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International

BAG meldet 5’949 Neuinfektionen

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Kantonsarzt Steffen: «Kommunikation darf nicht selbst Teil der Krise sein»

Die Kommunikation dürfe nicht selbst Teil der Krise werden. Dies sagte Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt und Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, am Dienstag vor den Bundeshausmedien in Bern.

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Schweiz verlor wegen Corona 40 Milliarden an Einnahmen

Aus der Perspektive der KOF-Prognose hat die Schweiz wegen Corona rund 40 Milliarden Franken an Einnahmen verloren. Dies sagte Jan-Egbert Sturm, Leiter der Expertengruppe Wirtschaft bei der National Covid-19 Science Task Force, am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

«Ohne Massnahmen würden wir noch schlimmer als jetzt ausländische Gäste wegtreiben», sagte Sturm. «Die heutige Unsicherheit, kreiert durch die Pandemie, ist für die Wirtschaft eindeutig Gift.»

Man solle die Wirtschaft «nur soweit eindämmen, wie wir unsere physischen Kontakte einschränken», mit Schutzmassnehmen und Homeoffice, sagte Jan-Egbert Sturm am Dienstag. (Bild: Keystone)
Boris Zürcher: An Härtefallregel wird mit Hochdruck gearbeitet

An der Härtefallregel für besonders hart von der Corona-Pandemie betroffene Betriebe wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Das sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

Es gehe unter anderem um die Eventbranche, die Reisebranche und touristische Betriebe. Seit der Rückkehr zur besonderen Lage müsse der Bundesrat die Kantone und Sozialpartner konsultieren. «An der konkreten Umsetzung wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet», versicherte Zürcher.

Die konkrete Ausgestaltung der Härtefallregel solle in der Zuständigkeit der Kantone liegen, so Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit SECO am Dienstag. (Bild: Keystone)

Die Sache sei sehr komplex und brauche etwas Zeit. Die konkrete Ausgestaltung der Härtefallregel solle in der Zuständigkeit der Kantone liegen. «Es ist ein Joint Venture unter Federführung der Eidgenössischen Finanzverwaltung.»

Ackermann: «Zu Hause bleiben, wann immer es möglich ist»

Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes, hat wiederholt auf die ernste epidemiologische Lage hingewiesen. Viele Kantone hätten zwar wirksame Massnahmen gefällt, die Gesellschaft verhalte sich aber nicht angemessen. «Bleiben Sie zu Hause, wann immer es möglich ist.»

Die Menschen handelten nicht wie Mitte März, als sie ihre Mobilität eingeschränkt hätten, sagte Ackermann am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Das Mobilitätsniveau sei viel höher als auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle.

Masserey: «Aktuelle Spitaleinweisungen auf Niveau von Mitte März»

Die schwierige Corona-Situation hält an. Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), ist beispielsweise die Zahl der Spitaleinweisungen auf dem Niveau von Mitte März. Damals ergriff der Bundesrat drastische Massnahmen zur Eindämmung des Virus.

Mehr als jeder Vierte der 25’000 täglich durchgeführten Tests ist momentan positiv, wie Masserey sagte. (Bild: Keystone)

«Die zweite Welle hält an, wir haben weiterhin ein exponentielles Wachstum, die Zahlen verdoppeln sich nach wie vor innert Wochenfrist», sagte Masserey am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Die Zahl der positiven Corona-Fälle übertreffe aktuell diejenige auf dem Höhepunkt der ersten Welle.

Rossini: «Regeln für Erwerbsersatz gelten bis Mitte 2021»

Stéphane Rossini, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), hat vor den Medien festgehalten, dass verschiedene Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft weiterhin gelten. Beispielsweise die Corona-Erwerbsersetzregelung bleibe bis Ende Juni 2021 in Kraft.

Andere Massnahmen hätten rückwirkende Auswirkungen, sagte Rossini am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Gewisse Entscheide auf kantonaler Ebene würden sich ebenso auf Bundesgelder auswirken. Dies betreffe beispielsweise Angestellte, die eine arbeitgeberähnliche Stellung haben. Auch diese könnten sich rückblickend auf den Erwerbsersatz oder Lohnausfall beziehen – rückwirkend per 17. September 2020. So regle es das Covid-19-Gesetz

Masserey: «Aktuelle Spitaleinweisungen auf Niveau von Mitte März»

Die schwierige Corona-Situation hält an. Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), ist beispielsweise die Zahl der Spitaleinweisungen auf dem Niveau von Mitte März. Damals ergriff der Bundesrat drastische Massnahmen zur Eindämmung des Virus.

«Die zweite Welle hält an, wir haben weiterhin ein exponentielles Wachstum, die Zahlen verdoppeln sich nach wie vor innert Wochenfrist», sagte Masserey am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Die Zahl der positiven Corona-Fälle übertreffe aktuell diejenige auf dem Höhepunkt der ersten Welle.

Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrats für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD) sagte: «Wenn keine Massnahmen getroffen würden, reichen die Betten auf den Intensivstationen noch für 15 Tage.»

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EHC Biel in Quarantäne - keine Spiele in dieser Woche

Nach dem positiven Coronatest eines Spielers musste die gesamte Profimannschaft des EHC Biel in Quarantäne. Sämtliche Spiele von dieser Woche – darunter die Partie am Dienstagabend gegen die Rapperswil-Jona Lakers – werden verschoben.

Zweifel an dauerhafter Immunität

Eine Studie aus Grossbritannien nährt Zweifel an einer möglichen dauerhaften Immunität nach einer Covid-19-Infektion. Antikörper gegen das neuartige Coronavirus hätten in der britischen Bevölkerung im Sommer rasch abgenommen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Imperial College London hervor. Das deute darauf hin, dass der Schutz nach einer Infektion möglicherweise nicht von langer Dauer sei.

In der Fachwelt haben seltene Fälle einer zweiten Corona-Infektion bereits Fragen über die Immunität gegen das Virus ausgelöst. (Symbolbild: Keystone)

Die Wissenschaftler untersuchten das Niveau der Antikörper in der britischen Bevölkerung nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr. Demnach sank die Verbreitung von Antikörpern bei sechs Prozent der Bevölkerung Ende Juni auf nur noch 4,4 Prozent im September. Bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen habe es weniger Veränderungen der Antikörperniveaus gegeben, was womöglich auf ihre wiederholte Exposition mit dem Virus zurückzuführen sei. Mehr hier.

BAG meldet 5949 Neuinfektionen am Dienstag

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden 5’949 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Dienstag 16 neue Todesfälle und 167 Spitaleinweisungen.

Mini-Lockdown könnte auch Vorteile für Wirtschaft haben

Das Lockdown-Gespenst geht um: Aufgrund der stark steigenden Corona-Fallzahlen in der Schweiz könnte der Bundesrat wieder zu einschneidenden Massnahmen greifen. Das wäre fatal für die Wirtschaft, sagen Ökonomen. Aber: Ein kurzer, harter Lockdown könnte auch noch Schlimmeres verhindern.

Der Bundesrat berät in diesen Tagen über Massnahmen, wie angesichts der geradezu explodierenden Neuansteckungszahlen die Pandemie wieder unter Kontrolle gebracht werden kann. Ein Entscheid steht morgen Mittwoch an.

Zur Debatte steht dabei offenbar auch ein sogenannter «Circuit Breaker». Damit ist ein kurzer restriktiver Mini-Lockdown gemeint, mit dem die Ansteckungen innert kurzer Zeit eingedämmt werden sollen. Wirtschaftsverbände wehren sich vehement gegen eine solche Massnahme, weil diese den Unternehmen enorm schaden könnte. Mehr dazu hier.

Spanische Regierung will höhere Steuern für Reiche und Konzerne

Die spanische Regierung will im kommenden Jahr die Steuern für grosse Unternehmen und Wohlhabende anheben. Damit sollen höhere Ausgaben für Sozialfürsorge und Infrastruktur finanziert werden, wie sie am Dienstag mitteilte.

«Es handelt sich um einen fortschrittlichen Haushalt, der für die Modernisierung unseres Landes unerlässlich ist», sagte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sanchez in einer Erklärung im Fernsehen. Zu den geplanten Massnahmen gehören die Erhöhung der Körperschaftssteuern für Grossunternehmen, der Einkommenssteuern für Besserverdiener und eine höhere Steuer auf Vermögenswerte.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte zugleich an, die Ausgaben für die Infrastruktur zu verdoppeln. (Archivbild: Keystone)
Easyjet verkauft weitere Flugzeuge und mietet sie zurück

Der britische Billigflieger Easyjet kämpft in der Corona-Krise weiterhin ums finanzielle Überleben. Zur Stärkung seiner Finanzkraft hat das Unternehmen neun weitere Jets vom Typ Airbus A320 an zwei Leasing-Gesellschaften verkauft, um sie dann über einen Zeitraum von nahezu zehn Jahren wieder zurück zu mieten.

Easyjet hat in dem Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise den ersten Jahresverlust seiner Geschichte eingeflogen. (Bild: Keystone)

Laut einer Mitteilung vom Dienstag hat Easyjet damit 398,6 Millionen US-Dollar (337 Mio Euro) erlöst. Das Unternehmen besitzt nach Abschluss der beiden jüngsten Leasing-Deals nach eigenen Angaben noch 152 unbelastete Flugzeuge selbst. Das seien 44 Prozent der Flotte. Man werde die Märkte weiterhin beobachten, so das Unternehmen.

