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International

Fast 155’000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Insgesamt fast 155'000 Tote in Brasilien

Weiterhin keine Beruhigung in Brasilien. Am Dienstagabend meldet das zuständige Gesundheitsministerium 23’227 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf knapp 5,3 Millionen.

(Bild: Keystone)

Die Zahl der Todesfälle legte innerhalb von 24 Stunden um 661 auf 154’837 zu. Nach den USA und Indien weist das südamerikanische Land weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Peter Maffay gegen Obergrenze bei Veranstaltungen

Deutschrock-Sänger Peter Maffay (71) hält nichts von den wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Obergrenzen von Teilnehmerzahlen für Kulturereignissen. «Das augenblickliche Limit bremst uns aus und gibt der Branche keine Chance, sich selbst aus der Patsche zu helfen», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch).

(Bild: Keystone)

Seit Ausbruch der Pandemie habe er mit seiner Band ein einziges Konzert – Anfang Oktober in der Berliner Waldbühne – gegeben. «Da passen normalerweise 22.000 Leute rein, diesmal waren nur 4500 zugelassen», sagte Maffay. Wirtschaftlich sei das «Nonsens» gewesen. «Was spricht dagegen, statt 4500 6000 oder 7000 Menschen reinzulassen, wenn es die Location und das Hygienekonzept zulassen?».

Deutschland sagt Nato Soldaten für mögliche Covid-19-Einsätze zu

Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan «Allied Hand» zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt.

Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heisst es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wie der Ukraine, Georgien oder Schweden wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet. Notwendig wäre zudem ein Beschluss der 30 Nato-Staaten im Nordatlantikrat.

Uruguays Ex-Präsident Mujica gibt Senatssitz wegen Corona-Risiko auf

Auf Furcht vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat Uruguays populärer Ex-Präsident José Mujica seinen Sitz im Senat aufgegeben. «Ich gehe, weil die Pandemie mich rauswirft», sagte der 85-Jährige am Dienstag in seiner Abschiedsrede. «Senator zu sein bedeutet, mit den Menschen zu sprechen und überall hinzugehen. Ich bin doppelt gefährdet: wegen meines Alters und wegen meiner chronischen Immunerkrankung.» Mit Mujica (2010-2015) zog sich auch der frühere Präsident Julio María Sanguinetti (1985-1990 und 1995-2000) aus dem Senat zurück.

Mujica ist ein Idol der lateinamerikanischen Linken. Während der Militärdiktatur in Uruguay gehörte er der Stadtguerilla Tupamaros an und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. In seiner Amtszeit galt er als ärmster Präsident der Welt, weil er den Grossteil seiner Amtsbezüge spendete. Er wohnte auf einer kleinen Farm und fuhr einen alten VW Käfer.

Fluggesellschaft Cathay Pacific baut fast 25 Prozent der Stellen ab

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific kürzt infolge der Coronavirus-Pandemie fast ein Viertel der Stellen. Gleichzeitig stellt sie ihre Regionalfluglinie «Cathay Dragon» ein.

«Die Zukunft bleibt höchst ungewiss, und es ist klar, dass die Erholung schleppend ist», teilte Cathay Pacific am Mittwoch mit. Das Unternehmen berief sich dabei auf die Prognose der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA, dass erst im Jahr 2024 der Passagierverkehr wieder auf das Niveau vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zurückkehren werde.

Insgesamt würden 8500 Stellen abgebaut, was 24 Prozent der Mitarbeiter entspreche, hiess es weiter. Dies beinhalte jedoch 2600 Stellen, die derzeit aufgrund von Kostensenkungsmassnahmen nicht besetzt seien, erklärte die Fluggesellschaft zudem. Die Coronavirus-Pandemie hatte bei der Airline allein im ersten Halbjahr zu einem Verlust von 9,87 Milliarden Hongkong-Dollar, also rund 1,2 Milliarden Franken, geführt.

Serge Gnabry positiv auf das Coronavirus getestet

Der deutsche Internationale Serge Gnabry von Bayern München ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem 25-Jährigen «geht es gut», hiess es in einer Mitteilung seines Klubs. Der Offensivspieler befinde sich in Quarantäne und wird damit vorerst ausfallen. Am Mittwoch startet Bayern München mit dem Heimspiel gegen Atlético Madrid in die neue Saison der Champions League.

Serge Gnabry wurde positiv auf das Coronavirus getestet. (Bild: Keystone)
Mehr als 21'000 neue Corona-Infektionen in Grossbritannien

In Grossbritannien sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 21’000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen nach Regierungsangaben vom Dienstag auf mehr als 762’000 und die Zahl der Todesfälle auf fast 44’000.

Statistiken der Nationalen Statistikbehörde kommen sogar auf etwa 59’000 Todesfälle. Die Experten werteten hierfür alle Sterbezertifikate aus, auf denen eine Corona-Infektion vermerkt war.

In stark betroffenen Regionen wie dem Norden Englands können viele Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen. (Symbolbild: Keystone)

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer im Vereinigten Königreich aus, da es an Tests mangelt. In stark betroffenen Regionen wie dem Norden Englands können viele Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen.

Genfer Universitätsspitälern aktivieren Krisenmodus

Die Genfer Universitätsspitäler (HUG) haben am Dienstag ihr Krisenmanagement-Dispositiv aktiviert. Die Zahl der hospitalisierten Covid-19-Patienten verdoppelte sich innerhalb von fünf Tagen auf 169 Personen. Davon befinden sich 20 auf der Intensivstation.

Die Genfer Universitätsspitäler (HUG) haben am Dienstag ihr Krisenmanagement-Dispositiv aktiviert. Die Zahl der hospitalisierten Covid-19-Patienten verdoppelte sich innerhalb von fünf Tagen. (Bild: Keystone)

Das Dispositiv sieht eine Erhöhung der Bettenzahl in der Intensiv-, der Akut- und Rehabilitationsversorgung sowie die Verpflichtung von zusätzlichem Personal vor, wie vom HUG am Dienstagabend mitgeteilt wurde. Die Zahl der Operationen werde reduziert, um zusätzliche Kapazitäten für die Covid-19-Patienten zur Verfügung zu haben.

Mit mehr als fünfzig Spitalaufenthalten in zwei Tagen befinde man sich in einer Situation, die mit derjenigen von Mitte März identisch sei, lässt sich HUG-Generaldirektor Bertrand Levrat in der Mitteilung zitieren.

Maskenpflicht in Bulgarien auch im Freien

In Bulgarien ist angesichts stark steigender Corona-Zahlen das Tragen von Schutzmasken auch im Freien ab Donnerstag wieder Pflicht. Ziel sei es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren und das Klinikpersonal zu entlasten, erläuterte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Dienstag. Die bei Kritikern heftig umstrittene Massnahme soll vorerst bis Ende November gelten. Lokale und Fitnesscenter bleiben geöffnet, sollen aber auf die Einhaltung der Corona-Auflagen kontrolliert werden, sagte der Minister.

Auch in Bulgarien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv gestiegen. In dem südosteuropäischen Land wurde am Dienstag mit 1’024 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand verzeichnet. (Bild: Keystone)
Frankreich empfiehlt dringend negativen Corona-Test für einreisende aus der Schweiz

Frankreich tut es Deutschlang gleich: Das Nachbarland erhöht nun die Einreisehürden für Schweizer. Es werde nun laut dem französischen Ministerium für europäische und internationale Angelegenheiten dringend empfohlen, bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorzuweisen, so der «Blick».

Somit ist bald nicht mehr nur die aktuelle Quarantäneliste des BAG entscheidend, sondern die Einreisebestimmungen unserer Nachbarländer. Bereits letzte Woche setzte Deutschland die Schweiz auf die Risikoliste und nun folgen Verschärfungen für Frankreich.

Nach Deutschland erhöht nun auch das Nachbarland Frankreich die Einreisehürden für Schweizer. (Symbolbild: Keystone)

Frankreich empfehle bei der Einreise einen negativen Corona-Test dringend. Für Flugreisende gilt laut der Website der französischen Botschaft in der Schweiz, dass diese wenn möglich einen Test vor Abflug machen sollen. Wem dies nicht möglich sei, der müsse einen Corona-Test am Flughafen durchführen und sich in Isolation begeben, bis das Resultat da sei, berichtet «Blick» weiter.

Potentiell steigende Hospitalisierungen: Spitäler sind wachsam

Mit den rasant steigenden Corona-Fallzahlen in der Schweiz kommt vielerorts die Frage auf, ob die Spitäler für allenfalls steigende Hospitalisierungen gerüstet sind. Diese seien bereit und wachsam, heisst es beim Spitalverband H+. In der zweiten Welle der Hospitalisierung wird die Koordination zwischen den Spitälern zentral sein.

Die Spitäler könnten nach der ersten Phase der Corona-Pandemie nun agiler handeln und seien auf dynamische Entwicklungen vorbereitet. (Symbolbild: Keystone)

Die Situation sei noch unter Kontrolle und die Spitäler seien bereit, sagte Anne-Geneviève Bütikofer, Direktorin des Spitalverbands H+ am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Nervosität gebe es nicht. Natürlich könne es aber in einzelnen Institutionen anders aussehen. So hatten in den vergangenen Tagen die Kantone Schwyz und Wallis auf ihre bald kritische Lage in den Spitälern hingewiesen.

Die Erfahrungen der ersten Welle hätten gezeigt, dass die Kapazitäten genügen sollten, sagte Büttikofer. 1000 Intensivpflegestellen mit entsprechend ausgerüsteten Betten und ausgebildetem Personal stehen grundsätzlich zur Verfügung.

Contact-Tracing-Team im Wallis stösst an seine Grenzen

Das Walliser Contact-Tracing-Team hat angesichts der rapide steigenden Coronavirus-Ansteckungen Mühe, mit der Entwicklung mitzuhalten. Es ruft Infizierte dazu auf, enge Kontaktpersonen persönlich zu warnen.

Das Walliser Contact-Tracing-Team hat angesichts der rapide steigenden Coronavirus-Ansteckungen Mühe, mit der Entwicklung mitzuhalten. (Symbolbild: Keystone)

«Dies erlaubt es uns, keine Zeit zu verlieren und so schnell wie möglich alle Betroffenen zu warnen, damit sie sich in Quarantäne begeben und im Falle von Symptomen getestet werden können», sagte Nicolas Troillet, Leiter der Walliser Einheit für übertragbare Krankheiten, am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die betroffenen Personen würden zwar vom Contact-Tracing-Team kontaktiert, aber wahrscheinlich erst einige Tage später, sagte er weiter.

Uvex wächst mit Coronaschutzbrillen und Fahrradhelmen

Der deutsche Hersteller von Sport- und Sicherheitsbrillen sowie Schutzausrüstung, Uvex, hat sich bisher ohne grosse wirtschaftliche Schäden durch die Coronakrise bewegt. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2019/2020 um 1 Prozent auf 480 Millionen Euro.

Das Unternehmen geht allerdings im Segment Wintersport, in dem Uvex etwa Skibrillen und Skihelme herstellt, von einem zweistelligen Umsatzminus aus.

