 000 Stimmen betrug der Vorsprung des ehemaligen Vizepräsidenten von Barack Obama am Samstagnachmittag (15.00 MEZ) jedoch nirgendwo. Die letzten Stimmen tröpfeln seit Freitag nur noch in Tranchen von teilweise wenigen Hundert ein.

Nicht nur die Amerikaner warten auf einen Dammbruch, der die Wahlrechner der vorsichtigen TV-Sender und die Nachrichtenagentur AP dazu veranlassen könnte, dass Rennen für entschieden zu erklären. Stattdessen tippten Analysten bei CNN, Fox oder NBC weiter auf ihren riesigen Bildschirmen mit der USA-Karte herum und zeigten, wo noch wie viele Stimmen ausstehen. Bezirke wie Allegheny, Clayton oder Clark County – von denen ausserhalb der USA bislang nur die wenigsten gehört hatten – bekommen enorme Aufmerksamkeit.

Nach Stand Samstagnachmittag müsste Biden nur noch Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten gewinnen, um sich die für den Sieg nötige Mehrheit von 270 Wahlleuten zu sichern. Nach den bereits entschiedenen Rennen in der Mehrzahl der US-Bundesstaaten hat er mindestens 253 Stimmen sicher. Auch Arizona mit seinen elf Wahlleuten scheint er praktisch gewonnen zu haben. Für Trump sah es in den Bundesstaaten North Carolina und Alaska gut aus – was ihm allerdings nicht reichen würde. Er notiert seit Tagen bei 213 Stimmen.

Die Auszählung zieht sich in diesem Jahr wegen der hohen Wahlbeteiligung und der Corona-Pandemie hin. Viele Bundesstaaten hatten unter anderem ihre Regeln für die Briefwahl angepasst, um die Wähler nicht einer Infektionsgefahr im Wahlbüro auszusetzen. Viele Millionen Amerikaner machten davon Gebrauch. Der Präsident wird in den USA nicht direkt gewählt, sondern von einer Wahlversammlung (Electoral College) im Dezember. Die Amtseinführung soll am 20. Januar 2021 stattfinden.

Biden rief am Freitagabend (Ortszeit) in einer Ansprache seine Landsleute zur Ruhe auf und gab sich siegessicher. „Wir werden dieses Rennen mit einer klaren Mehrheit und der Nation hinter uns gewinnen“, sagte der langjährige Senator in seiner Heimatstadt Wilmington. Er verzichtete aber darauf, sich bereits zum Sieger zu erklären – so wie dies Trump gleich in der Wahlnacht getan hatte. Hinter den Kulissen arbeitete Bidens Team jedoch bereits an den Details einer Ansprache für den Fall eines endgültigen Erfolgs.

Der ehemalige Vizepräsident rief die Amerikaner zu Geschlossenheit auf: «Wir mögen Gegner sein, aber wir sind keine Feinde.» Es sei an der Zeit, den Zorn abzulegen. Dies dürfte auch eine Reaktion auf Trump sein, der sich seit Tagen – und ohne Beweise – als Opfer systematischen Wahlbetrugs darstellt und das sofortige Ende der Auszählung fordert.

Die Vorwürfe bekräftigte er am Samstag auf Twitter erneut. Inzwischen gibt es an seinem Verhalten auch in der eigenen Partei Kritik. Trump hat aber deutlich gemacht, dass er sich keinesfalls mit einer Niederlage abfinden will. Er droht mit einer Klagewelle bis hinaus zum Obersten Gericht der Vereinigten Staaten, dem Supreme Court.

Biden gab unterdessen bekannt, dass er zusammen mit der möglichen künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris begonnen habe, die Übernahme der Regierungsgeschäfte vorzubereiten – unter anderem mit Massnahmen gegen die Corona-Pandemie. Man könne den bereits verstorbenen Amerikanern nicht mehr helfen – aber «wir können in der Zukunft viele Menschenleben retten». Biden wirft Trump vor, in der Corona-Krise versagt und dadurch den Tod vieler Amerikaner verschuldet zu haben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg in dieser Woche auf Rekordstände mit mehr als 120 000.

Bidens Vorsprung in Georgia wächst weiter

Im wichtigen Bundesstaat Georgia ist der Vorsprung von Joe Biden im Rennen um das Weisse Haus noch ein Stück grösser geworden. Zum Stand 9.00 Uhr MEZ am Samstag lag der Demokrat um 7’248 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump, wie der TV-Sender CNN unter Berufung auf Zahlen der Wahlbehörde berichtete. Es war ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu den 4’430 Stimmen Vorsprung wenige Stunden zuvor.

Biden hatte in Georgia einen Vorsprung Trumps von zeitweise rund 300 000 Stimmen aufgeholt. (Bild: Keystone)

Angesichts des engen Rennens ist in Georgia eine Neuauszählung sehr wahrscheinlich. Der wachsende Abstand ist für Biden ein gutes Zeichen, dass er auch danach noch vorn liegen kann.

Biden: «Wir werden dieses Rennen gewinnen» – Noch kein Sieger ausgerufen

Angesichts seines Vorsprungs in wichtigen Bundesstaaten bei der Wahl in den USA hat sich der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden siegessicher gezeigt. «Wir werden dieses Rennen mit einer klaren Mehrheit und der Nation hinter uns gewinnen», sagte Biden späten Freitagabend (Ortszeit) in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Er betonte zugleich, es sei noch kein Gewinner ausgerufen worden.

Biden liegt bei der laufenden Stimmenauszählung deutlich vor dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Trump hatte den Sieg bereits in der Wahlnacht für sich reklamiert. Der Präsident führt Bidens Vorsprung auf Wahlbetrug zurück, wofür es keine Belege gibt. Bislang hat noch kein grosser TV-Sender oder die Nachrichtenagentur AP einen Sieger ausgerufen, wie es in den USA nach der Präsidentenwahl gehandhabt wird.

Biden sicherte erneut zu, er werde im Fall eines Sieges der Präsident aller Amerikaner sein – auch derjenigen, die bei der Wahl nicht für ihn gestimmt haben. «Wir mögen Gegner sein, aber wir sind keine Feinde.»

Joe Bidens Rede in der Nacht auf Samstag (MEZ). (Video: Youtube/Joe Biden)

Er und seine Vizekandidatin Kamala Harris seien sich bewusst, dass die Spannung nach einer «harten Wahl» wie der diesjährigen gross sei. Dennoch müsse man ruhig und geduldig bleiben, während alle Stimmen gezählt würden. Biden versicherte den Wählern: «Ihre Stimme wird gezählt. Es ist mir egal, wie sehr Leute versuchen, das zu verhindern. Ich werde es nicht zulassen.»

Der 77-Jährige fügte hinzu: «Ich war noch nie so optimistisch über die Zukunft dieser Nation.» Biden machte deutlich, dass er sich bereits nach dem aktuellen Stand des Rennens durch die Stimmen von rund 74 Millionen Amerikanern mit einem starken Mandat ausgestattet sieht, um Massnahmen gegen das Coronavirus, für die Wirtschaft, gegen den Klimawandel und strukturellen Rassismus zu ergreifen. «Sie wollen, dass das Land zusammenkommt und nicht weiter auseinanderreisst», sagte er mit Blick auf die Wähler.

Demokraten führen auch in Arizona und Nevada

In Arizona sank Bidens Vorsprung auf Amtsinhaber Donald Trump auf knapp unter 30’000 Stimmen. Etwa 173’000 Stimmen standen am Wochenende noch zur Auszählung an. In welchem Takt neue Ergebnisse verkündet werden sollen, war unklar. Zuletzt hatte Trump am Freitag zwar Boden gut gemacht, allerdings lag er damit nicht im nötigen Korridor, um am Ende doch noch den Staat zu gewinnen.

In Nevada verdoppelte Biden am Freitag seinen Vorsprung auf gut 22’700 Stimmen nahezu. Etwa 125 000’Stimmen standen noch aus. Hier gingen Wahlkommentatoren nicht davon aus, dass sich durch noch ausstehende Stimmen etwas an dieser Mehrheit ändern würde, weil diese zu 90 Prozent aus Clark County mit der Grossstadt Las Vegas stammen, wo die Demokraten starke Unterstützung bekommen.

Biden vergrössert Vorsprung auch in Georgia – viele Stimmen werden überprüft

In Georgia konnte Biden seinen sehr knappen Vorsprung auf rund 4’400 Stimmen am Freitag beinahe verdreifachen. Experten erwarteten, dass auch die noch ausstehenden Stimmen diesen Vorsprung vergrössern. Einige tausend Briefwahlstimmen lagen noch vor, ausserdem standen auch hier ebensoviele Stimmen zur Überprüfung an. Bei 8’400 Stimmen, die an Militärangehörige nach Übersee verschickt worden waren, war unklar, wie viele davon noch zurück auf dem Weg an die Wahlleiter waren.

Ausserdem war am Freitag eine voraussichtliche Nachzählung aller Stimmen angekündigt worden, weil beim Gesamtergebnis des Staates Biden und Trump voraussichtlich weniger als einen halben Prozentpunkt auseinanderliegen werden.

Biden baut Vorsprung in Pennsylvania weiter aus

Bei der Auszählung der US-Präsidentschaftswahl ist auch bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) noch kein Sieger ermittelt worden. Der Herausforderer der Demokraten, Joe Biden, lag aber weiter sehr gut im Rennen und führte in den vier entscheidenden noch offenen Staaten. Beobachter gingen davon aus, dass sich seine Lage weiter verbessern sollte – rechnerisch war es aber immer noch möglich, dass sich das Blatt noch wenden könnte. Sein Wahlkampfteam hatte für den Abend wie auch in den Tagen zuvor eine kurze Ansprache angekündigt.

In Pennsylvania lag Biden am Abend nach neuen Zahlen aus Pittsburgh gut 27’100 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump. Geschätzt gut 90’000 Stimmen standen noch zur Zählung aus – bei den jüngsten Aktualisierungen hatte Biden seine Position konstant verbessern können. Die noch offenen Stimmen stammten zudem aus Gegenden, in denen die Demokraten sehr stark waren.

Darüber hinaus setzten die Behörden die Auswertung von bis zu 30’000 abgegebenen Stimmen fort, bei denen Daten nachkontrolliert werden mussten. Darunter sind beispielsweise solche von Wählern, die nicht in einem Wahlbüro abgestimmt haben, in dem sie registriert waren, sondern in einem anderen. Damit diese Stimmen gezählt werden können, halten Wahlhelfer Rücksprache mit dem ursprünglichen Wahlbüro.

Hängepartie nach US-Wahl setzt sich fort – Biden klarer Favorit

Die Hängepartie in den USA setzt sich nach der Präsidentenwahl weiter fort. Der demokratische Kandidat Joe Biden stand am Freitag an der Schwelle zu einem Sieg, nachdem ihn die tagelange Auszählung ein grosses Stück nach vorn gebracht hatte. US-Präsident Donald Trump warnte seinen Herausforderer davor, das Amt des Präsidenten für sich zu beanspruchen. Es deutete nichts darauf hin, dass Biden dies vorhatte. Zunächst war unklar, was aus einer für Freitagabend (Ortszeit) angekündigten Ansprache an die Nation wurde, von der viele geglaubt hatten, dass sie in der Hoffnung eines Wahlsiegs angesetzt worden war.

Nach derzeitigem Stand des Rennens müsste Biden nur noch den Bundesstaat Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten gewinnen, um sich die für den Sieg nötige Mehrheit von 270 Wahlleuten zu sichern. Nach den bereits entschiedenen Rennen in der Mehrzahl der US-Bundesstaaten verfügt der ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama bereits über mindestens 253 Stimmen. Auch in Georgia, Arizona und Nevada lag er vorn. Dagegen sah es für Trump in North Carolina und Alaska gut aus – was ihm allerdings nicht reichen würde. Noch aber hat kein grosser TV-Sender oder die Nachrichtenagentur AP einen Sieger ausgerufen.

Die Auszählung zieht sich bei der diesjährigen US-Wahl wegen der hohen Wahlbeteiligung und der Corona-Pandemie hin. Viele Bundesstaaten hatten unter anderem ihre Regeln für die Briefwahl angepasst, um die Wähler nicht einer Infektionsgefahr im Wahlbüro auszusetzen. Millionen Amerikaner machten davon Gebrauch.

Trump will mit Spenden für Rechtsstreit Wahlkampfschulden bezahlen

US-Präsident Donald Trump ruft seine Anhänger zu Spenden für Rechtsstreitigkeiten bei der Wahl auf, will mit den Geldern aber auch Wahlkampfschulden abbezahlen – das geht allerdings erst aus dem Kleingedruckten seiner Spendenaufrufe hervor. Angesichts der drohenden Niederlage des Republikaners gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden verschickt sein Wahlkampfteam Mails an Unterstützer, in denen mit wachsendem Druck um Geld gebeten wird.

So heisst es in einer dieser Mails vom Freitag: «Bislang hast Du alle unsere E-Mails ignoriert, in denen Du gebeten wurdest, gemeinsam mit uns die Wahl zu verteidigen.» Man solle bitte «sofort» dazu beitragen und spenden. Beim Klick auf einen Link in der Mail wird der Nutzer auf eine Internetseite geleitet, auf der es heisst: «Die Demokraten werden versuchen, diese Wahl zu stehlen! Bitte spende jetzt jeden Betrag, um die Integrität unserer Wahl zu verteidigen.»

Auf der Seite werden Spenden zwischen 5 Dollar (4,21 Euro) und 2’800 Dollar vorgeschlagen oder aber ein frei wählbarer Betrag. Wer nach unten scrollt, findet dort im Kleingedruckten die Information, dass 60 Prozent der Beiträge auf ein Konto fliessen, mit dem Wahlkampfschulden abbezahlt werden. Zunächst hatte das «Wall Street Journal» berichtet.

Trump warnt Biden vor Beanspruchung des Wahlsiegs

US-Präsident Donald Trump hat seinen bei der US-Wahl führenden Kontrahenten Joe Biden davor gewarnt, sich als Sieger der Abstimmung auszurufen. «Joe Biden sollte das Amt des Präsidenten nicht zu Unrecht beanspruchen. Ich könnte diese Behauptung auch machen. Gerichtsverfahren beginnen gerade erst!», schrieb Trump am Freitag (Ortszeit) bei Twitter.

Etwas mehr als eine halbe Stunde legte Trump mit einem weiteren Tweet nach. «Ich hatte in all diesen Staaten bis spät in die Wahlnacht hinein einen so grossen Vorsprung, nur um all den Vorsprung auf wundersame Weise verschwinden zu sehen, als die Tage vergingen», schrieb Trump ungeachtet der Tatsache, dass eine solche Entwicklung bei einer Wahl alles andere als ungewöhnlich ist. «Vielleicht wird all der Vorsprung zurückkehren, wenn unsere rechtlichen Verfahren voranschreiten!»

(Bild: Keystone)
Trump spricht weiter von «illegalen Stimmen»

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag erneut den Vorwurf erhoben, nach der Präsidentschaftswahl vom Dienstag würden «illegale Stimmen» gezählt. Von Anfang an habe er gesagt, dass nur «legale Stimmen» für das Ergebnis berücksichtigt werden dürften. «Aber wir sind bei diesem grundlegenden Prinzip auf Widerstand von Seiten der Demokraten gestossen», erklärte Trump in einer schriftlichen Mitteilung.

Es gehe um die Integrität des gesamten Wahlprozesses. Der Präsident kündigte erneut an, alle rechtlichen Mitteln nutzen zu wollen. An das amerikanische Volk gerichtet fügte er hinzu: «Ich werde niemals aufgeben, für euch und unsere Nation zu kämpfen.» Seit der Wahlnacht hat Trump mehrfach behauptet, es gebe Wahlbetrug, ohne Beweise dafür zu nennen.