Tourismus droht 2020 über 10 Milliarden Franken Umsatzverlust

Die Corona-Pandemie dürfte den Schweizer Tourismus auch in der Wintersaison noch einmal stark ausbremsen. Das Konjunkturforschungsinstitut KOF schätzt, dass die Logiernächte um 30 Prozent zurückgehen werden. Insgesamt müsse die Branche 2020 mit einem Verlust von über 10 Milliarden Franken rechnen.

Die Tourismusbranche in der Schweiz rechnet 2020 mit einem Umsatzverlust von über 10 Milliarden. (Bild: Keystone)

Quarantänevorschriften dürften auch über den Winter ausländische Gäste von der Schweiz fernhalten. Dagegen besteht die Hoffnung, dass die Inländer wenigstens einen Teil dieser Lücke schliessen und vermehrt in die Skigebiete strömen. Die KOF schätzt, dass die Zahl der Übernachtungen von Inländern rund 8 Prozent über dem Vorkrisenniveau liegen werden, wie sie am Dienstag mitteilte.

Ein grosser Teil der Gastrobetriebe dürfte Anfang 2021 schliessen

Die Gastronomie ist wegen der Corona-Pandemie in einer existenziellen Krise. Eine Umfrage von GastroSuisse zeigt, dass die Hälfte der Betriebe in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Zwei von fünf Betrieben dürften das Winterhalbjahr nicht überleben.

Zwei von fünf Betrieben dürften das Winterhalbjahr nicht überleben. (Symbolbild: Keystone)

«In vielen Betrieben sind die Covid-Kredite aufgebraucht», sagte GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer am Dienstag vor den Medien in Zürich. Er wolle nicht schwarzmalen, aber es brenne. «Viele Unternehmen haben überhaupt keine Perspektive mehr.» In den kommenden Monaten seien 100’000 Arbeitsplätze in Gefahr.

China wächst laut Experten 2020 trotz Corona

China wird nach Einschätzung von Ökonomen im Corona-Jahr 2020 als eine der wenigen Volkswirtschaften überhaupt wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte wegen der robusten Binnenkonjunktur um 2,1 Prozent zulegen.

Das sagten die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten 37 Volkswirte im Schnitt voraus. Es wäre das langsamste Wachstum seit 1976, dem letzte Jahr von Mao Zedongs Kulturrevolution.

China wächst laut Experten 2020 trotz Corona

China wird nach Einschätzung von Ökonomen im Corona-Jahr 2020 als eine der wenigen Volkswirtschaften überhaupt wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte wegen der robusten Binnenkonjunktur um 2,1 Prozent zulegen.

Das sagten die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten 37 Volkswirte im Schnitt voraus. Es wäre das langsamste Wachstum seit 1976, dem letzte Jahr von Mao Zedongs Kulturrevolution.

Schweizer Schokoladeindustrie brechen wegen Coronakrise Umsätze weg

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie setzen die Schweizer Schokoladeindustrie massiv unter Druck. Zwischen Januar und August 2020 sind die Umsätze von Schweizer Schokolade um 14,3 Prozent eingebrochen. Der Branchenverband Chocosuisse fürchtet um Arbeitsplätze und fordert nun den Abbau «standortschädlicher Regulierungen».

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Novartis bekommt Covid-19-Pandemie weiter zu spüren

Beim Pharmakonzern Novartis hat die Covid-19-Pandemie im dritten Quartal für Licht und Schatten in der Geschäftsentwicklung gesorgt. Insgesamt habe sich die Marktsituation zwar erholt, bestimmte Therapiegebiete seien aber weiterhin von dem veränderten Patientenverhalten belastet gewesen.

Der Pharmakonzern Novartis bekommt Covid-19-Pandemie weiter zu spüren. (Bild: Keystone)

Zwischen Juli und September hat der Konzern knapp 12,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das ist ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) verharrte der Umsatz auf Vorjahresniveau, teilte Novartis am Dienstag mit.

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Mehrheit der Deutschen erwartet Lockdown

Vor der neuen Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie rechnen fast zwei Drittel der Deutschen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schliessungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Reisekonzern Tui offeriert Homeoffice am Meer

Europas grösster Touristikkonzern Tui schafft in der Coronavirus-Krise eine Alternative zum Homeoffice in kälteren Regionen Europas. In den Clubs der Premiummarke Robinson würden derzeit wenig nachgefragte Familienzimmer zum Heimarbeitsplatz mit Schreibtisch, Bürostuhl und schnellem Internet umgebaut.

In Clubs der Premiummarke Robinson würden derzeit wenig nachgefragte Familienzimmer zum Heimarbeitsplatz umgebaut. (Symbolbild: Keystone)

Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. «Die ersten Buchungen liegen bereits vor», sagte Robinson Club-Geschäftsführer Bernd Mäser den Zeitungen der deutschen «Funke Mediengruppe» vom Dienstag.

Den Auftakt würden Clubs in Ländern mit derzeit sehr geringem Coronavirus-Infektionsgeschehen, wie an der portugiesischen Algarve machen, hiess es weiter. Anlagen auf Fuerteventura und in der Türkei sollen folgen.

Corona-Fälle bei den UN: Treffen im New Yorker Hauptquartier abgesagt

Mindestens fünf Corona-Infektionen legen das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York vorläufig lahm. Wegen der positiv auf das Virus getesteten Mitarbeiter eines Mitgliedsstaates seien für Dienstag alle persönlichen Treffen diverser Gremien auf dem Gelände am East River abgesagt worden. Das geht aus einem internen Brief des Präsidenten der UN-Vollversammlung, Volkan Bozkir, vom Montag hervor. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Sitzungen würden solange ausgesetzt, bis die Kontaktverfolgung abgeschlossen sei.

Slowakei will fast das ganze Volk in vier Tagen auf Corona testen

An den beiden kommenden Wochenenden will die slowakische Regierung fast die gesamte Bevölkerung des Landes auf das Coronavirus testen. Der nationale Corona-Krisenstab habe den Plan abgesegnet, nachdem eine Pilotphase am vergangenen Wochenende erfolgreich verlaufen sei, teilte Regierungschef Igor Matovic am Montagabend mit.

Die slowakische Regierung will fast die gesamte Bevölkerung des Landes mittels Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus testen. (Bild: Keystone)

Der Gründer der populistisch-konservativen Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLaNO hatte das Vorhaben erst vor einer Woche angekündigt. Vom vergangenen Freitag bis Sonntag waren zunächst vier besonders stark von der Pandemie betroffene Bezirken an der polnischen Grenze getestet worden.

In den beiden nächsten Phasen sollen binnen vier Tagen, jeweils samstags und sonntags, alle über zehn Jahre alten Einwohner im Rest des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden.

Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Massnahmen in Italien

Nach dem Inkrafttreten einer Verordnung mit restriktiven Massnahmen gegen die Coronavirus-Epidemie, die die Schliessung von Lokalen um 18 Uhr vorsieht, ist es am Montagabend in mehreren italienischen Städten zu Demonstrationen gegen die Sicherheitsvorkehrungen gekommen. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Am Montagabend kam es in mehreren italienischen Städten zu Demonstrationen gegen die Sicherheitsvorkehrungen. (Bild: Keystone)

Protestaktionen gab es in Mailand, Turin, Rom, Neapel und Palermo. Tausende Menschen demonstrierten zum zweiten Mal binnen weniger Tage in Neapel gegen eine in der Region geltenden nächtliche Ausgangssperre von 23 Uhr bis 5 Uhr und der frühen Schliessung von Restaurants, Cafés und Bars.

Die Demonstranten versammelten sich auf dem Hauptplatz Piazza del Plebiscito und skandierten Slogans gegen die Regierung. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden ergriffen. Das Innenministerium in Rom warnte vor gewaltsamen Protesten.

Nächtliche Ausgangssperre in Tschechien

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21.00 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab.

Die bisherigen Massnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263 572 Corona-Infektionen und 2337 Todesfälle registriert.

Virologin der Uni Genf fordert Lockdown

Isabella Eckerle fordert vehement ein drastisches Durchgreifen der Behörden. Die Virologin von der Uni Genf reagiert auf die Corona-Statistiken am Montag via Twitter: «Die Schweiz braucht einen Lockdown und zwar so bald wie möglich. Es gibt keinen anderen Weg.»

Weiter warnt Eckerle: «Wenn die Politik jetzt nicht sofort reagiert, werden wir nicht durch diesen Winter kommen ohne eine grosse Zahl an Todesopfern und einem immensen wirtschaftlichen Schaden.»

Schweizer Börse von Coronasorgen belastet

Die Börsen weltweit haben einen schwachen Wochenstart hingelegt. Es waren die weiter stark steigenden Corona-Neuinfektionen in Europa, in den USA und teils auch wieder in China, welche den Anlegern die Stimmung vermiesten. In Europa fürchten sich die Investoren vor einem zweiten Herunterfahren des Wirtschaftslebens. Mehr dazu hier.

Schutz-Kritiker löst Alarm in Walliser Staatskanzlei aus

Ein Corona-Beschwerdebrief mit einer unbekannten Substanz in Pulverform ist am Montag bei Walliser Staatskanzlei eingegangen. Die Kantonspolizei evakuierte den zweiten Stock des Regierungsgebäudes.