Das Minus im Wintersport werde aber derzeit durch einen Boom in den Bereichen Radsport und Reiten wieder wettgemacht. Hier habe die Coronakrise sogar zu Mehrabsatz – etwa bei Fahrradhelmen – geführt. Radfahren zählte während des Lockdowns zu den wenigen sportlichen Betätigungsmöglichkeiten in der Freizeit.

Sein Hauptgeschäft macht Uvex jedoch mit Artikeln für den Arbeitsschutz – darunter fallen auch Schutzmasken, Schutzbrillen und Visiere. Die Nachfrage nach solchen sei extrem gestiegen, der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4 Prozent nach oben gegangen.

Masken-Pflicht für belebte Strassen in Berlin beschlossen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen die Menschen in Berlin verstärkt eine Maske tragen.

Der Senat der deutschen Hauptstadt beschloss am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Maskenpflicht für Bereiche, in denen ein Mindestabstand von 1,5 Meter nicht einzuhalten sei. Das betrifft Wochenmärkte, besonders belebte Einkaufsstrassen, Shoppingmalls und Warteschlangen.

Auf den belebten Strassen Berlins sollen Passantinnen und Passanten künftig eine Maske tragen. (Bild: Keystone)

Seit kurzem gilt bereits, dass sich zwischen 23:00 und 6:00 Uhr nur noch maximal fünf Menschen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen – oder Angehörige zweier Haushalte.

Eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes greift bisher schon in Geschäften, Bussen und Bahnen, in Büros, in Gaststätten abseits des Tisches oder in Schulen – hier allerdings nur ausserhalb des Unterrichts und auch nicht auf dem Pausenhof.

Milliardenverlust bei Lufthansa auch im dritten Quartal

Die Corona-Krise hat bei der Lufthansa auch im dritten Quartal zu einem milliardenschweren Verlust geführt. Von Juli bis September sei ein bereinigter Betriebsverlust (Ebit) von 1,26 Milliarden Euro angefallen.

Dies teilte der Swiss-Mutterkonzern am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Das Minus fiel damit nicht mehr so hoch aus wie im zweiten Quartal, da sich der Luftverkehr im Juli und August etwas erholt hatte. Nach neun Monaten lag der operative Verlust des mit Staatsgeldern gestützten Unternehmens bei 4,16 Milliarden Euro.

Von Juli bis September sei bei der Lufthansa ein Betriebsverlust von 1,26 Milliarden Euro angefallen. (Bild: Keystone)

Deutschland, Österreich, Belgien und die Schweiz leisten der Lufthansa zusammen 9 Milliarden Euro Finanzhilfe. Ende September beliefen sich die liquiden Mittel auf 10,1 Milliarden Euro, wie die Lufthansa weiter mitteilte.

Hunderte Feriengäste verlassen Bayerns Corona-Hotspot Berchtesgadener Land

Die strikten Corona-Ausgangsbeschränkungen im süddeutschen Landkreis Berchtesgadener Land haben am Dienstag Hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen.

Die Berchtesgadener Land Tourismus schätzte die Zahl der Urlauber, die in der bayerische Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2’500.

Hunderte Feriengäste im süddeutschen Landkreis Berchtesgadener Land waren am Dienstag wegen der strikten Corona-Ausgangsbeschränkungen zur Abreise gezwungen. Hotels mussten schliessen und Veranstaltungen wurden untersagt. (Symbolbild: Keystone)

Am Montag lag in dem Landkreis an der Grenze zu Österreich die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 272,8. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100’000 Einwohner binnen sieben Tagen an.

Wegen der rasant steigenden Zahlen müssen Hotels schliessen – ausser für Übernachtungen für Geschäftsreisende. Veranstaltungen wurden untersagt. Die Maskenpflicht wird an öffentlichen Orten und Verkehrswegen ausgeweitet.

Ineichen-Fleisch: «Alles versuchen, um Lockdown zu verhindern»

Laut Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Staatssekretärin für Wirtschaft, machen die steigenden Ansteckungszahlen auch aus ökonomischer Sicht Sorge. «Wir müssen alles versuchen, um einen zweiten Lockdown zu verhindern», sagte sie am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

Zentral seien die Schutzkonzepte. Alle Arbeitgeber müssten solche erarbeiten, alle Mitarbeitenden müssten sie einhalten. «Die Kosten für die Wirtschaft sind dann am tiefsten, wenn wir das Virus so rasch als möglich eindämmen.»

Marie-Gabrielle Ineichen Fleisch, Staatssekretaerin vom SECO, macht sich hinsichtlich der steigenden Ansteckungszahlen aus ökonomischer Sicht Sorge. (Bild: Keystone)
Gewaltige Arbeitszunahme für kantonsärztliche Dienste

Der Anstieg der Corona-Zahlen hat die Arbeitsbelastung bei den kantonsärztlichen Diensten stark ansteigen lassen. Dies sagte am Dienstag der baselstädtische Kantonsarzt Thomas Steffen, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärzte, vor den Bundeshausmedien.

Die kantonsärztlichen Dienste seien wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen stark gestiegen, so Thomas Steffen. (Bild: Keystone)
Zivildienstleistende in der Hälfte der Kantone im Einsatz

Zivildienstleistende unterstützen die Kantone beim Contact Tracing. In der Hälfte aller Kantone sind sie derzeit im Einsatz, wie Christoph Hartmann, Direktor des Bundesamt für Zivildienst (Zivi), am Dienstagnachmittag vor den Bundeshausmedien in Bern sagte.

Zivildienstleistende unterstützen seit Mai mehrere Kantone beim Contact Tracing. Insgesamt seien es seit Mai 123 Zivildienstleistende in 12 Kantonen, sagte Hartmann. Heute seien 56 Zivildienstleistende im Einsatz. Mit mehreren Kantonen sei man im Gespräch.

Thomas Steffen: «Das Leben ist wieder komplexer geworden»

Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt äussert sich am Dienstag an der Pont de Presse zur aktuellen Coronavirus-Lage: «Der Virus ist überall – darum ist es für den Contact Tracer schwierig. Das Leben ist wieder komplex geworden, nicht so wie im Lockdown.» Auch am Arbeitsplatz sei die Situation schwierig: «Es wird immer dann heikel, wenn es heimelig wird. Beim Arbeitsplatz zum Beispiel beim Mittagessen.»

Weiter äusserte sich Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im BAG, zur momentanen Situation: «Bei einem Grossteil der Fälle kann man nicht nachvollziehen, wo die Ansteckung stattfand. Es ist ja auch schwierig nachzuvollziehen, was man in den letzten drei bis fünf Tagen machte. Ansteckungen finden überall dort statt wo sich die Leute treffen und wo keine Schutzmassnahmen getroffen werden.»

Bettenkapazität soll zweimal wöchentlich publiziert werden

Der Koordinierte Sanitätsdienst (KSD) will künftig zwei mal pro Woche bekannt geben, wie die Lage in Spitälern betreffend der Bettenbelegung aussieht. Gemäss KSD hat sich die Zahl der Covid-Patienten innerhalb von fünf Tagen um das 1,5-fache erhöht. Am Dienstagmittag lagen 100 Covid-Patienten auf einer Intensivstation.

Zweimal wöchentlich soll publiziert werden, wie es um die Bettenbelegung in den Schweizer Spitälern steht. (Bild: Keystone)
Laut Kuster verdoppeln sich die Covid-Fallzahlen innert einer Woche

Laut Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG) verdoppeln sich die Covid-Fallzahlen innerhalb einer Woche.

Dies sagte Kuster am Dienstag vor den Bundeshausmedien in Bern. Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Massnahmen greifen würden. Die Reproduktionszahl liege bei 1,6. Das bedeutet, dass zehn Personen 16 Personen anstecken. Die Schweiz habe damit heute doppelt so viele Fälle wie Italien.

Laut Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG) verdoppeln sich die Covid-Fallzahlen innerhalb einer Woche. (Bild: Keystone)

In den letzten Wochen sei ein Anstieg der Zahlen in allen Altersklassen beobachtet worden.

Die Fallzahlen dieser zweiten Welle könnten nicht mit der ersten Welle verglichen werden, sagte Kuster weiter. Es werde viel mehr getestet. Verglichen werden könne dagegen die Zahl der Hospitalisierungen und die Todesfälle.

Maskenempfehlung für Erwachsene an St. Galler Volksschulen

In den St. Galler Volksschulen sollen Erwachsene auf den Verkehrsflächen – nicht in den Schulzimmern – Masken tragen. Dies empfiehlt die Regierung den Gemeinden. Grossveranstaltungen – Spiele des FC St. Gallen und der Rapperswil-Jona Lakers – bleiben weiter möglich.

Regierungspräsident Bruno Damann (CVP) informierte am Dienstag über die angepassten Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus. Die Regierung setze im wesentlichen auf die vom Bund erlassenen neuen Bestimmungen, wie einer allgemeinen Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen.

«Der Bundesrat und wir glauben, dass wir mit diesen Massnahmen das Virus stärker bändigen können», sagte Damann. Von der Maskenempfehlung für die Volksschulen ausgenommen sind die Schülerinnen und Schüler. Für Mittelschulen und Berufsfachschulen gilt seit Anfang Woche eine Maskenpflicht auf den Verkehrsflächen.

Grossveranstaltungen bleiben in St. Gallen weiterhin möglich. Gemäss aktuellen Daten habe sich bis jetzt keine Person an einer Grossveranstaltung mit dem Coronavirus angesteckt, hiess es.

Corona-Ausbruch bei Alkmaar – Europa-League-Spiel gefährdet

Nur zwei Tage vor dem Spiel gegen Napoli in der Europa League ist beim niederländischen Klub AZ Alkmaar erneut ein grösserer Corona-Ausbruch festgestellt worden. Es sei noch unklar, wie viele Spieler davon betroffen seien, teilte der Verein am Dienstag mit. «Zur Zeit läuft eine Untersuchung über den Umfang der Infektionen.»

Ob das für Donnerstag in Neapel angesetzte Spiel stattfinden kann, ist unklar. AZ Alkmaar steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit der UEFA, den Gesundheitsbehörden und dem niederländischen Fussballverband KNVB.

Nach Berichten des niederländischen TV-Senders NOS soll bei mindestens acht Spielern das Coronavirus festgestellt worden sein. Am Freitag waren bereits neun Infektionen bei dem Verein gemeldet worden, bei sechs Spielern und bei drei weiteren Mitarbeitern.

Krise in Belgien: Fast 8500 neue Infektionen pro Tag

Die Corona-Infektionszahlen in Belgien schnellen weiter in die Höhe und erreichen nun fast 8500 neue Fälle pro Tag.

In der Woche bis zum 16. Oktober registrierte das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano im Durchschnitt täglich 8422 neue Ansteckungen. Das bedeutet ein Plus von 69 Prozent im Vergleich zur Woche davor.

