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Die Medienkonferenz mit Fachexperten des Bundes ab 14 Uhr live. (Bild: Keystone)
Schweiz

Steffen: «Die zweiten Wellen sind zäh und dauern in der Regel länger an»

Die Fachexperten des Bundes informierten am Dienstag über die aktuelle Corona-Lage in der Schweiz. Mit dabei auch der Basler Kantonsarzt.

Laut Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG) verdoppeln sich die Covid-Fallzahlen innerhalb einer Woche. Dies sagte Kuster am Dienstag vor den Bundeshausmedien in Bern. Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Massnahmen greifen würden. Die Reproduktionszahl liege bei 1,6. Das bedeutet, dass zehn Personen 16 Personen anstecken. Die Schweiz habe damit heute doppelt so viele Fälle wie Italien.

In den letzten Wochen sei ein Anstieg der Zahlen in allen Altersklassen beobachtet worden. Die Fallzahlen dieser zweiten Welle könnten nicht mit der ersten Welle verglichen werden, sagte Kuster weiter. Es werde viel mehr getestet. Verglichen werden könne dagegen die Zahl der Hospitalisierungen und die Todesfälle.

«Zweite Welle ist angekommen»

Der Anstieg der Corona-Zahlen hat die Arbeitsbelastung bei den kantonsärztlichen Diensten stark ansteigen lassen. Dies sagte am Dienstag der baselstädtische Kantonsarzt Thomas Steffen, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärzte, vor den Bundeshausmedien.

«Die zweite Welle ist angekommen, schneller und deutlicher und stärker, als wir das noch vor zwei, drei Wochen angenommen hätten», sagte Steffen. Für die kantonsärztlichen Dienste habe die Arbeit in den letzten Tagen «gewaltig zugenommen», nicht nur beim Contact-Tracing, sondern auch durch eine Zunahme in möglichen und tatsächlichen Hotspots wie Heimen, Schulen und Sportmannschaften.

Innert fünf Tagen 1,5 Mal so viele Covid-Patienten

Der Koordinierte Sanitätsdienst (KSD) will künftig zwei mal pro Woche bekannt geben, wie die Lage in Spitälern betreffend der Bettenbelegung aussieht. Gemäss KSD hat sich die Zahl der Covid-Patienten innerhalb von fünf Tagen um das 1,5-fache erhöht. Am Dienstagmittag lagen 100 Covid-Patienten auf einer Intensivstation.

Das sagte Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD), am Dienstag am Point de Presse der Fachbehörden zum Corona-Virus. 606 weitere Personen liegen aus anderen Gründen auf einer Intensivstation. Zur Verfügung stehen schweizweit rund 1000 Betten auf einer Intensivstation.

In der Hälfte der Kantone sind Zivis im Einsatz

Zivildienstleistende unterstützen die Kantone beim Contact Tracing. In der Hälfte aller Kantone sind sie derzeit im Einsatz, wie Christoph Hartmann, Direktor des Bundesamt für Zivildienst (Zivi), am Dienstagnachmittag vor den Bundeshausmedien in Bern sagte.

Zivildienstleistende unterstützen seit Mai mehrere Kantone beim Contact Tracing. Insgesamt seien es seit Mai 123 Zivildienstleistende in 12 Kantonen, sagte Hartmann. Heute seien 56 Zivildienstleistende im Einsatz. Mit mehreren Kantonen sei man im Gespräch.

«Alles versuchen, um Lockdown zu verhindern»

Laut Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Staatssekretärin für Wirtschaft, machen die steigenden Ansteckungszahlen auch aus ökonomischer Sicht Sorge. «Wir müssen alles versuchen, um einen zweiten Lockdown zu verhindern», sagte sie am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

Zentral seien die Schutzkonzepte. Alle Arbeitgeber müssten solche erarbeiten, alle Mitarbeitenden müssten sie einhalten. «Die Kosten für die Wirtschaft sind dann am tiefsten, wenn wir das Virus so rasch als möglich eindämmen.»

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