Philadelphias Bürgermeister: Trumps Betrugs-Behauptungen sind «unbegründet»

Der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, hat Vorwürfe des Wahlbetrugs von US-Präsident Donald Trump entschieden zurückgewiesen. «Wie wir erwartet haben, haben die Wähler und Einwohner von Philadelphia dafür gesorgt, dass unsere Stadt als Beispiel dafür herausragt, wie man eine Wahl korrekt durchführt», sagte Kenney am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Die Stimmen würden so lange gezählt, bis jeder gültige Zettel berücksichtigt sei. Kenney kritisierte, dass «einige, darunter der Präsident, weiter unbegründete Behauptungen über Betrug ausspucken», ohne dafür Beweise vorzulegen. «Was wir hier in Philadelphia gesehen haben, ist Demokratie, schlicht und einfach», sagte Kenney.

Philadelphias Bürgermeister Jim Kenney tritt den Wahlbetrugsvorwürfen von US-Präsident Donald Trump entschieden entgegen. (Archivbild: Keystone)
Biden will Ansprache an die Nation halten

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden will sich am Freitagabend (Ortszeit) in einer Ansprache an die Nation wenden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von einem Sprecher von Bidens Wahlkampfteam.

Der 77-Jährige steht drei Tage nach der US-Wahl kurz vor einem Sieg, nachdem er zuletzt seinen Vorsprung in wichtigen Staaten wie Pennsylvania und Nevada über Amtsinhaber Donald Trump vergrössert hatte. Biden hat sich seit der Wahl bereits drei Mal an das amerikanische Volk gewendet und zu Geduld angesichts der laufenden Auszählung aufgerufen.

Senator Romney kritisiert Trumps Betrugsvorwürfe

Der republikanische Senator Mitt Romney hat scharfe Kritik an den Betrugsvorwürfen von US-Präsident Donald Trump bei der Wahl in den USA geübt. Romney – ein innerparteilicher Kritiker des Präsidenten – teilte am Freitag mit, Trump stehe es zwar zu, rechtliche Schritte zu ergreifen. Der Präsident habe aber Unrecht, «wenn er sagt, dass die Wahl gefälscht, fehlerhaft und gestohlen war. Das schadet der Sache der Freiheit hier und auf der ganzen Welt.» Trump schwäche damit die Institutionen, die das Fundament der Republik bildeten, und fache gefährlichen Zorn an.

Der republikanische Senator Ben Sasse rief auf Twitter dazu auf, «überhitzte Rhetorik» zu ignorieren, die Auszählung der Stimmen abzuwarten und auf die Rechtsstaatlichkeit zu vertrauen.

Der republikanische Senator und frühere US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kritisiert Donald Trump heftig für dessen Vorwürfe des Wahlbetrugs. (Bild: Keystone)
Behörden in Georgia rechnen mit Neuauszählung

Die zuständigen Behörden in Georgia rechnen mit einem so knappen Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl in diesem Bundesstaat, dass eine Neuauszählung erwartet wird. Beide Kandidaten könnten dies beantragen, sobald ein bestätigtes Ergebnis mit einem Abstand von höchstens 0,5 Prozentpunkten vorliege, sagte der Vertreter der Wahlbehörde, Gabriel Sterling, am Freitag in Atlanta. Am Freitag hatte Herausforderer Joe Biden in Georgia einen Vorsprung von lediglich 1’586 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump.

Drei Tage nach der Wahl waren 4’169 Stimmen noch nicht ausgezählt. Wegen hoher Anforderungen an die Prüfung der Wahlzettel und Auszählung werde das Ergebnis voraussichtlich zum Wochenende vorgelegt werden können, sagte Sterling. Bei einer Neuauszählung müsse jede Stimme neu eingescannt werden, was bis Ende November dauern könne.

Im US-Bundesstaat Georgia müssen die Stimmen wegen eines äusserst knappen Vorsprungs von Joe Biden von lediglich 1’586 Stimmen auf Amtsinhaber Donald Trump wohl neu ausgezählt werden. (Bild: Keystone)
Biden baut knappe Vorsprünge in Nevada und Pennsylvania aus

In der Wahlschlacht ums Weisse Haus hat der demokratische Kandidat Joe Biden seinen knappen Vorsprung in zwei wichtigen Staaten weiter ausgebaut. Der ehemalige Vizepräsident lag während der Auszählung im Wüstenstaat Nevada am Freitag mit mehr als 20’000 Stimmen vor Präsident Donald Trump. In Pennsylvania betrug der Abstand knapp 9’000 Stimmen. Die Auszählungen sind jeweils fast vorbei. In Pennsylvania sind 20 Wahlleute zu vergeben, in Nevada sechs.

Wenn Biden in Pennsylvania siegt, hat er die Wahl gewonnen. Auch bei einem Erfolg in Nevada würde es nach Prognosen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News für die Mehrheit von 270 Stimmen reichen, weil sie bereits Arizona Biden zugeschlagen hatten. Andere Medien hielten sich mit einer Prognose zu Arizona noch zurück.

Nancy Pelosi: «Glücklicher Tag für unser Land»

Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, rechnet mit einem Sieg des Demokraten Joe Biden. Schon bald werde man Biden nicht mehr als Vizepräsidenten, sondern als gewählten Präsidenten bezeichnen, sagte die Demokratin in ihrer wöchentlichen Pressekonferenz am Freitag. «Das ist ein glücklicher Tag für unser Land, weil Joe Biden einer ist, der vereint», betonte die 80-Jährige.

Bei den Kongresswahlen am Mittwoch hatte Pelosi ihren Sitz in Kalifornien überzeugend verteidigt. Sie hatte bereits deutlich gemacht, dass sie sich wieder um den Führungsposten bewerben wolle.

«Glücklicher Tag für unser Land»: Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, rechnet mit einem Sieg des Demokraten Joe Biden. (Bild: Keystone)
Biden-Sprecher über Trump: «Eindringling» aus Weissem Haus eskortieren

Das Wahlkampfteam von Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat im Falle eines Sieges bei der US-Wahl die erzwungene Entfernung von Amtsinhaber Donald Trump aus dem Weissen Haus ins Spiel gebracht. «Die Regierung der Vereinigten Staaten ist durchaus in der Lage, Eindringlinge aus dem Weissen Haus zu eskortieren», sagte Sprecher Andrew Bates übereinstimmenden Medienberichten zufolge.

Er reagierte damit auf Befürchtungen, dass Trump eine drohende Wahlniederlage nicht eingestehen könnte. Biden selbst hatte sich bereits vor Wochen ähnlich geäussert.

Sollte Donald Trump eine mögliche Wahlniederlage nicht eingestehen, soll er nach der Vorstellungen von Joe Bidens Wahlkampfteam aus dem Weissen Haus eskortiert werden. (Symbolbild: Keystone)
Trumps Team rechnet weiter mit Wiederwahl des Präsidenten

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump hat sich am Freitag weiter optimistisch gezeigt. Nachdem Herausforderer Joe Biden in vier noch offenen Bundesstaaten in Führung lag, erklärte der Leiter der Rechtsabteilung von Trumps Team, Matt Morgan: «Diese Wahl ist nicht vorbei.» Die Prognosen von Wahlsiegen Bidens in Pennsylvania, Georgia, Nevada und Arizona beruhten auf Ergebnissen, die noch lange nicht vollständig seien. «Sobald die Wahl abgeschlossen ist, wird Präsident Trump wiedergewählt sein», so Morgan.

In Pennsylvania habe es «viele Unregelmässigkeiten» gegeben, hiess es in einer schriftlichen Erklärung. So seien Freiwillige des Trump-Teams am Zugang zur Stimmenauszählung gehindert worden. Die Staatssekretärin von Pennsylvania, Kathy Boockvar, hatte am Donnerstag gesagt, Vertreter beider Kandidaten und Parteien seien für die Stimmenauszählung registriert worden und dabei anwesend.

In Georgia werde es eine Neuauszählung der Stimmen geben, kündigte Morgan an. «Wir sind zuversichtlich, dass wir Stimmzettel finden, die ordnungswidrig gesammelt wurden.»

Deutsche US-Wahlbeobachterin: Keine Anzeichen für Unregelmässigkeiten

Die Bundestagsabgeordnete Katja Keul (Grüne) hat nach ihrem Einsatz als Wahlbeobachterin in den USA ein positives Fazit gezogen. «Wir haben insgesamt einen sehr ruhigen, friedlichen Wahlablauf beobachten können», sagte Keul am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte auch für die Auszählung der Briefwahlstimmen. «Wir haben überhaupt keine Anhaltspunkte dafür, dass es bei den Briefwahlen irgendwelche Unregelmässigkeiten gibt.»

Keul war für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum zweiten Mal als Wahlbeobachterin in den USA im Einsatz. Sie nahm die Wahl im Bundesstaat Michigan unter die Lupe – keine Selbstverständlichkeit, denn nicht jeder US-Staat lässt die OSZE-Beobachter zu. «Das ist eigentlich ein Verstoss gegen die internationale Verpflichtung, aber so ist das eben in den USA», sagte die Grünen-Politikerin nach ihrer Rückkehr nach Deutschland.

Auszählungen in Nevada und Arizona weiter sehr langsam

Bei der Präsidentenwahl in den USA kommt die Auszählung der Stimmen in den Gliedstaaten Nevada und Arizona weiter nur langsam voran. Präsidentschaftskandidat Joe Biden lag in beiden Rennen knapp vor Amtsinhaber Donald Trump, doch die Stimmen gingen am Freitag nur in kleinen Tranchen ein.

Im Laufe des Tages wird mit neuen Ergebnissen gerechnet. Bisher hat noch kein Medium einen Sieger in Nevada ausgerufen. Arizona hatten die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News bereits Biden zugerechnet. Andere Medien hielten sich noch zurück.

Biden jetzt auch in Pennsylvania in Führung

Bei der Auszählung der Stimmen zur US-Präsidentschaftswahl im Schlüsselstaat Pennsylvania hat Herausforderer Joe Biden am Freitag die Führung übernommen. Bei einem Auszählungsstand von etwas mehr als 95 Prozent führte Biden mit 5587 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump. Damit liegt der Demokrat nun in vier von fünf noch umkämpften Staaten vorn.

Trump und Unterstützer verbreiten Falschinformationen zur Wahl

Viele Behauptungen des US-Präsidenten Donald Trump und einiger seiner Unterstützer nach der Präsidentschaftswahl sind Medienberichten zufolge falsch oder zumindest irreführend. Trumps Rede vom Donnerstagabend bezeichnete der CNN-Reporter Daniel Dale sogar als «die unehrlichste Ansprache, die er je gehalten hat». So hatte Trump etwa davon gesprochen, die Demokraten versuchten, die «Wahl zu stehlen». Tatsächlich gibt es dafür keinerlei Belege.

In einer Liste mit Faktenchecks zählt CNN weitere Beispiele haltloser Behauptungen auf: So sei es falsch, dass alle Stimmzettel, die nach dem Wahltag eintreffen, nicht mehr gezählt werden – das hatte Trump auf Twitter behauptet. Tatsächlich zählten mehrere Staaten Stimmzettel, die bis zu einem späteren Datum eintreffen, so lange sie rechtzeitig abgeschickt wurden. Auch Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany behauptete demnach fälschlicherweise im Fernsehsender Fox News, Stimmen würden am Wahltag ausgezählt, denn dafür sei der Wahltag da.

Biden überholt Trump in Georgia

Biden überholt Trump in Georgia. Der Demokrat liegt nun mit 917 Stimmen vorn. Dies meldet der US-Nachrichtensender CNN. Würde der Demokrat den Bundesstaat tatsächlich gewinnen, bräuchte er für einen Sieg nur noch einen weiteren Budnesstaat.

Trotzdem dürfte es noch eine Weile dauern bis Georgia offiziell an Biden geht. Nachzählungen und Klagen dürften die Geschichte noch etwas verzögern.

Biden erhält mehr Schutz vom Secret Service

Der Secret Service entsendet einem Medienbericht zufolge zusätzliche Mitarbeiter zum Schutz des US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden in den Bundesstaat Delaware.

Dem Bericht zufolge sind bereits Dutzende Mitarbeiter des Secret Service im Kongresszentrum Chase Center im Einsatz, wo sich Biden mit seinem Team einquartiert hat.

Biden werde sich mindestens noch einen weiteren Tag in der Stadt Wilmington aufhalten und möglicherweise bereits am Freitag eine grosse Rede halten, berichtete die «Washington Post» in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf zwei ungenannte Quellen. Dies habe Bidens Wahlkampfteam der Behörde mitgeteilt.

Die Anzahl der in Wilmington abgestellten Mitarbeiter entspricht demnach aber nicht dem Schutz, der einem designierten Präsidenten zusteht. Eine Sprecherin des Secret Service erklärte, man werde sich nicht öffentlich zu den Sicherheitsvorkehrungen äussern.

So war die Wahl-Nacht

Der Stand vom frühen Freitagmorgen:

PENNSYLVANIA (20 Wahlleute):

Der Vorsprung für Trump schrumpft in dem umstrittenen Bundesstaat mit der Auszählung von Briefwahlstimmen. Biden holt auf. Zuletzt betrug sein Rückstand auf Trump gut 26’000 Stimmen. Die 20 Wahlleute von Pennsylvania könnten Biden den Sieg bringen.

NORTH CAROLINA (15 Wahlleute):

Auch in dem Ostküsten-Staat gibt es noch keine Entscheidung. Bei einem Auszählungsstand von schätzungsweise 95 Prozent lag Trump mit 50,0 Prozent vor Biden (48,6 Prozent). In North Carolina werden auch noch Briefwahlstimmen gezählt, die bis zum 12. November eingehen.

GEORGIA (16 Wahlleute):

In dem Südstaat gibt es ein denkbar enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Biden. Zuletzt lag Biden noch knapp 1800 Stimmen hinter Trump. Gewinnt Biden Georgia, muss er noch einen weiteren Bundesstaat auf sicher haben.

NEVADA (6 Wahlleute):

In Nevada führte Biden mit 49,5 Prozent der Stimmen knapp vor Trump (48,5 Prozent). Biden lag dort nach Auszählung von etwa 87 Prozent der Stimmzettel knapp 12 000 Stimmen vor Trump.

ARIZONA (11 Wahlleute):

In ARIZONA hielt das Trump-Lager am Donnerstag weiter die Hoffnung hoch, das Ergebnis für Biden noch kippen zu können. Die bei der Bekanntgabe von Ergebnissen sehr zurückhaltende AP hatte in Arizona bereits in der Wahlnacht eine Entscheidung für Biden gemeldet, ebenso der TV-Sender Fox. Am Donnerstag führte Biden bei einem Auszählungsstand von 86 Prozent mit 50,5 Prozent vor Trump mit 48,1 Prozent.

Greta Thunbergs Twitter-Revanche: «Chill Donald, chill!»

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die mögliche Wahlschlappe von US-Präsident Donald Trump für eine späte Revanche auf dessen Lieblingsmedium Twitter genutzt. Als Reaktion auf einen Tweet Trumps, in dem der Präsident das Ende der Stimmenauszählung in den USA forderte, schrieb Thunberg: «So lächerlich. Donald muss an seinem Problem mit Aggressionsbewältigung arbeiten und dann mit einem Freund in einen guten alten Film gehen! Entspann dich, Donald, entspann dich!» Einen identischen Tweet hatte Trump im vergangenen Dezember über Greta Thunberg geschrieben. Anlass war, dass das «Time-Magazin Thunberg damals zur «Person des Jahres» ernannt hatte.

Der Republikaner Trump hatte sich in der Vergangenheit mehrfach skeptisch dazu geäussert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist. Die USA sind einer der grössten Verursacher von Treibhausgasen. Trump hat die USA ausserdem aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden hat versprochen, dass die USA bei seiner Präsidentschaft wieder in das Abkommen zurückkehren würden. Biden lag am Donnerstagabend (Ortszeit) bei der Wahl vorne.

Richterin in Michigan weist Trumps Klage gegen Auszählung ab

Eine Richterin im US-Bundesstaat Michigan hat Medienberichten zufolge eine Klage von Präsident Donald Trumps Wahlkampfteam gegen die Stimmauszählung abgewiesen. Die Beschwerde über angeblichen Betrug beruhe nur auf Hörensagen, zudem sei die Auszählung bereits abgeschlossen, erklärte Richterin Cynthia Stephens demnach am Donnerstag. Das berichteten unter anderem die «New York Times» und die örtliche Zeitung «Detroit Free Press» unter Berufung auf die Anhörung. Eine schriftliche Erklärung der Richterin solle erst in den kommenden Tagen folgen, hiess es.