(Bild: Keystone)

Am Dienstag lagen 2774 Patienten mit Covid-19 in den belgischen Kliniken, davon 446 auf Intensivstationen, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Täglich kommen im Schnitt knapp 267 Patienten neu in die Klinik, 95 Prozent mehr als in den sieben Tagen vorher.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steigt ebenfalls, wenn auch nicht so stark: Täglich sterben rechnerisch 32 Menschen in Belgien an oder mit dem Virus, 15 Prozent mehr im Vergleich zur Vorwoche. Belgien hat rund 11,5 Millionen Einwohner.

Kühne+Nagel bereitet sich auf Verteilung von Corona-Impfstoffen vor

Kühne+Nagel schlägt sich in der Coronakrise nicht nur beim klassischen Geschäft unerwartet gut. Die Pandemie bietet dem Schwyzer Logistikunternehmen auch neue Möglichkeiten. So bereitet sich der Konzern auf die Distribution von Covid-19-Impfstoffen in aller Herren Länder vor.

Die Basis hierfür bilde das sogenannte «Pharma & Healthcare»-Netzwerk des Konzerns mit weltweit über 230 zertifizierten Standorten, teilte Kühne+Nagel am Dienstag im Rahmen der Publikation der Zahlen zum dritten Quartal mit.

Die Verteilung von Impfstoffen und die Lieferung von dazugehörigem Material wie Verpackungen durch die Luftfracht und den Landtransport werde voraussichtlich im Jahr 2021 anlaufen. Dies gelte natürlich vorbehaltlich der Zulassung der Mittel durch die entsprechenden Regulierungsbehörden.

3008 neue Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden gemeldet

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden 3008 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Dienstag 8 neue Todesfälle und 53 Spitaleinweisungen. Hier lesen Sie mehr.

(Bild: Keystone)
Mehr als 250'000 Todesopfer in Europa

Die Zahl der an den Folgen einer Coronainfektion verstorbenen Menschen in Europa hat die Schwelle von 250’000 Fällen überschritten. Laut Erhebungen des Nachrichtenmagazins ntv.de, die sich auf nationale Behördenangaben sowie Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) stützen, gebe es nun insgesamt 250’039 Todesfälle.

Am meisten Tote zählt demnach Grossbritannien mit 43’726 Verstorbenen. Danach folgen Italien, Spanien und Frankreich mit jeweils mehr als 30’000 Toten.

Insgesamt gibt es mittlerweile 7’493’256 registrierte Ansteckungen.

Zweite Corona-Welle in Italien: Lombardei plant Ausgangsverbote

Die norditalienische Lombardei plant wegen drastisch steigender Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsverbote, die am Donnerstag beginnen sollen.

Nach Medienberichten sollten die Bürger dort zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ihr Haus nur noch aus wichtigem Grund – wie Arbeit oder Krankheit – verlassen dürfen. Die Lombardei, die auch bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr stark betroffen war, habe eine solche Verschärfung der Massnahmen bei der Regierung in Rom beantragt, schrieb die Zeitung „Corriere della Sera“.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza teilte am Montagabend mit, er sei grundsätzlich einverstanden mit «restriktiveren Massnahmen» in der Region. Er habe mit dem Regionalpräsidenten Attilio Fontana und dem Bürgermeister der Metropole Mailand, Giuseppe Sala, darüber gesprochen.

US-Notfallzulassung für Corona-Impfstoff im Dezember denkbar

Der Arzneimittelhersteller Moderna erwartet mit etwas Glück eine US-Notfallzulassung für den eigenen Corona-Impfstoff im Dezember.

Die Voraussetzung dafür sei, dass Moderna im November in einer Studie positive Zwischenergebnisse erziele, führte der Vorstandsvorsitzende Stephane Bancel auf einer Veranstaltung des «Wall Street Journal» aus.

(Bild: Keystone)

Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung – zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen – auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden.

Am Freitag hatte bereits der US-Pharmakonzern Pfizer, der mit der deutschen Firma Biontech kooperiert, angekündigt, möglicherweise im November eine Notfallzulassung in den USA für seinen Impfstoff zu beantragen.

Totenzahlen mehr als doppelt so hoch wie angegeben

Die Zahl der Corona-Toten im Iran ist nach Angaben aus dem Krisenstab des Landes mehr als doppelt so hoch wie vom Gesundheitsministerium angegeben.

«Die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen», sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag – und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337.

Auch andere Gesundheitsexperten im Iran teilen die Einschätzung Mardanis. Sie gehen davon aus, dass die offiziell angegebene Totenzahl deswegen noch relativ niedrig ist, weil es zu wenige Testmöglichkeiten gebe.

(Bild: Keystone)

Am Montag meldete das iranische Gesundheitsministerium mit 337 gestorbenen Covid-19-Patienten binnen 24 Stunden so viele Corona-Tote wie noch nie zuvor. Die Gesamtzahl der Corona-Toten liege damit seit dem Ausbruch der Pandemie im Iran Ende Februar bei 30 712, die der Infizierten bei 534 631.

Auch der EHC Winterthur nach zwei Corona-Fällen in Quarantäne

Der EHC Winterthur muss in Quarantäne, nachdem zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Das für Dienstag angesetzte Spiel der Swiss League zwischen Sierre und Winterthur musste ebenso verschoben werden wie die Partien der Winterthurer gegen Ajoie (23. Oktober) und bei den Ticino Rockets (27. Oktober).

Die Winterthurer sind nach den GCK Lions der zweite Klub der Swiss League, der sich in Quarantäne befindet.

BFU: Trotz Virengefahr beim Treppensteigen am Geländer festhalten

Aus Angst vor Viren nutzen weniger Menschen Handläufe bei Treppen. Da jährlich 1600 Menschen an den Folgen eines Sturzes sterben, unter anderem auf einer Treppe, rät die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), sich trotz Pandemie daran festzuhalten.

(Bild: Keystone)

28 Prozent der Befragten halten sich nie am Treppengeländer fest – dies seien doppelt so viel wie 2018, teilte die die BFU am Dienstag zu ihrer Bevölkerungsbefragung mit. Dieser Anstieg sei eine Reaktion auf die Pandemie, denn Handläufe gälten als Sammelorte für Viren. Die BFU rät, sich beim Treppensteigen dennoch festzuhalten, unter Einhaltung der üblichen Hygiene-Empfehlungen wie Händewaschen und Oberflächendesinfektion.

Griechische Fussballfans zurück im Stadion

In einem Pilotversuch wird griechischen Fans diese Woche erstmals seit rund sieben Monaten erlaubt, trotz Corona zwei Spiele im Stadion zu verfolgen. Seit Dienstag können Anhänger von Olympiakos Piräus für das Champions-League-Spiel gegen Olympique Marseille am Mittwoch im Internet Tickets erwerben, berichtete das griechische Portal Sport24.

Einige Fans von PAOK Saloniki dürfen beim Europa-League-Spiel gegen Omonia Nikosia am Donnerstag dabei sein. Es dürfen jeweils nur 10 Prozent der Plätze belegt werden und maximal 3500 Zuschauer im Stadion dabei sein.

Die griechische Regierung sprach von einem Pilotprojekt. Weitere Spiele mit Fans sollen folgen. Voraussetzungen sind unter anderem, dass die Tickets online gekauft werden, die Menschen auf den ihnen zugeteilten Sitzplätzen bleiben und Essen und Trinken per Selbstbedienung verkauft wird.

Finnair streicht im Zuge von Corona-Krise 700 Stellen

Die finnische Fluggesellschaft Finnair streicht bis März rund 700 Stellen. Wegen der von der Corona-Pandemie verursachten dramatischen Lage der Flugbranche fallen allein schätzungsweise 600 Arbeitsplätze in der finnischen Heimat weg, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Darüber hinaus werden die meisten Mitarbeiter langfristig von vorübergehenden Freistellungen betroffen sein, weil davon ausgegangen wird, dass die Branche Jahre für die Erholung von der Krise benötigen wird. Die Airline hat derzeit rund 6500 Angestellte, der Grossteil davon arbeitet in Finnland.

(Bild: Keystone)

Er sei dankbar, dass gemeinsam mit den Angestellten eine Lösung zur Rettung von etwa 150 Jobs im Konzern gefunden worden sei, sagte Finnair-Chef Topi Manner. «Trotzdem ist dies ein sehr trauriger Tag bei Finnair.» Die Veränderungen seien notwendig und unvermeidbar.

Super League – Zwei positive Corona-Tests bei Servette

Beim Super-League-Klub Servette wurden der Goalie Jérémy Frick und der Captain Anthony Sauthier positiv auf das Coronavirus getestet. Mehr dazu hier.

Kindergarten in Langenthal geschlossen

Wegen eines Corona-Falls wurden der Kindergarten und die Tagesschule Elzmatte in Langenthal bis Freitag geschlossen. Alle Kindergartenkinder und Schüler mussten sich in Quarantäne begeben. Das teilte die Stadt am Dienstag mit.

Die Massnahme gelte jedoch nicht für die Schule Elzmatte und die anderen Tagesschulstandorte.

(Bild: Schule Elzmatte)
Zwei neue Corona-Fälle beim Giro d'Italia - Rundfahrt geht weiter

Beim 103. Giro d’Italia hat es zwei weitere positive Corona-Tests gegeben. Die dreiwöchige Rundfahrt wird aber nach dem Ruhetag am Dienstag mit der 16. Etappe über 229 Kilometer von Udine nach San Daniele del Friuli fortgesetzt. Die Organisatoren teilten mit, dass ein Fahrer des Teams UAE Emirates sowie ein Mitarbeiter des Rennstalls AG2R La Mondiale positiv auf das Virus getestet wurden. Insgesamt seien 492 Tests durchgeführt worden.

(Bild: Keystone)

Der Giro war am ersten Ruhetag vor einer Woche mit voller Wucht von positiven Corona-Fällen erfasst worden. Drei Topfahrer und zwei Teams beendeten kurz vor dem Start der 10. Etappe wegen positiver Tests das Rennen. So mussten der letztjährige Tour-Dritte Steven Kruijswijk, der Australier Michael Matthews, der bereits mehrere Etappen bei allen drei grossen Landesrundfahrten gewinnen konnte, sowie der Brite Simon Yates, ein Mitfavorit auf den Gesamtsieg, den Giro vorzeitig beenden.

Drosten warnt vor Durchseuchung

Der Chef der Virologie am Universitätskrankenhaus Charité in Berlin, Christian Drosten, warnt gemeinsam mit einem Expertenkreis vor einem Kontrollverlust bei der exponentiellen Ausbreitung des Coronavirus: «Aufgrund der explosiven Infektionsdynamik, die wir in allen Hotspots quer durch Europa feststellen, steht zu befürchten, dass ab einer bestimmten Schwelle die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren geht». Das schreiben die Wissenschaftler in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie.

(Bild: Keystone)

Die Problematik dabei sei eine zu rasche Überlastung der Gesundheitssysteme. In Deutschland sei dies «allein schon wegen des Mangels an Intensivpflegekräften bereits bei weit unter 20.000 Neuinfektionen pro Tag der Fall». In dieser Situation würde nicht nur die Behandlung von Corona-Patienten leiden, sondern die gesamte medizinische Versorgung.

