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Sollte die Super League weitergeführt werden, oder hätte ein Unterbruch mehr Vorteile für die Vereine? (Video: Telebasel)
Schweiz

Ist es wirklich sinnvoll, die Super League weiterzuführen?

Den Schweizer Sport und somit auch den Fussball trifft es hart: Nur noch Geisterspiele sind erlaubt. Macht eine Weiterführung der Saison tatsächlich Sinn?

Am Mittwoch, 28. Oktober 2020, entschied der Bundesrat, Grossveranstaltungen zu verbieten. Damit fehlen dem Spitzensport wichtige Einnahmequellen. Wie die Swiss Football League (SFL) in einem Statement am Mittwochabend schreibt, sind Spiele ohne Publikum eine existenzielle Bedrohung für die Fussballvereine.

Ein Unterbruch könnte helfen

Aber nicht nur die fehlenden Zuschauereinnahmen sind ein grosses Problem. Schon drei Super League-Spiele (zwei davon trafen den FCB) mussten in der noch jungen Saison coronabedingt verschoben werden. Ganze Teams mussten bereits in Quarantäne und konnten für einige Tage kein Mannschaftstraining mehr absolvieren. Dies führt zu einer Wettbewerbsverzerrung.

Aus sportlicher Sicht kann dieser Wettbewerb somit nicht mehr ganz ernst genommen werden und ein Unterbruch der Saison würde deshalb durchaus Sinn machen. Aber auch finanziell könnte eine Unterbrechung den Vereinen helfen: Sie könnten mit den Spielern eine Lohnreduktion vereinbaren und für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden.

Falls dann im Frühjahr wieder Zuschauer erlaubt wären und die verschobenen Spiele dann nachgeholt werden würden, könnten wieder Zuschauereinnahmen generiert werden. Ob man allerdings alle diese Spiele irgendwie in den ohnehin schon dichten Terminplan drängen könnte, ist mehr als fraglich.

SFL will Weiterführung

Am Montag sprach sich bei FCB Total der Kandidat für das Amt als FCB-Vereinspräsident und das aktuelle Vorstandsmitglied, Reto Baumgartner, für einen Unterbruch aus. «Beim Schweizerischen Fussballverband muss man sich nun gut überlegen, ob man nicht vielleicht aussetzt bis zum Winter und dann die Situation wieder neu anschaut», sagte der ehemalige FCB-Spieler.

Aber die SFL sieht dies anders, wie sie in dem am Mittwoch veröffentlichten Statement schreibt: «Trotz der Einschränkungen setzen die Liga und ihre Klubs alles daran, den Spielbetrieb in den Meisterschaften aufrechtzuerhalten. Die SFL ist überzeugt, auch unter diesen epidemiologisch schwierigen Bedingungen einen sicheren Spielbetrieb organisieren und den Menschen in einer Zeit mit massiven Einschränkungen Abwechslung bieten zu können».

Klubs seien auf zinslose Darlehen angewiesen

Damit die Vereine eine Weiterführung ohne Zuschauereinnahmen finanziell überleben können, seien sie auf die zinslosen Darlehen des Bundes angewiesen, wie die SFL weiterschreibt: «Die SFL-Klubs sind seit März dieses Jahres mit fast komplett ausbleibenden Zuschauereinnahmen konfrontiert. Während in den ersten Monaten die Kurzarbeit half, Konkurse zu verhindern, sind die Klubs nun dringend auf die zinslosen Darlehen des Bundes angewiesen, die voraussichtlich ab dem Monat Dezember bezogen werden können. Damit sollte die kurzfristige Liquidität gesichert werden können. Falls die Situation länger andauert, müssten weitere finanzielle Hilfsmassnahmen ins Auge gefasst werden».

Die nächsten Tage werden zeigen, ob eine Weiterführung der Saison auch im Sinne der Vereine ist. Die SFL wäre gut beraten, nochmals über die Bücher zu gehen und alternative Möglichkeiten zu prüfen. Ideen gibt es bereits viele – zum Beispiel eine verkürzte Saison ab dem Frühjahr.

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