LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein und Grossrat André Auderset begutachten das gute Abschneiden von LDP-Regierungsratskandidatin Stephanie Eymann. (Bild: Keystone)
Basel

Bürgerliche Parteien hoffen auf Mehrheitswechsel in der Regierung

Die bürgerlichen Parteien geben sich nach Auszählung der brieflichen Stimmen zuversichtlich, dass die seit 2005 andauernde rot-grüne Mehrheit kippen könnte.

Die amtierende Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grünes Bündnis) zeigte sich im Wahlforum «sehr enttäuscht» über ihr schlechtes Abschneiden nach den brieflichen Stimmen. «Dass ich kurz vor den Wahlen einen unpopulären Entscheid fällen musste und eine Kampagne gegen mich ausgelöst wurde, hat mir offensichtlich geschadet», sagte sie bezugnehmend auf ihre scharf kritisierten Führungsentscheide beim Historischen Museum Basel.

Angesprochen auf den zweiten Wahlgang, sagte sie, dass sich Links-Grün mit aller Kraft ins Zeug legen müsse, um die rot-grüne Regierungsmehrheit doch noch sichern zu können.

Mit solch einem positiven Resultat habe sie nicht gerechnet, sagte LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein zum Abschneiden der Kampfkandidatin und Quereinsteigerin Stephanie Eymann. Nach Auszählung der brieflichen Stimmen lag die LDP-Kandidatin mit 23’725 Stimmen 145 Stimmen über dem absoluten Mehr. Zu einer möglichen Rückeroberung der bürgerlichen Mehrheit in der Regierung mochte sie sich noch nicht äussern.

«Mehrheitswechsel liegt in der Luft»

Anders FDP-Präsident Luca Urgese: «Ein Mehrheitswechsel liegt in der Luft», sagte er nach Kenntnisnahme der Zwischenresultate. Es zeige sich, dass die Bevölkerung mit der rot-grünen Regierungsarbeit unzufrieden sei. Dass sich für FDP-Regierungsrat Baschi Dürr ein zweiter Wahlgang abzeichnet, damit habe man rechnen müssen. Aber er liege auf dem 7. Platz, wäre also wiedergewählt.

Das «erfreuliche»  Resultat von LDP-Kandidatin Eymann bezeichnete er als noch zu knapp, um bereits von einem Einzug in die Regierung im ersten Wahlgang sprechen zu können.

SP-Präsident Pascal Pfister freute sich über das starke Resultat von Tanja Soland, die bei den brieflich Stimmenden deutlich das Spitzenresultat erzielte. Zum schlechten Abschneiden der Kandidatin des Grünen Bündnisses, Elisabeth Ackermann sagte er, dass die unfairen öffentlichen Kampagnen ihre Wirkung offensichtlich gezeitigt hätten.

Effort im zweiten Wahlgang nötig

«Wir werden mit Nachdruck in die Hosen steigen müssen, um unsere Sitze im zweiten Wahlgang doch noch retten zu können», sagte Pfister. Das gilt auch für SP-Kandidat Kaspar Sutter, der nach Auszählung der brieflichen Stimmen zwar den 6. Platz erreichte, mit 21’784 Stimmen das absolute Mehr aber um 1796 Stimmen klar verpasste.

Esther Keller, die für die Grünliberalen ins Rennen gestiegen ist, gab sich nach den Zwischenresultaten positiv überrascht und «sehr zufrieden». Sie landete mit 20’619 Stimmen vor der amtierenden Regierungspräsidentin auf dem 8. Zwischenrang.

Auch Stefan Suter, der als Quereinsteiger für die SVP kandidiert hatte, äusserte sich zufrieden mit seinem Abschneiden. Er erzielte 12’398 Stimmen. Angesichts der Tatsache, dass die SVP alleine habe antreten müssen, könne man das Resultat durchaus als Erfolg werten.

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