Eine Durchseuchung grösserer Bevölkerungsteile – die sogenannte Herdenimmunität – sei jedoch auch keine Lösung: Das könnte im schlimmsten Fall zu einer «eskalierenden Zunahme an Todesopfern» führen. Denn allein ältere Menschen zu isolieren, würde nicht reichen, da es noch weitere Risikogruppen, «die viel zu zahlreich, zu heterogen und zum Teil auch unerkannt sind, um aktiv abgeschirmt werden zu können». Dazu zählten etwa Schwangere, Übergewichtige, Krebskranke, Diabetiker und Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen.

Trumps Covid-Behandlung kostete rund 650.000 US-Dollar

Die Behandlung rund um die Corona-Erkrankung von US-Prsäident Donald Trump kostete die amerikanischen Steuerzahler laut einer Hochrechnung des «Business Insider» rund 650.000 US-Dollar. Preistreiber seien dabei vor allem der Transport des Präsidenten in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus, sein Aufenthalt dort sowie verschiedene Medikamente, die der 74-Jährige zum Teil prophylaktisch bekam. Das berichtet n-tv am Dienstag.

Als Vergleich führt das Nachrichtenmagazin die Behandlung eines Patienten in Deutschland auf. Solch eine koste laut aktuellen Krankenkassen-Daten im Schnitt bis zu 10.700 Euro. Bei einem schweren Krankheitsverlauf, wo eine Beatmungsmaschine benötigt wird, sind es durchschnittlich 38.500 Euro (AOK) – im teuersten Fall wird mit maximal 85.000 Euro kalkuliert.

Über eine Million Corona-Fälle in Argentinien

Die Zahl der Corona-Fälle in Argentinien ist auf über eine Million gestiegen. Nach sieben Monaten relativ strikter Ausgangsbeschränkungen wurden in dem südamerikanischen Land 1 002.662 Infektionen mit dem Virus registriert, wie das Gesundheitsministerium in Buenos Aires am Montag mitteilte. Weltweit liegt Argentinien damit nach den wesentlich bevölkerungsreicheren Ländern USA, Indien, Brasilien und Russland an fünfter Stelle.

Bislang sind in Argentinien 26.716 Patienten im Zusammenhang mit der vom Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 gestorben. Seit rund einem Monat ist es das Land mit der höchsten Zahl an Todesopfern je eine Million Einwohner. Lateinamerika ist derzeit einer der Brennpunkte der weltweiten Corona-Pandemie. Neben Argentinien sind dort Brasilien, Mexiko und Peru besonders stark betroffen.

(Bild: Keystone)

Argentinien hatte bereits Mitte März recht harte Ausgangssperren verhängt. Dadurch war es gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus zunächst zu bremsen. Nach monatelangen Einschränkungen liess die Disziplin der Bevölkerung allerdings deutlich nach und die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg zuletzt auf rund 14.000.

Japanischer Trinkbrauch bereitet Sorgen

Ein Trinkbrauch im südjapanischen Urlaubsparadies Okinawa bereitet den örtlichen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus Sorgen. Bei dem Ritual auf der zur Präfektur Okinawa gehörenden Insel Miyako sitzen die Teilnehmer im Kreis. Eine Person hält eine Ansprache zu gegebenem Anlass, füllt dabei ein Glas mit Alkohol – gewöhnlich einheimischer Awamori-Schnaps – und trinkt es aus. Dann geht diese Person herum und schenkt jedem ein, bevor jemand anderes aus der Gruppe in gleicher Weise die nächste Runde abhält.

Unglücklicherweise soll dieser Trink-Brauch jüngst zur Ausbreitung des Coronavirus beigetragen haben, weswegen die Behörden zunächst für Miyako und nun für die ganze Präfektur eine Warnung ausgegeben haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag meldete. Dabei hatte sich die Corona-Lage auf Okinawa zwischenzeitlich entspannt. Inzwischen nähert sich ganz Japan der Marke von 10 000 offiziell gemeldeten Infektionsfällen und zählt 1690 Tote, womit das Inselreich im Vergleich zu anderen Ländern aber noch gut dasteht.

Deutscher Lehrerverband: Regeln für Schulen werden «komplett ignoriert»

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, schlägt Alarm. Vielerorts laufe der normale Regelbetrieb weiter, obwohl immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde. Das sagte Meidinger der «Rhein-Neckar-Zeitung».

(Bild: Keystone)

«Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben.» Tatsächlich würde er jedoch keine Kommune kennen, die entsprechend handele. «Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmassnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten», so Meidinger weiter.

Debatte um Grenzschliessung wegen Corona - Bayern schliesst nichts aus

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. «Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern ausser Kontrolle gerät», sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). «Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick.» In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa.

Im Gegensatz zu Herrmann erteilte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, erneuten Grenzschliessungen eine Absage. Auf die Frage, ob wegen der steigenden Corona-Zahlen wieder Grenzschliessungen drohen, sagte der CSU-Politiker der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag): «Nein. Die Situation Mitte März 2020 war europa- und weltweit geprägt von grosser Unsicherheit im Umgang mit dem Virus.» Im Frühjahr habe es noch keine regionalen Anti-Corona-Konzepte gegeben. «Erneute Binnengrenzkontrollen aus Anlass der Pandemie gilt es daher zu vermeiden», sagte Mayer.

Irland führt deutlich härtere Corona-Massnahmen ein

Irland verschärft drastisch seine Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Massnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten.

Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1’031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51’000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner.

Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Montag bekannt.

Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. (Bild: Keystone)

Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht – neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Portugal überschreitet Marke von 100'000 Corona-Infektionen

Portugal hat die Marke von 100’000 bestätigten Corona-Infektionen überschritten. Binnen 24 Stunden seien 1’949 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Montag in Lissabon mit. Das sind 966 Fälle mehr als am Vortag. Erst am Freitag war mit 2608 neuen Fällen die bisher höchste Tageszahl gemeldet worden. Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Infektionen in dem 10,3-Millionen-Einwohner-Land belief sich am Montag den amtlichen Angaben zufolge auf 101 860. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 17 auf 2’198.

Portugal hat die Marke von 100’000 bestätigten Corona-Infektionen überschritten. (Bild: Keystone)
Chef der Armee positiv auf Coronavirus getestet

Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befindet sich seit Montag in Isolation, wie die Gruppe Verteidigung am Montagabend mitteilte.

Thomas Süessli, Armeechef der Schweiz, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. (Archibild: Keystone)

Aufgrund des Kontakts mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person habe sich Süssli am Montag einem Test unterzogen. Das Resultat sei positiv ausgefallen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Der Chef der Armee habe zurzeit keine Symptome und führe die Geschäfte von zu Hause aus fort. Sein Stellvertreter, Korpskommandant Aldo Schellenberg, sei bereit, allfällige Aufgaben zu übernehmen.

Brigitte Macron in Corona-Quarantäne

Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron hatte Kontakt mit einem Corona-Infizierten und wird deshalb nicht an der nationalen Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer Samuel Paty an diesem Mittwoch teilnehmen. Das bestätigten Kreise des Amts von Staatschef Emmanuel Macron am Montag.

Laut ergänzenden Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP begibt sich die Frau des Staatspräsidenten für sieben Tage in Isolation. Die «Première Dame» hat demnach keine Symptome. Die frühere Lehrerin sei am vergangenen Donnerstag mit einem Menschen zusammengekommen, der am Montag positiv getestet wurde und Symptome der Covid-19-Krankheit zeige.

WHO: Impfstart wohl Mitte 2021

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschliessenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hiess es weiter.

Derzeit liegen 586 Covid-19-Patienten in Schweizer Spitälern

In Schweizer Spitälern wurden während der vergangenen Woche 586 Covid-19-Patienten gepflegt. Diese Zahl gab am Montagabend der Koordinierte Sanitätsdienst der Armee bekannt.

97 Menschen mussten intensiv betreut werden und bei 29 Menschen war eine Beatmung notwendig, wie aus den am Montag veröffentlichten Zahlen weiter hervorgeht. Am meisten Covid-19-Patienten verzeichneten demnach die Kantone Waadt mit 92, Bern mit 69 und St. Gallen mit 60 Covid-19-Patienten.

Die Zahlen steigen derzeit stark an. Für den Kanton Wallis wurden am vergangenen Mittwoch noch 13 Hospitalisationen gemeldet, am Freitag waren es bereits 31 und am Montag erhöhte sich die Zahl auf 79, wie es beim Kanton Wallis am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess.

Insgesamt sind laut dem Koordinierten Sanitätsdienst der Armee noch 6’353 freie Betten vorhanden. Die gesamte Kapazität an Spitalbetten in der Schweiz beläuft sich auf 22’301.

Insgesamt waren am Montag noch 6’353 freie Betten vorhanden. Die gesamte Kapazität an Spitalbetten in der Schweiz beläuft sich auf 22’301. (Bild: Keystone)
Slowenien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus führt Slowenien ab diesem Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre von 21:00 bis 06:00 Uhr früh ein. Dies gab Innenminister Ales Hojs am Montag in Ljubljana bekannt. Hojs begründete die Massnahme damit, dass Untersuchungen zufolge der Grossteil der Corona-Übertragungen bei privaten Zusammenkünften in den Abend- und Nachtstunden erfolge.

Corona-Ausgangssperre: Tunesier müssen nachts wieder zu Hause bleiben

Zur Eindämmung des Coronavirus in Tunesien hat die Regierung eine nächtliche landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie soll nach Anordnung von Regierungschef Hichem Mechichi ab Dienstag gelten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tap berichtete.

Bisher hatten nur Bewohner grösserer Städte mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens zu Hause bleiben müssen. Jetzt soll die bislang nur regional geltende Einschränkung auf das gesamte Land ausgeweitet werden.

Swissmedic erhält zweites Zulassungsgesuch für einen Corona-Impfstoff

Die Schweizer Heilmittelbehörde prüft einen weiteren Impfstoff im rollenden Verfahren Ende letzter Woche hat das pharmazeutische Unternehmen Pfizer das Zulassungsgesuch für einen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2 Virus eingereicht. Der Impfstoffkandidat basiert auf der mRNA-Technologie des Biotechnologie-Unternehmens BioNTech.

Swissmedic prüft nun das zweite Zulassungsgesuch für einen Impfstoff, der gegen das SARS-CoV-2 Virus eingesetzt werden soll. (Bild: Keystone)

Swissmedic prüft nun den Wirkstoff BNT162b2 in einem «Rolling Submission» Verfahren. Swissmedic behandelt alle Gesuche in Verbindung mit der COVID-19 Pandemie beschleunigt und mit erhöhtem Personaleinsatz, ohne Abstriche bei der inhaltlichen Prüfung und namentlich bei der Sicherheit für Anwenderinnen und Anwender zu machen.

Bundeskanzler Walter Turnherr in Quarantäne

Nach Wirtschaftsminister Guy Parmelin, der bis am Montag wegen eines positiven Corona-Falls im persönlichen Umfeld in Quarantäne war, trifft es nun Bundeskanzler Walter Thurnherr. Er arbeitet in den nächsten Tagen im Homeoffice.

