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Der Telebasel News Beitrag vom 20. Oktober 2020.
Basel

Roche-Turm stösst auf Kritik

Ein Schlag ins Gesicht der Anwohner und des Heimatschutzes. Nachdem schon zwei Türme die Sonne verdunkeln, soll noch ein dritter kommen.

Roche will einen dritten Turm bauen, auch im Südareal und im gleichen Stil wie die ersten beiden. Telebasel hat berichtet.

«Man sieht, dass die Lücke, die dort ist, auch noch geschlossen sein wird. Und mit einem dritten Turm ist sie dann so oder so geschlossen», sagt Roland Hofmann in seinem Garten, der sich in unmittelbarer Nähe der Roche-Baustelle befindet. Er zeigt uns, wie die bestehenden zwei Türme ihm bereits die Sonne rauben und wie der dritte seinen Garten gänzlich beschatten würde. Hofman ist Präsident des HEAW, einem Anwohnerverein im Wettsteinquartier.

Das andere Problem, dass die Anwohner mit dem Vorhaben von Roche haben, ist der Baulärm. Mit dem dritten Hochhaus wird dieser nicht aufhören. Seit man 2010 am Turm 1 baut, leiden die Anwohner unter massiven Lärmemissionen. «In der ganzen Zeit konnten wir unsere Aussenräume nicht nutzen, ausser am Sonntag. Samstags wird ja auch gebaut, einfach eine Stunde später», sagt Hofman lachend.

Heimatschutz überrumpelt

Doch auch der Heimatschutz fühlt sich vor den Kopf gestossen. Roche kommuniziert ihre Pläne öffentlichkeitswirksam, obwohl immer noch nicht geklärt ist, ob drei Gebäude auf dem Areal unter Denkmalschutz gestellt werden. Das zeige dem Heimatschutz-Präsidenten Christof Wamister, dass Roche eigentlich nicht darauf eingehen wolle: «Sie wollen nur ihr Bauprogramm durchziehen.»

Dass der Denkmalschutz den Bau stoppt, bezweifelt er aber: «Der erste Entscheid ist bei der Regierung und bei einem so wichtigen Arbeitgeber und Steuerzahler überlegt sie sich das zwei Mal.»

Der Heimatschutz schliesst nicht aus, dass er einen Entscheid gegen den Schutz anfechten würde. Der Verein ist nämlich rekursberechtigt.

Roche möchte zum laufenden Verfahren mit dem Denkmalrat an dieser Stelle nichts sagen.

3 Kommentare

  1. Lieber Herr Wenger,

    Und was ist daran negativ? Die „ROCHE-Türme“ gehören zum neuen Stadtbild von Basel. Jede Stadt ist in einem stetigen Wandel und verändert ihr Aussehen laufend. Die ehemalige Stadtmauer von Basel steht heute auch lediglich nur noch an einigen Stellen (als Tore). Die Gesellschaft verändert sich und damit auch ihre Wohnräume und somit Städte. Eine Stadt ist schlichtweg kein Freilichtmuseum, wie es etwa Ballenberg in der Schweiz ist, sondern ein Nutzungsraum und der muss funktionell den Anforderungen der Gesellschaft entsprechen.
    Warum soll dabei Basel eine Ausnahme sein? Mittlerweile stehen mehrere Hochhäuser in Basel, welche die Skyline massgeblich beeinflussen (Messeturm, Roche-Türme, Baloise Hochhaus, MOH, etc.).
    Und es ist beinahe garantiert, dass noch weitere dazukommen werden. Basel ist beliebt als Lebens- und Arbeitsort und da die Fläche stark begrenzt ist, wird zwangsläufig in die Höhe gebaut.

    Und nicht zu vergessen: Andere Touristen fliegen extra nach New York oder Dubai. Genau aus dem Grund, um solche Wolkenkratzer zu sehen!Report

  2. Ich war als Touristin in Basel unterwegs und wollte ein Paar Bilder mit der Kamera einfangen. – Doch, wo man auch steht, praktisch überall hat man diese Hochhäuser von Roche auf dem Bild. … !!
    Der Standort dieser Wolkenkrstzer ist mit Berechnung und Eigennutz ausgewählt.
    Schade für diese wunderschöne Stadt!Report

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