Fachspezialisten der Feuerwehr stellten den an die Kantonsverwaltung adressierten Briefumschlag sicher, wie der Kanton Wallis mitteilte. Zwei Angestellte begaben sich zur Kontrolle ins Spital.

Tessiner Regierung verfügt Maskenpflicht im Freien

Im Tessin gilt ab Dienstag eine Maskenpflicht im Freien, wenn der Mindestabstand zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Mit dieser und weiteren Massnahmen hat die Tessiner Regierung am Montagnachmittag die Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus‘ verschärft.

In Restaurants gilt weiterhin, dass nur im Sitzen konsumiert werden darf. Pro Tisch dürfen maximal vier Personen sitzen. Ausnahmen gelten nur für Familien, wie Regierungspräsident Norman Gobbi am Montagnachmittag vor den Medien sagte.

Weiter verbietet die Regierung ab Mittwoch jeglichen Breitensport mit Körperkontakt, davon ausgenommen sind Sporttrainings von Kindern und Schulsport innerhalb der obligatorischen Schule.

Die neuen Massnahmen gelten ab kommendem Mittwoch. Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum gilt bereits ab morgen Dienstag.

Damit wolle die Tessiner Regierung noch vor dem Bundesratsentscheid handeln, erklärte Gobbi weiter. Die Landesregierung informiert am Mittwoch über weitere Massnahmen.

Nürnberger Christkindelsmarkt abgesagt

Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt in Süddeutschland mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen am Montag mit.

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, den traditionellen Christkindlesmarkt dezentraler und mit einem strengen Hygiene-Konzept stattfinden zu lassen. Doch angesichts der steigenden Zahlen halte die Stadt dieses nun für ein falsches Signal.

Der Markt gehört zu den ältesten seiner Art in Deutschland. (Archivbild: Keystone)
Kanton Solothurn zieht die Schrauben an

Der Kanton Solothurn verschärft die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter: Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind ab Dienstag verboten.

Untersagt sind auch Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen, wie die Staatskanzlei Solothurn am Montag mitteilte. Für Gemeindeversammlungen, für Sitzungen der kantonalen und kommunalen Parlamente sowie für politische und zivilgesellschaftliche und Unterschriftensammlungen würden Ausnahmen bestehen.

An privaten Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis, die nicht in öffentlich zugänglichen Einrichtungen und Betrieben stattfinden, dürfen höchstens 15 Personen teilnehmen.

In Bars- und Clubbetrieben sowie Diskotheken und Tanzlokalen wird die Zahl der Anwesenden auf 50 Personen beschränkt. An einem Tisch in Restaurants und Barbetrieben dürfen höchstens vier Personen sitzen. Neu gilt ab Dienstag auch eine Maskenpflicht bei gewerbsmässigen Personentransporten.

Die Massnahmen sind gemäss Regierungsrat zur Eindämmung der Pandemie unumgänglich. Allein übers Wochenende wurden im Kanton 278 neue positive Fälle registriert.

Hohe Dunkelziffer in Frankreich angenommen

Nach Einschätzungen des wissenschaftlichen Rats der französischen Regierung wird die aktuelle Corona-Welle «stärker sein als die erste». Er sei von der «Brutalität» der Zunahme der Neuinfektionen in den jüngsten 15 Tagen überrascht, sagte Jean-François Delfraissy, der Leiter des Beratungsgremiums, am Montag dem Radiosender RTL.

Delfraissy sprach von einer kritischen Lage und einer hohen Dunkelziffer bei den Neuinfektionen: «Es gibt wahrscheinlich mehr als 50 000 Fälle pro Tag. Der wissenschaftliche Rat schätzt, dass wir eher rund 100’000 Fälle pro Tag haben.» Davon gehe der Rat angesichts der gemeldeten Neuinfektionen, aber auch der nicht diagnostizierten und asymptomatischen Fälle aus. Delfraissy schloss eine Ausweitung der bereits existierenden Ausgangssperren nicht aus.

Verschärfte Schutzmassnahmen in Dänemark

In Dänemark dürfen sich von Montag an nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Kioske und Supermärkte dürfen nach 22.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. In der belgischen Hauptstadt Brüssel und Umgebung gilt wieder überall Maskenpflicht, die nächtliche Ausgangssperre beginnt dort bereits um 22.00 Uhr statt um Mitternacht. Schwimmbäder, Sportclubs und Fitnessstudios müssen schliessen, ebenso Theater, Kinos und Museen.

Kanton Solothurn: Mehr Covid-19-Patienten im Spital

Im Kanton Solothurn hat sich die Zahl der an Covid-19 erkrankten Personen in Spitalpflege am Wochenende verdoppelt. 22 Personen Personen befanden sich am Montag in einem Spital.

Davon lagen fünf Patienten auf intensivmedizinischen Abteilungen, wie der Kanton Solothurn am Montag auf seiner Website mitteilte.

Im Kanton Solothurn steigt die Zahl der an Covid-19 erkrankten Personen, die sich in einem Spital behandeln lassen müssen. (Symbolbild: Keystone)

Die Zahl der laborbestätigten Infektionen stieg am Wochenende um 278 auf insgesamt 1’870. Bislang sind im Kanton 18 Personen Covid-19 verstorben.

Trump spielt Corona herunter und macht die Medien verantwortlich

US-Präsident Donald Trump hat die Gefahr des Coronavirus erneut heruntergespielt und den Medien vorgeworfen, die Pandemie aus politischen Gründen aufzubauschen. Die Anzahl der Neuinfektionen steige nur, weil in den USA so viel getestet werde, erklärte Trump am Montag in einem Tweet. Er sprach von einer «Verschwörung der Fake News Medien».

Die «korrupten» und falsch informierenden Medien schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl am 3. November aus, um ihm zu schaden, schrieb Trump. «Am 4. November wird sich das Thema völlig verändern.»

Die «korrupten» und falsch informierenden Medien schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl am 3. November aus, um ihm zu schaden, schrieb Trump.  (Bild: Keystone)

Die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in den USA zuletzt auf rund 70’000 gestiegen. Der Anstieg ist damit deutlich schneller als jener der Tests. Experten warnen, dass die USA mit Beginn der kalten Jahreszeit vor einer neuen Corona-Welle stehen. Ein plötzliches Verschwinden der Pandemie als Top-Thema in den US-Medien nach der Wahl scheint daher extrem unwahrscheinlich.

Berset: Neue Massnahmen werden «ziemlich lange dauern müssen»

Obwohl sich die bestätigten Corona-Fälle am Wochenende gegenüber der Vorwoche erneut verdoppelt haben, will der Bundesrat neue nationale Massnahmen voraussichtlich erst am Mittwoch bekannt geben. «Panik und Aufregung» brächten jetzt wenig, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Montag in Lausanne.

Denn «was wir jetzt vorbereiten, wird für sehr wahrscheinlich ziemlich lange dauern müssen», sagte Berset im Schweizer Radio SRF. Deshalb sei es wichtig, dass die Massnahmen gut abgestützt und gut organisiert seien. Die Konsultation mit den Kantonen sei gemacht.

Bundesrat Alain Berset. (Bild: Keystone)
Kilde nach Corona-Infektion in Isolation

Aleksander Aamodt Kilde hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Der Titelverteidiger im Gesamtweltcup wurde gemäss des norwegischen Skiverbandes nach der Rückkehr vom Weltcup-Auftakt in Sölden bei einem Routinetest positiv getestet. Kilde berichtete von leichten Krankheitssymptomen, er befindet sich in Isolation. Alle anderen Athleten aus dem norwegischen Team seien negativ getestet worden, hiess es.

Da der nächste Wettbewerb am 14. November ein Riesenslalom in Lech/Zürs ist, hat Kilde bei einem milden Verlauf gute Chancen, kein Rennen zu verpassen.

(Bild: Keystone)
Kanton Thurgau meldet drei Todesfälle

Im Kanton Thurgau sind über das Wochenende 273 neue Fälle von mit Corona infizierten Personen gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um drei auf 24 Fälle an.

Im Kanton Thurgau wurden am Montag 25 hospitalisierte Personen gezählt, zehn mehr als noch am Freitag. Davon befinden sich acht auf der Intensivstation (+1).

Seniorenrat fordert Schnelltests in Altersheimen

Um ein erneutes Besuchsverbot zu verhindern, fordert der Schweizerische Seniorenrat (SSR) genügend Schnelltests in den Alters- und Pflegeheimen. Damit könnten die Lage in den Heimen schnell evaluiert und entsprechende «moderate» Massnahmen getroffen werden.

Während ersten Welle im Frühjahr habe sich gezeigt, dass das Verbot von Besuchen in Alters- und Pflegeheimen «nicht zielführend» gewesen sei, teilte der SSR am Montag mit. Denn das Virus sei trotzdem eingeschleppt worden, meistens durch das Personal.

