Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, ist besorgt über die aktuelle Lage. (Bild: Keystone)
Schweiz

Hauri: «Das Contact Tracing hat seine Grenzen erreicht»

Laut dem Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri habe das Contact Tracing seine Grenzen erreicht. Deshalb sollen enge Bekannte direkt informiert werden.

«Wir haben einen Getriebeschaden.» Das Contact Tracing habe seine Grenzen erreicht, sagte Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, am Freitag vor den Bundeshausmedien.

Deshalb könne es nun sehr helfen, enge und gute Bekannte selber zu informieren, damit sie sich vorsichtig verhalten und in Selbstquarantäne begeben könnten. Angesichts der Lage müssten die engen Kontakte dringend runter.

Dies sei durch Verminderung körperlicher Nähe sowie unnötigen Ansammlungen in Freizeit und Sport erreichbar. Dies stehe allerdings im Widerspruch zum Bewegungsbedürfnis der Menschen. Es gelte deshalb Massnahmen sorgfältig abzuwägen. «Soziale Kontakte müssen möglich bleiben», so Hauri. Dies stelle vor allem Pflegeheime vor grössere Herausforderungen.

Hinter den nüchternen Fallzahlen würden zunehmend wieder ältere Personen und Personen mit Vorerkrankungen stecken. Ein Fünftel der positiven Fälle sei zwischen 50 und 65 Jahre alt, jeder Zehnte über 65, gesamthaft rund ein Drittel über 50 Jahre. Das werde sich auf die Zahl der Hospitalisierungen auswirken.

Ausdehnung der Maskenpflicht

Laut Hauri hat es die Bevölkerung in den eigenen Händen, den Getriebeschaden zu beheben, indem sie konsequent Schutzmasken trage, Abstand halte, die Hände regelmässig wasche und desinfiziere sowie die Kontakte auf das Nötigste beschränke.

Die Ausdehnung der Maskenpflicht sei eine milde, sehr schnell umsetzbare Massnahme. Antigentests sind laut Hauri erwünscht, aber alleine für sich kein Problemlöser.

Bei den Spitalkapazitäten sei ein praktisches Umdenken nötig, aber die Behandlung anderer Patienten dürfe nicht zu kurz kommen, das sei eine grosse Herausforderung. Die Koordination der Intensivpflegeplätze sei weiter entwickelt als im Frühling, bleibe jedoch eine Herausforderung.

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