«Er hatte im familiären Umfeld Kontakt mit einer inzwischen positiv getesteten Person», schrieb Bundesratssprecher André Simonazzi am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Simonazzi bestätigte damit entsprechende Informationen der Onlineportale der Tamedia-Zeitungen.

Bundeskanzler Walter Thurnherr hatte im familiären Umfeld Kontakt zu einer positiv getesteten Person und befindet sich deshalb in Quarantäne. (Archivbild: Keystone)

Thurnherr selber sei negativ getestet worden. Entsprechend den geltenden Regeln müsse er sich aber in die Corona-Quarantäne begeben, schrieb Simonazzi. Der Bundeskanzler nimmt jeweils an den Bundesratssitzungen teil und sitzt mit den Mitgliedern der Landesregierung im gleichen Zimmer.

Kanton Aargau führt zusätzliche Massnahmen ein:

Er beschränkt die Anzahl gleichzeitig anwesender Personen in Bar- und Clubbetrieben auf 50 Personen und erweitert die Maskenpflicht auf sitzende Personen. Weiter müssen die Veranstalter von privaten Anlässen auch bei weniger als 15 Personen die Kontaktdaten der Anwesenden erheben. An den Volksschulen und sämtlichen Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe II gilt ab Mittwoch eine erweiterte Maskentragpflicht für Erwachsene in Schulgebäuden. Die neuen Massnahmen gelten ab Dienstag 18 Uhr.

Praktisch «Lockdown» für Kreis Berchtesgaden in Bayern

Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land will Ministerpräsident Markus Söder praktisch einen «Lockdown» verhängen. Es werde ein Massnahmenpaket geben, «das einem Lockdown entspricht», sagte Söder.

Das deutsche Robert Koch-Institut meldete am Montag für den Landkreis Berchtesgaden eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 – das war zunächst ein deutschlandweiter Rekord.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten. Das öffentliche Leben müsse im Kreis Berchtesgaden heruntergefahren werden. «Anders geht es nicht», sagte Söder.

Zweiwöchiger Lockdown im britischen Landesteil Wales

Der britische Landesteil Wales führt wegen der Corona-Pandemie einen zweiwöchigen Lockdown ein. Dies sei notwendig, um die Ausbreitung des Erregers etwas zu bremsen und das Gesundheitswesen vor dem Kollaps zu bewahren, teilte der Regierungschef von Wales, Mark Drakeford, am Montag in Cardiff mit.

Um das Gesundheitswesen vor dem kollaps zu bewahren, kündet der britische Landesteil Wales einen zweiwöchigen Lockdown an. (Bild: Keystone)

Die strengen Kontaktbeschränkungen sollen vom 23. Oktober bis zum 9. November gelten. Wer könne, müsse in dieser Zeit seiner Arbeit zu Hause nachgehen. Freizeitaktivitäten und Tourismus seien dann untersagt. Nur Geschäfte mit lebensnotwendigen Waren dürfen den Angaben zufolge öffnen, Pubs und Restaurants bleiben geschlossen. Auch Treffen verschiedener Haushalte – ob drinnen oder draussen – seien verboten.

Neuer Höchststand bei Corona-Toten im Iran

Der Iran hat am Montag so viele Corona-Tote binnen eines Tages gemeldet wie nie zuvor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben 337 Covid-19-Patienten innerhalb von 24 Stunden. Der letzte Höchststand war in dem Land am 14. Oktober mit 279 Corona-Toten an einem Tag erreicht worden.

Am Montag hat der Iran so viele Corona-Tote binnen eines Tages gemeldet wie nie zuvor: 337 Covid-19-Patienten starben. (Symbolbild: Keystone)

Inzwischen liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie im Iran Ende Februar bei 30’712, die der Infizierten bei 534’631, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Am Montag wurden 4’251 Neuinfektionen gemeldet.

Deutschlands Corona-App startet länderübergreifende Risiko-Ermittlung

Die deutsche Corona-Warn-App kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten warnen.

Am Montagmittag erschien wie angekündigt das Update auf die Version 1.5 in den App-Stores von Google und Apple. Damit können bei der Risiko-Ermittlung jetzt auch Kontakte mit Nutzern der offiziellen Corona-Apps anderer Länder ermittelt werden.

Die deutsche Corona-Warn-App kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten warnen. (Bild: Keystone)

Mit dem Update tauschen im ersten Schritt die Apps aus Deutschland, Irland, und Italien Warnungen aus. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen kurze Zeit später folgen, Länder wie Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien voraussichtlich im November. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein.

Auch ein Datenaustausch mit der Schweiz ist im Gespräch. Aus technischen Gründen wird die offizielle Corona-Warn-App Frankreichs nicht an dem europäischen Datenaustausch teilnehmen können. Die Franzosen haben sich für ein zentrales Speicherkonzept entschieden, das mit dem Verfahren in den anderen EU-Staaten nicht kompatibel ist.

Solothurner Regierungsrat entscheidet über Coronavirus-Massnahmen

Der Solothurner Regierungsrat entscheidet künftig über Allgemeinverfügungen zur Eindämmung des Coronavirus – wenn die Gesamtbevölkerung betroffen ist. Hier lesen Sie mehr.

(Bild: Keystone)
Tschechische Armee baut Corona-Hilfskrankenhaus auf

Die tschechische Armee hat mit dem Aufbau eines provisorischen Krankenhauses in den Prager Messehallen begonnen. Am Montag traf ein erster Konvoi mit 29 Fahrzeugen und rund 165 Tonnen medizinischen Materials aus dem Sanitätsstützpunkt in Hradec Kralove (Königgrätz) in der Hauptstadt ein.

Die ganze Woche über sollen weitere Transporte folgen, wie das Verteidigungsministerium in Prag mitteilte. Das Hilfskrankenhaus mit einer Kapazität von 500 Betten soll als Reserve dienen, falls das Gesundheitssystem mit Covid-19-Patienten überlastet wird. Das Feldkrankenhaus der tschechische Armee verfügt unter anderem über einen Operationssaal, eine Intensivstation, eine Apotheke, ein Labor und Röntgengeräte.

Tschechien kämpft mit einem starken Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Am Sonntag kamen 5059 bestätigte Fälle hinzu – so viele wie noch nie an einem Sonntag. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 174 000. Seit Beginn der Pandemie starben 1422 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Belgien

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet.

Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert.

Nach Angaben des Krisenzentrums ergibt sich für den Zeitraum 9. bis 15. Oktober in Belgien eine Zahl von durchschnittlich 7876 Neuinfektionen pro Tag. Die Regierung des Elf-Millionen-Einwohner-Landes verfügte am Freitag, dass alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schliessen müssen. Von Mitternacht bis 05.00 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Die Massnahmen traten am Montag in Kraft.

Insgesamt gab es in Belgien nach offiziellen Zahlen seit Beginn der Pandemie 222 253 Coronafälle. An der Spitze liegen die Provinzen Brüssel, Antwerpen und Lüttich (Liège).

Unternehmen setzen auf Maskenpflicht und wo möglich auf Home Office

Nach der Ausweitung der landesweiten Maskenpflicht durch den Bundesrat gilt auch bei einer Mehrheit der Unternehmen ab sofort eine Maskenpflicht. Einzig, wenn die Angestellten am eigenen Arbeitsplatz sitzen und genügend Abstand zum Nachbarn halten können, dürfen sie meist die Maske weglassen. Das hat eine Umfrage von AWP bei einigen grösseren Unternehmen in der Schweiz ergeben.

Home Office, also das Arbeiten von zu Hause aus, bleibt wie seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr weit verbreitet. Zum Teil wird es von den Unternehmen empfohlen, teils ist es Pflicht bei Tätigkeiten, die keine physische Pflicht vor Ort verlangen.

Unternehmen Maskenpflicht Home Office

Novartis: Ja, seit 24. August, ausser Empfohlen am eigenen Arbeitsplatz mit genügend Abstand

Roche: Ja, allgemein an Empfohlen seit Beginn CH-Standorten der Pandemie

Lonza: Ja, wo Distanz von Empfohlen seit März 2 Metern nicht möglich

UBS: Ja, für Geschäftsstellen Rund 80% zu Hause und Back Office Rund 20% im Büro

Credit Suisse: Ja, in sämtlichen Räumen Pilotprojekt auf der CS freiwilliger Basis

ZKB: Ja, Ausnahmen für eigenen Ja, in Abstimmung Arbeitsplatz oder Mittags- mit Vorgesetzten tisch bei genügend Abstand

Raiffeisen Schweiz: Ja, ausser am eigenen Wo sinnvoll und Arbeitsplatz mit möglich genügend Abstand

SIX Group: Ja, ausser am eigenen Pflicht, ausser bei Arbeitsplatz mit geschäftskritischen genügend Abstand Teams, Split operation modus

Migros: Am Hauptsitz des MGB Wo möglich und sinnvoll empfohlen empfohlen

Coop: Pflicht gemäss behördl. In Administration Vorgaben möglich

Schindler: Ja, auf Campus in Empfohlen seit März Ebikon

Sika: Ja Empfohlen, in Produktion und Labors teils nicht möglich

LafargeHolcim: Ja, ausser am eigenen Empfohlen, rege genutzt Arbeitsplatz mit ausser in Werken genügend Abstand

Bucher Industries: Je nach Standort Pflicht Ja, standortabhängig

Dätwyler: Ja, bei Nichteinhalten Seit Frühjahr Viele Mindestabstand

8737 neue Coronavirus-Ansteckungen von Freitag bis Sonntag gemeldet

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Freitag bis Sonntag 8737 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Montag innerhalb der drei Tage 14 Todesfälle und 171 Spital-Einweisungen. Hier lesen Sie mehr.

(Bild: Keystone)
Dortmund ohne Akanji nach Rom

Manuel Akanji fehlt Borussia Dortmund auch beim Auftakt in die Champions League am Dienstag bei Lazio Rom. Der 25-jährige Verteidiger hat nach seinem positiven Corona-Test beim Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft vor knapp zwei Wochen zwar mittlerweile die häusliche Isolation verlassen, gehört aber noch nicht zum Kader des Bundesligisten. Bevor er ins Training zurückkehrt, soll Akanji medizinisch noch einmal genauer untersucht werden.

Unicef lagert 520 Millionen Spritzen für mögliche Corona-Impfung ein

Unicef will noch in diesem Jahr 520 Millionen Spritzen für eine mögliche Corona-Impfung in Lagern deponieren. «Damit soll sichergestellt werden, dass die notwendigen Spritzen in den Ländern vorhanden sind, bevor die Impfstoffe eintreffen», teilte das UN-Kinderhilfswerk am Montag mit.

Man habe zusammen mit der Impfallianz Gavi und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begonnen, die Voraussetzungen für eine «schnelle, sichere und wirksame Auslieferung eines möglichen Impfstoffs» zu schaffen.