(Symbolbild: Keystone)

Die Bewohnerinnen und Bewohner hingegen seien vereinsamt und hätten psychische Probleme und Depressionen bekommen. Vor allem für demente Patienten sei das Besuchsverbot «fatal» gewesen und ihre Krankheit habe sich verschlimmert. Deshalb dürften nun nicht die gleichen Rezepte angewendet werden, hiess es.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte vergangene Woche angekündigt, dass Corona-Schnelltests in der Schweiz bald zum Einsatz kommen dürften. Doch es sei derzeit noch offen, wie und an wen sie verteilt sollten. Klar sei jedoch, dass nicht genügend Material zur Verfügung stehe, um Angestellte in Firmen und Personen an der Grenze testen zu können.

ESC findet definitiv im Mai 2021 statt

Am European Song Contest (ESC) im kommenden Jahr in Rotterdam werden 41 Länder teilnehmen. Das teilte die Europäische Rundfunkunion EBU am Montag in Genf mit. Der Wettbewerb musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen und wird nun im Mai 2021 stattfinden.

(Archivbild: Keystone)

Die Teilnehmer sind nach Angaben der EBU dieselben Länder, die auch in diesem Jahr dabei sein sollten. Sie dürfen aber nicht mit demselben Song antreten, den sie dieses Jahr präsentieren wollten. Die Niederlande sind Gastland nach dem Sieg von Duncan Laurence 2019 mit seinem Song «Arcade».

Der ESC wird nach Angaben der EBU auf jeden Fall stattfinden – auch wenn die Corona-Pandemie dann noch nicht zu Ende sein sollte. In welcher Form er ausgetragen wird, soll Anfang 2021 entschieden werden. Zur Zeit würden vier Szenarien erarbeitet.

Appenzeller Hochzeit wird zum Superspreader-Event

In der Gemeinde Schwellbrunn im Kanton Appenzell Ausserrhoden feierten über 200 Personen eine Hochzeit. Unter den Gästen befand sich eine Corona-infizierte Person. Das Brautpaar hatte über das positive Testresultat Bescheid gewusst, die Person aber trotzdem eingeladen. Auch andere Gäste wussten Bescheid. Sie vereinbarten aber untereinander, sich nach der Hochzeit nicht testen zu lassen, um eine mögliche Quarantäne zu umgehen.

Die kantonalen Behörden schilderten die verrückte Geschichte am Montag an einer Medienkonferenz, wie das St. Galler «Tagblatt» berichtet. Schwellbrunn verzeichnete in der Folge über 1’000 Corona-Fälle pro 100’000 Einwohner.

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Über 17'000 Ansteckungen am Wochenende

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 72 Stunden 17’440 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Montag 37 neue Todesfälle und 259 Spitaleinweisungen.

Am vergangenen Montag waren für das Wochenende 8’737 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden, vor zwei Wochen deren 4’068 und vor drei Wochen gerade mal 1’548. Die 14-Tage Inzidenz pro 100’000 Einwohner stieg auf 654.

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Waadtländer Staatsrätin Luisier positiv auf Coronavirus getestet

Die Waadtländer Staatsrätin Christelle Luisier hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Die FDP-Politikerin befindet sich in Isolation und arbeitet die nächsten Tage von zuhause aus.

Luisier habe die üblichen Symptome gezeigt und sei am Samstag getestet worden, teilte der Kanton Waadt am Montag mit. Aus dem Berufsumfeld der 46-jährigen Ministerin und der Kantonsregierung müssen sich keine Personen in Quarantäne begeben.

Es ist nicht der erste Corona-Fall in der Waadtländer Regierung. Vor einer Woche war bereits Luisiers Amtskollegin Béatrice Métraux (Grüne) positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Waadtländer Staatsrätin Christelle Luisier befindet sich nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne. (Bild: Keystone)
Grippeimpfung im Tessin bereits ausverkauft

Im Tessin ist die erste Ladung von Grippeimpfdosen bereits aufgebraucht. Weitere Dosen sollen Ende November eintreffen. Bisher durften sich im Südkanton nur Risikopersonen und Gesundheitsfachkräfte impfen lassen.

In manchen Tessiner Apotheken ist die Grippeimpfung bereits seit zwei bis drei Wochen ausverkauft, gemäss einem Bericht von Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (RSI). Zudem seien von der für Ende November erwarteten zweiten Lieferung bereits zahlreiche Impfdosen vorreserviert.

Kantonsapotheker Giovan Maria Zanini bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag, dass die erste Lieferung von Grippeimpfstoff im Tessin bereits aufgebraucht sei. Eine zweite Lieferung werde für Ende November erwartet. Dann werde die Schweiz erneut Grippeimpfstoff erhalten, und zwar rund 700’000 Dosen. Wie viele davon der Kanton Tessin bekomme, sei noch unklar. Der Verteilschlüssel steht laut Zanini noch nicht fest.

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Nachschub erst Ende November: Im Kanton Tessin ist die Grippeimpfung bereits aufgebraucht. (Symbolbild: Keystone)
Kanton St. Gallen meldet drei weitere Todesfälle

Im Kanton St. Gallen sind über das Wochenende 810 neue laborbestätigte Coronafälle bekannt geworden. Die Zahl der Todesfälle ist um drei auf 48 gestiegen.

Der Kanton St. Gallen zählt insgesamt 5’231 Coronafälle, wie aus den neusten Informationen der Staatskanzlei hervorgeht. Die Aktualisierung enthält auch Nachmeldungen von Fällen früherer Tage.

In den St. Galler Spitälern werden zurzeit 110 Covid-19-Patienten behandelt; davon liegen sechs Personen auf der Intensivstation und sechs müssen beatmet werden.

Medien in Corona-Zeiten begehrt, aber schlecht entlohnt

In Krisenzeiten allgemein und in der Covid-19-Pandemie besonders wendet sich die Bevölkerung dem Informationsjournalismus zu. Die höhere Nutzung bringt den Medien aber keine zusätzlichen Einnahmen. Im Gegenteil: Werbeerträge brechen ein und online ist die Zahlungsbereitschaft klein.

Darum braucht es neue Bezahlmodelle. Auch die direkte Medienförderung bleibt unentbehrlich, wie das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) der Universität Zürich in seinem am Montag veröffentlichten Jahrbuch «Qualität der Medien 2020» ausweist.

Seit 2010 untersucht das Zentrum jährlich die Entwicklung der Schweizer Medien. Seither habe kein anderes Ereignis die Schweizer Medien derart stark geprägt wie die Covid-19-Pandemie, heisst es im Rapport.

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Österreichs Kanzler Kurz denkt über zweiten Lockdown nach

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz am Montag in Wien.

Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. «Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird», so Kurz. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Massnahmen ausreichten, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien. Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als etwa in Deutschland.

Zweiter Lockdown ist ein Szenario: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will hart durchgreifen, wenn die Corona-Fallzahlen weiter hoch bleiben. (Bild: Keystone)
Neue Massnahmen: Europa stemmt sich gegen die zweite Corona-Welle

Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle treten am Montag vielerorts in Europa neue Auflagen in Kraft, so etwa in Italien, Dänemark, der Slowakei und in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Viele Regierungen setzen auf nächtliche Ausgangssperren und weitere Kontaktbeschränkungen, um einen kompletten Lockdown der Länder zu vermeiden.

Am Wochenende hatten mehrere EU-Staaten Rekordwerte bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, darunter Frankreich, Dänemark, Belgien und Tschechien. Die europäische Seuchenbehörde ECDC hatte bis Sonntag seit Ausbruch der Pandemie insgesamt rund 5,9 Millionen Ansteckungen und gut 208 600 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

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In der belgischen Stadt Lüttich kontrolliert die Polizei die Einhaltung der Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr. (Bild: Keystone)
«Applaus ist nicht genug»

Heute beginnt eine Protestwoche des Pflegepersonals, die am Samstag, 31. Oktober, mit einer Aktion auf dem Bundesplatz in Bern enden soll. «Applaus ist nicht genug», wird Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Berufsverbands der Pflegenden, in der Medienmitteilung zitiert.

Das Pflegepersonal fordere konkrete Massnahmen, um die zweite Welle an Ansteckungen mit dem Coronavirus besser bewältigen zu können und eine qualitativ hochwertige Pflege in der Zukunft zu gewährleisten. «Eine unabhängige Evaluation der Krise vom Frühjahr ist dringend nötig, damit wir über solide Daten verfügen, auf denen wir aufbauen können.»

Kommt bald eine eingeschränkte Maskenpflicht im Freien?

«Jede Person muss im öffentlichen Raum von Siedlungsgebieten eine Gesichtsmaske tragen», heisst es in einem neuen Vorgehens-Entwurf von Gesundheitsminister Alain Berset. Dies kam bereits vor einigen Tagen ans Licht und sorgte für einige Diskussionen.

Der «Blick» berichtet von einem strategisch ausgefuchsten Schachzug von Berset. Der Vorschlag, der deutlich extremer anmutet als bisherige Massnahmen, solle zu lasche Kantonsregelungen unter Druck setzen. Auch Berset selbst sei bewusst geworden, dass eine generelle Maskenpflicht im Freien zu einschneidend wäre. Enger gefasst und mit einem klar definierten Anwendungsbereich solle dies aber in Betracht gezogen werden. So könnte bald beispielsweise bei Menschenansammlungen ohne genügenden Abstand eine Maskenpflicht herrschen. Aus Bundesbern heisst es, dass nun das Bundesamt für Gesundheit daran sei, die Massnahme klar definiert zu präsentieren.

