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Der Telebasel News Beitrag vom 27. Oktober 2020.
Basel

Stadtkanton wählt so viele Frauen wie noch nie

Jünger und weiblicher präsentiert sich das neue Basler Kantonsparlament, das am Sonntag gewählt worden ist.

Der Frauenanteil hat in Basel einen landesweiten Spitzenwert erreicht.

Zur Grossratswahl angetreten sind 510 Männer und 282 Frauen. Das ergibt einen Frauenanteil von 35,6 Prozent. Gewählt wurden ins 100-köpfige Parlament 42 Frauen, was 42 Prozent entspricht.

«Es war ein unglaubliches Gefühl, ich hätte es nicht erwartet», meint SP-Grossrätin Jessica Brandenburger am Dienstag zu Telebasel. Auch Grossrätin des Grünen Bündnis, Jo Vergeat freut sich: «Es hat mich extrem gefreut, dass wir in Basel dieses starke Zeichen setzen konnten.»

Damit sei der Frauenanteil so hoch wie noch nie, teilten die Basler Parlamentsdienste am Montag mit. Auch gesamtschweizerisch weise Basel-Stadt nun den höchsten Frauenanteil aller Kantone aus.

Bisher war der höchste Frauenanteil im Basler Parlament mit 37 Prozent bei den Wahlen 2008 verzeichnet worden. 2012 und 2016 betrug dieser Wert jeweils 31 Prozent.

«Wir müssen weitermachen»

Der Grosse Rat ist der Gleichstellung von Frau und Mann nun so nah wie noch nie, doch das reicht nicht, meinen die beiden Grossrätinnen.

«Die Frauen haben es verdient, dass sie im Parlament genauso repräsentiert werden, wie alle anderen auch», heisst es von Brandenburger. Die Aufteilung des Parlaments müsste 50/50 sein.

Auch Vergeat teilt diese Meinung: «Es ist wichtig, denn es ist eine Repräsentationsfrage. Wir müssen weiter machen, da wir die Gleichstellung noch nicht erreicht haben.» Die Aussichten scheinen nicht schlecht. «Ich glaube, die Bevölkerung hat einfach gezeigt, dass es ihnen mit der Gleichberechtigung ernst ist», erklärt Jo Vergeat.

Auch Jessica Brandenburger ist überzeugt, dass die Gesellschaft das anstrebt, wofür sich die jungen Politikerinnen einsetzen. «Denn wir sind wirklich alle mit Topresultaten gewählt worden, wir sind nicht nur in das Parlament reingerutscht», so Brandenburger am Dienstag.

Durchschnittsjahrgang 1973

Das neue Parlament, das seine Arbeit am 1. Februar 2021 aufnimmt, ist nicht nur weiblicher, sondern auch jünger: Im Durchschnitt hat der neue Grosse Rat Jahrgang 1973, was ein Durchschnittsalter von 47 Jahren ergibt. 2016 betrug das Durchschnittsalter 51,3 Jahre, 2012 49,5 Jahre.

«Gerade junge Personen und Frauen im Parlament machen einen grossen Unterschied», laut Vergeat sei es über die Parteigrenzen hinweg spürbar, wie sich die weiblichen Politikerinnen aber auch einfach die jüngeren Politiker und Politikerinnen gegenseitig unterstützen und Meinungen teilen.

Der maximale Altersunterschied im neuen Rat beträgt rund 56 Jahre. Jüngster Parlamentarier ist mit Jahrgang 2001 der Neugewählte Laurin Hoppler vom Grünen Bündnis. Jahrgang 1945 hat dagegen der Bisherige Thomas Müry (LDP) als ältestes Ratsmitglied.

Das Grüne Bündnis ist durch einige junge Politiker im Parlament vertreten. Für die 26-jährige Jo Vergeat sei das keine Überraschung. «Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie aktiv die jungen sind, wie stark sie sich engagieren und wie sehr sie mitreden wollen», laut Vergeat sei es darum auch der Wille der Bevölkerung, dass Basel junge Politiker und Politikerinnen brauche.

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