US-Staat Pennsylvania erwartet Wahlergebnis noch am Donnerstag

In Pennsylvania kann nach Auskunft der zuständigen Behörde bis Donnerstagabend (Ortszeit) mit einem Ergebnis der Präsidentschaftswahl gerechnet werden. Zurzeit seien rund 550 000 Stimmzettel noch nicht ausgezählt, sagte Staatssekretärin Kathy Boockvar dem TV-Sender CNN. Sie sei zuversichtlich, dass die meisten dieser Stimmen am Donnerstag gezählt werden könnten. Auf die Frage, ob bis zum Ende des Tages (Freitagmorgen MEZ) ein Gewinner in Pennsylvania bekanntgegeben werden könnte, antwortete sie: «Ja, das könnten wir definitiv.»

Die meisten der noch ausstehenden Stimmen kommen nach Angaben der Staatssekretärin aus städtischen Gebieten, allein 100 000 aus dem Grossraum der Millionenstadt Philadelphia, die als Hochburg der Demokratischen Partei gilt. Bei einem Auszählungsstand von 92 Prozent lag der republikanische Präsident Donald Trump mit 50,2 Prozent der Stimmen knapp vor dem demokratischen Herausforderer Joe Biden mit 48,5 Prozent.

Trump während Wahl-Hiobsbotschaften auf Twitter zunehmend aggressiv

Im Angesicht einer möglichen Wahlniederlage hat US-Präsident Donald Trump auf Twitter Schimpftiraden und unbelegte Anschuldigungen veröffentlicht. Dabei ging es vor allem um den Vorwurf des Wahlbetrugs. Ausserdem reklamierte er einen Sieg bei der Präsidentenwahl sowie in Schlüsselstaaten für sich. Twitter reagierte in einige Fällen damit, die Botschaften hinter Warnhinweisen zu verstecken.

«Stoppt den Betrug!», wetterte Trump am Donnerstag in Grossbuchstaben. Zuvor hatte er geschrieben, dass er in allen Bundesstaaten, die seinem Kontrahenten Joe Biden neu zugeschlagen wurden, rechtliche Schritte wegen Betrugs einleiten werde. Trump hatte über sein meistgenutztes soziales Netzwerk auch verlangt, die Auszählungen zu stoppen. Hintergrund ist, dass Biden in mehreren möglicherweise entscheidenden Staaten den knappen Vorsprung von Trump einzuholen droht und damit kurz vor dem Gewinn der historischen Wahl steht.

Seit Monaten hatte Trump ohne Belege behauptet, dass es durch viele Briefwahlstimmen bei der US-Wahl zu Betrug kommen würde, dafür allerdings nie stichhaltige Beweise geliefert. In den Tagen nach der Wahl hat er diese Vorwürfe bei Twitter verstärkt. Trump verbreitete auch Artikel rechter Medien, die seine Vorwürfe belegen sollen oder beispielsweise den Rücktritt von an der Wahl beteiligten örtlichen Ministern forderten.

Biden ruft Amerikaner zu Geduld auf

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Amerikaner angesichts einer noch andauernden Auszählung der Stimmen bei der US-Wahl zu Geduld aufgerufen. «Seid geduldig, Leute. Stimmen werden gezählt, und wir haben ein gutes Gefühl mit Blick darauf, wo wir stehen», schrieb Biden am Donnerstag auf Twitter. US-Präsident Donald Trump zweifelte dagegen über seinen Twitter-Kanal die Rechtmässigkeit der Auszählung an und forderte ein Ende des «Wahlbetrugs». Allerdings gibt es darauf laut Verantwortlichen in den Bundesstaaten keine Hinweise.

Zwei Tage nach der Präsidentenwahl hat Biden sehr gute Chancen auf einen Wahlsieg. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Republikaner Trump noch gewinnt, wurde dagegen deutlich geringer.

Biden baut Vorsprung in Nevada um wenige Tausend Stimmen aus

Im wichtigen US-Bundesstaat Nevada hat Trump-Herausforderer Joe Biden seinen knappen Vorsprung ausgebaut. Nach langem Stillstand bei der Meldung des Auszählungsstandes kamen am Donnerstag mehrere Tausend Stimmen hinzu. Damit liegt der Demokrat nun knapp 12’000 Stimmen vor US-Präsident Donald Trump, das entspricht einem Prozentpunkt. Es wurden etwa 87 Prozent der Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis in Nevada könnte wahlentscheidend für Biden werden.

Justizminister in Pennsylvania zu Trump: «Wahlkampf ist vorbei»

Der Justizminister des bei der US-Präsidentenwahl heftig umkämpften Bundesstaates Pennsylvania hat Forderungen von Präsident Donald Trump zum Stopp der Auszählung zurückgewiesen. «Das Erste, was ich sage, ist, dass der Wahlkampf vorbei ist», sagte der Demokrat Josh Shapiro am Donnerstag im Interview mit dem TV-Sender CNN. Die Auszählung der Briefwahlstimmen werde trotz wiederholter Beschwerden des Wahlkampfteams von Trump weitergehen. «Wir werden sicherstellen, dass alle diese Stimmen geschützt und gezählt werden.»

Gleichzeitig zeigte Shapiro sich zuversichtlich, dass die Regelung Pennsylvanias, auch noch Tage nach dem Wahltag Stimmen auszählen zu dürfen, vor Gericht weiterhin Bestand haben werde. In Pennsylvania liegt Trump knapp vorne, doch sein Herausforderer Joe Biden holt bei der momentanen Auszählung der Briefwahlstimmen immer weiter auf. Sollte Biden in dem Bundesstaat siegen, hätte er auch die Wahl gewonnen.

Trump behauptet: «reichlich Beweise» für Wahlbetrug

Entgegen der Aussagen von Verantwortlichen für die US-Wahl sieht US-Präsident Donald Trump «reichlich Beweise» für Wahlbetrug. Auf Twitter schrieb Trump am Donnerstag, dass sein Team wegen Wahlfälschung und Wahlbetrug auf staatlicher Ebene rechtliche Schritte in denjenigen Staaten einleiten werde, die sein Herausforderer Joe Biden «für sich beansprucht» habe. «WIR WERDEN GEWINNEN!», schrieb Trump. Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis.

Trumps Wahlkampfteam hat in mehreren Bundesstaaten bereits juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet. Für den Amtsinhaber ist das Rennen um das Weisse Haus zuletzt enger geworden. Die Auszählungen dauerten an – Verantwortliche in den Bundesstaaten mahnten Geduld an.

Dass sich die Auszählung zieht, war erwartet worden, weil Millionen Amerikaner wegen der Corona-Pandemie per Brief abstimmten. Trump warnte schon vor der Wahl ohne Beleg vor massiven Fälschungen. Hinweise auf nennenswerten Wahlbetrug gab es jedoch nicht.

Georgia mahnt bei Auszählung Ruhe an - 60 000 Stimmen offen

Bei der Stimmauszählung der US-Präsidentenwahl im extrem engen Rennen im Bundesstaat Georgia haben die Behörden Ruhe angemahnt. Noch stünden etwa 60 000 Stimmen aus, die das Präsidentschaftsrennen für Präsident Donald Trump oder Herausforderer Joe Biden beeinflussen könnten. «Ich denke, wir sind uns alle einig, dass eine genaue und faire Zählung viel wichtiger ist als eine schnelle Zählung», sagte Gabriel Sterling, ein Mitarbeiter des Staatssekretärs in Georgia, am Donnerstag. Sterling wollte sich nicht darauf festlegen, wann Endergebnisse vorliegen.

Biden fehlt ein Bundesstaat - Wachsende Nervosität in den USA

Zwei Tage nach der Präsidentschaftswahl in den USA hat Herausforderer Joe Biden gute Chancen auf einen Wahlsieg, für Amtsinhaber Donald Trump sind sie dagegen deutlich geringer. In den noch nicht entschiedenen Bundesstaaten Pennsylvania, North Carolina, Georgia und Nevada zählten Wahlhelfer rund um die Uhr Stimmen aus. Zu teilweise gewaltsamen Protesten kam es am Mittwochabend in New York, Portland, Detroit, Chicago und Philadelphia.

Ein Sieg in nur noch einem Staat würde Biden reichen für die erforderliche Mehrheit von 270 Stimmen in der Wahlversammlung (Electoral College). Trump benötigt eine Mehrheit in allen vier Staaten – falls sich in Arizona das bisherige Ergebnis für Biden bestätigen sollte. In mehreren Staaten schickte Trumps Wahlkampfteam Anwälte mit Klagen los, um mit juristischen Mitteln die drohende Niederlage zu verhindern.

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Trump fordert sofortigen Stopp der Auszählung

US-Präsident Donald Trump hat zwei Tage nach der Wahl erneut ein sofortiges Ende der Auszählung gefordert. «Stoppt die Auszählung!», schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter in Grossbuchstaben.

In mehreren Bundesstaaten, in denen sich knappe Ergebnisse abzeichnen, wurden noch Stimmen gezählt. Darunter waren Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Arizona und Nevada. Verbleibende und rechtmässig abgegebene Stimmen nicht mehr auszuzählen, würde gegen geltendes Recht verstossen.

Trump hatte bereits in der Wahlnacht von massivem Betrug gesprochen, ohne Beweise anzuführen. Zudem erklärte er sich vorzeitig zum Sieger. Im Zwischenstand lag sein demokratischer Herausforderer Joe Biden am Donnerstag vorn. Nach den Berechnungen von US-Medien hat der ehemalige Vizepräsident aus den Bundesstaaten mindestens 253 Wahlleute-Stimme sicher. Zum Sieg erforderlich sind 270 Stimmen.

Auch in Nevada will Trump wegen Wahlbetrugs klagen

Auch in Nevada ist das Rennen um die Präsidentschaftswahl sehr knapp:  Biden ist derzeit mit rund 8000 Stimmen in Führung. Wenig überraschend will Trump deshalb auch in Nevada eine Klage wegen Wahlbetrugs einreichen – dies soll das Trump-Team an einer Konferenz ankündigen, wie Fox News berichtet.

Predigerin betet für Trumps Sieg

Bereits vor vier Jahren betete die Predigerin Paula White-Cain für Trump. Beim Gottesdienst am Mittwochabend eilt sie Trump erneut zu Hilfe und sendet ihm spirituelle Unterstützung.

Teils gewaltsame Proteste rund um die Stimmenauszählung

Rund um die Auszählung der Wahlstimmen in den USA ist es in mehreren Städten zu teils gewaltsamen Protesten gekommen. In Portland im Bundesstaat Oregon gab es am Mittwochabend (Ortszeit) Ausschreitungen am Rande einer Demonstration. Zahlreiche Menschen forderten dort, jede Stimme zu zählen. Laut Medienberichten wurden Schaufensterscheiben zerstört. Die Polizei sprach von geladenen Waffen und Feuerwerkskörpern, die auf Polizisten geworfen worden seien. Auch die Nationalgarde sei aktiviert worden.

Biden mit Aufholjagd in Pennsylvania und Georgia

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden holt bei der Auszählung der Wahlstimmen in mehreren hart umkämpften Bundesstaaten immer weiter auf. Vor allem im Schlüsselstaat Pennsylvania konnte Biden bei der Auszählung seit dem Wahltag am Dienstag seinen Rückstand auf Amtsinhaber Donald Trump von zunächst mehr als zehn Prozentpunkten auf momentan weniger als drei Prozentpunkte verkleinern.

Das liegt daran, dass in Pennsylvania zunächst die Stimmen vom Wahltag gezählt wurden – und die fielen mehrheitlich für Trump aus. Die Frühwähler, die wohl eher für Biden stimmten, wurden erst später ausgewertet. Bei noch Hunderttausenden ausstehenden Stimmen hat der ehemalige Vizepräsident Biden die Chance, Trump in diesem «Swing State» noch zu überholen. Wenn das passiert, hat er die nötigen 270 Stimmen der Wahlleute zum Gewinn der Präsidentschaft.

Ein ähnliches Bild ergab sich im südlichen Staat Georgia, wo Präsident Trump bei 96 Prozent der ausgezählten Stimmen nur noch mit weniger als 20 000 Stimmen (0,4 Prozentpunkte) in Führung lag. Auch hier hatte Biden zuletzt aufgeholt. Knapp ist das Rennen auch in Nevada, wo Biden nur wenige Tausend Stimmen vor Trump liegt.

Hängepartie im Weissen Haus lässt Europas Anleger kalt

Europas Anleger lassen sich von der Hängepartie im Rennen um das Weisse Haus nicht verunsichern. Zuletzt ist der Wahlsieg von Joe Biden in greifbare Nähe gerückt.

Der Swiss Market Index (SMI) legte am am Donnerstag 0,2 Prozent zu auf 10’312 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit rund einer Woche. Dax und EuroStoxx50 stiegen gar um jeweils 1,2 Prozent.

Europas Anleger zeigen sich unbeeindruckt von der Zitterpartie, die im Weissen Haus vor sich geht. (Symbolbild: Key)

Bis jetzt gingen die Börsen erstaunlich entspannt mit der unklaren Situation um, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. «Möglicherweise gibt es eine gewisse Erleichterung darüber, dass es bis jetzt zu keinen grösseren Unruhen auf den Strassen gekommen ist.»

Biden-Vorsprung treibt Yuan auf höchsten Stand seit 2018

Die Hoffnung auf eine Entschärfung des amerikanisch-chinesischen Handelskonfliktes nach einem Regierungswechsel in den USA treibt die chinesische Währung Yuan auf den höchsten Stand seit 28 Monaten. Der Dollar verbilligte sich am Donnerstag auf 6,64 Yuan.

Die chinesische Währung hat in Anbetracht von Bidens Vorsprung an Stärke gewonnen. (Symbolbild: Key)

Zuvor hatte das überraschend starke Abschneiden von Präsident Donald Trump die chinesische Währung belastet. Beim Kurs Dollar zu Yuan habe es wohl die heftigsten Reaktionen gegeben, stellte Devisenstratege Terence Wu von der OCBC Bank fest. Die Möglichkeit eines Siegs des Demokraten Joe Biden und damit die Aussicht auf eine konventionellere und auf Regeln basierende Handelspolitik hätten die Kurse schliesslich wieder gedreht.

Röttgen: Präsidentschaft Trumps nicht bloss ein «Irrtum»

Für CDU-Aussenpolitiker Norbert Röttgen ist die Präsidentschaft Donald Trumps nicht nur ein Ausrutscher in der Geschichte. «Man kann nicht sagen, das war ein Irrtum und die Amerikaner haben es gemerkt und die werden das jetzt leicht und schnell wieder korrigieren», sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag am Donnerstagmorgen im Deutschlandfunk.

Norbert Röttgen (CDU) sprach über die US-Wahl und Trumps Präsidentschaft. (Archivbild: Key)

Für Millionen von Wählern gelte: «Den Trump wähle ich, egal wie er ist, weil er mein Thema nach vorne bringt.» Röttgen nannte konkret Abtreibung, niedrige Steuern oder Waffenrechte als Beispiele. Die Überwindung der Spaltung in der amerikanische Gesellschaft werde eine zentrale Aufgabe für Joe Biden, sollte er Präsident werden.

CNN meldet bewaffnete Trump-Anhänger vor Wahlbehörde in Arizona

Vor einem Behördengebäude in Arizona, in dem Stimmen der US-Präsidentenwahl ausgezählt werden, hat sich in der Nacht zum Donnerstag eine grosse Gruppe von Anhängern des Präsidenten Donald Trump versammelt. Mehrere unter ihnen hätten Waffen wie Automatikgewehre gehabt, berichtete eine Korrespondentin des Nachrichtensenders CNN in einer Live-Schaltung. Auf Fernsehbildern waren mehrere Dutzend Personen auf dem Parkplatz vor dem Gebäude im Bezirk Maricopa County zu sehen, zu dem unter anderem die Stadt Phoenix gehört.