Gesundheitsminister Alain Berset will die Kantone an die kürzere Leine nehmen und eine Maskenpflicht in gewissen freien Räumen einführen. (Bild: Keystone)
Schweizer Uhrenindustrie sieht weiterhin schwarz

ührungskräfte der Schweizer Uhrenindustrie sehen während der Coronavirus-Krise noch kein Licht am Ende des Tunnels. Rund 85 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage rechnen mit trüben Aussichten für die Schweizer Uhrenbranche.

Dies geht aus der jüngsten Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte zur Schweizer Uhrenindustrie vom Montag hervor. Die betroffenen Unternehmen seien allerdings während der Coronavirus-Pandemie nicht untätig gewesen, sondern investieren erheblich in ihre Marken und die Kundenpflege, hiess es weiter.

Roboter gegen Corona-Einsamkeit

Kleine Roboter erfreuen sich in Japan während der Corona-Pandemie wachsender Nachfrage als Ersatz für zwischenmenschlichen Kontakt. So kauften immer mehr Japaner für ihre oft weit entfernt in der Provinz lebenden Eltern, die sie aus Sorge vor einem Ansteckungsrisiko derzeit nicht besuchen könnten, mechanisches Spielzeug wie Sonys Roboterhund Aibo, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. Dank der Spielzeuge könnten sie sicherstellen, dass die Eltern wohlauf seien. So hatte Sony die neueste Version von Aibo so konzipiert, dass der Roboterhund im Haushalt auf Patrouille gehen kann. Besitzer können Bereiche im Haus festlegen, auf die Aibo zu bestimmten Zeiten aufpassen soll.

Schnelltest von Celltrion erhält FDA-Notfallgenehmigung

Der Coronavirus-Testkit Sampinute des südkoreanischen Pharma-Herstellers Celltrion hat von der US-Regulierungsbehörde FDA die Notfallzulassung erhalten. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt.

Laut Celltrion liefert Sampinute innerhalb von 10 Minuten Coronavirus-Testergebnisse mit einer Zuverlässigkeit von etwa 94 Prozent. Die Aktien von Celltrion stiegen nach Erhalt der Informationen um bis zu 4,6 Prozent.

Slowakei beendet erste Phase der Corona-Massentests

In der Slowakei ist am Sonntagabend die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung auf das Coronavirus zu Ende gegangen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen – immerhin rund fünf Millionen Menschen. Die Regierung in Bratislava sieht dieses Projekt als Beispiel, dem auch andere Länder Europas folgen könnten.

Regierungschef Igor Matovic wertete die Pilotphase gegenüber dem TV-Sender TA3 als Erfolg. Es habe zwar anfangs personelle und organisatorische Probleme gegeben, daraus habe man aber wichtige Erkenntnisse für die anspruchsvollere zweite und dritte Phase gewinnen können. Schon in dieser ersten Phase seien «schätzungsweise an die 6000 potenziellen Verbreiter des Virus entdeckt worden, die unter normalen Umständen gar nicht hätten auffallen können», erklärte Matovic. Der Gründer der populistisch-konservativen Bewegung Gewöhnliche Leute OLaNO hatte auch selbst bei den Tests mitgeholfen.

Maduro: 100-prozentig wirksames Corona-Mittel in Venezuela entdeckt

In Venezuela ist angeblich ein hochwirksames Mittel gegen das Coronavirus entdeckt worden. Ein Molekül namens DR-10 vernichte Covid-19 zu hundert Prozent, ohne Nebenwirkungen zu verursachen, verkündete der autoritäre Staatspräsident Nicolás Maduro am Sonntag (Ortszeit) in einer Ansprache. Das habe eine sechsmonatige Studie des staatlichen Forschungsinstituts IVIC ergeben. Sowohl er als auch das IVIC per Twitter bezeichneten Covid-19 fälschlicherweise als Virus – vermutlich meinten sie das Coronavirus, das die Krankheit Covid-19 auslöst.

Das Molekül sei bereits zur Behandlung von Hepatitis C, humanen Papillomviren und Ebola genutzt worden, sagte Maduro weiter. Der Prozess der Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um der Welt diese Behandlung anzubieten, habe schon begonnen.

Israel lockert Corona-Massnahmen weiter

Israel wird seine Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus weiter lockern und wieder mehr Kinder zum Präsenzunterricht schicken. Wie die Regierung am Sonntagabend mitteilte, sollen ab 1. November Erst- und Zweitklässler wieder für einige Stunden in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die Klassen werden dabei in zwei Gruppen geteilt.

Die beiden Gruppen wechseln sich dann jeden Tag für einige Stunden im Präsenzunterricht ab, während der jeweils anderen Hälfte des Schultags muss zu Hause weiter gelernt werden. Dritt- und Viertklässler sollen, in Gruppen, wieder vollständig in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die älteren Schüler bleiben im Homeschooling. Kinder unter sechs Jahren dürfen bereits seit vergangenem Sonntag die Kindergärten und Vorschulen wieder besuchen.

Israel lockert Corona-Massnahmen weiter - Mehr Schulen öffnen

Israel wird seine Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus weiter lockern und wieder mehr Kinder zum Präsenzunterricht schicken. Wie die Regierung am Sonntagabend mitteilte, sollen ab 1. November Erst- und Zweitklässler wieder für einige Stunden in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die Klassen werden dabei in zwei Gruppen geteilt.

Die beiden Gruppen wechseln sich dann jeden Tag für einige Stunden im Präsenzunterricht ab, während der jeweils anderen Hälfte des Schultags muss zu Hause weiter gelernt werden. Dritt- und Viertklässler sollen, in Gruppen, wieder vollständig in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die älteren Schüler bleiben im Homeschooling. Kinder unter sechs Jahren dürfen bereits seit vergangenem Sonntag die Kindergärten und Vorschulen wieder besuchen.

In Israel beginnt die Schulwoche sonntags.

In Israel, einem Land mit rund neun Millionen Einwohnern, werden die Anti-Corona-Massnahmen seit einer Woche wieder gelockert. Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Samstag 692 Neuinfektionen mit dem Coronavirus für den Vortag registriert. Ende September hatte die Zahl der Ansteckungen mit mehr als 9000 ihren bisherigen Höchststand erreicht. Seit Beginn der Pandemie sind 2372 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Am Sonntag wurden aufgrund eines technischen Problems keine neuen Infektionszahlen veröffentlicht.

Biden: Trump hat vor dem Coronavirus kapituliert

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, vor dem Coronavirus kapituliert zu haben. Auslöser waren Äusserungen von Trumps Stabschef Mark Meadows, aus denen hervorging, dass das Weisse Haus aktuell eher auf eine Behandlung von Erkrankten als auf Massnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus vertraut. Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist mit gut 83 700 pro Tag aktuell auf Rekordniveau.

«Wir werden die Pandemie nicht kontrollieren», sagte Meadows am Sonntag in einem Live-Interview des Nachrichtensenders CNN. Das sei so, weil man es mit einem hochansteckenden Virus wie der Grippe zu tun habe, argumentierte Meadows. Dabei blieb in dem abschnittsweise hitzigen Austausch mit CNN-Moderator Jake Tapper offen, ob Meadows damit sagen wollte, dass die Corona-Ausbreitung schwer unter Kontrolle zu bekommen sei – oder ob das Weisse Haus es gar nicht erst versuchen wolle. «Was wir unter Kontrolle haben werden, ist die Tatsache, dass wir Impfstoffe, Medikamente und andere Massnahmen zur Linderung bekommen», sagte Trumps Stabschef.

Titans wegen Verstössen gegen Covid-19-Protokoll gebüsst

Die Tennessee Titans sind von der National Football League (NFL) mit einer heftigen Busse belegt worden. Wegen Verstössen gegen das Covid-19-Protokoll muss das Team 350’000 Dollar zahlen, teilte die Liga am Sonntag mit.

Nach Angaben von ESPN hielten sich die Titans in manchen Fällen nicht an das Tragen von Masken. Zudem sollen die Informationen bezüglich des Trainings ausserhalb des Vereinsgeländes nicht ausführlich genug gewesen sein. Insgesamt waren bei den Titans 24 Mitarbeiter und Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

FC Vaduz nach Corona-Infektionen in Quarantäne

Der Super League steht das nächste Terminchaos ins Haus. Nach drei Corona-Fällen beim FC Vaduz muss der Liechtensteiner Super-Ligist für zehn Tage in Quarantäne.

Der FC Vaduz ist nach Basel und Sion der dritte Klub aus der Super League, der aufgrund einer Quarantäne den Spielplan durcheinander bringt. (Archivbild: Keystone)

Einen Tag nach der 1:4-Niederlage in der Meisterschaft gegen den FC Zürich erfährt der FC Vaduz einen nächsten Rückschlag. Nach drei positiven Corona-Fällen in der 1. Mannschaft verordnete das Amt für Gesundheit für alle Spieler und den gesamten Staff eine zehntägige Quarantäne. «Ein Trainingsbetrieb ist somit aktuell nicht möglich», schreibt das Schlusslicht der Super League in einer Mitteilung. Mehr dazu hier.