«Weltweit gegen Covid-19 zu impfen wird eine der grössten Anstrengungen in der Menschheitsgeschichte werden», erklärte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. Man werde genauso schnell reagieren müssen, wie die Impfstoffe hergestellt würden.

Moskau will bald mit Massenimpfungen gegen Corona beginnen

In der russischen Hauptstadt Moskau sollen in den nächsten Monaten Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Damit werde zwischen Dezember und Januar begonnen, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Montag in seinem Blog.

Die ersten grösseren Lieferungen des ersten russischen Impfstoffes würden im nächsten Monat eintreffen. «Das wird der endgültige Sieg über die Pandemie sein», meinte Sobjanin. Das russische Vakzin mit dem Namen «Sputnik-V» war schon im August freigegeben worden.

(Bild: Keystone)

International gab es Kritik daran, weil die Freigabe noch vor dem Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Derzeit laufen breit angelegte Phase-III-Studien. Mittlerweile ist ein zweiter in Russland entwickelter Impfstoff freigegeben worden.

Nationalstadion in Warschau wird provisorisches Spital

Das für die Europameisterschaft 2012 gebaute Nationalstadion in Warschau wird teilweise in ein provisorisches Spital für Covid-19-Patienten umgewandelt. So werden in den vielen Mehrzweckräumen unter den Tribünen etwa 500 Betten installiert, wovon 50 mit Geräten für die Intensivpflege ausgestattet sind. Damit reagieren die Verantwortlichen auf die stark steigenden Zahlen an positiven Fällen in Polen.

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Österreich verschärft Anti-Corona-Massnahmen

Österreich verschärft die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Dazu gehörten Obergrenzen von sechs Personen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und von zwölf Menschen im Freien, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien.

Betroffen seien davon auch Yoga- und Tanzkurse, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Vereinstreffen. Ausserdem sei künftig bei Kultur- und Sportveranstaltungen wie Bundesliga-Spielen und Opern ständig ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei behördlich genehmigten Veranstaltungen betrage das Besucherlimit 1000 in Gebäuden und 1500 im Freien, sagte Kurz.

(Bild: Keystone)

Der Regierungschef appellierte an die Österreicher, sich an die Massnahmen, die ab Freitag gelten, zu halten. «Die nächsten Monate, die werden ein rot-weiss-roter Kraftakt werden», sagte Kurz. Es gelte, einen zweiten Lockdown zu verhindern.

Wohneigentumsmarkt trotzt Corona-Krise

Die Corona-Krise hinterlässt auf dem Schweizer Immobilienmarkt bisher kaum Spuren. Der Markt für selbstgenutztes Wohneigentum zeigt sich weiterhin sehr stabil. Die Preise dürften sich in den kommenden Monaten seitwärts bewegen.

Die Lage am Immobilienmarkt hat sich im dritten Quartal zwar leicht entspannt. Die Indikatoren signalisieren laut einer Mitteilung von Moneypark vom Montag aber weiterhin mittlere bis hohe Risiken im Schweizer Immobilienmarkt. Der von 0 bis 6 Punkte reichende Real Estate Risk Index (RERI) steht um 0,3 Punkte tiefer auf 3,8 Punkten. Damit habe der Index den Coronabedingten Anstieg in den ersten beiden Quartalen fast wieder rückgängig gemacht, schreibt Moneypark.

Gibt es Corona-Tests bald in der Apotheke?

Die Zürcher Gesundheitsdirektion startet einen Pilotversuch: Vorerst vier Apotheken im Kanton führen neu Corona-Tests durch. Hier lesen Sie mehr.

Primäre Zielgruppe für die Tests in Apotheken sind Personen ohne Symptome oder mit leichten Symptomen. (Bild: Keystone)
Waadtländer Regierungsrätin Métraux positiv auf Corona getestet

Die Waadtländer Regierungsrätin Béatrice Métraux (Grüne) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie befindet sich seit Samstag für zehn Tage in Isolation und wird von zuhause aus arbeiten, wie der Kanton Waadt am Montag mitteilte.

Die 65-jährige Métraux sei am Samstag positiv getestet worden, nachdem sie die bei einer Coronavirus-Infektion üblichen Symptome gezeigt habe, heisst es in der Mitteilung weiter.

(Bild: Keystone)

Gemäss den allgemein gültigen Regeln und nach Rücksprache mit den anderen Regierungskollegen begab sich Métraux zuhause in Isolation. Für ihr berufliches Umfeld und für die anderen Regierungsräte habe dies keine Quarantäne zur Folge.

Deutschlandweite Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen gefordert

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine deutschlandweite Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Hier lesen Sie mehr.

(Bild: Keystone)
Skyguide-Chef zeichnet wegen Corona düstere Prognose

Alex Bristol, Chef der Flugsicherungsfirma Skyguide, zeichnet eine düstere Prognose für die nächste Zeit. Der Verkehrsrückgang sei wegen der Corona-Pandemie massiv. 520 von 1500 Angestellten seien noch in Kurzarbeit. Man rechne mit rund 130 weniger Stellen bis 2024.

In einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen vom Montag sagte Bristol, die meisten Airlines hätten gehofft, dass man per Ende Jahr wieder ein Verkehrsvolumen von 65 bis 70 Prozent erreichen werde im Vergleich zum Vorjahr. Nun würden es höchstens 50 Prozent. Das sei eine direkte Folge der immer länger werdenden Quarantäne-Listen. «Da getraut sich praktisch niemand mehr zu fliegen.»

Man müsse davon ausgehen, dass in den nächsten Wochen noch weniger geflogen werde, da die Fallzahlen fast überall stiegen. Ohne Buchungen fehle den Airlines das Geld, «und somit auch uns, da wir pro überwachtem Flug bezahlt werden».

Zustand des Corona-kranken PLO-Vertreters Erekat verschlechtert

Der Gesundheitszustand des an Corona erkrankten Generalsekretärs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, hat sich weiter verschlechtert. Der 65-Jährige sei nun in kritischem Zustand, teilte das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem am Montag mit.

Wegen Atemnot sei der ehemalige Unterhändler bei Friedensgesprächen mit Israel in Vollnarkose versetzt worden und erhalte nun eine künstliche Beatmung. Erekat war am Sonntag in die Universitätsklinik gebracht worden.

(Bild: Keystone)

Erekats Behandlung sei eine «immense Herausforderung», weil sein Immunsystem nach einer Lungentransplantation vor drei Jahren unterdrückt sei, hiess es weiter. Dazu kämen nun die Corona-Erkrankung sowie eine bakterielle Infektion. Die ranghöchsten Ärzte von Hadassah seien in Kontakt mit anderen Medizinern weltweit, um die Behandlung abzustimmen. Erekats Familie und die Palästinenserbehörden würden regelmässig über seinen Zustand informiert.

EZB-Präsidentin Lagarde: Corona-Erholung droht sich abzuschwächen

Die konjunkturelle Erholung des Euroraums vom Corona-Einbruch im Frühjahr droht nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an Dynamik zu verlieren. «Seit der Gegenbewegung, die wir im Sommer erlebt haben, war die Erholung ungleichmässig, ungewiss und unvollständig und läuft jetzt Gefahr, an Schwung zu verlieren», sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde der französischen Tageszeitung «Le Monde». Die EZB veröffentlichte das Interview am Montag auf ihrer Internetseite.

(Bild: Keystone)

Die EZB werde die Entwicklung den Herbst über beobachten, sagte Lagarde. Die Französin deutete an, dass die Notenbank gegensteuern könne, falls sich die Lage eintrüben sollte. Die geldpolitischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. «Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun.»

Die EZB hat auf die Corona-Pandemie vor allem mit zusätzlichen Wertpapierkäufen und extrem günstigen Langfristkrediten für die Banken reagiert. Letztere sollen den Kreditfluss in die Wirtschaft aufrecht halten. Beobachter gehen derzeit mehrheitlich davon aus, dass die EZB ihr billionenschweres Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP gegen Jahresende aufstocken wird.

Oberster Kantonsarzt: Massnahmen sind etwas spät gekommen

Die vom Bundesrat verschärften Massnahmen sind für den Präsidenten der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri, «etwas spät gekommen». Hier lesen Sie mehr.

Aus Sicht der Kantonsärzte habe der Bundesrat die Kantone damit entlastet und nicht entmachtet. (Bild: Keystone)
Slowenien verhängt erneut Corona-Notstand – Starke Anstiege

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Coronavirus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dies berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA in der Nacht zum Montag.

Unmittelbare Konsequenzen hat dieser Schritt vorerst keine. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Massnahmen und Einschränkungen anordnen können. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden.

Bereits seit letztem Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Ausserdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden.

Philips profitiert von grosser Nachfrage nach Beatmungsgeräten

Der Medizintechnikkonzern Philips hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Dabei profitierte er von einer grossen Nachfrage nach Monitoring- und Beatmungsgeräten in der Corona-Pandemie.

Der Nettogewinn stieg von 208 Millionen auf 340 Millionen Euro, wie die Niederländer am Montag in Amsterdam mitteilten. Der Umsatz verbesserte sich um sechs Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei zehn Prozent. Die Zahlen fielen dabei besser aus als von Analysten erwartet.

Der Auftragseingang ging vergleichbar jedoch um 18 Prozent zurück. Hier spielte auch die Teilstornierung der USA für neue Beatmungsgeräte eine Rolle. Diese hatte Ende August zu einer Senkung der Prognose des Konzerns für das Gesamtjahr geführt. Die Prognose bestätigte Philips nun.

Weltweit mehr als 40 Millionen Infektionen

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit hat die Marke von 40 Millionen überschritten. Es starben mehr als 1,1 Millionen Menschen an oder mit dem Virus.

Ein Junge trägt eine Maske bei Aufräumarbeiten nach heftigen Regenfällen in Nairobi, Kenia. (Bild: Keystone)

Die Zahl stieg innerhalb von nur 32 Tagen von 30 Millionen auf 40 Millionen an. Für den Anstieg von 20 Millionen auf 30 Millionen dauerte es noch 38 Tage; von zehn auf 20 Millionen dauerte es 44 Tage.

Die Zahlen kommen von einer Reuters-Erhebung und basieren auf offiziellen Daten.

8000 Soldaten sollen in Slowakei bei Corona-Tests helfen

Die Slowakei will für die geplanten Corona-Massentests in der Bevölkerung 8000 Soldaten sowie 50.000 staatliche Angestellte einsetzen. Das entschied die Regierung in Bratislava am Sonntag. Alle verfügbaren Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute würden für das Projekt herangezogen, sagte Verteidigungsminister Jaroslav Nad laut Nachrichtenagentur TASR nach einer ausserordentlichen Kabinettssitzung.

Ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein würden, war weiter unklar. Das Thema sei heftig diskutiert worden, sagte Ministerpräsident Igor Matovic. Damit die Massentests Erfolg haben könnten, müssten möglichst viele Menschen mitmachen, sagte Matovic weiter. Sonst drohe ein landesweiter Lockdown.