Nevada: Nächstes Update zu Wahlergebnis erst am Donnerstag

Der Bundesstaat Nevada, der die US-Präsidentenwahl entscheiden könnte, will erst am Donnerstagabend deutscher Zeit wieder frische Informationen zum Stand der Auszählung veröffentlichen. Die Behörden verwiesen am Mittwoch (Ortszeit) darauf, dass noch rechtzeitig per Post verschickte Stimmzettel gültig seien, die bis zum späten Nachmittag am 10. November eintreffen. Updates zum Stand des Rennens solle es ab Donnerstag täglich um 9.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) geben.

Gemäss dem aktuellen Stand der Auszählung führt der demokratische Herausforderer Joe Biden knapp vor Amtsinhaber Donald Trump mit 49,33 zu 48,69 Prozent.

Bitcoin klettert nach US-Wahl auf Drei-Jahres-Hoch

Die Hängepartie der Stimmenauszählung in den USA treibt einige Anleger in Bitcoin. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise stieg in der Nacht auf Donnerstag um rund vier Prozent auf zirka 14’400 Dollar.

Die US-Wahlen treiben Bitcoin auf ein Drei-Jahres-Hoch. (Symbolbild: Key)

Damit war ein Bitcoin so teuer wie zuletzt beim Hype zum Jahreswechsel 2017/2018. Wegen des unsicheren US-Wahlausgangs griffen einige Investoren auf der Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten zu Kryptowährungen, sagte etwa Analyst Timo Emden von Emden Research zu dem jüngsten Kursanstieg des Bitcoins.

Trump ergreift weitere rechtliche Schritte in Pennsylvania

US-Präsident Donald Trump greift im Ringen um die Auszählung der Wählerstimmen im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania zu weiteren rechtlichen Schritten. Trumps Wahlkampfteam forderte in einer Klage unter anderem, dort die weitere Auszählung der Stimmen auszusetzen, bis ihre Wahlbeobachter besseren Zugang dazu bekommen.

Auch geht die Trump-Seite in einer weiteren Klage erneut dagegen vor, dass noch per Brief verschickte Stimmzettel gezählt werden sollen, die bis Freitagnachmittag bei der Wahlkommission eingehen.

Köppel und Dittli bezeichnen Trumps Verhalten als unverantwortlich

Der Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel kritisiert Donald Trump. OSZE-Wahlbeobachter und Ständerat Josef Dittli (FDP/UR) sagte, Trump schüre Unruhe. Der amtierende US-Präsident hatte in einer Rede in der Wahlnacht den Wahlsieg für sich reklamiert, obwohl das Ergebnis noch nicht feststeht.

Josef Dittli, OSZE-Wahlbeobachter, kritisierte Trumps Verhalten in der Wahlnacht. (Archivbild: Key)

Mit seiner verfrühten Siegeserklärung giesse Trump unnötigerweise Öl ins Feuer, sagte Dittli am Mittwoch gegenüber Schweizer Radio SRF. Damit erhöhe der Präsident die Gefahr von Ausschreitungen. Dittli weilt seit Montag als internationaler Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in den USA. Dabei beobachtete er Wahlvorgänge in Maryland und Washington D. C.

«Absolut unverantwortlich»

Auch Köppel kritisierte den Präsidenten. «Trump hält sich viel besser als erwartet. Aber es ist absolut unverantwortlich, sich jetzt zum Sieger zu erklären. No Go!» schrieb der bekennende Trump-Unterstützer auf Twitter.

Trump reicht in Georgia weitere Klage ein

Donald Trump versucht nun auch im Bundesstaat Georgia, ein Gericht in die Auszählung der Stimmen bei der Präsidentenwahl eingreifen zu lassen. Der Präsident und die Republikanische Partei reichten am Mittwoch (Ortszeit) eine Klage im Chatham County des Bundesstaates ein. Darin forderten sie, das Gericht solle in dem Bezirk für eine strikte Abtrennung von Briefwahlunterlagen sorgen, die nach dem Ende der Stimmabgabe am Dienstagabend eintrafen.

Trumps Wahlkampfteam begründete den Schritt damit, dass laut einem Beobachter 53 Stimmzettel illegal zum Stapel rechtzeitig eingetroffener Wahlunterlagen hinzugefügt worden seien. In Georgia dürfen – anders als in mehreren anderen Bundesstaaten – per Post verschickte Stimmzettel nur ausgezählt werden, wenn sie vor Schliessung der Wahllokale eintrafen.

Trump beansprucht Sieg in umkämpften Bundesstaaten für sich

Präsident Donald Trump will seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden bei der US-Wahl in vier umkämpften Bundesstaaten mit grossem Vorsprung geschlagen haben. Er liege in Pennsylvania, Georgia, North Carolina deutlich vorne und in Michigan sei eine «grosse Anzahl» Stimmzettel heimlich weggeschmissen worden, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Die Plattform versah Trumps Nachrichten umgehend mit Warnhinweisen.

In Pennsylvania, Georgia und North Carolina dauerte die Auszählung am Mittwochabend (Ortszeit) noch an. Den Bundesstaat Michigan hingegen gewann nach Angaben der Sender CNN und NBC der Demokrat Biden. Nach den bisherigen Auszählungsergebnissen schien Trump in Georgia und North Carolina knapp in Führung zu liegen. In Pennsylvania ergab sich ein ähnliches Bild. Experten gingen aber davon aus, dass Biden dort wegen der zahlreichen noch auszuzählenden Briefwahlstimmen Trump durchaus noch überholen könnte.

Biden: «Wir glauben, dass wir Gewinner sein werden»

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden geht von einem Sieg bei der US-Wahl aus. «Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens ist es klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen, die erforderlich sind, um die Präsidentschaft zu gewinnen», sagte Biden am Mittwoch in Wilmington (Delaware). Er betonte dabei, dass er den Sieg noch nicht offiziell für sich reklamieren wolle. Doch sein Team glaube, dass er die Abstimmung gewonnen habe. Wenn die Auszählung beendet sei, «glauben wir, dass wir die Gewinner sein werden», sagte Biden.

Der 77-Jährige gab sich bei seiner Ansprache präsidial und betonte, dass Amerika die tiefe Spaltung überwinden müsse. «Um Fortschritte zu machen, müssen wir aufhören, unsere Gegner wie Feinde zu behandeln», sagte Biden. «Wir sind keine Feinde.» Er wisse, wie stark die Ansichten über viele Dinge im Land auseinandergingen.

Biden sagte, er habe als Demokrat Wahlkampf gemacht. «Aber ich werde als amerikanischer Präsident regieren», fügte er hinzu. Die Präsidentschaft sei das eine Amt, das die Nation repräsentiere.

«Wir glauben, dass wir Gewinner sein werden»: Joe Biden gibt sich an seinem Auftritt am Mittwoch in Wilmington siegessicher. (Bild: Keystone)
Prognosen: Biden holt wichtigen Bundesstaat Michigan

Bei der US-Präsidentenwahl hat der demokratische Kandidat Joe Biden den wichtigen Bundesstaat Michigan mit 16 Wahlleuten nach Prognosen von Fernsehsendern für sich entschieden. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus übereinstimmenden Vorhersagen der Sender CNN und NBC auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen hervor. Die Nachrichtenagentur AP meldete zunächst noch keinen Gewinner.

Biden erhält mehr Stimmen als Obama 2008

Bei den absoluten Stimmen für die Präsidentschaftswahl in den USA hat der demokratische Kandidat Joe Biden den bisherigen Höchstwert übertroffen, den Barack Obama bei der Wahl 2008 aufgestellt hat. Nach Erhebungen der Nachrichtenagentur AP, der «New York Times» und weiterer Medien kam Obamas ehemaliger Vizepräsident auf mehr als 70 Millionen Stimmen. Für Obama stimmten bei seiner ersten Wahl 2008 rund 69,5 Millionen Amerikaner.

Joe Biden vereint mit über 70 Millionen Stimmen mehr Wähler auf sich als Barack Obama bei seiner Wahl 2008 abgeholt hatte. (Bild: Keystone)

Die absolute Zahl der Stimmen ist nicht entscheidend für das von den Mehrheiten in den Einzelstaaten bestimmte Rennen um das Weisse Haus. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Sieger einer Präsidentschaftswahl weniger absolute Stimmen erzielt als der unterlegene Kandidat. Entscheidend ist, wer sich die meisten Wahlleute in den Bundesstaaten sicher kann. Nach dem vorläufigen Auszählungsstand vom Mittwochabend europäischer Zeit hatte Trump rund drei Millionen weniger an absoluten Stimmen als Biden. Die Auszählung der Stimmen dauerte weiter an.

Vereinte Nationen: «Beobachten Verlauf der US-Wahl genau»

Die Vereinten Nationen verfolgen den Verlauf der Stimmauszählungen bei der US-Präsidentschaftswahl nach Angaben eines Sprechers sehr eng. «Wir beobachten das hier alle selbstverständlich genau», sagte ein Sprecher von UNO-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch vor Journalisten in New York. «Der Prozess ist im Gang.» Darüber hinaus wolle sich UNO-Chef Guterres zunächst nicht äussern, so sein Sprecher weiter.

Biden nach Sieg in Wisconsin weiter Favorit auf das Weisse Haus

Nach dem von einigen US-Medien vermeldeten Sieg von Joe Biden im Bundesstaat Wisconsin ist der Demokrat weiter auf einem guten Weg, die Präsidentschaft zu gewinnen. Es könnte allerdings noch Stunden oder gar Tage dauern, bis ihm der Sieg sicher nicht mehr genommen werden kann. In den Bundesstaaten ohne Ergebnis zur Präsidentschaftswahl ging am Mittwoch die Auszählung voran. Auch wenn Biden in den noch fehlenden Staaten vor Amtsinhaber Donald Trump führte, standen hunderttausende Stimmen noch aus.

In Michigan, wo Biden nach Auszählung von rund 94 Prozent der Stimmen vorne lag, erwarteten die Offiziellen noch bis zum Ende des Tages ein Ergebnis. Leichte Unsicherheiten gab es noch zur Lage in Arizona, wo Biden ebenfalls führte. Dort hatte es am Morgen Meldungen gegeben, dass möglicherweise mehr Stimmen ausstanden, als zunächst gedacht. Zunächst gab es aber keine Anzeichen, dass sich das gesamte Rennen noch drehen würde. US-Sender und die Nachrichtenagentur AP hatten den Staat bereits Biden zugeschlagen.

In Michigan sind die letzten Stimmen noch nicht ausgezählt. Joe Biden ist dort auf Siegeskurs. (Bild: Keystone)
Biden und Trump sammeln Geld für Rechtsstreit um Präsidentschaftswahl

Das Wahlkampfteam des demokratischen Kandidaten Joe Biden sammelt im Internet Geld für den erwarteten Rechtsstreit um den Ausgang der Präsidentschaftswahl. Der auf einer Internet-Plattform eingerichtete «Biden Fight Fund» solle das Wahlergebnis schützen, twitterte Biden am Mittwoch. Nicht US-Präsident Donald Trump dürfe über den Ausgang der Wahl entscheiden, sondern das amerikanische Volk müsse dies tun.

Trump hat am Mittwoch angekündigt, er wolle sich an den Supreme Court, den Obersten Gerichtshof der USA, wenden, um seine Ansprüche auf den Wahlsieg durchzusetzen. Trumps Wahlkampfteam bat in zahlreichen E-Mails an Unterstützer ebenfalls um Spenden.

In einer Mail des Trump-Lagers hiess es: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor die Demokraten versuchen, die Wahl zu stehlen und die Ergebnisse zu manipulieren.» Man benötige ausreichend Mittel, um die Resultate zu schützen. «Die Linke will diese Wahl untergraben, und wir brauchen Dich, um uns zu wehren.»

Joe Biden siegt im umkämpften US-Bundesstaat Wisconsin

Joe Biden hat den umkämpften Bundesstaat Wisconsin gewonnen und sich damit zehn Wahlleute gesichert. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen.

Bei der Wahl 2016 konnte sich der Republikaner Donald Trump im nordöstlichen Wisconsin mit 0,7 Prozentpunkten Vorsprung sehr knapp vor seiner damaligen demokratischen Rivalin Hillary Clinton durchsetzen. Auch in diesem Jahr deuteten die Auszählungsergebnisse auf ein extrem knappes Ergebnis hin. Trumps Wahlkampagne kündigte daher an, in dem Bundesstaat mit Blick auf «Unregelmässigkeiten» eine Neuauszählung der Stimmen beantragen zu wollen. Biden hatte Umfragen zufolge vor der Wahl in Wisconsin als Favorit gegolten.

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Joe Biden landet einen Big Point und gewinnt den umkämpften Swing State Wisconsin. (Bild: Keystone)
Auszählung schreitet voran – weiter gute Zeichen für Biden

In den US-Bundesstaaten ohne Ergebnis zur Präsidentschaftswahl ist am Mittwoch die Auszählung vorangeschritten, hunderttausende Stimmen standen aber noch aus. Die für die Wahl zuständigen Innenminister der Staaten hatten sich bis zum Mittag (Ortszeit) zum Stand der Dinge geäussert – es sah weiter eher so aus, als würde der Demokrat Joe Biden die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump gewinnen.

In Pennsylvania, wo am Morgen noch die Auszählung von weit mehr als einer Million abgegebener Stimmen erwartet wurde, erklärte die Wahlleiterin, dass rund die Hälfte davon aufgearbeitet sei. Hier hatten Verantwortliche zuvor eingeräumt, dass es schlimmstenfalls noch Tage bis zu einem Ergebnis dauert. Die Kandidaten lagen hier eng beieinander. Für Biden zeichnete sich aber ab, dass er auch ohne den Staat auf die nötigen 270 Wahlleute kommen könnte.

In Wisconsin erklärte die Wahlleiterin, dass bis auf ein einziges Dorf mit rund 300 Stimmen alle Stimmen gezählt seien und Biden laut vorläufigem Ergebnis mit rund 20’000 Stimmen oder etwa 0,7 Prozentpunkte vorne lag. Allerdings waren hier US-Medien ihrer Aussage nicht sofort gefolgt und hatten den Staat Biden noch nicht zugeschlagen. Die Republikaner kündigten an, eine Nachzählung zu beantragen – in früheren Jahren hatten sich dabei meist nur einige hundert Stimmen verschoben.

Republikaner erwägen Neuauszählung in Wisconsin

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump will möglicherweise eine Neuauszählung der Stimmen im hart umkämpften US-Staat Wisconsin beantragen. Wahlkampfmanager Bill Stepien kritisierte in einer schriftlichen Erklärung am Mittwoch, in mehreren Bezirken in Wisconsin sei es zu «Unregelmässigkeiten» gekommen, «die ernsthafte Zweifel an der Gültigkeit der Ergebnisse wecken».

Trotz einer weitgehenden Auszählung der Stimmen zur Präsidentschaftswahl verzögerte sich am Mittwoch die Bekanntgabe des Ergebnisses in Wisconsin. Es gebe nur zwei kleine Ortschaften mit zusammen 600 Einwohnern, deren Stimmen noch nicht erfasst seien, teilte die Wahlkommission von Wisconsin mit. Eine Mitarbeiterin der Kommission sagte dem Fernsehsender CNN, die Stimmen würden auf Bezirksebene und im ganzen Staat doppelt geprüft, um Fehler auszuschliessen.

Deutscher Aussenminister appelliert an US-Politiker: Vertrauen in Wahlergebnis herstellen

Bundesaussenminister Heiko Maas hat alle Politiker in den USA dazu aufgerufen, in der Bevölkerung für die Anerkennung des noch ausstehenden Ergebnisses der Präsidentenwahl zu werben. «Die Wahlbeteiligung in den USA war bei dieser Wahl historisch hoch – leider auch die Polarisierung. Deshalb ist es wichtig, dass alle Politiker, die die Menschen direkt erreichen, Vertrauen in den Wahlprozess und die Ergebnisse herstellen», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin.

«Wir müssen nun Geduld haben und abwarten, bis die Wahlen ordnungsgemäss abgeschlossen sind», sagte Maas. «Amerika ist eine starke Demokratie, die Institutionen des Landes und der Rechtsstaat mit seinen «Checks und Balances» haben in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie auch in schwierigen Situationen funktionieren und kritische Fragen im Sinne demokratischer Prinzipien klären können.»

