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Der Telebasel News Beitrag vom 19. Oktober 2020.
Basel

Wird der Grippeimpfstoff in Basel knapp?

Die Meldungen mehren sich: In Basel soll bereits der Grippeimpfstoff ausgehen. Apotheker bestätigen diese Annahme. Was sagt Kantonsarzt Thomas Steffen dazu?

Der Bedarf an Grippeimpfungen ist hoch im Corona-Jahr 2020. Das bestätigt Lydia Isler-Christ. Sie ist die Präsidentin des baselstädtischen Apothekerverbands und sagt: «Wir Apotheken haben dieses Jahr 1,5 Mal mehr Impfstoff bestellt.» Doch bereits jetzt, Mitte Oktober, sei ein grosser Teil der Dosen verbraucht oder reserviert. Und das schon vor dem Winter. Zwar erwarte sie gegen Ende November noch eine weitere Lieferung, aber: «Es ist schwer zu sagen, ob das reichen wird.»

Hat es wirklich genug Impfdosen gegen Grippe? Das scheint die Frage der Stunde zu sein. Es bleibt ausserdem fraglich, ob die Zusatzdosen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ausreichend sein werden. Das BAG hat zusätzlich um die 600’000 Impfdosen bestellt. Die Apothekerin fügt an, dass man sich aber auch gegen Ende des Winters noch problemlos impfen lassen könne. «In unserer Apotheke haben wir dafür gesorgt, dass unsere Stammkunden an ihre Dosen kommen», sagt Isler-Christ. Die allgemeine Nachfrage nach Grippeimpfungen sei gestiegen.

Etwa wegen der Corona-Pandemie. Die oberste Basler Apothekerin rät: «Diejenigen, die sich impfen lassen wollen, sollten das so schnell wie möglich tun.» Das Thema um den drohenden Impfstoff-Mangel hat auch die Politik erreicht. FDP-Grossrat Christophe Haller: «Ich wurde von verschiedenen Personen angesprochen, die beunruhigt sind.» So habe eine Bekannte den Politiker vor dem drohenden Mangel gewarnt. Und auch andere hätten ihm Ähnliches zugetragen. Haller will deshalb vom Kanton Basel-Stadt wissen, ob es tatsächlich zutrifft, dass «nahezu» kein Grippeimpfstoff für die «impfwillige Bevölkerung» vorhanden sei.

Kantonsarzt sieht keinen Grund zur Panik

Doch Kantonsarzt Thomas Steffen wiegt ab: «Im Moment ist die Lage in der gesamten Schweiz so, dass es genug Dosen hat.» Es habe zwar vereinzelt Meldungen von Ärzten oder Apotheken gegebenen, aber: «Wir glauben, es sollte reichen.» Gerade auch wegen der zusätzlichen Bestellung des Bundes. Es sei aber gut möglich, dass nicht zu jedem Zeitpunkt Impfdosen vorhanden sein werden. «Bezogen auf Dezember sollten genug Dosen vorhanden sein», sagt der Kantonsarzt. Die Besorgnis der Apotheker sei für ihn ein wichtiges Signal, das durchaus wahrgenommen werde.

«Der Bund ist aber sehr aktiv auf dem internationalen Markt», führt der Arzt weiter aus. Richtig abschätzen, wie hoch der Bedarf dann effektiv sein wird, könne man dann erst im Dezember. Die Lage in Basel sei aber gut. Steffen empfiehlt, einfach nachzufragen, ob wieder Dosen zur Verfügung stehen. Ausserdem würden die Corona-Schutzmassnahmen dabei helfen, die Ausbreitung der Grippe zu zügeln. Steffen: «Wir hoffen auf eine schwache Grippe-Saison.»

Das Basler Gesundheitsdepartement schreibt auf Anfrage: «Für den Kanton Basel-Stadt besteht nicht die Absicht, Grippe-Impfdosen zu rationieren, oder die Empfehlung zu geben, nur gewisse Personengruppen zu impfen.» Es könne bei den Lieferungen aber vereinzelt zu Verzögerungen kommen. Man würde die Lage beobachten.

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