Steinmeier wendet sich in Corona-Krise gegen «Impfstoffnationalismus»

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Staatengemeinschaft im Kampf gegen Corona und besonders beim Thema Impfstoff zur Zusammenarbeit aufgerufen. «Wenn wir nach der Pandemie nicht in einer Welt leben wollen, in der der Grundsatz ‹Jeder gegen jeden, und jeder für sich› noch mehr Raum greift, dann brauchen wir die aufgeklärte Vernunft unserer Gesellschaften und unserer Regierungen», sagte er am Sonntag in einer Videoansprache zur Eröffnung der Gesundheitskonferenz «World Health Summit». Die Pandemie müsse mit einem Geist der Zusammenarbeit, nicht im Geist des «Impfstoffnationalismus» überwunden werden.

 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will gegen «Impfstoffnationalismus» ankämpfen. (Bild: Keystone)

Weltweit haben sich wohlhabende Staaten, darunter auch Deutschland, schon vor der Zulassung Millionen Impfstoffdosen durch Vorverträge mit den Herstellern gesichert. «Wir alle wissen auch, dass Regierungen zuallererst ihrer eigenen Bevölkerung verpflichtet sind», sagte Steinmeier. Aber zur Wahrheit gehöre auch, dass eine solche frühzeitige Impfstoffsicherung einiger zu Lasten anderer gehen werde. Steinmeier rief zur Unterstützung der internationalen Impfinitiative Covax auf. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO getragene Initiative setzt sich für eine faire Verteilung der Mittel auch an arme Länder ein.

Steigende Zahlen, Appelle und Demos - Corona-Lage spitzt sich zu

Mit eindringlichen Appellen an die Bevölkerung haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der selbst infizierte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erneut um Mithilfe bei der Eindämmung der Corona-Pandemie gebeten. «Bitte helfen Sie weiter mit und hören Sie nicht auf diejenigen, die verharmlosen und beschwichtigen. Es ist ernst», sagte Spahn in einem am Sonntag auf seiner Facebookseite veröffentlichten Video. Merkel hatte einen Tag zuvor in ihrem Videopodcast ihren Appell aus der Vorwoche wiederholt und die Menschen darum gebeten, auf Reisen und Kontakte zu verzichten. Angesichts dramatisch wachsender Corona-Zahlen wackelt auch der Anfang Dezember geplante CDU-Parteitag, bei dem ein Nachfolger von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt werden soll.

Am Sonntag versammelten sich in Berlin unterdessen Gegner der Corona-Schutzmassnahmen bei mehreren Demonstrationen. Die Polizei berichtete zum Auftakt von mehreren Hundert Teilnehmern. Auch ein Vorfall aus der Nacht zu Sonntag beschäftigte die Berliner Polizei: Unbekannte hatten ein Gebäude des Robert Koch-Instituts (RKI) nach Polizeiangaben mit Brandsätzen attackiert. Die Flammen konnten demnach gelöscht werden. Ermittelt werde in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin, auch eine politische Motivation werde geprüft. Das für Infektionskrankheiten zuständige Institut spielt in der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erstmals mehr als 20’000 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages erstmals die Marke von 20’000 überschritten. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, wurden 21’273 neue Corona-Fälle registriert. Seit Beginn der Pandemie gab es in dem Mittelmeerland damit 525 782 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg am Sonntag um 128 auf 37’338.

Italien beschloss erst am Sonntag eine Verschärfung der Corona-Massnahmen. Nun stieg die Zahl der Neuinfektionen an einem Tag erstmals über 20’000. (Bild: Keystone)
Coronavirus in Italien trifft die Sprecher von Mattarella und Conte

In Italien haben sich sowohl der Sprecher von Staatspräsident Sergio Mattarella als auch Ministerpräsident Giuseppe Conte mit dem Coronavirus angesteckt. Mattarellas Sprecher Giovanni Grasso sagte am Sonntag, er habe sich am Samstag testen lassen, nachdem er am Freitag eine hohe Temperatur festgestellt hatte. Am Sonntag habe er dann das positive Testergebnis erhalten, fühle sich aber relativ gut, schrieb Grasso auf Twitter. Nach einem negativen Test vom Mittwoch habe er keinen direkten Kontakt mehr zum Präsidenten gehabt.

Conte-Sprecher Rocco Casalino sagte in einer Erklärung, er habe am späten Samstagabend von seinem positiven Corona-Testergebnis erfahren. Zuvor habe er «leichte Symptome» des Coronavirus verspürt. Am Dienstag sei er zum letzten Mal im Büro des Regierungschefs gewesen – mit Maske und Abstand zu anderen Menschen. Zuletzt sei er am Mittwoch negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Shitstorm gegen Shopping-Center nach Jubiläumsanlass

Das aargauische Shopping-Center Tivoli feierte in diesen Tagen sein 50-jähriges Jubiläum. Die vielen Shopping-Lustigen sorgen bei den Twitter-Usern auf Kritik: «Absolut verantwortungslos. Verstehe nicht, wie der Kanton Aargau so einen Corona-Hotspot bewilligen kann. Da wird die Wirtschaft wieder über die Gesundheit gestellt», schreibt etwa ein Internet-Nutzer.

Beim Foto, das für Kritik sorgt, handle es sich um eine Momentaufnahmen, so Geschäftsführer Patrick Stäuble zu «20 Minuten»: «Dieser kurzzeitige Menschenauflauf kam zustande, als am Samstag die Tischbombe gezündet und die Rabatt-Lose verstreut wurden.» Ansonsten sei das Schutzkonzept, wie Maskentragen und Social Distancing, von den Besuchern gut eingehalten worden, so Stäuble.

Corona-Ausbruch in chinesischer Region Xinjiang - höchste Alarmstufe

Die Behörden in der westchinesischen Region Xinjiang haben nach einem Coronavirus-Ausbruch am Sonntag die höchste Alarmstufe im öffentlichen Gesundheitswesen ausgerufen. Zuvor waren 137 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete.

 

In der chinesischen Region Xinjiang kam es zu einem Corona-Ausbruch. (Bild: Keystone)

Alle Infektionsfälle waren demnach in der abgelegenen westlichen Stadt Kashgar festgestellt worden. Keine der positiv getesteten Personen habe Husten oder Fieber, und alle befänden sich unter Quarantäne und medizinischer Überwachung im Krankenhaus, hiess es.

Die 137 Fälle stünden in Verbindung mit der Sancun-Fabrik der Stadt, sagte der stellvertretende Direktor der regionalen Gesundheitskommission. Ein 17-jähriges Mädchen, dessen Eltern in der Fabrik arbeiten, wurde Anfang der Woche ebenfalls positiv getestet.

Borissow mit Covid-19 infiziert

Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow ist nach zwei negativen Coronavirus-Tests positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das teilte er am Sonntag auf Facebook mit. Erst am Samstag war Borissows Quarantäne wegen Kontakten zu einem corona-infizierten Vizeminister aufgehoben worden. Borissow schrieb, er habe bereits am Freitag alle Treffen und öffentliche Auftritte für die kommenden Tage aufgeschoben. Er beklagte ein «allgemeines Unwohlsein», will aber «vorerst in Heimgenesung» bleiben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kulturbranche fordert Klarheit und einheitliche Regeln

Die Kulturbranche fordert schweizweit einheitliche Regeln für Kulturveranstaltungen und den Einbezug von Kulturverbänden bei der Umsetzung von Pandemie-Massnahmen. Die versprochene finanzielle Unterstützung müsse zudem rasch geleistet werden.

Der Kultursektor fordert für das ganze Land einheitliche Corona-Massnahmen. (Bild: Keystone)

Der Kultursektor könne nachvollziehen, dass zur Eindämmung der Corona-Pandemie einschneidende Massnahmen notwendig seien, schreibt die Taskforce Culture in einer Medienmitteilung vom Sonntag. Die Massnahmen würden aber «viele Kulturschaffende und Kulturunternehmen endgültig existenziell gefährden». Mehr zum Thema gibt es hier.

Corona-Neuinfektionen in den USA bleiben nahe Rekordniveau

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA sind am Wochenende in Nähe des jüngst erreichten Rekordniveaus geblieben. Am Samstag steckten sich erneut rund 83’700 Menschen an, wie aus Zahlen der Universität Johns Hopkins von Sonntag hervorgeht. Am Freitag hatten die USA die bisher höchste Zahl mit 83’757 bestätigten Infektionen an einem Tag verzeichnet. Rund 900 Menschen starben. Insgesamt kostete die Pandemie damit rund 225’000 Amerikaner das Leben. Rund 8,6 Millionen infizierten sich bisher.

Die Ansteckungszahlen in den USA bleiben auf Rekrodniveau. (Bild: Keystone)

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert

59 Millionen Euro Verlust bei Hertha Berlin

Der deutsche Bundesligist Hertha Berlin hat in der vergangenen Saison einen Verlust von 59 Millionen Euro verzeichnet. Finanzchef Ingo Schiller nannte an der Mitgliederversammlung am Sonntag als Hauptgrund vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie seit März: «Keiner kann etwas dafür, dass jetzt 35 Millionen Einnahmen fehlen.» Die Verbindlichkeiten stiegen bis Mitte des Jahres 2020 auf 141,8 Millionen Euro.