Der Regierungschef hatte angesichts steigender Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus bereits am Samstag landesweite Massentests angekündigt. Bürger würden sich an rund 6000 Stationen im ganzen Land kostenlos testen lassen können. Ausgenommen seien Kinder unter zehn Jahren. Für die Aktion habe die Regierung rund 13 Millionen Antigen-Tests bestellt, von denen sie sich schnelle Ergebnisse erhoffe. Ein erster Probelauf soll den Angaben zufolge bereits am kommenden Wochenende stattfinden. Weitere Tests sollen an den beiden darauffolgenden Wochenenden durchgeführt werden.

Rom schränkt Restaurants wegen Corona weiter ein: «Kritische Lage»

Italien verschärft zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen die Vorschriften zum Coronaschutz für die rund 60 Millionen Bürger. Wegen steil steigender Ansteckungskurven schränkt die Regierung in Rom die Gastronomie weiter ein. Auch Sporttreiben gilt als risikoreich. Ministerpräsident Giuseppe Conte rief die Italiener zu «maximaler Vorsicht» auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Er sprach am Sonntagabend im Fernsehen von einer «kritischen Lage».

(Bild: Keystone)

Nach den neuen Vorschriften dürfen in Lokalen höchstens sechs Menschen am Tisch sitzen, wie Conte sagte. Die Sperrstunde für Restaurants und Bars mit Tischservice bleibe bei Mitternacht. Lokale ohne Sitzplätze müssten jedoch nach 18 Uhr den Service einstellen. Bürgermeister werden ermuntert, beliebte Plätze abends zu schliessen, auf denen sich viele Leute treffen. Büros sollen die Arbeit zu Hause forcieren. Das Dekret selbst werde in Kürze präsentiert.

33-jähriger Influencer stirbt an Covid-19

Der ukrainische Fitness-Influenzer Dmitry Stuzhuk glaubte erst nicht an das Coronavirus – jetzt ist er am Virus gestorben. Das hat seine Ex-Frau Sofia Stuzhuk bestätigt.

Mehr dazu hier.

(Bild: Instagram, Dmitry Stuzhuk)

Bilanz der digitalen Frankfurter Buchmesse: Mehr als 200’000 User

Die Frankfurter Buchmesse hat nach einer ungewöhnlichen Ausgabe in der Corona-Krise am Sonntag für ihre digitalen Formate eine positive Bilanz gezogen. Mehr als 200’000 Userinnen und User weltweit haben an den virtuellen Angeboten der 72. Ausgabe teilgenommen, wie die Messe am Sonntag bilanzierte. Mehr als 4400 Aussteller aus 103 Ländern hatten sich für diese virtuelle «Sonderausgabe» angemeldet. Auf den Kanälen der Buchmesse in sozialen Medien habe es binnen sieben Tagen 1,2 Millionen Interaktionen und Aufrufe gegeben. Im Messekalender standen demnach 3644 Veranstaltungen. Die Online-Show «Bookfest» hat der Messe zufolge mit ihren 28 Stunden Programm 1,5 Millionen Menschen erreicht.

Italien verzeichnet 11'705 neue Ansteckungen

Italien notierte in den vergangenen 24 Stunden 11’705 Neuinfektionen. Ein neuer Rekord, wie NTV berichtet. Am Samstag waren noch 10’925 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 steigt um 69 auf insgesamt 36’543. Italien wurde im Februar als erstes europäisches Land von der Pandemie heimgesucht und war einer der Corona-Hotspots auf dem Kontinent. Nach Grossbritannien hat das Land die meisten Todesfälle in Europa zu beklagen.

 

Am Sonntag wird mit 11’705 Neuinfektionen wieder ein neuer Ansteckungsrekord mit dem Coronavirus in Italien verzeichnet. (Bild: Keystone)

Proteste trotz Corona in Thailand und Pakistan

Trotz der Festnahmen von Aktivisten und eines Versammlungsverbotes haben in Thailand erneut Tausende Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha demonstriert. Sieben Menschen seien nach friedlichen Protesten am Vortag in Bangkok festgenommen worden, teilte am Sonntag die Rechtshilfegruppe Thai Lawyers for Human Rights mit.

Zwei Tage nach einer Grosskundgebung haben sich derweil in Pakistan erneut Zehntausende Anhänger der neuen Oppositionsbewegung versammelt. Zahlreiche Menschen kamen am Sonntag in einem Park in der südlichen Hafenmetropole Karachi zusammen, wie lokale Fernsehsender berichteten. Die neu gegründeten Demokratische Bewegung Pakistan (PDM) hatte vor wenigen Wochen zu den Kundgebungen aufgerufen.

Pandemie im Polder: Niederlande vor der Katastrophe

Das Coronavirus schlägt in der zweiten Welle hart zu in den Niederlanden, und die Bürger machen Party. Während die Abgeordneten in Den Haag am Mittwochabend über die düstere Realität debattierten, grölten, tranken und tanzten Hunderte in Partyzelten auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude. Ähnliche Szenen wurden auch aus anderen Städten gemeldet. Wohl ein letzter Tanz, bevor Kneipen, Cafés und Restaurants für mindestens vier Wochen schliessen mussten. Alle Hintergründe zur Pandemie in den Niederlanden können Sie hier nachlesen.

Parlament in Rom wird zum Corona-Hotspot

Im Abgeordnetenhaus in Rom häufen sich die Corona-Fälle. Nach einer Zählung der Zeitung «Il Messaggero» wurden bis Samstag 20 Parlamentarier und Parlamentarierinnen der grösseren der zwei Kammern in Rom positiv auf das Virus getestet. Hinzu kommen Medienberichten zufolge weitere Personen, die vorsorglich in Quarantäne sind.

Zeitungen schrieben am Sonntag unter Berufung auf Abgeordnete, dass es in der kommenden Woche keine Abstimmungen in der Kammer geben solle. Trotzdem gehe die politische Arbeit mit Debatten und Ausschusstagungen weiter, hiess es am Sonntag. «Die Demokratie darf in einem so komplizierten Moment nicht ausgesetzt werden», zitierte die Nachrichtenagentur Adnkronos am Sonntag die Politikerin Mariastella Gelmini von der Oppositionspartei Forza Italia.

Die Corona-Fälle im italienischen Parlament häufen sich. (Bild: Keystone)
PLO-Vertreter Erekat wegen Corona-Erkrankung in israelischer Klinik

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, ist an Corona erkrankt. Der Zustand des 65-jährigen ehemaligen Unterhändlers bei Friedensgesprächen mit Israel habe sich verschlechtert, bestätigte die PLO am Sonntag. Er sei daher in das Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus gebracht worden. Zuvor war von einer Tel Aviver Klinik die Rede gewesen.

«Nach seiner Infektion mit Covid-19 und angesichts seiner chronischen Atemwegsprobleme erfordert der Zustand von Dr. Erekat nun medizinische Behandlung in einem Krankenhaus», hiess es in der Mitteilung. Im Oktober 2017 hatte er wegen einer Lungenkrankheit in den USA eine Spenderlunge transplantiert bekommen. Damit gehört er zur Corona-Risikogruppe.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, musste wegen seiner Corona-Erkrankung in eine Klinik eingewiesen werden. (Bild: Keystone)

Hohe Bussen für Verstösse gegen Maskentragpflicht möglich

Verstösse gegen die Maskenpflicht können gestützt auf das Epidemiengesetz mit Busse bis 10’000 Franken bestraft werden. Auch fahrlässige Verstösse sind strafbar und können mit Busse bis 5000 Franken geahndet werden.

Die Strafverfolgung ist Sache der Kantone, wie die Bundesbehörden am Sonntag bekanntgaben. Man habe über landesweit einheitliche Ordnungsbussen diskutiert, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Die waren im Frühjahr aufgrund von Notrecht möglich. Aktuell bestünde aber die «besondere Lage». Deshalb seien meist die kantonalen Staatsanwaltschaften zuständig. Mehr zum Thema gibt es hier.

Kanton Bern verbietet Grossveranstaltungen

Der Kanton Bern verbietet Grossveranstaltungen wieder. Anlässe mit mehr als 1000 Personen sind ab Montag nicht mehr erlaubt. Besonders betroffen sind von der Massnahme die Sportclubs. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die Einschränkungen dürften auch YB hart treffen: Im Kanton Bern sind Grossanlässe mit über 1000 Menschen wieder verboten. (Bild: Keystone)

Die wichtigsten Aussagen der Bundesräte am Sonntag
 

Simonetta Sommaruga und Alain Berset informierten am Sonntag in Bern über die neuen Corona-Massnahmen. (Bild: Keysotne)

Jetzt müssen Bund und Kantone zusammenhalten, damit das «Gstürm» mit der Frage, wer macht was, aufhört. Dies sagte Simonetta Sommarga. Die Ansteckungen mit dem Coronavirus würden schnell zunehmen. Alle Kantone und Altersklassen seien betroffen, die Spitaleinweisungen würden zunehmen. Es sei mit Blick auf den Winter nötig, dass die Ausbreitung gebremst werde. Dies sei wichtig für die Gesundheit der Bevölkerung, aber auch der Wirtschaft. Alles Weitere zum Thema erfahren Sie hier.

Gesundheitsminister Alain Berset appelliert wie im Frühling zu Beginn der Corona-Pandemie an die Verantwortung der Bevölkerung. Die aktuelle Lage sei «ein Test für die ganze Gesellschaft». Es müsse schnell gehandelt werden, damit ein zweiter Lockdown verhindert werden könne. Die epidemiologische Situation entwickle sich rasant, seit zehn Tagen gebe es ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen. «Wenn wir nichts machen, verdoppeln sich die Zahlen jede Woche.» Die Reproduktionszahl sei zu hoch. Alle Hintergründe gibt es hier.»

Laut Berset hat die zweite Corona-Welle die Schweiz erfasst. «Ja, die zweite Welle ist da, früher und stärker als gedacht, aber wir sind darauf vorbereitet.» Alles zur Medienkonferenz finden Sie hier.

Deutliche mehr Einweisungen in Walliser Spitäler

Die Walliser Spitäler kämpfen mit einer neuen Welle von Einweisungen. Die Zahl verdopple sich seit Freitag täglich, teilte Spital Wallis am Sonntag in einer Medienmitteilung mit.

60 Patienten befänden sich zur Zeit wegen Komplikation im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung in ihren Spitälern, vier seien auf der Intensivstation. Ausserdem seien im Spital in Saint-Maurice am Samstagabend sieben Corona-Fällen aufgetreten, sodass die Direktion eine Quarantäne aussprechen und bis auf Weiteres jegliche Besuche verbieten musste.

Weil im Durchschnitt 25 Prozent der hospitalisierten Person auf den Intenivstationen betreut werden müssten, befürchteten sie eine «dramatische» Überbelastung. Das Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR) sei deshalb auf die zweite von vier Alarmstufen seines Notfallplans übergegangen.

Die Konsequenz davon sei, dass das CHVR seine Bettenkapazitäten für Covid-19-Fälle erhöhen müsse. Dadurch müssten Ressourcen für geplante Eingriffe reduziert und vier von 13 Operationssälen geschlossen werden. Im Oberwallis bleibe die Alarmstufe vorerst unverändert, «trotz einer deutlichen Zunahme» der Einweisungen in die beiden Spitäler des Spitalzentrums Oberwallis (SZO).

