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Der Telebasel News Beitrag vom 17. Oktober 2020.
Basel

Wegen Verschärfungen schlägt die Basler Clubszene Alarm

Ab Montag darf in Gastrobetrieben nur noch im Sitzen konsumiert werden. Für die Clubs der Stadt könnte diese Massnahme folgenreicher sein als eine Schliessung.

Basler Clubs wie die Balz, das Nordstern oder das Viertel hat gestern eine Hiobsbotschaft erreicht. Ab Montag dürfen sie nur noch Veranstaltungen mit maximal 300 Gästen durchführen. Und noch gravierender: Der Konsum im Stehen ist verboten. Und das noch bis mindestens Ende Dezember. Valentin Aschwanden, Geschäftsführer des Clubs «Das_Viertel», meldet sich schriftlich. Er kann es kaum fassen: «Das kommt einer Schliessung aller Clubs und Diskotheken gleich. Da wäre es von der Politik ehrlicher, die Klubs offiziell zu schliessen und entsprechend finanziell eine Ausfallentschädigung zu sprechen. Die Nachtkultur wird so kurz- bis mittelfristig untergehen. Das ist für die Kulturstadt Basel eine Katastrophe!»

Was jetzt mit dem Club beim Dreispitz passiert, dazu kann er sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äussern. Das sagen diverse Clubbetreiber auf Anfrage von Telebasel. Es macht sich Ratlosigkeit breit.

Das Hirscheneck ist hier schon einen Schritt weiter. Sämtliche Veranstaltungen im Keller des Lokals sind abgesagt. Aber warum schliesst die Regierung nicht gleich die Diskotheken der Stadt? Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger erklärt: «Wir möchten möglichst keine Betriebe oder Branchen schliessen. Am Schluss muss jeder oder jede als Betreiber oder Besucher selbst entscheiden: ist das noch sinnvoll?»

Kanton zieht sich aus Verantwortung

Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel-Stadt kritisiert diesen Entscheid. So würde man sich vor der Verantwortung drücken. «Wenn man sagt, die Clubs werden geschlossen, dann muss man gleichzeitig auch sagen, was man jetzt unternimmt, um diesen Betrieben zu helfen. Zum Beispiel bis Ende Jahr die Miete zahlen.»

Die Politik will den Gastrobetrieben mit bis zu 15 Millionen Franken unter die Arme greifen. Eine entsprechende Motion ist Mitte September, unterstützt durch alle Parteien, an den Regierungsrat überwiesen worden. Im Hinblick auf die neuen Verschärfungen müsse man sich aber überlegen, ob das Geld reicht, so Ebneter.

In der Politik ist man sich uneinig über die Massnahmen. SP-Grossratskandidat und Kulturstadt-Jetzt-Mitglied Marcel Colomb moniert, dass die Stadt die Nachtkultur-Anbieter besser hätte einbinden müssen. «Ein Problem ist, dass nicht mit den Betroffenen gesprochen wurde.» Der Bedarf an stärkeren Massnahmen habe sich bereits abgezeichnet. Anders sei die Situation im Frühjahr gewesen, als die Schweiz, die Welt von Corona überrumpelt wurde. Colomb: «Die Stadt hat verfehlt. Jetzt braucht es politischen Druck.» Der Kanton stehle sich mit der Verschärfung aus der Verantwortung.

«Ich würde nicht sagen, dass die Stadt verfehlt hat», sagt Benjamin von Falkenstein. Er kandidiert für die LDP für den Grossen Rat. Zudem sei es aktuell nicht wichtig, ob es Versäumnisse gab. Wichtig sei, dass man nun gute Massnahmen trifft. Von Falkestein: «Ich bin mir sicher, dass der Grosse Rat diese bald bringen wird». Bislang sei noch immer geholfen worden. Doch er verstehe, dass die Kulturbranche verunsichert sei.

Die ganze Diskussion zwischen Benjamin von Falkenstein und Marcel Colomb sehen Sie hier:

(Video: Telebasel)

5 Kommentare

  1. liebe Clubverantwortliche
    ich verstehe Ihre Situatio gut;aber leider ist es so,dass die Fallzahlen in der CH in den letzten Tagen ganz schnell stark angestiegen sind;die Hospitalisationen steigen täglich in die Höhe;und da würde ich mich als Clubverantwortlicher fragen,ist es nicht besser per sofort zu schliessen.Im Moment ist jede/r dazu aufgerufen,alles herunterzufahren,was nur möglich ist,auch wenn der BR notfalls nicht so weit geht mit den Massnahmen;und als Clubverantwortlicher haben Sie auch der Basler Bevölkerung eine Verantwortung gegenüber,dass Sie Ihren Beitrag dazu leisten können,um einen Einfluss auf die Fallzahlen in unserem Kanton zu haben:Sie wissen ja,das Schutzkonzept ist das eine,dass sich Ihre Clubbesucher daran halten,ist das andere.Report

  2. Was jammert dieser werte Herr??!
    Das Nachtleben als Kulturszene kann weiterhin stattfinden…
    Markthändler und Aussteller dürfen das gesamte Jahr schon nicht mehr arbeiten, z.B. OLMA, Määs Luzern, Herbstmesse Basel….die Weihnachtsmärkte etc. alles gestrichen…
    Eine Runde Mitleid für die ach so armen Nachtschwärmer, ja, das ist wirklich esetiell…Report

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