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Der Telebasel News Beitrag vom 18. Oktober 2020.
Basel

Fasnachtsgewerbe ringt um jeden Franken

Die Basler Larvenmacher befinden sich in einer prekären Situation. Sie sagen; ohne Hilfe drohe vielen das Aus.

Eigentlich herrscht im Atelier Bajass zu dieser Jahreszeit Hochbetrieb. Momentan sitzt Larvenmacher Hans Ledermann aber hauptsächlich an seinem Laptop anstatt aus Pappmaché wunderschöne Larven zu kreieren. Die Lage sei prekär, sagt er: «Uns fehlt jetzt einfach ein Umsatz und ein Gewinn von zirka 80 Prozent. Und mit 20 Prozent kann man einfach nicht überleben. Und es geht allen Atelier ähnlich oder gleich.»

Anders als andere Berufsgattungen bekamen Fasnachtsateliers keine Zwangsschliessung verordnet. Hans Ledermann könnte also lediglich einen zinslosen Kredit aufnehmen und Kurzarbeit für seine Mitarbeiter anmelden, erzählt er. Er fühlt sich im Stich gelassen.

Noch ist unklar ob es nächstes Jahr überhaupt eine Fasnacht geben wird. Falls sie stattfindet, dann nur unter strengen Auflagen und im kleineren Rahmen. Für Hans Ledermann ist das nebensächlich. «Die meisten Cliquen werden dann einfach das Kostüm vom letzten Jahr nehmen».

Comité wird Solidaritätsplakette nicht unterstützen

Um den Totalkollaps abzuwenden haben die Larvenmacher einen Verein gegründet und bringen Ende Oktober eine Solidaritätsplakette in Umlauf. Dadurch soll etwas Geld in die leeren Portemonnaies kommen. Ledermann hofft, dass sich auch das Fasnachts-Comité hinter die Plakette stellt. Pia Inderbitzin winkt jedoch ab: «Nein, es gibt andere Lösungsansätze. Das man zum Beispiel die Fasnachtsbeiträge auf der gleichen Höhe behält und ein Teil dieses Geldes an seine Künstler gibt.» Auch das Comité vertreibt eine Fasnachtsplakette.

Auch von der Basler Regierung gibt es bis anhin keine besonderen Bemühungen das Fasnachtsgewerbe zu retten. Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing verweist auf die gängigen Hilfsprogramme: Ich denke, es gibt für die ganzen wirtschaftlichen Themen schon sehr viele Programme. Ich kann Ihnen jetzt nichts spezielles zu der Fasnacht sagen. Unser Auftrag ist es primär bei der Organisation zu unterstützen und dort werden wir uns sehr dafür einsetzen.»

Ende Oktober will das Comité erste Optionen für die Durchführung der Fasnacht 2021 präsentieren. Auf Biegen und Brechen will man die «drey scheenste Dääg» aber nicht stattfinden lassen. Die Gesundheit der Bevölkerung gehe selbstverständlich vor, so Indebitzin.

2 Kommentare

  1. Leider ist das so es wird in Kauf genommen dass viele Betriebe und Gewerbe einfach zu Grunde Gehen. Grosse Reden über Hilfe aber eben nur Gerede. Meine Persönliche MeinungReport

  2. Genau wir Fasnächtler sollten zusammenhalten, und die 10 Franken investieren, das mit den 50000.—Fr.
    verstehen wir auch nicht vor allem für was für eine personelle Unterstützung? Es wird ja auf Vorschläge von uns gewartet.und somit sind sie ja dann fein raus…Report

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