Deutschlands Aussenminister Heiko Maas fordert die US-Politiker auf, Vertrauen in das bevorstehende Wahlergebnis herzustellen. (Bild: Keystone)
Betrugsvorwürfe: Trump schimpft auf Twitter über Stimmenauszählung

Präsident Donald Trump hat nach der US-Wahl massive Betrugsvorwürfe erhoben. Im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania werde «hart daran gearbeitet», schnell eine halbe Million Stimmen «verschwinden zu lassen», behauptete Trump am Mittwoch auf Twitter. Gleiches geschehe auch im Bundesstaat Michigan und anderen, schrieb er weiter.

Trump führte für seine Behauptung keine Beweise an. Der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolf, hatte zuvor erklärt, alle Stimmen würden ordnungsgemäss ausgezählt. Wegen der Zunahme der Briefwahlstimmen war schon vorab absehbar gewesen, dass es dort bei der Auszählung zu Verzögerungen kommen würde. Briefwahlstimmen gehen laut Umfragen eher auf das Konto des Demokraten Joe Biden.

Auch die in mehreren Staaten noch laufende Auszählung kritisierte Trump vehement: «Sie finden überall Stimmen für Biden – in Pennsylvania, in Wisconsin und in Michigan. So schlecht für unser Land», schrieb er. Experten und wissenschaftlichen Studien zufolge ist Wahlbetrug in den USA extrem selten. Twitter versah mehrere Nachrichten Trumps umgehen mit einem Warnhinweis und schränkte damit auch die Möglichkeit der Weiterverbreitung der Tweets ein.

Börsen feiern trotz unsicherem Ausgang der US-Präsidentenwahl

Der Ausgang der mit Spannung erwarteten US-Präsidentenwahl ist zwar noch offen und die an den Finanzmärkten erwartete «blaue Welle» ist ausgeblieben. Ein klares Ergebnis dürfte noch etwas auf sich warten lassen. Und dennoch legten die meisten Börsen massiv zu.

Es scheint, als ob sich die Börsen nach vorne orientierten und bereits auf das von beiden Kandidaten in Aussicht gestellte massive Infrastrukturprogramm für die krisengeschüttelte US-Wirtschaft wetteten, sagten Händler. Zudem bleiben die Rahmenbedingungen, egal wer die Wahl auch immer gewinnt, unverändert günstig für die Aktienbörsen: tiefe Zinsen, massive Unterstützung durch die Geld- und Fiskalpolitik und weit und breit keine Anlagealternative zu Aktien in Sicht.

Zudem könnte es zu einer ähnlichen Entwicklung an den Börsen kommen wie vor vier Jahren, als nach dem Sieg Donald Trumps an den Märkten neue Rekorde geschrieben wurden.

Der Schweizer Leitindex SMI schloss um 2,8 Prozent höher auf 10’286,79 Punkten. Auch an den europäischen Handelsplätzen legten die Kurse zu. Der deutsche DAX rückte um 2,0 Prozent vor und der FTSE100 der Londoner Börse gewann 1,7 Prozent.

Joe Biden zeigt sich weiter siegessicher

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden ist weiter siegessicher. Das sagte seine Wahlkampfmanagerin Jen O’Malley Dillon am Mittwoch vor Journalisten. «Joe Biden ist auf dem Weg, diese Wahl zu gewinnen und er wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein», sagte sie.

Die ausstehenden Ergebnisse würden seinen Sieg wohl bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) klar zeigen, sagte sie weiter. Es sei wichtig, dass alle Stimmen weiter in Ruhe ausgezählt würden. Biden werde in den noch offenen Bundesstaaten Michigan, Wisconsin und Pennsylvania gewinnen, prognostizierte sie.

Trump schimpft auf Twitter über Stimmenauszählung

Donald Trump hat sich über die Veränderung von Mehrheitsverhältnissen bei der Auszählung der US-Präsidentschaftswahl empört. Am Dienstagabend habe er in vielen Schlüsselstaaten teilweise solide geführt, schrieb der US-Präsident am Mittwoch im Internet-Dienst Twitter. Dieser Vorsprung sei dann in einem Bundesstaat nach dem anderen «auf magische Weise verschwunden». Dies sei «sehr merkwürdig», fügte der Amtsinhaber in Grossbuchstaben hinzu.

Zuvor hatte sich Trump vorzeitig zum Wahlsieger erklärt. Der demokratische Kandidat Joe Biden erklärte am Mittwoch auf Twitter: «Wir ruhen nicht, ehe nicht jede Stimme gezählt ist.»

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Bei den Briefwählern hat Biden nach Umfragen einen Vorteil gegenüber Trump.

Weg zu Ergebnissen noch weit – gute Chancen für Biden

Es könnte noch Tage dauern, bis die Verantwortlichen in den US-Bundesstaaten ein vorläufiges Ergebnis ausrufen, aber am Mittwochmorgen (Ortszeit) haben sich bei der Auszählung der Präsidentschaftswahl die positiven Zeichen für Joe Biden gemehrt. Der demokratische Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump lag nach einem Sieg in Arizona auch in Nevada und Wisconsin gut im Rennen.

Auch in Michigan gab es nach langem Rückstand eine leichte Tendenz für Biden. Wahlstatistiker mehrerer US-Medien gingen davon aus, dass er durch die noch ausstehenden Stimmen den Staat drehen könnte. Offizielle in Michigan erwarteten, dass es bis zum Ende des Tages am Mittwoch ein klares Bild geben könnte. Mit diesen vier Staaten hätte Biden voraussichtlich auch ohne Pennsylvania die nötige Mehrheit von 270 Wahlleuten.

In Pennsylvania stand noch die Auszählung von mehr als einer Million abgegebener Stimmen aus. Hier hatten Verantwortliche eingeräumt, dass es schlimmstenfalls noch Tage bis zu einem Ergebnis dauert. Auch in Georgia und mit einigem Abstand North Carolina hatte Biden noch geringe Chancen auf Überraschungen in letzter Minute, weil unter anderem noch in der Grossstadt Atlanta viele Stimmen ausstanden.

Der in den US-Wahlen so wichtige Bundesstaat Pennsylvania könnte mit den Ergebnissen noch Tage auf sich warten lassen. Biden könnte es aber auch ohne Philadelphia und Co. zum Wahlsieg reichen. (Bild: Keystone)
Rennen in Michigan mit leichter Tendenz für Biden

Im knappen Rennen um den extrem wichtigen Bundesstaat Michigan zeichnet sich bei den US-Präsidentenwahlen eine leichte Tendenz zugunsten des Trump-Herausforderers Joe Biden ab. Zwischenergebnisse bei 90 Prozent der ausgezählten Stimmen sehen Biden momentan zwar nur mit 0,2 Prozentpunkten oder etwas mehr als Zehntausend Stimmen vor Präsident Donald Trump. Es wird allerdings erwartet, dass die restlichen Stimmen mehrheitlich für den Demokraten ausfallen.

Joe Biden liegt im Rennen um den «Swing State» Michigan leicht im Vorteil. (Keystone)

Die verantwortliche örtliche Staatssekretärin Jocelyn Benson schrieb am Mittwoch bei Twitter, dass vor allem in den Regionen um die Städte Detroit, Flint und Grand Rapids noch Stimmen ausgezählt würden. Detroit gilt als Bastion der Demokraten. Michigan gilt als «Swing State». Die 16 Wahlleute des Bundesstaats gingen 2016 mit hauchdünner Mehrheit an Trump. Er lag damals 0,3 Prozentpunkte vor Hillary Clinton. Umfragen sahen bei dieser Wahl Biden deutlich in Führung.

In Michigan ist Geduld angesagt
Die Verantwortliche für die Durchführung der Wahl im womöglich entscheidenden US-Bundesstaat Michigan hat von den Kandidaten angesichts der laufenden Auszählung Geduld gefordert. Es seien nun «Vorsicht» und «Geduld» geboten, um «den Willen der Wähler zu respektieren», sagte die demokratische Staatssekretärin Jocelyn Benson dem Nachrichtensender CNN.Es stünden vor allem aus den grösseren Städten noch «Hunderttausende» Stimmen aus. Sie rechne im Laufe des Tages mit deutlich mehr Klarheit, sagte Benson.
Köppel bezeichnet Trumps Verhalten als unverantwortlich

Der Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel kritisiert Donald Trump. Der amtierende US-Präsident hatte in einer Rede in der Wahlnacht den Wahlsieg für sich reklamiert, obwohl das Ergebnis noch nicht feststeht.

«Trump hält sich viel besser als erwartet. Aber es ist absolut unverantwortlich, sich jetzt zum Sieger zu erklären. No Go!», schrieb Köppel, ein bekennender Trump-Unterstützer, am Mittwoch auf Twitter.

Trump wirft den Demokraten vor, die Wahl «stehlen» zu wollen. «Wir haben diese Wahl gewonnen», sagte er in einer Ansprache im Weissen Haus vor jubelnden Anhängern. Er kündigte er an, eine weitere Auszählung von Stimmen durch das Oberste Gericht stoppen lassen zu wollen. Der Ausgang der Wahl war am Mittwoch in mehreren wichtigen Bundesstaaten noch offen.

In entscheidenden Staaten steht Auszählung noch aus

Nach einem langen Wahlabend gibt es am frühen Mittwochmorgen in den USA noch keinen Sieger bei den Präsidentschaftswahlen. Obwohl sich Amtsinhaber Donald Trump zum Sieger erklärte, waren in vielen Staaten Hunderttausende möglicherweise entscheidende Stimmen noch nicht ausgezählt. Aus grossen Städten in den noch offenen Bundesstaaten Georgia und Pennsylvania haben Journalisten beim Kurznachrichtendienst Twitter gemeldet, dass erst nach der Nacht weiter gezählt würde. Beim Fernsehsender Fox sagte ein Statistiker, dass er nicht mehr in der Nacht mit einem Ergebnis aus Georgia, Michigan, Wisconsin oder Pennsylvania rechne.

In Pittsburgh und dem Rest von Allegheny County in Pennsylvania wollen sich Wahlhelfer wieder ab 10 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) treffen. Aus Philadelphia hatte es Meldungen gegeben, wonach dort von 9 Uhr an wieder Ergebnisse verkündet werden könnten. Auch in Atlanta im Bundesstaat Georgia sollte es erst am Morgen weitergehen.

In einigen Staaten der USA darf erst am Wahltag mit der Auswertung der Briefwahlstimmen begonnen werden, das führt zu den Verzögerungen. Teils ist dabei der Abgleich von Unterschriften mit Wählerverzeichnissen vorgeschrieben. In einigen weiteren Staaten werden ausserdem auch noch Stimmen ausgezählt, die einige Tage nach der Wahl eingehen. Hier zählt dann der Poststempel, der spätestens vom Wahltag stammen muss. Die Wahlleiter mehrerer Staaten im Mittleren Westen hatten im Vorfeld angekündigt, dass die korrekte Auszählung einige Tage dauern könnte. Offen waren auch noch die endgültigen Ergebnisse aus North Carolina.

Zuletzt hatten sich am frühen Morgen aber positive Zeichen für Joe Biden gemehrt, unter anderem, weil er einzelne Wahlleute in Nebraska und Maine gewann – die Staaten folgen nicht dem sonstigen US-System, wonach alle Wahlleute eines Staates einem einzigen Kandidaten zugeschlagen werden. Ihm gelang voraussichtlich auch ein Sieg in Arizona. 2016 war der Staat im Südwesten noch an die Republikaner gegangen.

Biden muss diesen Boden auf Amtsinhaber Trump gut machen. Ihm gelang nicht der von einigen Experten prognostizierte Erdrutschsieg – die Entscheidung läuft stattdessen nun auf die Staaten des Mittleren Westens hinaus. Wegen der Corona-Pandemie ist es in diesem Jahr schwierig, den Auszählungsstand während der Wahlnacht einzuschätzen. Viele Biden-Anhänger hatten erklärt, per Briefwahl abstimmen zu wollen. Wähler von Präsident Trump wollten eher am Wahltag ihr Votum abgeben. Die Bundesstaaten haben unterschiedliche Methoden dafür, wann sie welche Stimmen auszählen, so dass grosse Umschwünge im Laufe der Wahlnacht möglich sind.

Demokratin Pelosi verteidigt Sitz im Repräsentantenhaus

Die demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat ihren Sitz in der Kongresskammer verteidigt. Pelosi setzte sich in ihrem Wahlbezirk in Kalifornien klar durch, wie die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen meldete.

Die Demokraten sind nach Berechnungen der TV-Sender NBC und Fox News auch insgesamt auf Kurs, ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verteidigen. Sie hielten bisher 232 der 435 Sitze in der Kammer, die am Dienstag komplett zur Abstimmung stand.

Zum Stand kurz nach 6.30 Uhr MEZ am Mittwoch wurden nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP 152 Republikaner und 137 Demokraten gewählt. Die gewonnenen und verlorenen Sitze bei den Demokraten und Republikanern hielten sich die Waage.

AP: Biden gewinnt in Minnesota

Biden geht bei der US-Wahl als Gewinner im Bundesstaat Minnesota hervor. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen.

Minnesota gilt traditionell als «Swing State», in denen ein Sieg weder für die Republikaner noch Demokraten sicher als gilt.

AP: Iowa geht an Trump

Der US-Bundesstaat Iowa geht bei der Präsidentenwahl in den USA mit seinen sechs Wahlleuten an den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen. Auch Iowa gilt als wichtiger «swing state».

AP: Trump gewinnt Wahl in Montana

Trump hat sich wie erwartet auch im US-Staat Montana die Mehrheit der Stimmen und damit drei weitere Wahlleute gesichert. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen.

2016 konnte sich Trump in dem Staat im Nordwesten der USA mit deutlichem Vorsprung durchsetzen. Umfragen sahen zuletzt aber nur noch einen knappen Vorsprung vor seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Um Präsident zu werden, braucht ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlleuten.

AP: Trump gewinnt Schlüsselstaat Florida

US-Präsident Donald Trump hat sich im Rennen um das Weisse Haus im Schlüsselstaat Florida mit seinen 29 Wahlleuten gegen den Demokraten Joe Biden durchgesetzt. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen.

Arizona-Sieg deutet sich für Biden an – Ohio wird Trump zugeschlagen

Es mehren sich die Zeichen, dass Herausforderer Joe Biden anders als 2016 den Bundesstaat Arizona für die Demokraten gewinnen könnte. Sollte sich dieser Trend bewahrheiten, wäre dies der erste Bundesstaat, in dem sich die Wähler anders als vor vier Jahren entschieden haben. In Ohio wurde hingegen Amtsinhaber Donald Trump endgültig zum Sieger erklärt. Dort hatte es im Laufe der Auszählung so ausgesehen, als hätte Biden auch Chancen auf den Sieg.

Insgesamt war das Rennen am späten Dienstagabend (Ortszeit) weiter offen. Biden gelang nicht der von einigen Experten prognostizierte Erdrutschsieg – die Entscheidung läuft auf die Staaten des Mittleren Westens hinaus. In Michigan, Wisconsin und Pennsylvania hatten Wahlleiter allerdings zuvor bereits erklärt, dass es möglicherweise Tage dauern werde, bis alle Stimmen ausgezählt seien.

US-Wahl hält Asien-Börsen in Atem

Das knappe Rennen bei der US-Präsidentschaftswahl hat die Anleger an den Börsen in Asien in Atem gehalten. In Tokio legte der Nikkei in einem nervösen Handelsverlauf am Mittwoch zwar rund zwei Prozent zu. Der japanische Leitindex profitierte dabei aber vor allem von positiven Vorgaben aus den USA und Europa, wo Anleger auf einen Machtwechsel im Weissen Haus gesetzt und sich mit Aktien eingedeckt hatten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,8 Prozent.

Dennoch gebe es insgesamt eine abwartende Haltung, sagte ein Börsianer. Es sehe so aus, dass die Chancen auf einen demokratischen Durchmarsch «fast minütlich» sinken. Ersten Ergebnissen zufolge lagen US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden in wichtigen Bundesstaaten Kopf an Kopf.

