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Der Telebasel News-Beitrag vom 29. Oktober 2020.
Region

Die neuen Massnahmen – wieder ein schwerer Schlag für Gastro und Kultur

Die neuen Massnahmen sind für die Gastrobranche einschneidend. Die Kultur ist beinahe am Boden, viele Theater schliessen per sofort.

Der Bundesrat beschloss, dass ab Donnerstag, 29. Oktober 2020, in Restaurants nur noch vier Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Die Sperrstunde ab 23 Uhr gilt in der ganzen Schweiz.

Veranstaltungen, bis zu 50 Personen, sind noch erlaubt. In der Gastro- und in der Kulturbranche sieht man vorerst schwarz, fast alle Basler Theater schliessen per sofort. Für wie lange weiss niemand.

«So treibt die Politik das Gastrogewerbe in den Abgrund»

Besonders besorgt zeigt sich am Donnerstag Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt. Auch wenn in Basel-Stadt die Sperrstunde bereits eingeführt wurde, die Begrenzung auf vier Personen pro Tisch sei noch einschneidender.

«Die Politik treibt das Gastrogewerbe so in den Abgrund», meint Maurus Ebneter zu Telebasel. «Vier Personen pro Tisch, das ist eine massive Einschränkung, das ist sehr einschneidend.» Laut Ebneter könnte man im Vergleich zu privaten Anlässen, wo 10 Personen zugelassen sind, gar von Diskriminierung sprechen. «Wieso soll das nicht auch im Gastgewerbe möglich sein, wo man ein Schutzkonzept hat?», der Präsident des Wirteverbands ist enttäuscht vom Bundesrat.

Das ganze Interview mit Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt. (Video: Telebasel)

«Zwar haben wir Verständnis, dass der Bundesrat in der aktuellen Lage handeln muss, aber in der Branche herrscht grosse Verzweiflung», erklärt Maurus Ebneter. Die Massnahmen seien unverhältnismässig und wenig durchdacht, beispielsweise die Sperrstunde ab 23 Uhr. «Da befürchten wir eine Verlagerung ins Private oder gar in den Untergrund», die Kontrolle wäre in der Gastroszene viel einfacher zu halten meint Ebneter.

Einige Theater in Basel per sofort geschlossen

Wieder einmal ist der Schlag, der die Kulturbranche trifft, hart. Einige Theater in Basel stellen ihre Vorstellungen per sofort ein, so zum Beispiel das Marionetten Theater und das Theater Fauteuil. Was mit den Vorfasnachtsveranstaltungen passiert, ist noch nicht klar. Niemand weiss, wann die neuen Corona-Massnahmen aufgelöst werden.

«Finanziell wird es für uns alle massiv sein», so Daniel Jansen, Leiter des Marionetten Theaters. Doch das ist bei weitem nicht der schlimmste Punkt, erklärt Jansen: «Wir sind alle Kulturschaffende, wir sind Gastgeber mit Herzblut auf der Bühne, hinter der Bühne und vor der Bühne. Das alles entfällt und es ist momentan nicht möglich, das Publikum bespielen zu können, es zu erfreuen und ihm Gedanken mitzugeben. Das entfällt alles und das ist sehr hart».

Telebasel im Interview mit Daniel Jansen, Leiter des Marionetten Theaters. Auch Dani von Wattenwyl, der nun auf seine Theaterauftritte verzichten muss, nimmt Stellung. (Video: Telebasel)

Das Marionetten Theater bleibt bis Ende Jahr geschlossen. Was dann passiert, weiss Daniel Jansen noch nicht. «Wir werden ab Mitte Dezember das weitere Vorgehen beschliessen», erklärt er. Die momentane Lage sei schwierig abzuschätzen.

Auch die Zukunft der beiden Vorfasnachtsveranstaltungen im Marionetten Theater hängen in der Schwebe: «Wenn man das hier drin mit 50 Personen, das entspricht bei uns 50 Prozent, machen kann, überlegen wir uns das. Aber wie gesagt, es ist uns jetzt noch zu früh, um das zu sagen. Die Tickets werden auch noch nicht rückerstattet»,

Vorläufig nicht schliessen wollen folgende Veranstalter:

  • Das Theater Basel (bis auf weiteres)
  • Roxy Birsfelden
  • Gare du Nord
  • Theater Arlecchino
  • Theater Teufelhof
  • Figurentheater PUP im ehemaligen Restaurants Tapadera

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