Feiern mit positiv getestetem Gast: Das Brautpaar lud wissentlich eine infizierte Person zur Hochzeit mit ca. 200 Gästen ein. (Symbolbild: Pixabay)
Schweiz

Positiv getestete Person an Hochzeit – Brautpaar wusste Bescheid

In Appenzell Ausserrhoden nahm eine mit Corona infizierte Person an einer Hochzeitsfeier teil. Das Brautpaar wusste Bescheid. Die Behörden sind ausser sich.

In Schwellbrunn im Kanton Appenzell Ausserrhoden fand eine Hochzeit mit über 200 Gästen statt. Unter ihnen: eine positiv auf das Coronavirus getestete Person. Das Brautpaar hatte von der Infektion gewusst, die Person aber trotzdem eingeladen. Abstands- und Hygieneregeln wurden am Hochzeitsfest nicht eingehalten. Das berichten die kantonalen Behörden am Montag, 26. Oktober 2020.

Das rücksichtslose Feiern hat Folgen: Schwellbrunn verzeichnete anschliessend über 1’000 Corona-Fälle pro 100’000 Einwohner. Die Hochzeit verkam zum Superspreader-Event. Verheerend ist, dass das Contact Tracing den Anlass nicht auf dem Radar hatte. «Das Contact Tracing befand sich auf einem Blindflug. Erst zwei Wochen nach der Hochzeit haben wir zufälligerweise vom Event erfahren», wird Gesundheitsdirektor Yves Noël Balmer vom «St. Galler Tagblatt» zitiert.

Gäste vereinbarten Stillschweigen

Er sei verärgert über dieses Verhalten, sagte der Gesundheitsdirektor an einer Medienkonferenz. Die Hochzeitsgäste hätten sogar untereinander vereinbart, sich nicht testen zu lassen, um die mögliche Quarantäne zu vermeiden. Weiter hätten gewisse Gäste nach der Hochzeit auch noch an einem Oktoberfest teilgenommen und sich in Vereinen engagiert.

Viele Gäste wussten über den positiven Fall an der Hochzeit Bescheid, informierten die kantonalen Behörden aber nicht, wie der Gesundheitsdirektor an der Medienkonferenz weiter schilderte. «Findet diese Verantwortungslosigkeit Nachahmer, bricht unser Gesundheitssystem zusammen», zitiert ihn das «St. Galler Tagblatt».

Über 20 Ansteckungen an beiden Festen

Das Brautpaar bedauere den Vorfall zutiefst und habe sich kooperativ gezeigt, nachdem es von den Behörden kontaktiert worden sei. Der Kanton habe noch am selben Abend die Gästeliste erhalten. Im Rahmen der Hochzeit und des Oktoberfests gab es laut Behörden über 20 Corona-Ansteckungen, mehrere Personen mussten hospitalisiert werden.

Appenzell Ausserrhoden hat am Sonntag die Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Ausbreitung verschärft. In Büros gilt die Maskenpflicht und Veranstaltungen mit über 50 Personen sind verboten. Private Anlässe dürfen maximal 15 Teilnehmende haben.

14 Kommentare

  1. Es ist ganz klar, hier liegt eine vorsätzliche oder zumindest wissentlich und willentlich hingenommene Körperverletzung vor. Dies müsste eigentlich von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden, mit den entsprechenden Konsequenzen für alle daran beteiligten. Wenn dahingehend nichts passiert, wird nichts mehr er ernst genommen und dann werden über kurz oder lang tatsächlich immer mehr Menschen sterben. Aber vielleicht ist ja dann das Brautpaar und die Mittäter, auch davon betroffen, gerecht wäre es. Und falls es sich tatsächlich um Migranten handelt, was ich stark vermute, sollte man diese sofort ausweisen und zwar ohne wenn und aber, Punkt.Report

  2. Mich wundert, dass das hier jemand erschreckt! Ich bin in der Führung der Hotellerie/Gastronomie tätig, was wir jeden Tag an asozialem Verhalten, Ignoranz und Frechheit der Gäste erfahren und sehen dürfen, schlägt bei uns sprichwörtlich dem Fass den Boden aus. Wir können uns noch so Mühe geben, Masken tragen, Abstände einhalten, Tische, Stühle u. Utensilien desinfizieren, etc. … die Gäste verhalten sich wie Elefanten im Porzellanl….. Was bringt unsere Mühe und unser Einsatz da noch!! Ja, die Zahlen steigen und das werden sie auch noch eine Weile tun. Fr. Sommaruga lobte die Bevölkerung, wie toll sie die Coronaregeln einhalten würden… Pffff!- ein klarer Fall von fehlender Bodenhaftung und Wahrnehmung der Realität. Und zu guterletzt dürfen wir unseren Jobs und Einkommen Goodbye winken… Kümmert’s denn überhaupt irgendwenn?Report

  3. Das Hochzeitspaar sollte eine saftige Busse bekommen!!! Hoffentlich bekommen die zwei nie Kinder!!! Denn Verantwortung und Vertrauen und Ehrlichkeit können sie schon mal nicht weiter geben!!!Report

  4. Unerhört! Und welche Strafen erhielten das Brautpaar und die Gäste?
    Nur über Geldstrafen werden Leute vernünftig und riskieren nicht das Leben von anderen Personen.Report

  5. Wie kann man nur derart verantwortungslos und rücksichtslos sein. Man sollte dem Hochzeitspaar alle Unkosten für das Tracing und die Gesundheitskosten dem „glücklichen“ Paar in Rechnung stellen.Report

  6. Wenn von den hospitalisierten noch ein paar sterben kann es ja das Idiotenpärchen noch ein wenig tiefer bereuen. Aber lieber auf nichts verzichten und erst im Nachhinein überlegen.Report

  7. da können wir uns alle,vor allem die Bewohner/innen vom Kanton Appenzell Ausserrhoden bei diesen 200 Hochzeitsgästen bedanken;ich kann nur sagen:Dummheit,Egoismus und ArroganzReport

  8. Diese Hochzeit sollte man für nichtig erklären. Und diesem möchte gern Brautbar eine saftige Buse auferlegen. Vor allem muss man die Vermählung nicht korrekt erklären. Also sind sie nicht Verheiratet, keine Eheleute !Report

  9. Diese Leute sollten namentlich in der Presse genannt, und aller-schärfstens gebüsst werden. Was diese Idioten anrichten ist das Allerletzte! Und wenn’s keine Eidgenossen sind ohne wenn und aber ausschaffen und zwar subito. UnglaublichReport

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