Prognosen: Trump gewinnt wichtigen Bundesstaat Ohio

US-Präsident Donald Trump hat bei der Wahl in den USA nach Prognosen von Fernsehsendern den wichtigen Bundesstaat Ohio gewonnen. Das ging in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) aus übereinstimmenden Vorhersagen der Sender Fox News, CNN, CBS und NBC auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen hervor. Die Nachrichtenagentur AP meldete zunächst noch keinen Gewinner.

Der eher industriell geprägte Bundesstaat hat 18 Wahlleute zu vergeben. Umfragen hatten dort auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden hingedeutet. Trump hatte den Staat 2016 sehr überzeugend gewonnen – er lag damals gut acht Prozentpunkte vor der damaligen Kandidatin Hillary Clinton. Ohio gilt als «Swing State», in denen ein Sieg weder für die Republikaner noch Demokraten sicher als gilt.

Senator Lindsey Graham zu den Wahlaussichten von Trump

«Ich hatte schon zwei Anrufe – einer war von Präsident Trump: Er wird gewinnen. An all die Meinungsforscher da draussen: Ihr habt keine Ahnung, was ihr tut. Und an all die Liberalen in Kalifornien und New York: Ihr habt eine Menge Geld verschwendet. Das ist die schlechteste Anlagerendite in der Geschichte der amerikanischen Politik.»

(Der einflussreiche republikanische Senator Lindsey Graham bei seiner Rede in Columbia, nachdem er sich bei den Wahlen in South Carolina gegen den demokratischen Herausforderer Jamie Harrison durchsetzte)

Twitter versieht Tweets zu Trump-Wahlergebnissen mit Warnung

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat in der US-Wahlnacht Hinweise an Tweets geheftet, in denen Wahlergebnisse für einzelne Staaten aus Sicht des Netzwerks voreilig verkündet wurden. So wurde beispielsweise ein Tweet, wonach Donald Trump den Staat Florida gewonnen habe, mit dem Hinweis versehen: «Offizielle Quellen könnten das Ergebnis noch nicht bestätigt haben, als dieser Tweet abgesetzt wurde.» In Florida, das als einer der wichtigsten Staaten der Wahl galt, stand zu diesem Zeitpunkt laut Medien noch kein Gewinner fest.

Auch an einen Tweet von Trumps Wahlteam, wonach der Präsident South Carolina gewonnen habe, wurde ein solcher Warnhinweis geheftet. Allerdings hatte die Nachrichtenagentur AP Trumps Sieg in South Carolina zu dem Zeitpunkt bereits gemeldet.

Kanye West wählte in Wyoming – für sich selbst

Rapper Kanye West (43) hat bei der US-Präsidentenwahl seine Stimme abgegeben – allerdings wählte er weder den Demokraten Joe Biden noch den Republikaner Donald Trump. Er habe seinen eigenen Namen auf den Stimmzettel geschrieben, berichtete West am Dienstag.

«Heute stimme ich zum ersten Mal in meinem Leben für einen Präsidenten der Vereinigten Staaten und es ist für jemanden, dem ich wirklich vertraue … mich», schrieb West auf Twitter. Dazu postete er mehrere Fotos und Videos von dem Vorgang in einem Wahllokal in Park County (US-Staat Wyoming). Auf dem Stimmzettel hatte er als «Write-in»-Kandidat seinen Namen und den von Predigerin Michelle Tidball als Vize-Kandidatin eingetragen.

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West hatte im Juli bekanntgegeben, dass er sich für das Amt des Präsidenten bewerben wolle. Wegen verpasster Anmeldefristen schaffte er es jedoch in vielen Staaten nicht auf den Wahlzettel. Der exzentrische Rapper hatte in der Vergangenheit gelegentlich Trump Schützenhilfe gegeben.

Prognosen: Trump gewinnt wichtigen Bundesstaat Ohio

Präsident Donald Trump hat bei der US-Wahl nach Prognosen von Fernsehsendern den wichtigen Bundesstaat Ohio mit 18 Wahlleuten gewonnen. Das ging in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) aus übereinstimmenden Vorhersagen der Sender Fox News und NBC auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen hervor. Die Nachrichtenagentur AP meldete zunächst noch keinen Gewinner.

Demokraten behalten die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus

Die Demokraten werden nach Prognosen der TV-Sender NBC und Fox News die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus behalten. Die Demokraten hielten bisher eine Mehrheit von 232 der 435 Sitze in der Kongress-Kammer, die am Dienstag komplett zur Abstimmung stand.

(Bild: Keystone)

Zum Stand 5.15 Uhr MEZ am Mittwoch wurden nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP 131 Republikaner und 99 Demokraten gewählt. Die gewonnenen und verlorenen Sitze bei den Demokraten und Republikanern hielten sich die Waage.

US-Wahl läuft auf Staaten im Mittleren Westen hinaus

Die Präsidentschaftswahl in den USA wird sich voraussichtlich wie auch schon vor vier Jahren in den Staaten des Mittleren Westens entscheiden. Als auch die bevölkerungsreichen Staaten der Westküste am Dienstagabend (Ortszeit) ihre Wahlbüros schlossen, hatten US-Medien bereits für rund 30 Staaten einen Sieger ausgerufen. In keinem dieser Staaten hat es im Vergleich zu 2016 einen Wechsel der siegreichen Partei gegeben.

Herausforderer Joe Biden von den Demokraten gelang damit nicht der erhoffte Erdrutschsieg. Stattdessen läuft die Entscheidung wohl auf Michigan, Wisconsin und Pennsylvania im Mittleren Westen sowie Arizona im Südwesten hinaus. Dort gab es für den Demokraten zunächst auf Basis erster Auszählungen Grund zur Hoffnung.

Promis rufen in US-Wahlnacht zum Wählen auf

Beim Kopf-an-Kopf-Rennen um die US-Präsidentschaft haben sich in der Wahlnacht viele Hollywoodstars und Künstler zu Wort gemeldet. «Ich laufe ruhelos hin und her», schrieb «Tribute von Panem»-Star Elizabeth Banks (46) in der Nacht zum Mittwoch auf Twitter. Auf diese Weise würde sie wenigstens die verspeiste Menge an Eiscreme wieder abbauen, scherzte die Schauspielerin. «Ich weiss, dass einige von euch Angst haben. Sprecht mit mir. Ich bin da», bot der Komiker Josh Gad (39) seinen Twitter-Followern an.

«Wer heute besorgt aufwachte, ist damit nicht allein», schrieb Rapper Common (48) auf Twitter. Aber bessere Zeiten stünden bevor, sagte der Unterstützer von Joe Biden mit hoffnungsvollem Blick auf einen möglichen Wahlsieg des Demokraten über den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump.

Viele Promis riefen ihre Fans dazu auf, sich an den Wahllokalen anzustellen und ihre Stimme abzugeben. «Wenn ihr in der Schlange steht und die Frist zum Wählen abläuft, bleibt dort. Sie müssen euch reinlassen», schrieb Reality-TV-Star Kim Kardashian (40) auf Twitter. Auch Kerry Washington (43, «Django Unchained») forderte ihre Follower auf, bis zum Ende auszuharren. «Jede Stimme muss gehört und gezählt werden», mahnte die Schauspielerin.

Weiter enges Rennen in entscheidenden Bundesstaaten

Bei der US-Präsidentschaftswahl lagen Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden in entscheidenden Bundesstaaten eng beieinander. Es sah zunächst aber nicht nach einem überwältigenden Sieg für den in Umfragen vorne gelegenen Demokraten Biden aus. Am Dienstagabend (Ortszeit) richteten sich viele Blicke auf den eher industriell geprägten Staat Ohio im Mittleren Westen und auf erste Zahlen aus dem sonst verlässlich republikanisch wählenden Texas.

Erste Countys dort meldeten Ergebnisse, wonach Biden im Vergleich zur Demokratin Hillary Clinton vor vier Jahren deutlich Boden gutmachte – allerdings war unklar, ob es reicht, den damaligen Rückstand von rund neun Prozentpunkten komplett auszugleichen.

(Bild: Keystone)

In Ohio lag Biden zunächst auch basierend auf einer Mischung aus Briefwahlstimmen und Stimmen vom Wahltag knapp vorne. Sollte sich dieser Trend bestätigen, wäre das für ihn auch ein gutes Zeichen für Staaten wie Pennsylvania, Michigan und Wisconsin. Diese drei hatten Trump 2016 seinen knappen Wahlsieg beschert, alle sind von einer eher weissen Arbeiterbevölkerung geprägt.

In Florida, North Carolina und Georgia zeichneten sich dagegen Vorteile für Trump ab. Der Republikaner ist auf alle drei Staaten dringend angewiesen, Biden hätte weitere Wege zum Sieg.

Wegen der Corona-Pandemie ist es in diesem Jahr schwierig, den Auszählungsstand während der Wahlnacht einzuschätzen. Viele Biden-Anhänger hatten erklärt, per Briefwahl abstimmen zu wollen. Wähler von Präsident Trump wollten eher am Wahltag ihr Votum abgeben. Die Bundesstaaten haben unterschiedliche Methoden dafür, wann sie welche Stimmen auszählen, so dass grosse Umschwünge im Laufe der Wahlnacht möglich sind.

Bewaffneter Mann vor US-Wahllokal festgenommen

Ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Mann ist am Rande der US-Wahl vor einem Wahllokal festgenommen worden. Der Mann habe nach seiner Stimmabgabe in der Stadt Charlotte in North Carolina weiter vor dem Wahllokal «herumgelungert», schrieb die örtliche Polizei auf Twitter. Es sei ein Anruf eingegangen, wonach der Mann andere Wähler eingeschüchtert haben könnte. Er sei daraufhin zum Verlassen des Geländes aufgefordert worden. Zwei Stunden später kam der Mann der Polizei zufolge aber zurück zu dem Wahllokal. Er sei wegen unbefugten Betretens des Geländes festgenommen worden. Die Schusswaffe habe er legal dabei gehabt.

Fotos in den sozialen Medien sowie Medienberichten zufolge trug der Mann eine Kappe mit der Aufschrift «Trump 2020». Im Vorfeld der Wahl hatte es Bedenken gegeben, dass Trump-Unterstützer andere Wähler einschüchtern könnten. In der Wahlnacht waren jedoch zunächst keine grösseren Zwischenfälle bekannt.

Trump gegen Biden: Die Entscheidung im Minutenprotokoll

Nach einem erbittert geführten Wahlkampf in einem tief gespaltenen Land hatten US-Amerikaner die Wahl: Bleibt der Republikaner Donald Trump weitere vier Jahre Präsident? Oder wird er vom Demokraten Joe Biden abgelöst? Ob bereits in der Wahlnacht ein Sieger feststehen würde, war zunächst unklar. Das Rennen um die Macht im Protokoll (alle Zeiten MEZ):

– 00.00 Uhr: In Teilen von Kentucky und Indiana schliessen die Wahllokale. Anderswo wird noch gewählt – die USA erstrecken sich über mehrere Zeitzonen. Mehr als 100 Millionen Menschen haben bereits vor dem eigentlichen Wahltag abgestimmt.

– 01.10 Uhr: Erste Ergebnisse und Prognosen: Trump gewinnt laut Medienberichten in Indiana und Kentucky, Biden in Vermont – keine Überraschung. Mit Spannung erwartet werden die Ergebnisse in dem guten Dutzend besonders umkämpfter «Battleground States», auf die es bei dieser Wahl ankommt.

– 01.36 Uhr: Trump gewinnt erwartungsgemäss West Virginia.

– 01.41 Uhr: Biden gewinnt wie erwartet Virginia. Ein erster – zu dem Zeitpunkt noch bedeutungsloser – Zwischenstand: Biden steht bei 16 Stimmen von Wahlmännern und -frauen im Electoral College, Trump bei 24. Für den Wahlsieg sind 270 nötig.

– 01.45 Uhr: Erste vorsichtige Warnzeichen für Biden im «Battleground State» Florida: Beide Kandidaten liegen nach Auszählung von geschätzt gut zwei Dritteln der Stimmen eng beieinander. US-Experten geben Trump aber gute Chancen für einen Sieg. Florida mit seinen 29 Wahlleuten ist für ihn besonders wichtig, Biden hätte noch weitere Wege zur Präsidentschaft.

– 02.00 Uhr: In einer ganzen Reihe von Bundesstaaten gibt es Ergebnisse: Trump gewinnt weitere vier, Biden weitere sechs Staaten – jeweils wie erwartet.

– 03.10 Uhr: Weitere wenig überraschende Ergebnisse kommen hinzu: Biden gewinnt die Bundesstaaten New York und New Mexico, Trump Nebraska, Louisiana, Wyoming, North Dakota und South Dakota.

– 03.30 Uhr: Prognosen zufolge siegt Biden in Colorado. In den entscheidenden «Battleground States» gibt es dagegen noch keine Ergebnisse. Neben Florida zeichnen sich auch in North Carolina und Georgia Vorteile für Trump ab. Er ist auf alle drei Staaten dringend angewiesen. In Ohio sieht es dagegen zunächst so aus, als würde Biden besser abschneiden als erwartet.

– 03.58 Uhr: Die Demokraten verdrängen in Colorado einen Republikaner von einem Senatssitz und rücken damit einer möglichen Mehrheit im Senat einen Schritt näher.

– 04.00 Uhr: Nach einem überwältigenden Sieg für den in den Umfragen vorne gelegenen Biden sieht es zunächst nicht aus. Gespannt wird jetzt in Richtung Texas geschaut. Eigentlich eine republikanische Hochburg, melden erste Countys dort, dass Biden im Vergleich zu Hillary Clinton vor vier Jahren deutlich Boden gut macht.

Liveblog zur Wahl

Bis zum frühen Mittwochmorgen (MEZ) konnten sich beide Kandidaten die Stimmen der Wahlleute aus mehreren Bundesstaaten sichern. Das Rennen blieb spannend. Verfolgen Sie die Ereignisse der Wahl im multimedialen Liveblog.

Biden vor Unterstützern: «Wir wählen Hoffnung statt Angst»

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat seinen Anhängern in Philadelphia am Wahltag noch einmal Mut gemacht. «Wir wählen Hoffnung statt Angst. Wir wählen die Wahrheit statt Lügen. Wir wählen Wissenschaft statt Fiktion», rief Biden einigen Dutzend Menschen in der Grossstadt im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania am Dienstag durch ein Megafon zu. Er sagte seinen Anhängern dabei zu, sie ernst nehmen zu wollen und Fehler einzugestehen. «Ich verspreche Euch, ich werde meine Worte Euch gegenüber niemals brechen».

«Wir wählen Hoffnung statt Angst»: Joe Biden mobilisiert am Tag der Wahl nochmals die Wähler. (Bild: Keystone)

Auf Twitter hatte Biden zuvor zum Wählen aufgerufen: «Wir sind in einer Schlacht um die Seele der Nation. Und ihr habt die ultimative Macht, das Ergebnis zu bestimmen».

Trump siegessicher: «Wir werden eine grossartige Nacht haben»

Während eines Besuchs bei seinen Wahlkampfhelfern am Tag der Präsidentenwahl in den USA hat sich Amtsinhaber Donald Trump siegessicher gezeigt. «Ich glaube, wir werden eine grossartige Nacht haben», sagte Trump am Dienstag in Arlington bei Washington. Die Zahlen, die er aus den Bundesstaaten Texas, Arizona oder Florida sehe, seien sehr gut. Die letzten Umfragen sehen den republikanischen Präsidenten allerdings hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden – sowohl landesweit als auch in mehreren entscheidenden «Swing States».

Auf die Frage, ob er für den Fall eines Sieges oder einer Niederlage bereits Reden vorbereitet habe, sagte Trump, dass er darüber noch nicht nachdenke. Er hoffe aber, dass das Ergebnis schnell feststehe. Trump weiter: «Gewinnen ist leicht. Verlieren ist niemals leicht. Nicht für mich.» Die Ergebnisse aus den ersten Bundesstaaten werden in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) nach 1:00 Uhr erwartet.

Donald Trump gibt sich vor der grossen Wahlnacht siegessicher. (Bild: Keystone)
Gebiet rund um Weisses Haus mit Zaun abgeriegelt

Als Sicherheitsmassnahme wegen möglicher Proteste nach der US-Präsidentenwahl ist das Weisse Haus in Washington durch einen zusätzlichen Zaun abgeriegelt worden. Auf Bildern ist eine weisse, mauerartige Befestigung an der Südseite der Machtzentrale in der US-Hauptstadt zu erkennen.

