Aus Sicht der Kantonsärzte habe der Bundesrat die Kantone damit entlastet und nicht entmachtet. (Bild: Keystone)
Schweiz

Oberster Kantonsarzt: «Massnahmen sind etwas spät gekommen»

Die vom Bundesrat verschärften Massnahmen sind für den Präsidenten der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri, «etwas spät gekommen».

Es sei zwölf Uhr, wenn nicht sogar fünf nach zwölf gewesen, um zu handeln. Hauri hofft, dass damit die Situation wieder in den Griff bekommen werden kann, wie er am Montag in der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF sagte. Dies hänge davon ab, wie die Massnahmen angenommen und umgesetzt würden und wie die Bevölkerung diese mittrage. Hauri ist diesbezüglich zuversichtlich: «Wir gehen davon aus, dass der Grossteil der Bevölkerung durchaus den Sinn den Massnahmen einsieht, auch den Sinn der Bekämpfung des Virus versteht und deshalb die Massnahmen einhält und befolgt.»

Die am Sonntag vom Bundesrat angekündigten Massnahmen, die seit Montag gelten, seien nötig, denn eine schweizweite Vereinheitlichung habe sich angezeigt. Das Virus habe sich weitgehend über die Schweiz verbreitet. Die Massnahmen seien aber «sicher etwas spät» gekommen, die Zahl der Ansteckungsfälle sei sehr schnell explodiert. Aus Sicht der Kantonsärzte habe der Bundesrat die Kantone damit entlastet und nicht entmachtet.

Betreffend Grossveranstaltungen sagte Hauri, dass die Schutzkonzepte von vielen Vereinen sehr gut umgesetzt und eingehalten würden. «Ich kann nachvollziehen, dass Grossveranstaltungen im Moment noch nicht auf Bundesebene eingeschränkt werden, aber das kann kommen.» Doch es könne unterschiedliche Situationen in den Kantonen geben.

1 Kommentar

  1. lieber Herr Hauri
    dies ist nur traurig,dem BR die Schuld zu zuschieben;die Kantonsverantwortlichen haben die Zeit verstreichen lassen,nicht reagiert und jetzt sollten alle möglichen Ansteckungsquellen vermieden werden (Grossveranstaltungen streichen,Clubs schliessen):Sie können gerne die aktuellen Hospitalisationszahlen anschauen 7.10.:223,19.10.:544;Sie und die andern Kantonsverantwortlchen sind dazu aufgerufen,mehr herunterzufahren:Gewisse Spitäler haben Apelle an die Bevölkerung gerichtet; da Sie Angst haben, in wenigen Wochen vor dem Kollaps zu stehen.Und Sie wissen genau, die Ansteckungszahlen können nicht gesenkt werden, wenn jetzt nicht sämtliche Ansteckungsherde gestrichen werden.; Schutzkonzepte nützen nur soviel, wenn sich die Leute daran halten.Und es zeigt sich mit diesen hohen Zahlen,dass sich ein Teil der Bevölkerung nicht an die Schutzkonzepte/Massnahmen gehalten hat.Report

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