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Basel

Familiengarten-Pächterin: «Ich sah nur noch etliche verkohlte Tiere»

17 Meerschweinchen wurden bei einem Brand im Schrebergarten getötet. Vermutlich zündete ein Pächter aus Rache die eigene Hütte an.

Für die 17 Meerschweinchen kam jede Hilfe zu spät. Feuer in den Familiengärten Landauer –  via WhatsApp erfuhr Ursula Lötscher am Mittwoch in den frühen Morgenstunden vom Unglück. Schnell eilte die Tierhalterin in ihren Garten. Sie fand aber nur noch einen verkohlten Stall vor. «Ich hatte Hoffnung, dass noch etwas lebt. Der Feuerwehrmann liess mich rein, aber ich sah nur noch etliche verkohlte Tiere und versengte Pelze», sagt die Pächterin.

Der Brand griff vom Nachbarsgarten auf die Parzelle von Ursula Lötscher über. Dort brannte ein Gartenhaus mit einer leeren Voliere vollständig ab. Glück im Unglück hatten die anderen Tiere von Ursula Lötscher. Ihre Kaninchen, Hühner, Sittiche und Zebrafinken überlebten.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen mutmasslicher Brandstiftung. Wie Telebasel von mehreren Personen aus den Familiengärten erfahren hat, könnte hinter dem Feuer ein Racheakt stecken. Dem Pächter der abgebrannten Hütte sei nämlich von der Stadtgärtnerei gekündigt worden.

Dies nach mehreren Reklamationen des Veterinäramts. Dem Tierhalter wurde vorgeworfen, seine Vögel nicht artgerecht zu halten. Erfolglos habe der als Querulant bekannte Pächter sich gerichtlich gegen seine Kündigung gewehrt. Heute hätte er den Schlüssel abgeben müssen.

Schrebergarten-Querulant unter Verdacht

Ursula Lötscher, die stets gut mit ihrem Nachbarn auskam, erinnert sich an den Tag vor dem Brand. Er habe ihr zum Abschied noch Gartenwerkzeuge geschenkt. «Er hat mir alles Gute gewünscht und gemeint, dass wir uns nicht mehr sehen – und am nächsten Morgen werde ich mit einer Brandmeldung geweckt». Wie andere Pächter vermutet auch sie, dass er aus Rache seine eigene Hütte abgefackelt hat.

Traurig findet sie, dass sie und ihre Tiere dafür in Mitleidenschaft gezogen wurden. «Schlussendlich trifft es mich nebenan – daher verurteile ich die Tat». Und mit einem Blick auf die Brandruinen sagt sie. «Das hier kann man aufbauen, doch meine Tiere kommen nicht mehr»

Die Kriminalpolizei bestätigt, dass sie einen Tatverdächtigen auf dem Radar hat. «Wir haben einen 53-jährigen Türken festgenommen – er ist im Moment wieder auf freiem Fuss, weil wir keinen Haftgrund haben, aber wir ermitteln jetzt wegen Verdacht auf Brandstiftung», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Ob es einen Zusammenhang mit der Kündigung gibt und ob es sich um einen Racheakt handelt, ist noch nicht bestätigt. Es gilt die Unschuldsvermutung. «Davon haben wir gehört und das klären wir ab – das ist jetzt Gegenstand der Ermittlung», erklärt Gill.

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