Teile des Gebiets rund ums Weisse Haus, darunter der Lafayette Park im Norden, waren schon seit dem Sommer teilweise für die Öffentlichkeit gesperrt – wegen Protesten, aber auch wegen Bauarbeiten.

Im Weissen Haus will US-Präsident Donald Trump am Dienstag mit Hunderten geladenen Gästen die Wahlnacht verbringen.

Trump vor Wahlnacht: «Es gibt keine Gründe, Spiele zu spielen»

US-Präsident Donald Trump hat sich uneindeutig zu dem möglichen Szenario geäussert, er könnte bei der Präsidentenwahl vor der Auszählung aller Stimmen seinen Sieg verkünden. «Ich denke, wir werden siegen. Aber nur wenn es einen Sieg gibt. Es gibt keine Gründe, Spiele zu spielen», sagte Trump am Dienstagmorgen in der TV-Sendung «Fox and Friends». Der Präsident war telefonisch zugeschaltet.

Daumen hoch: Donald Trump ist sich trotz ersten Resultaten gegen ihn siegessicher. (Keystone)

Trump liegt in Umfragen sowohl landesweit als auch in mehreren «Swing States» hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Seine Wiederwahl ist dennoch nicht ausgeschlossen. Trump hat vor der Wahl nicht zugesagt, ob er das Resultat akzeptieren wird. Trump behauptete auch bei «Fox and Friends» wieder, dass die starke Zunahme der Abstimmung per Briefwahl zu Wahlbetrug führen könnte. Er hat dafür keine stichhaltigen Beweise angeführt.

Im Osten der USA öffnen die Wahllokale

Im Osten der USA sind am Tag der Präsidentenwahl die ersten Wahllokale zur persönlichen Stimmabgabe geöffnet worden. Nachdem in zwei kleinen Orten in New Hampshire bereits um Mitternacht (Ortszeit) abgestimmt worden war, machten nun auch die Wahllokale in grösseren Städten und Kommunen auf. Um 6.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MEZ) öffneten etwa viele in New York, New Jersey, Connecticut, Virginia, Indiana und Kentucky. Vor einigen Lokalen bildeten sich lange Schlangen, wie in verschiedenen Beiträgen auf Twitter zu sehen war.

Im Osten von Amerika haben die ersten Wähler ihre Stimme bereits abgegeben. (Symbolbild: Keystone)

Weil sich die USA über mehrere Zeitzonen erstrecken, zieht sich die Öffnung der Wahllokale am Wahltag über mehrere Stunden. Nach den ersten Wahllokalen im Osten folgen die Staaten im Zentrum des Landes. Im Westküstenstaat Kalifornien öffnen die Wahllokale um 7.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ). Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter: Hier können die Wähler ihre Stimme von 18.00 MEZ am Dienstag bis 6.00 am Mittwochmorgen abgeben, auf den Aleuten noch eine Stunde länger.

Fast 100 Millionen stimmten schon zuvor ab

Mit Abstimmungen in kleinen Orten im Bundesstaat New Hampshire hat der Wahltag in den USA begonnen. Der demokratische Herausforderer Joe Biden gewann in Dixville Notch mit 5 zu 0 Stimmen gegen Präsident Donald Trump.

Wegen der Pandemie haben in den USA viel mehr Menschen per Briefwahl abgestimmt. Die Auszählung jener Stimmen ist aber komplizierter als die der regulären Stimmen aus den Wahllokalen. (Symbolbild: Keystone)

Im Nachbarort Millsfield setzte sich der Republikaner dagegen mit 16 zu 5 Stimmen gegen Biden durch. Die Auszählung wurde live im Fernsehen gezeigt. Bei ihren letzten Wahlkampfauftritten griffen sich Trump und Biden mit scharfen Worten an und sprachen von einer Schicksalswahl. Vor Öffnung der Wahllokale am Dienstag hatten schon fast 100 Millionen US-Bürger abgestimmt. Die Wahl beschäftigte auch bereits Gerichte im Land.

Die USA erstrecken sich über mehrere Zeitzonen. Die letzten Wahllokale in Alaska sind bis 6.00 Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet, auf den Aleuten noch eine Stunde länger, bis 7.00 Uhr MEZ. Wegen der vielen Briefwahlstimmen und einer damit verbundenen längeren Auszählung ist unklar, ob es noch in der Wahlnacht einen Sieger geben wird.

127'000 aus Autos abgegebene Stimmen in Texas bleiben gültig

Republikaner sind im US-Bundesstaat Texas mit dem Versuch gescheitert, rund 127’000 Stimmzettel für ungültig erklären zu lassen, die Wähler direkt aus ihren Autos heraus abgegeben haben. Die Stimmen wurden im Harris County abgegeben, das als eher den Demokraten zugeneigt gilt.

Erste Ergebnisse bei US-Wahl: Biden gewinnt im Dorf Dixville Notch

Die ersten Entscheidungen der US-Präsidentenwahl sind gefallen: Der Demokrat Joe Biden hat die Abstimmung in dem kleinen Örtchen Dixville Notch in New Hampshire mit 5 zu 0 Stimmen gegen Donald Trump gewonnen. Im Nachbarort Millsfield setzte sich der Republikaner Trump mit 16 zu 5 Stimmen gegen Biden durch, wie hier kurz nach Mitternacht auf einer handbeschriebenen Tafel verkündet wurde.

Das Wahllokal in Dixville Notch öffnet seit 1960 am Wahltag bereits um Mitternacht. Da es in dem Skiort nahe der kanadischen Grenze weniger als ein Dutzend registrierte Wähler gibt, sind Stimmabgabe und -auszählung schnell abgewickelt.

Wahltag in USA eröffnet - kleine Orte in New Hampshire stimmen ab

Mit Abstimmungen in kleinen Orten im Bundesstaat New Hampshire hat um Punkt Mitternacht der Wahltag in den USA begonnen. Das erste Ergebnis wird aus dem Dorf Dixville Notch erwartet, das schon seit 1960 stets zu Beginn der «Geisterstunde» votiert. Hier gibt es weniger als ein Dutzend registrierte Wähler, so dass gleich nach der Stimmabgabe ausgezählt wird. Auch in dem kleinen Örtchen Millsfield wird traditionell um Mitternacht abgestimmt. Im Ort Hart’s Location fällt die Mitternachtsabstimmung bei dieser Präsidentschaftswahl wegen der Corona-Pandemie aus. Hier öffnen die Wahllokale wie andernorts erst einige Stunden später.

Wählerinnen und Wähler von Manchester, New Hampshire, in der City Hall. (Bild: Keystone)
Wann ist mit dem Ergebnis der US-Wahl zu rechnen?

Bei den vergangenen Präsidentenwahlen stand der Sieger meist noch in der Wahlnacht fest, dieses Mal könnte es deutlich länger dauern. Experten gehen davon aus, dass wegen der Pandemie wesentlich mehr Menschen per Briefwahl abstimmen werden. Daher könnte sich die Auszählung in manchen Bundesstaaten womöglich um einige Tage verzögern. Wer ins Weisse Haus einzieht, könnte letztlich vom Ergebnis in einem oder zwei Staaten abhängen. Deshalb gibt es keine sichere Prognose für die Zeit des Endergebnisses.

In der Wahlnacht, also am Mittwochmorgen MEZ, dürfte es bereits aus zahlreichen Bundesstaaten zuverlässige Ergebnisse geben. Daran lässt sich womöglich bereits eine Tendenz ablesen.

Biden zuversichtlich vor Wahltag

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat sich unmittelbar vor dem Wahltag optimistisch gezeigt. «Ich habe das Gefühl, dass wir uns für einen grossen Sieg morgen sammeln», sagte Biden in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania am Montagabend. Pennsylvania könnte eine entscheidende Rolle bei der Präsidentenwahl spielen. Biden kommt am Dienstag noch einmal in den Bundesstaat.

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden zeigte sich in Pittsburgh kurz vor dem Wahltag optimistisch. (Bild: Keystone)

«Morgen bricht ein neuer Tag an», rief Biden seinen Anhängern zu, die wegen der Corona-Gefahr wieder einmal wie in einem Autokino mit ihren Fahrzeugen zur Wahlkampfveranstaltung kamen. «Morgen können wir eine Präsidentschaft beenden, die unsere Nation gespalten und die Flamme des Hasses angefacht hat.» Vor Bidens Auftritt spielte Lady Gaga mehrere Songs und rief auf, für ihn zu stimmen.

Trump warnt nach Urteil vor «Gewalt in den Strassen»

Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts zu den Briefwahlfristen im US-Bundesstaat Pennsylvania hat Präsident Donald Trump vor «Gewalt in den Strassen» gewarnt. Die «sehr gefährliche» Entscheidung des Gerichts, die Auszählung bestimmter Briefwahlunterlagen noch Tage nach der Wahl zu erlauben, werde zu «ungezügeltem und unkontrolliertem Betrug» führen, behauptete Trump am Montagabend auf Twitter. «Es wird zu Gewalt in den Strassen führen. Es muss etwas getan werden», schrieb er weiter. Twitter versteckte die Nachricht umgehend hinter einem Warnhinweis und schränkte die Möglichkeit der Weiterverbreitung des Tweets ein.

US-Popstar Beyoncé macht sich für Joe Biden stark

Weltstar Beyoncé hat ihren 155 Millionen Fans auf Instagram am Vortag der US-Wahlen unmissverständlich signalisiert, welchen Kandidaten sie unterstützt. Die R&B-Sängerin zeigte sich am Montag in einem Post mit einer Gesichtsmaske als Corona-Schutz mit der Aufschrift Biden/Harris. In ihrem Werbeclip für den demokratischen Präsidentschaftsanwärter Joe Biden und dessen Vize-Kandidatin Kamala Harris trägt Beyoncé einen Schlapphut mit einem «Ich habe gewählt»-Anstecker.

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Biden ruft Amerikaner vor Wahl zur Einheit auf

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Amerikaner in den letzten Zügen des Wahlkampfs zur Einheit aufgerufen. «Wir können das Beste aus uns herausholen, wenn wir die vereinigten Staaten von Amerika sind», sagte Biden am Montag in Pittsburgh im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania bei einem seiner letzten Auftritte im Wahlkampf. Die USA befänden sich in einem «unglaublichen Moment» in der Geschichte: Auf der einen Seite stehe die Identität des Landes vor der grössten Bedrohung, auf der anderen Seite sei die Zukunft noch nie so vielversprechend wie heute gewesen.

Obama ruft in Florida zu Ende von «Reality Show» auf

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat zum Abschluss des Wahlkampfs dazu aufgerufen, seinen Nachfolger Donald Trump nach vier Jahren wieder abzuwählen. In einer Ansprache in Miami im besonders heftig umkämpften Bundesstaat Florida warf Obama Trump am Montag vor, der Aufgabe im Amt nicht gerecht geworden zu sein und stattdessen im Weissen Haus eine «Reality Show» aufgeführt zu haben.

«Er hat mich zu einem besseren Präsidenten gemacht», sagte Obama über seinen ehemaligen Vizepräsidenten Biden. (Bild: Keystone)
Trump: Biden will USA mit Lockdowns in «Gefängnisstaat» verwandeln

US-Präsident Donald Trump hat seinem Herausforderer Joe Biden kurz vor der Wahl vorgeworfen, die USA in der Corona-Pandemie in einen «Gefängnisstaat» verwandeln zu wollen. Der Demokrat Biden wolle gewöhnliche Bürger in deren Häuser einsperren «und gleichzeitig linksradikale Randalierer frei herumlaufen lassen», schrieb der Republikaner Trump am Montag auf Twitter. «Der Biden-Lockdown bedeutet keine Schule, keine Abschlüsse, keine Hochzeiten, kein Thanksgiving, kein Weihnachten, kein 4. Juli und keine Zukunft für Amerikas Jugend. Eine Stimme für Biden ist eine Stimme für Lockdowns, Entlassungen und Elend.»

Obama ruft Menschen in Georgia an die Wahlurnen

Einen Tag vor der US-Wahl hat der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama die Bürger im besonders umkämpften Bundesstaat Georgia zum Wählen aufgerufen. «Wundert ihr Euch nicht, warum die Mächtigen so besorgt sind, wenn ihr wählt?», sagte Obama, der für Trump-Herausforderer Joe Biden Wahlkampf macht, am Montag bei einer Rede in Atlanta.

Barack Obama macht für Trump-Herausforderer Joe Biden Wahlkampf. (Bild: Keystone)

«Es muss einen Grund geben, warum sie versuchen, euch das Wählen schwer zu machen. Weil sie wissen, dass sich die Dinge ändern, wenn ihr abstimmt». Obama spielte damit auf die weit verbreitete Behinderung bestimmter Gruppen beim Wählen an.

Biden zu möglichem Fauci-Rausschmiss: «Feuern wir Trump!»

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat auf die Andeutung von US-Präsident Donald Trump reagiert, den prominenten Gesundheitsexperten Anthony Fauci zu entlassen. «Ich habe eine bessere Idee: Wählt mich und ich werde Dr. Fauci einstellen und wir werden Donald Trump feuern!», sagte Biden am Montag bei einem Wahlkampfauftritt in Cleveland im Bundesstaat Ohio.

Der Immunologe Fauci gehört zur Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Während Präsident Trump für eine Rückkehr zur Normalität trotz der hohen Fallzahlen ist, wirbt Fauci für Schutzmassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Trump hat den renommierten Experten in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, ihm Fehler vorgeworfen und ihn zuletzt als «Katastrophe» bezeichnet.

Biden über Trump am Tag vor der Wahl: «Dieser Typ ist eine Schande»

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Amerikaner am Tag vor der US-Wahl eindringlich zur Abwahl von Amtsinhaber Donald Trump aufgerufen. «Dieser Typ ist eine Schande», sagte Biden am Montag bei einem Auftritt in Cleveland im umkämpften Bundesstaat Ohio mit Blick auf Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie, in der Biden dem Präsidenten Versagen vorwirft.

(Bild: Keystone)

Der ehemalige US-Vizepräsident beklagte die mehr als 230’000 Toten und die hohe Zahl an täglichen Neuinfektionen. «Der erste Schritt, um dieses Virus zu schlagen, ist der Sieg über Donald Trump», sagte Biden. Er werde im Fall seines Sieges am ersten Tag im Amt handeln, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Der 77-Jährige, der in landesweiten Umfrage vor dem Republikaner Trump liegt, rief die Menschen auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. «Die Macht, dieses Land zu verändern, liegt in euren Händen», sagte Biden. «Ein Tag noch! Morgen haben wir eine Gelegenheit, eine Präsidentschaft zu beenden, die diese Nation gespalten hat.»

Trump: «Wir haben Unterdrückung durch die Presse»

Einen Tag vor der US-Präsidentenwahl hat Amtsinhaber Donald Trump die Presse und Soziale Mediennetzwerke erneut scharf angegriffen. «Wir haben Unterdrückung durch die Presse, das ist keine Freiheit», sagte Trump am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fayetteville im umkämpften Bundesstaat North Carolina. Zuvor hatte er sich darüber beschwert, dass die Medien nicht darüber berichteten, wie korrupt Joe Biden angeblich sei. Trump wiederholt seit Monaten ohne jegliche Belege, dass sein Herausforderer sich mit Hilfe Chinas auf Kosten der USA bereichere.

(Bild: Keystone)

Trump griff ebenso Twitter dafür an, die Verbreitung einer damit in Verbindung stehenden Geschichte des Trump-freundlichen Boulevardblatts «New York Post» beschränkt zu haben. Stattdessen würde das Netzwerk nur «langweilige» Geschichten als besonders beliebt kennzeichnen. Der US-Präsident äusserte sich kurz vor der US-Wahl auch ungehalten über die meisten Umfragen, die ihn in vielen wichtigen Bundesstaaten hinter Biden sehen.