London verbietet One-Night-Stands

Das hat selbst Aids nicht geschafft: In London herrscht wegen der Corona-Pandemie ein One-Night-Stand-Verbot. In der Metropole gilt wegen der steigenden Fallzahlen an diesem Wochenende die Alarmstufe zwei. Diese beinhaltet ein «innenräumliches Begegnungsverbot von Menschen aus unterschiedlichen Haushalten.» Amouröse Abenteuer sind damit erstmal vom Tisch. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Spanien Regierung ruft erneut Notstand gegen Corona aus

Die spanische Regierung hat erneut einen nationalen Notstand beschlossen, um eine nächtliche Ausgangssperre gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer ausserordentlichen Ministerratssitzung in Madrid vereinbart, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Der Notstand, der noch am Sonntag in Kraft trat, gilt zunächst für zwei Wochen.

In Spanien herrscht wegen der Corona-Pandemie erneut Notstand. (Bild: Keystone)

Eine Verlängerung müsste gemäss Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung. Die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. *Europa und Spanien sind mitten in der zweiten Welle», so Sánchez.

Kanton Schwyz verbietet Veranstaltungen mit mehr als 30 Menschen

Der Schwyzer Regierungsrat hat heute Sonntag an einer ausserordentlichen Sitzung die Corona-Massnahmen verschärft. So gilt ab Montag eine Personengrenze von zehn Menschen für Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis.

Weiter sind alle übrigen Veranstaltungen mit mehr als 30 Menschen verbot. Davon Ausgenommen sind Sitzungen des Kantonsrates, Bezirksgemeinden oder Gemeindeversammlungen. Die Teilnehmer sind dabei jedoch verpflichtet, eine Maske zu tragen.

Am Arbeitsplatz gilt in den Innenräumen eine Maskentragepflicht. Sämtliche Arbeitgeber, Arbeitnehmer und selbständig Erwerbende müssen eine Maske zu tragen. Ausgenommen von der Maskentragepflicht am Arbeitsplatz sind Personen, die alleine in einem geschlossenen Raum arbeiten oder aus Sicherheitsgründen oder aufgrund der Art der Tätigkeit keine Gesichtsmaske tragen können. Alles dazu lesen Sie hier.

Genfer Universitätsspital setzt Hilferuf für mehr Personal ab

Des Genfer Universitätsspital schlägt Alarm: Es wird dringend nach Personal gesucht. (Bild: Keystone)

Im Kanton Genf benötigt das Universitätsspital (HUG) aufgrund rasch gestiegener Klinikeinweisungen wegen der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie dringend zusätzliches Personal. Das Spital hat am Sonntag einen entsprechenden Aufruf an ehemalige Mitarbeiter im Ruhestand sowie solche in unbezahltem Urlaub gerichtet.

Die Klinikleitung sucht demnach sofort nach Freiwilligen für medizinische, pflegerische oder administrative Aufgaben, wie die Klinik mitteilte. Die Ärzte und zusätzlichen Pflegeleute etwa für die Intensivstationen sollen die bestehenden Teams im Spital verstärken und entlasten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Solothurnerin müssen für Corona-Test Stunden lang anstehen

Mit den steigenden Corona-Zahlen werden die Testcenter in der Schweiz überrannt. So auch am Samstag in Solothurn. Berichten zufolge standen die Menschen beim Bürgerspital bis zu drei Stunden in der Schlange. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Auch Olten in Quarantäne

Auch der EHC Olten befindet sich für zehn Tage in Quarantäne – weil ein Spieler der Swiss-League-Equipe positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden ist.

Der Solothurner Kantonsarzt entschied, dass die Mannschaft und der Coaching-Staff in Quarantäne müssen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Slowakei: Mehr als 3000 Corona-Neuinfektionen – Massentest läuft

In der Slowakei hat der tägliche Anstieg an Corona-Infektionen erstmals die Schwelle von 3000 Fällen überschritten. Wie der konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Sonntag auf Facebook mitteilte, wurde mit 3042 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein Rekordwert erreicht.

Der rasche Anstieg der Infektionszahlen bestätige, dass es richtig war, Ausgangsbeschränkungen über das ganze Land zu verhängen, schrieb der Gründer der Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLANO. «Doch der Lockdown alleine, so wie er in der Slowakei konzipiert ist, dass also Millionen Menschen trotzdem weiter zur Arbeit gehen, kann nicht genügen. Eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung spielen daher unsere flächendeckenden Tests.»

Kritik an Corona-Massnahmen in Grossbritannien - Zahlen steigen weiter

Trotz der weiteren Zuspitzung der Corona-Lage in Grossbritannien stossen die Massnahmen der Regierung auf viel Kritik und Unverständnis. Am Samstag meldete die Statistikbehörde mehr als 23’000 Neuinfektionen. Pro 100’000 Einwohnern lag die Zahl der Neuinfektionen binnen zwei Wochen nach Angaben der EU-Seuchenbehörde (ECDC) im Vereinigten Königreich bei 383,1. Dennoch demonstrierten in London am Wochenende Tausende für ein Ende der Corona-Beschränkungen.

Die Protestierenden sprachen sich gegen die Maskenpflicht aus und kritisierten die geltenden Massnahmen als Tyrannei oder Überwachung oder stellten die Pandemie an sich infrage. Die Metropolitan Police nahm 18 Menschen fest.

Italien mit rigorosen Verschärfungen der Corona-Massnahmen

Der italienische Premierminister Giuseppe Conte hat am Sonntag neue Corona-Massnahmen verfügt. Diese gelten ab Montag und bis zum 24. November. Bars und Restaurants müssen neu um 18 Uhr schliessen. Fitnessstudios, Schwimmbäder, Kinos, Theater und Spielhallen müssen ganz zu machen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

In Italien werden die Corona-Massnahmen massiv verschärft. Viele öffentliche Einrichtungen müssen ganz schliessen. Für Restaurants ist jeweils ab 18:00 Uhr eine Sperrstunde verfügt worden. (Bild: Keystone)

Festnahmen und Gewalt bei Protesten gegen Corona-Massnahmen in Rom

In Italiens Hauptstadt Rom ist es bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen in der Nacht zum Sonntag im Zentrum Roms unter anderem Feuerwerkskörper auf Polizisten, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos und andere Medien berichteten. Als Bereitschaftspolizisten zur Verstärkung anrückten, wurden demnach Autos beschädigt und Müllcontainer in Brand gesteckt. Zwei Polizisten erlitten den Berichten zufolge Verletzungen, mindestens zehn Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei selbst machte zunächst keine Angaben dazu. Alles dazu lesen Sie hier.

Appenzell Ausserrhoden mit neuen Massnahmen

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden prescht vor: Er führt eine generelle Maskenpflicht ein. Veranstaltungen ab 50 Personen werden verboten. Bei Privatanlässen dürfen sich nicht mehr als 15 Menschen treffen. Die Fallzahlen sowie die Zahl der Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen würden drastisch zunehmen.

Die Lage im Kanton wie auch in der Eidgenossenschaft drohe ausser Kontrolle zu geraten, schreibt der Kanton in einer Mitteilung vom Sonntag. Ab Montag treten schärfere Regelungen im Kanton in Kraft. Sie entsprechen den Massnahmen, die der Bundesrat am Wochenende bei den Kantonen in die Vernehmlassung geschickt hat und die am Samstag publik wurden. Alle Hintergründe gibt es hier.

Walliser Spitäler laut Regierungspräsident an der Belastungsgrenze

Die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie hat im Kanton Wallis die Spitäler laut Regierung an die Belastungsgrenze gebracht. «Wir sind kurz vor der höchsten Alarmstufe», sagte Regierungspräsident Christophe Darbellay in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Im Unterwallis seien von den 120 Plätzen die für schwer erkrankte Corona-Patienten reserviert seien, schon rund 100 besetzt, sagte der 49-jährige CVP-Politiker. Die Walliser Behörden hatten diese Woche einen Teil-Lockdown beschlossen. Der Kanton ist derzeit einer von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Kantone. Darbellay kritisiert den Bundesrat nun scharf. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Die Walliser Spitäler stossen derzeit an ihre Belastungsgrenze. (Bild: Keystone)

Berliner Polizei löst Fetisch-Party auf

Rund 600 Gäste feierten in Berlin-Mitte am Samstagabend eine Fetisch-Party. Diese wurde von der Polizei aufgelöst. «Es waren einfach zu viele für zu wenig Platz», sagte die Polizei laut NTV.

Die Veranstalterin erwartet nun ein Verfahren wegen Verstosses gegen die Deutsche Infektionsschutzverordnung. Der Mindestabstand habe wegen der Vielzahl der Personen nicht eingehalten werden können. Die Veranstalterin habe die Party nach Aufforderung der Beamten beendet.

Italienische Zeitung zieht Vergleich zwischen Schweiz und Bergamo

Die Corona-Zahlen in der Schweiz steigen unaufhörlich. Die Spitäler füllen sich und die Intensiv-Pflegekräfte sind bereits am Anschlag. In den nächsten Tagen und Wochen dürften die Zahlen weiter steigen. Keine einfache Situation – die italienische Zeitung «La Stampa» zeichnet nun ein düsteres Bild.

Denn in der Schweiz steigen die Zahlen viel schneller als in den umliegenden Nachbarländern – ähnlich wie zu Beginn in Italien.  Mit der Krisenregion Bergamo vergleicht das Blatt dann auch die Situation in der Schweiz in diesen Tagen. Was das genau bedeuten würde können Sie hier nachlesen.

