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Der Telebasel News Beitrag vom 20. Oktober 2020.
Baselland

Konkurswelle bleibt aus und Arbeitslosenquote sinkt

Eine Konkurswelle wegen der Coronakrise blieb im Landkanton aus. Die Arbeitslosenquote ist Ende September gesunken, doch die Situation bleibt unvorhersehbar.

Es ist eine überraschende Feststellung. Auch für den Leiter des Konkursamts Basel-Landschaft, Reto Tschudin. Er zeigt sich über die ausbleibende Konkurswelle verwundert, die aufgrund der Coronakrise zu erwarten gewesen wäre. Doch durch die vom Bund abgesicherten Kredite, scheint die Wirtschaft besser mit der Situation zurechtzukommen, als erwartet.

Ein übliches Auf und Ab

Dass in einigen Monaten mehr Firmen Konkurs gehen, wie in anderen, sei nicht unnormal, erklärt der Leiter des Konkursamts Basel-Landschaft am Dienstag: «Der August ist immer ein guter Monat, weil über die Sommerferien einfach weniger läuft und dann zieht es dort an», so Reto Tschudin.

«Ich denke die Welle, diese kleine Welle, die es jetzt gibt, ist mehr oder weniger normal.» Laut Tschudin hätte es im September 39 Konkurse, also 17 mehr als im August im Baselbiet gegeben.

Im Vergleich zum letzten Jahr würde sich das Total der Konkurse ähnlich verhalten. «Im Generellen jedoch weniger. Also auch bei den Betreibungen. Wir werden bis zu 10’000 Betreibungen weniger haben als im Vorjahr», so Tschudin zu Telebasel. «Ich gehe davon aus, dass das einfach eine aufgeschobene Zahl ist.»

Soforthilfe und einfache Kreditvergabe

Die Kredite, die man im März gestützt vom Bund beantragen konnte, hätten laut Tschudin dazu beigetragen, dass die Situation momentan so stabil sei. «Es ist aber klar, dass es ohne diese Massnahmen ganz anders aussehen würde», so Tschudin.

Auch in der Arbeitslosigkeit konnten durch Kurzarbeit einige Arbeitsplätze sichergestellt werden. «Die Unterstützungsmassnahmen von Bund und Kanton zeigen unserer Ansicht nach Wirkung. Viele Firmen, die in Kurzarbeit waren, arbeiten wieder im Normalbetrieb», schreibt das Basler Amt für Wirtschaft und Arbeit auf Anfrage.

«Die Öffentliche Arbeitslosenkasse des Kanton Basel-Stadt hat bisher rund 310 Millionen Franken Kurzarbeitsentschädigung ausbezahlt. Insgesamt wurden beinahe 13‘900 Auszahlungen an Unternehmen getätigt.» Doch wie das AWA weiter betont, sind die Branchen wie Hotellerie, Gastronomie, Tourismus oder Event, weiterhin stark betroffen.

Situation bleibt unvorhersehbar

Ob bei der Entwicklung von Konkursen oder der Arbeitslosenquote, die Situation bleibe unvorhersehbar. Reto Tschudin meint: «Es ist gut, wenn die Wirtschaft von diesen Krediten profitieren kann. Ich denke, irgendwann werden diese zur Rückzahlung fällig und was dann passiert, ist momentan nicht abschätzbar.»

Auch beim Arbeitsmarkt liegt eine grosse Prognoseunsicherheit vor. «Faktoren, die eine Prognose erschweren, sind beispielsweise die unsichere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die Unsicherheit über gewisse Schutzmassnahmen im In- und Ausland und letztlich auch der weitere Verlauf der Pandemie», schreibt das AWA.

Ende September 2020 waren im Kanton Basel-Stadt 4‘053 arbeitslose Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registriert, 89 Personen weniger als noch im August 2020 (-2.1%). Das AWA rechnet jedoch mit einem erneuten Anstieg.

Grundsätzlich hätte die Region Glück im Unglück: «Es handelt sich nach wie vor um einen attraktiven Standort mit zahlreichen Standortvorteilen. Man ist stark von den Unternehmen der Life Sciences-Branche und der Finanzwirtschaft, insbesondere den Versicherungen, geprägt und wirkt damit in Krisenzeiten stabilisierend.» Laut Amt für Wirtschaft und Arbeit wohl ein weiterer Grund, weshalb die Lage momentan stabil sei.

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