Trump und Biden geben sich am letzten Wahlkampftag siegessicher

Zum Auftakt des letzten Tages vor der US-Präsidentschaftswahl am Dienstag haben sich beide Kandidaten siegesgewiss gezeigt. Vor einem Kundgebungsmarathon in fünf Städten im Nordosten der USA rief Amtsinhaber Donald Trump in einer Videobotschaft dazu auf, möglichst früh und im Wahllokal zu wählen. Sein Herausforderer Joe Biden hatte zum Abschluss noch zwei Auftritte geplant und kritisierte Trumps Reise in den besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffenen Staat Wisconsin.

(Bild: Keystone)

Die Stadt Kenosha in Wisconsin, die am Montag bereits zum zweiten Mal seit September auf Trumps Reiseplan stand, steht beispielhaft für die aktuellen Herausforderungen der USA. Nach einem Polizeieinsatz am 23. August, bei dem der 29-Jährige Jacob Blake schwer verletzt wurde, kam es wochenlang zu teilweise gewaltsamen Protesten gegen Rassismus.

Wisconsin gehört derzeit zudem zu den US-Staaten mit den meisten Corona-Neuinfektionen. Bezogen auf die Bevölkerungsgrösse liegt der Bundesstaat hinter North Dakota und South Dakota auf dem dritten Platz bei den Ansteckungen innerhalb von sieben Tagen.

Biden kritisierte am Montag den Besuch Trumps in Wisconsin und warf ihm vor, keinen Plan zur Eindämmung der Pandemie zu haben. «Wenn ich im Oval Office bin, werde ich an der Seite von Wisconsin stehen und den Experten zuhören, der Wissenschaft vertrauen und meinen Plan umsetzen, um das Virus unter Kontrolle zu bringen», fügte Biden hinzu.

CNN: Gebiet rund um das Weisse Haus soll abgeriegelt werden

Angesichts möglicher Proteste im Zuge der US-Wahl soll das Gebiet rund um das Weisse Haus einem CNN-Bericht zufolge abgeriegelt werden.

Ähnlich wie bei den Black-Lives-Matter-Protesten im Sommer soll noch am Montag (Ortszeit) ein Zaun errichtet werden, der auch den Park südlich vom Weissen Haus umfassen soll, wie der US-Sender mit Verweis auf eine nicht näher benannte Quelle berichtete. Teile des Gebiets rund um das Weisse Haus, darunter auch der Lafayette Park im Norden, waren schon seit dem Sommer teilweise für die Öffentlichkeit gesperrt – wegen Protesten, aber auch wegen Bauarbeiten.

Auch in anderen Regionen der USA werden mit Blick auf mögliche Unruhen rund um die Wahl Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Wahlen in den USA

Millionen Amerikaner werden am Dienstag entscheiden, wer als mächtigster Politiker der westlichen Welt ins Weisse Haus einzieht. Hier die wichtigsten Fragen. Hier lesen Sie mehr.

Das Weisse Haus ist der Amtssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. (Bild: Keystone)
Was darf ein US-Präsident – und was darf er nicht?

Der US-Präsident vereint eine Machtfülle auf sich wie nur wenige andere Staats- und Regierungschefs. Was darf der US-Präsident eigentlich – und was nicht? Hier lesen Sie mehr.

Das Oval Office ist das Arbeitszimmer des Präsidenten im Weissen Haus. (Bild: Keystone)
Von welchem Präsidenten könnte die Schweiz mehr profitieren?

Joe Biden oder Donald Trump: Der neue US-Präsident wird am dritten November gewählt. Von wem könnte die Schweiz aber mehr profitieren? Hier lesen Sie mehr.

Der nächste US-Präsident steht aber vor allem vor der Herausforderung, die von der Corona-Pandemie geschüttelte Wirtschaft auf die Beine zu bringen. (Bild: Keystone)
Das ABC der Präsidentenwahl in den USA

Wofür stehen in der US-Politik Esel und Elefant? Und was sind die «Swing States»? Hier mit Blick auf die Wahl ein ABC wichtiger Begriffe und Fakten. Hier lesen Sie mehr.

Am dritten November wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. (Bild: Keystone)
Keine Warteschlange für Amerikaner in der Schweiz

Nicht in lange Warteschlangen stellen müssen wahlberechtigte Amerikaner, die in der Schweiz gemeldet sind. Sie können ihre Stimmzettel über die abgesicherte Post der US-Botschaft versenden.

Amerikaner, die sich nur vorübergehend in der Schweiz aufhalten, können je nach Bundesstaat, in dem sie registriert sind, per Post oder elektronisch abstimmen.

Laut dem Bundesamt für Statistik leben über 19’000 US-Bürger mit einem ständigem Wohnsitz in einem Schweizer Kanton. In der Schweizer Statistik werden aber offenbar Schweizer, die auch einen amerikanischen Pass haben, nicht mitgezählt.

(Bild: Keystone)

So waren laut der offiziellen amerikanischen Analyse des Wahlverhaltens von Übersee-Bürgern bei den Zwischenwahlen 2018 über 87’000 Personen in der Schweiz wahlberechtigt. Die Schweiz liegt damit auf Rang 9 der Länder, in denen sich die meisten Amerikaner aufhalten.

Von ihrem Wahlrecht machen diese aber nur sehr spärlich Gebrauch: Gerade einmal 4,3 Prozent gaben in den Erneuerungswahlen 2018 ihre Stimme ab.

Ob die Auslandamerikaner in der Schweiz mehrheitlich demokratisch oder republikanisch stimmen, wird in der Analyse nicht fest gehalten. Auch über das Wahlverhalten der rund einer Million Amerikaner mit Schweizer Wurzeln existieren keine Studien – schlicht zu klein ist ihr Bevölkerungsanteil einem Land mit fast 330 Millionen Einwohnern.

Trump-Anhänger rammen Bidens Wahlkampffahrzeug

Auf einer Schnellstrasse im US-Bundesstaat Texas ist es am Wochenende rund um eine Kolonne von Wahlkampffahrzeugen des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zu einen gefährlichen Vorfall gekommen.

Mehrere Fahrzeuge von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump hätten versucht, einen Wahlkampfbus der Demokraten auszubremsen und von der Strasse abzudrängen, erklärte Bidens Wahlkampfteam. Wie US-Medien unter Berufung auf das FBI berichteten, befasst sich inzwischen auch die Bundespolizei mit einer auf mehreren Twitter-Videos festgehaltenen Szene, die sich am Samstag ereignete.

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie sich ein weisser SUV und ein schwarzer Pickup unmittelbar hinter dem Bus auf der Interstate 35 in Texas bei hoher Geschwindigkeit gegenseitig berühren und abzudrängen versuchen. Von welchem Auto der Kontakt ausging, ist auf den Videos nicht zweifelsfrei zu erkennen.

Weder Biden noch seine Vize-Kandidatin Kamala Harris befanden sich in dem Fahrzeug. Einem Zeitungsbericht der «Texas Tribune» zufolge war die Kandidatin für das US-Repräsentantenhaus und ehemalige Senatorin des Bundesstaates Texas, Wendy Davis, in dem Auto. Alle Insassen blieben unverletzt.

Trump teilte auf seinem Twitter-Account ein Video, auf dem die Fahrzeugkolonne rund um den Bus zu sehen ist, nicht aber der Zusammenprall der beiden Autos. Dazu schrieb Trump: «Ich liebe Texas!» Als Reaktion auf die FBI-Untersuchungen schrieb er am Sonntagabend (Ortszeit) zudem: «Meiner Meinung nach haben diese Patrioten nichts falsch gemacht.»

Trump und Biden setzen zur Schlussoffensive im US-Wahlkampf an

Am Dienstag wählen die USA ihren neuen Präsidenten. Drei Tage vor der Wahl gehen sowohl Trump als auch Biden in die Offensive. Die Nervosität ist spürbar.

Joe Biden und Donald Trump kämpfen auf den letzten Metern um die Wahl ins Weisse Haus. (Bilder: Keystone/Montage: Telebasel)

In den letzten Zügen des US-Wahlkampfs sind Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden in die Schlussoffensive gegangen – gegenseitige Angriffe inklusive. Biden versuchte vor der Abstimmung am Dienstag mit dem Obama-Faktor zu punkten: Er trat am Samstag zwei Mal mit dem früheren Präsidenten im besonders umkämpften Bundesstaat Michigan auf. Trump sprach vier Mal vor Anhängern in Pennsylvania, einem anderen wichtigen «Swing State». Am Sonntag will Biden dort auftreten, Trump wird in Iowa, North Carolina und Michigan erwartet.

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Fernduell in Florida: Biden wirft Trump «Superspreader-Event» vor

Wenige Tage vor der US-Präsidentschaftswahl haben sich Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden am Donnerstag ein Fernduell im wichtigen Bundesstaat Florida geliefert. Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen in der weiter grassierenden Corona-Pandemie griff Biden den Präsidenten scharf an. Dessen Grossveranstaltungen seien «Superspreader-Events», bei denen Trump nicht nur Viren, sondern auch Zwietracht im Land verteile.

Biden trat dabei vor einer kleinen Menge auf – die Besucher waren in rund 200 Autos gekommen. Sie mussten dabei stets in der Nähe ihrer Wagen bleiben, um die Abstandsregeln einzuhalten. Mit der Corona-Politik Trumps ging der ehemalige Vize-Präsident dabei hart ins Gericht: «Er sagt, es geht dem Ende entgegen, dass (das Virus) weggeht. Dass wir damit leben lernen. Nein, er erwartet, dass wir lernen, damit zu sterben», rief Biden seinen Anhängern am Donnerstag im Ort Coconut Creek (Florida) nahe Miami zu.

Stimmzettel in zwei Bundesstaaten dürfen nach Wahltermin ankommen

Das Oberste Gericht der USA lässt in zwei wichtigen Bundesstaaten per Post abgeschickte Stimmzettel zählen, die nach dem Wahltermin am 3. November eintreffen. In Pennsylvania sollen die Briefwahlunterlagen noch gelten, wenn sie bis zu drei Tage später eintreffen. In North Carolina sind es sogar neun Tage. Das Oberste Gericht liess nun diese Entscheidung in Kraft. Präsident Donald Trump und die Republikaner wollen, dass nur bis zum 3. November zugestellte Stimmzettel gezählt werden.

Die Briefwahl des US-Präsidenten sorgt in den USA derzeit für hitzige Diskussionen. (Symbolbild: Keystone)

Angesichts der Corona-Pandemie wählen deutlich mehr Amerikaner als sonst per Brief. Zugleich ist unter anderen nach Sparmassnahmen bei der US-Post unklar, wie lange die Briefe brauchen könnten. Gestritten wird bereits in mehreren Bundesstaaten, weitere Verfahren könnten folgen. Es ist wahrscheinlich, dass das Oberste Gericht das letzte Wort hat.

Kampfjet fängt bei Trump-Rede Flugzeug ab

Bei einer Wahlkampfrede von US-Präsident Donald Trump in Arizona hat ein Flugzeug den Luftraum der Veranstaltung verletzt. Das Nordamerikanische Luftverteidigungskommando teilte am Mittwoch mit, dass ein Flugzeug in eine gesperrte Zone um den Veranstaltungsort in Bullhead City eingedrungen sei und nicht auf Funksprüche reagiert habe. Der Pilot habe sich erst gemeldet, als der F-16 Kampfjet Signalleuchten eingesetzt habe. Die Maschine sei ohne weitere Zwischenfälle aus dem gesperrten Gebiet eskortiert worden.

 Trump zum Zwischenfall: «Schaut Euch das an! Schaut, schaut, schaut! Schaut Euch das an: Sie haben dem Präsidenten eine kleine Vorführung gegeben.» (Keystone)

Auch Trump wurde offenbar auf den Zwischenfall aufmerksam. An einer Stelle unterbrach er seine Rede, schaute in den Himmel und mutmasste, dass der Pilot des Kampfjets ihm gegenüber habe angeben wollen. Kurze Zeit später zeigten TV-Bilder scheinbar Rauch von den abgefeuerten Signalleuchten, die Trump sichtlich erfreuten: «Schaut Euch das an! Schaut, schaut, schaut! Schaut Euch das an: Sie haben dem Präsidenten eine kleine Vorführung gegeben.»

Biden und Obama treten gemeinsam auf

Am letzten Wochenende vor der US-Wahl wollen der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden und Ex-Präsident Barack Obama mit vereinten Kräften weitere Wähler mobilisieren. Bidens Wahlkampfteam teilte am Mittwoch mit, dass am Samstag ein gemeinsamer Auftritt im wichtigen Bundesstaat Michigan geplant sei. Biden war während der beiden Amtszeiten von Obama US-Vizepräsident. Obama ist im Endspurt vor dem Wahltag am kommenden Dienstag verstärkt in den Wahlkampf gegen US-Präsident Donald Trump eingestiegen und hat seit vergangenen Mittwoch drei Solo-Auftritte in Florida und Pennsylvania für Biden absolviert.

Biden gibt frühzeitig seine Stimme ab

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat bei der US-Präsidentenwahl frühzeitig seine Stimme abgegeben. «Wir haben gerade gewählt», sagte Biden am Mittwoch im Anschluss im Beisein seiner Frau Jill vor Reportern in seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware. Der 77-Jährige tritt bei der Wahl gegen US-Präsident Donald Trump an.

Schon jetzt halb so viele Wähler wie 2016

Eine Woche vor der Präsidentenwahl in den USA haben bereits mehr als 69 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben. Das entspricht mehr als der Hälfte aller Stimmen, die bei der Wahl vor vier Jahren insgesamt abgegeben wurden, wie am Dienstag aus Daten des «U.S. Elections Project» des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida hervorging. 2016 nahmen der Wahlkommission FEC zufolge rund 137 Millionen Amerikaner an der Bundeswahl teil.

Besonders hoch war die frühe Stimmabgabe dabei im stark umkämpften US-Bundesstaat Texas, in dem schon etwa 87 Prozent der Gesamtzahl an Wählern von vor vier Jahren abgestimmt haben. Hoch ist die Beteiligung auch in den wichtigen Bundesstaaten Florida und North Carolina. Bei der Wahl am 3. November tritt der republikanische US-Präsident Donald Trump gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden an. Ausserdem werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und gut ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben.

(Bild: Keystone)

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird bei der Wahl in den USA erwartet, dass mehr Amerikaner als sonst von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag persönlich oder per Briefwahl abzugeben. Nach den Daten des Projekts scheinen bislang erheblich mehr registrierte Demokraten als Republikaner gewählt zu haben. Die Registrierung bei einer Partei sagt nicht unbedingt etwas über das Stimmverhalten aus.

Beobachter jedoch vermuten, dass die frühen Wähler zu einem grösseren Teil für Biden stimmen. Das Wahlkampfteam des demokratischen Herausforderers hatte Anhänger aktiv zur frühen Stimmabgabe aufgerufen, während der republikanische US-Präsident Donald Trump die Briefwahl immer wieder und ohne fundierte Belege mit Betrug in Verbindung gebracht hatte.

Seite der Wahlkampagne von US-Präsident Trump offenbar gehackt

Die Webseite der Wahlkampagne von US-Präsident Donald Trump ist kurzzeitig gehackt worden. Am Dienstagabend (Ortszeit) erschien beim Klicken der Kategorie «Events» die Aussage: «Diese Seite wurde beschlagnahmt. Die Welt hat genug von den Fake-News, die täglich von Präsident Donald J. Trump verbreitet werden.» Danach folgten unbelegte Anschuldigungen gegen die amerikanische Regierung sowie gegen Donald Trump persönlich. Oben auf der Seite prangten die Logos der Amerikanischen Bundespolizei FBI sowie des US-Justizministeriums.

Dabei verlangten die mutmasslichen Hacker für kompromittierende Informationen über Trump die Einzahlung von Kryptowährung, was den Vorfall zudem wie einen Betrugsversuch aussehen liess. Nach wenigen Minuten waren die Aussagen und Anschuldigungen jedoch wieder verschwunden, die Seite funktionierte wieder normal.

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Das Wahlkampfteam Trumps bestätigte am Abend den Hack. Man arbeite mit den Strafverfolgungsbehörden bei der Suche nach den Tätern zusammen, hiess es in einer Mitteilung. Sensible Daten seien nicht in Gefahr gewesen.

Was bisher geschah

Alle bisherigen Entwicklungen und Informationen zu den US-Wahlen lesen Sie hier nach.

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