Bundesrat verschärft Corona-Massnahmen schweizweit

Ab Montag gelten schweizweit schärfere Massnahmen Corona-Massnahmen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht und eine Personenobergrenze bei Treffen.

Die bisher geltende Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr gilt neu auch für Perrons, Bahnhöfe, Flughäfen oder andere Zugangsorte des öffentlichen Verkehrs, wie der Bundesrat mitteilte.

Mehr dazu hier.

Mehr als 200’000 Corona-Todesfälle im Europäischen Wirtschaftsraum

In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten sind mittlerweile mehr als 200’000 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Wie am Sonntag aus den täglich aktualisierten Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorging, gab es im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) einschliesslich Grossbritannien bei nunmehr knapp 4,8 Millionen bestätigten Corona-Infektionen bislang 200 587 gemeldete Todesfälle.

Die meisten der Toten wurden im Vereinigten Königreich (43 579), in Italien (36 474), Spanien (33 775), Frankreich (33 392), Belgien (10 392) und Deutschland (9777) registriert. Unter den 15 Ländern des Raums mit den meisten Gesamtinfektionen hat Deutschland auf die Bevölkerung gemessen in den vergangenen 14 Tagen gemeinsam mit Schweden die mit Abstand niedrigsten Infektionszahlen und Todesraten.

(Grafik: Keystone)
Mehrere hundert bei «Mahnwache» in Bern gegen Coronamassnahmen
Die Berner Polizei führt einige Massnahmen-Gegner nach der Demo in Bern ab. (Bild: Keystone)

Auf dem Berner Bundesplatz haben sich am Sonntagmittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer «Mahnwache» versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab.

Es kam zu tumultartigen Szenen, und es herrschte eine aggressive Stimmung, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur berichtete. Mehrere Demonstrierende wurden von der Polizei abgeführt, begleitet von einem Pfeifkonzert.

(Video: Keystone-SDA)

Auf Transparenten hiess es unter anderem an die Adresse der Bundesräte «Wie lange wollt Ihr die Lüge noch aufrecht erhalten?» Der Bundesrat wird am Nachmittag über weitere Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie informieren.

Hohe Strafen für Hochzeit mit 80 Gästen in Italien

Die grosse Hochzeitsfeier war lange geplant, dann erliess Italiens Regierung eine Corona-Obergrenze von 30 Teilnehmern: Wegen eines Festes mit rund 80 Gästen in der Gemeinde Pontinia südlich von Rom sollen alle Beteiligten hohe Strafgelder zahlen. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Polens Ministerpräsident Morawiecki verlässt Corona-Quarantäne

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat seine Corona-Quarantäne beendet. Das teilte der Regierungschef am Sonntag bei Facebook mit. «Mit der Gesundheit ist zum Glück alles in Ordnung», schrieb er. Morawiecki hatte sich am Dienstag in Quarantäne begeben.

Er hatte Kontakt mit einem Covid-19-infizierten Beamten der Spezialeinheit SOP gehabt, die für den Schutz der Regierung zuständig ist. Dem EU-Gipfel in Brüssel blieb der polnische Regierungschef deshalb fern. Ein erster Coronavirus-Test Morawieckis am Dienstag war negativ ausgefallen. Angaben zu weiteren Testergebnissen gab es zunächst nicht.

Das Ende der Nacht: In Paris und anderen Städten gilt Ausgangsperre

Licht aus und Stille: Im Kampf gegen die drastisch steigenden Corona-Zahlen gibt es in Paris und anderen französischen Metropolen seit dem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre. Sie gilt für mehrere Wochen zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen sich Menschen nur aus einem triftigen Grund vor der Tür aufhalten – rund 20 Millionen Menschen betrifft das. Auch ein Gesundheitsnotstand ist seit Samstag wieder in Kraft. Mit ihm kann die Regierung Einschränkungen per Verordnung durchsetzen.

In Paris herrscht neu eine Ausgangssperre in der Nacht. (Bild: Keystone)

Am Samstagabend mussten in den betroffenen Städten gegen 21 Uhr die Restaurants geschlossen sein – ab dann ist nun sowieso Feierabend, niemand darf sich mehr auf der Strasse aufhalten. Paris verwandelte sich ganz allmählich in eine Geisterstadt – belebte Strassen und Plätze waren weitgehend menschenleer. Alle Hintergründe gibt es hier.

Rega koordiniert Verteilung der Patienten auf Intensivstationen
Die schweizerische Rettungsflugwacht Rega springt künftig ein, sollten Spitäler wegen Covid-19 an ihre Belastungsgrenzen stossen. (Foto: Keystone)

Kommt es wegen der Corona-Pandemie zu Engpässen auf einzelnen Intensivstationen, koordiniert die Rettungsflugwacht Rega die Verteilung der Patienten unter den verschiedenen Spitälern in der Schweiz.

Der entsprechende Auftrag kommt von der Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) und dem Koordinierten Sanitätsdienst des Bundes (KSD). Festgehalten ist er im Konzept für die «Nationale Koordination bei massivem Zustrom von Patienten in Intensivstationen während der Covid-19-Pandemie», wie Karin Hörhager, Leiterin Kommunikation der Rega, einen entsprechenden Artikel der NZZ am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte. Das Konzept sei seit vergangenem Juni in Kraft. Alles dazu gibt es hier. Weitere Neuigkeiten aus der Sonntagspresse lesen Sie hier.

Sloweniens Gesundheitsamt stellt Kontakt-Nachverfolgung ein

Wegen der rasch steigenden Zahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat das slowenische Gesundheitsamt am Samstag die Nachverfolgung der Kontakte von positiv getesteten Menschen eingestellt. Man sei nicht mehr in der Lage, die grosse Zahl der Fälle zu bewältigen, hiess es. Positiv Getestete werden aber weiterhin vom Gesundheitsamt über ihre Infektion informiert. Zugleich erhalten sie die Anweisung, in Quarantäne zu gehen und ihre relevanten Kontakte selbstständig zu informieren. Mehr dazu gibt es hier.

Die Behörden geben auf: Das Contact-Tracing in Slowenien ist wegen der rasch steigenden Zahlen nicht mehr möglich. (Bild: Keystone)

Rom beschliesst Milliarden-Pläne für Corona-Notmassnahmen 2021

Milliardenhilfen für Wirtschaft, Schulen und Arbeitsmarkt: Die Regierung in Rom hat einen Haushaltsentwurf mit neuen Massnahmen in Höhe von rund 40 Milliarden Euro für Anti-Corona-Massnahmen und die Stärkung der angeschlagenen Wirtschaft beschlossen. Das Kabinett habe den von Finanzminister Roberto Gualtieri vorgelegten Gesetzentwurf für das Haushaltsjahr 2021 sowie und den Mehrjahresetat bis 2023 genehmigt, teilte die Regierung am Sonntagmorgen mit.

Die Pläne sehen «eine erhebliche Haushaltserweiterung vor», um die Gesundheit der Bürger und Italiens wirtschaftliche Stabilität zu schützen. Eingeplant sind rund vier Milliarden Euro für das Gesundheitssystem, darunter die Verlängerung von Zeitverträgen für 30’000 Ärzte und Krankenschwestern. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Bundesratssitzung in Bern bestätigt

Schon am Freitag wurde gemunkelt, nun ist es Tatsache: Der Bundesrat trifft sich heute, 18. Oktober, seit 11:00 Uhr in Bern zu einer Notfall-Sitzung. Bestätigt wurde dies von Bundesratssprecher André Simonazzi:

Laut Medienberichten wird wohl über eine verschärfte Maskenpflicht sowie rigorose Schutzmassnahmen bei Privatanlässen entschieden. Alles zum Thema sowie dann die Entscheide des Bundesrats am Nachmittag finden Sie hier.

Corona-Zahlen schiessen hoch: Malta verschärft Maskenpflicht

Nach einer langen Phase mit niedrigen Infektionszahlen erlebt Malta eine rasante Ausbreitung des Corona-Virus. Die Regierung in Valletta verschärfte deshalb die Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz ist in dem kleinen EU-Land nun auch im Freien Pflicht. Ausserdem gilt für alle Bars ab Montag eine Sperrstunde um 23 Uhr, wie die Regierung in Valletta am Freitag beschloss.

 

In Malta schnellen die Ansteckungen mit dem Coronavirus nach oben. (Bild: Keystone)

Am Samstag meldeten die Behörden in dem Inselstaat mit rund einer halben Million Einwohnern den Rekordwert von 204 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Vortag waren es 122 gewesen. Die Gesamtzahl der Fälle stieg auf knapp 4500. Es gab bisher 45 Covid-19-Tote.

Ärzte und Krankenschwestern warnten nach Angaben der Zeitung «Malta Today» vom Samstag vor einem Zusammenbruch des medizinischen Systems, wenn der Anstieg nicht gebremst werde. Premierminister Robert Abela forderte eine strengere Durchsetzung der Corona-Vorschriften. Bisher waren Schutzmasken in Malta nur in öffentlichen Gebäuden, Läden und Bussen vorgeschrieben gewesen.

Corona-Test von finnischer Regierungschefin Marin fällt negativ aus

Nach ihrem frühzeitigen Verlassen des EU-Gipfels in Brüssel ist Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin negativ auf das Coronavirus getestet worden. Ein Ende ihrer freiwilligen Quarantäne bedeutet das jedoch nicht: Erst wenn auch ein weiterer Test am Montag negativ ausfalle, werde sie die Zeit der Selbstisolation beenden, teilte die finnische Regierung am Samstag mit.

Wurde negativ auf das Coronavirus getestet: Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin. (Bild: Keystone)

Marin war am Freitag direkt nach ihrer Rückkehr aus Brüssel auf das Virus getestet worden. Die 34 Jahre alte Finnin hatte den EU-Gipfel zuvor sicherheitshalber vorzeitig verlassen, nachdem ein Corona-Fall in ihrer Umgebung bekanntgeworden war. Sie hatte am Mittwoch dieselbe Veranstaltung wie der Abgeordnete Tom Packalén besucht, der am Freitag mitgeteilt hatte, dass er positiv auf Corona getestet worden sei.

Was bisher geschah

Weitere Meldungen und Informationen zur Corona-Pandemie auf der Welt und in der Schweiz finden Sie hier.

1 Kommentar

  1. dass jetzt weiterhin Menschen auf dem Bundesplatz gegen die Massnahmen demonstrieren,dazu kann ich nur sagen;ich hoffe sehr für euch,dass ihr nicht mit Covid 19 in den nächsten Wochen/Monaten ein Spitalbett benötigen werdet.Die Hospitalisationszahlen in der CH sollten einem zu denken geben (am 7.10:223 Hospitalisiert mit Covid 19,am 17.10:529:Hospitalisationen mit Covid 19.Aber eben,dumm,dümmer,am dümmstenReport

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