Keine neuen Corona-Vorschläge im Bundesrat

Der Bundesrat lässt sich bei der Ergreifung von deutlich strikteren Coronavirus-Massnahmen trotz steigender Infektionszahlen erstaunlich viel Zeit, weil Gesundheitsminister Alain Berset (SP) laut einer Meldung des «SonntagsBlick» seinen Bundesratskollegen am Mittwoch lediglich eine sogenannte Infonotiz vorgelegt hat. Es habe keine konkreten Vorschläge gegeben, hiess es. Zugleich habe der Magistrat lediglich die Kantone gebeten, in Eigenregie «starke oder sehr starke» Massnahmen zu ergreifen.

Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere, mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Als Grund für das zögerliche Handeln des Bundesrates vermutet das Blatt die Angst vor einer «Corona-Diktatur». Im Frühjahr war der Bundesrat von Kantonen und Parlamentariern dafür gescholten worden, zu lange auf Notrecht gesetzt zu haben. Diesen Vorwurf wolle sich SP-Bundesrat Berset kein zweites Mal machen lassen. Deshalb sei für ihn der Übergang zu Notrecht derzeit kein Thema, hiess es weiter. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Bundesrat Alain Berset soll keine konkreten neue Massnahmen vorgeschlagen haben. (Bild: Keystone)

Intensivpflegende erschöpft

Intensivpflegende gehen laut Meldungen der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» erschöpft in die zweite Welle des Coronavirus. Die Zeitungen berufen sich dabei auf Angaben der Gesellschaft für Intensivmedizin. Die Pflegenden auf Intensivstationen und den Coronavirus-Abteilungen hätten während des ersten Lockdown im Frühjahr teilweise bis zur Erschöpfung gearbeitet. Pflegende seien noch am Regenerieren von den Schichten im Frühling, erklärte Franziska von Arx-Strässler, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin gegenüber den Blättern. «Viele sagen, sie könnten eine zweite Welle mit ausserordentlich langen Arbeitszeiten kaum noch stemmen», hiess es weiter. Ausserdem würden mehr Quarantäne-Fälle unter der Belegschaft und ohnehin mehr Mitarbeiter-Ausfällen während der kalten Jahreszeit zu Engpässen beim Intensivpflegepersonal führen. Alles dazu lesen Sie hier.

Japanische Airline ANA will 3500 Jobs streichen

Japans grösste Airline, ANA Holdings (All Nippon Airways), plant einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von rund 3500 Stellen innerhalb von drei Jahren. Die Kürzungen seien Teil eines grösseren Restrukturierungsplans, der am Dienstag vorgestellt werden soll.

Dies schrieb die japanische Tageszeitung «Yomiuri» am Sonntag. Als Hauptgrund für die Sparmassnahmen wird das geringere Flugaufkommen während der Coronavirus-Krise genannt.

ANA hatte zum Ende des vergangenen Jahres rund 43’500 Mitarbeiter. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Fluggesellschaft mit einem Verlust von rund 4,8 Milliarden Dollar.

Kolumbien: Zahl der Corona-Fälle überschreitet eine Million
 

Kolumbien verzeichnet über eine Million Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie. (Bild: Keystone)

Als achtes Land der Welt hat Kolumbien mehr als eine Million Corona-Fälle registriert. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag (Ortszeit) stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem südamerikanischen Land seit Beginn der Pandemie auf 1’ 007’711. Im Vergleich zum Vortag waren demnach knapp 8800 Neuinfektionen, rund 5700 Genesene und 198 Todesopfer zu der Statistik hinzugekommen. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 bei 30’000 – nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA sind das die elftmeisten weltweit.

Kolumbien hat mit rund 50 Millionen Einwohnern gut 30 Millionen weniger als Deutschland, aber rund dreimal so viele Corona-Todesopfer und mehr als doppelt so viele Infektionen zu beklagen. Zeitweise herrschten dort strenge Ausgangsbeschränkungen, seit September ist das Land jedoch grösstenteils wieder geöffnet.

83’000 Neuinfektionen in USA - Trump spielt Corona-Gefahr herunter

US-Präsident Donald Trump hat im Angesicht einer Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen die Gefahren durch das Virus heruntergespielt. «Ich hatte es, hier bin ich», verkündete Trump in Anspielung auf seine Covid-19-Erkrankung bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag. «Und jetzt sagen sie, dass ich immun bin.» Trump war unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Medikament behandelt worden, das er als «Heilmittel» bezeichnete. Bis Samstag starben unterdessen mehr als 224’000 Amerikaner an der Krankheit.

US-Präsident Donald Trump spielte die Corona-Gefahr im Wahlkampf erneut runter. (Bild: Keystone)

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA an einem Tag stieg auf mehr als 83’000 – der bisher höchste Wert. Trump führte die Entwicklung darauf zurück, dass mehr als früher getestet werde. «Wenn wir halb so viel testen würden, wäre die Zahl halb so hoch.» Überhaupt werde in den Medien ständig über das Virus geredet. «Macht man den Fernseher an: Covid, Covid, Covid, Covid, Covid», beschwerte sich der Präsident. Mehr dazu lesen Sie hier.

Stabschef von Mike Pence infiziert
Der Stabschef des US-Vizepräsidenten Mike Pence hat Corona- (Bild: Keystone)

Der Stabschef von US-Vizepräsident Mike Pence ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Test bei Pence selbst sei negativ ausgefallen und er wolle an seinem Programm unter anderem mit Wahlkampfauftritten festhalten, teilte Pence‘ Sprecher in der Nacht zum Sonntag mit. Sein Stabschef Marc Short sei jetzt in Quarantäne.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die US-Regierungsspitze direkt von der Pandemie getroffen wird. Erst Anfang des Monats waren Präsident Donald Trump und diverse Mitarbeiter des Weissen Hauses positiv getestet worden. Trump erholte sich von seiner Covid-19-Erkrankung, nachdem er unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel behandelt worden war.

Starker Anstieg bei Corona-Zahlen: Österreich greift härter durch

Österreich zieht die Zügel angesichts stark steigender Corona-Neuinfektionen weiter an: Seit Mitternacht (Samstag auf Sonntag) dürfen sich in Innenräumen abseits der eigenen vier Wände etwa bei Tanz- oder Yogakursen oder privaten Geburtstagsfeiern nur noch sechs Personen treffen, draussen zwölf. Das gilt auch für Amateur-Chöre und Musikkapellen. Auch in Restaurants gilt ab jetzt eine Höchstzahl von sechs statt bisher zehn Erwachsenen pro Tisch. Auf der Strasse muss wieder ein Meter Abstand gehalten werden, ausser zu Menschen, mit denen man zusammenwohnt.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hatte am Samstag erneut einen Rekordwert erreicht. 3614 Fälle wurden innerhalb von 24 Stunden gemeldet, nach 2571 am Tag davor. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 172,1 pro 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit bei 68,4. Stark betroffen sind die an Deutschland grenzenden österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 45’000 Corona-Neuinfektionen

In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 45’000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Samstagabend 45’422 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es erneut einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der grossflächigen Corona-Testung in Frankreich. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

 

Frankreich verzeichnet mit 45’422 neuen Corona-Fällen einen neuen Tages-Rekord. (Bild: Keystone)

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Die Behörden meldeten allein in der vergangenen Woche mehrmals neue Spitzenwerte bei den Neuinfektionen. Demnach war am Freitagabend erstmals die Marke von einer Million gemeldeter Fälle seit Beginn der Pandemie überschritten worden. Mehr als 34’500 Menschen im Land sind bereits im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Zehntausende Israelis protestieren gegen Netanjahu

Zehntausende Israelis haben am Samstagabend an zahlreichen Orten des Landes erneut gegen den wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu demonstriert. In Tel Aviv und Jerusalem kamen den Organisatoren zufolge jeweils Tausende zu Protesten zusammen. Sie machten auch ihrem Frust über die Beschränkungen in der Corona-Pandemie Luft, die vor allem kleinen Betrieben, Ladenbesitzern und Gastronomen zu schaffen machen. In Tel Aviv nahm die Polizei sechs Menschen fest, die Demonstranten bedroht haben sollen, wie Sprecher Micky Rosenfeld sagte.

Bei einem Treffen des Kabinetts hatte Netanjahu zuvor höhere Strafen für Verstösse gegen die Corona-Regeln angekündigt. «Wenn die Zahl der täglichen Infektionen sinkt, werden die Einschränkungen gelockert. Wenn die Zahl der Infektionen steigt, werden die Einschränkungen verstärkt», sagte der Ministerpräsident bei einer Pressekonferenz in Jerusalem. Ein zweiter landesweiter Lockdown, der am 18. September in Kraft getreten war, wird derzeit schrittweise gelockert.

Weniger Kundschaft im Fernverkehr der Deutschen Bahn

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn gehen einem Zeitungsbericht zufolge die Kundenzahlen wegen der steigenden Coronavirus-Infektionszahlen wieder zurück. Im Fernverkehr betrage die Auslastung 30 Prozent mit fallender Tendenz.

Dies berichtet die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Bahnsprecher sagte der Zeitung, im Fernverkehr registriere man eine zunehmende Verunsicherung der Kunden, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben sei.

Was bisher geschah

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