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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Oktober 2020. (Video: Telebasel)
Baselland

Noch keine Maskenpflicht im Baselbiet

Trotz steigender Infektionszahlenein kein Einschreiten der Regierung in Baselland. Die Gesundheitsdirektion setzt auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Der Kanton Baselland befindet sich im schweizweiten Vergleich bei der Zahl der Neuansteckungen mit Covid-19 im untersten Teil der Kantonsliste. Am Dienstag wurde mit 51 Fällen aber ein hoher Anstieg an Neuansteckungen registriert, womit der Grenzwert von 60 neu Erkrankten pro 100’000 Einwohner in 14 Tagen überschritten wurde. «Das wollten wir vermeiden», sagte Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) am Mittwoch vor den Medien.

Eigenverantwortung statt Verbote

Bei einer Zunahme der Spitaleintritte und vor allem bei einer Mehrbelastung auf der Intensivstation will die Gesundheitsdirektion kurzfristig die Verkleinerung der Personenzahl in Clubs, Bars und Diskotheken verordnen. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen sollen Massnahmen verfügt werden. Zudem würde eine Obergrenze von 30 Personen bei privaten Feiern geprüft.

In einem weiteren Schritt wird eine generelle Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie in Wartezonen des öffentlichen Verkehrs in Betracht gezogen. So weit ist es noch nicht. Weber betonte mehrmals, dass er auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung setze. Diese müsse mit dem Virus leben lernen. Ge- und Verbote erzeugten zu viel Widerstand.

Weber will auch nicht alle Aktivitäten verhindern. Für Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen seien fünf Gesuche eingegangen. Inzwischen habe es eine Bewilligung gegeben, die anderen Gesuche seien in Prüfung. Vor allem will Weber die wirtschaftlichen Schäden so gering wie möglich halten.

Contact Tracer am Anschlag

Der seit dem 1. Oktober amtierende Kantonsarzt Samuel Erny wies darauf hin, dass für das Contact Tracing laufend mehr Personal aufgeboten werden könne. Aktuell arbeiteten 20 Personen im Contact Tracing. Der starke Anstieg an Neuinfektionen habe aber das Contact Tracing «an den Anschlag» gebracht. Die Ansteckungen erfolgten mehrheitlich im privaten Bereich.

«Wir hatten am Sonntag Abend eine Krisensitzung und entschieden, dass wir die Unterstützung einhohlen werden. Wir waren am nächsten Tag schon im Gespräch mit potenziellen Anbietern. Das ist wirklich am laufen, dass wir das ausbauen können», so Kantonsarzt Erny zu Telebasel.

Es sei nicht bekannt, wieso es am Dienstag einen starken Anstieg an Neuerkrankungen gegeben habe, sagte Erny weiter. Es sei kein Cluster gefunden worden. Am Mittwoch wurden im Baselbiet 28 Neuinfektionen registriert.

Weitere Schritte

Die neue Abklärungs- und Teststation Feldreben in Muttenz soll am 14. November den Betrieb aufnehmen. Die Kapazitäten dort sind deutlich höher als in der heutigen Station in Müchenstein. Es können bis zu 1000 Personen am Tag getestet werden.

Solange die Zahlen der postiv gestesteten Personen im Baselbiet ansteigen würde die Regierung nicht reagieren. «Einzig mehr positiv Getestete, reichen nicht aus», erklärt Gesundheistdirektor Thomas Weber. Auch die Anzahl von Hospitalisierungen müsse ansteigen, um weiter einzugreifen.

Die Maskenpflicht in Ladengeschäften wurde im Nachbarkanton Basel-Stadt schon vor Wochen eingeführt. Weber versteht zwar, dass der «Flickenteppich» für die Bevölkerung unangenehm sein könne, trotzdem will er diese umstrittene Massnahme vorläufig nicht einführen. Die Frage, ob es Druck aus Basel gebe, um eine regional einheitliche Lösung einzuführen, beantwortete Weber nicht.

7 Kommentare

  1. Der Kommentar und Appell einer Oberärztin über FB spricht für sich:

    Zitat:
    „Ich bin sauer. 24h Notaufnahme, keinen Schlaf, fast stündlich Covid Patienten..

    … Und es gibt immer noch Corona Leugner?..

    Liebe Corona Verschwörungstheoretiker, Maskenverweigerer, Systemkritiker, Nicht-an-die-Auflagen-Halter: Dies könnte bald eure Lunge sein.

    Und ich werde trotzdem da sein. Mit FFP Maske, Faceshield, Kittel und Handschuhen. Rund um die Uhr. Damit auch ihr behandelt werden könnt, obwohl ihr mit dafür verantwortlich seid, dass meine Arbeitsbedingungen erschwert werden, die Belastung wächst, meine Kinder bald wieder nicht mehr in die Schule kommen, der nächste Lock Down naht.
    Die 2. Welle kommt nicht. Sie ist da.“
    Zitatende

    Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen 🙁
    Eine ehemalige Pflegende…Report

  2. es werde immer neue Fallzahlen gemeldet die dann zusammengezählt werden.
    Wie viele wieder geheilt sind und gesund sind. nicht gemeldet , diese sollte man eigentlich wieder von den Fallzahlen abziehen.
    Ich finde es ist eine Augenwischerei fürs Volk , wenn immer nur die Fall Zahlen genannt werden.
    Auch die geheilten Patienten sollte man bekannt geben. und diese an den Fallzahlen wieder abziehen
    Wenn es so weiter geht mit den Ansteckungen sollte man die Grenzen schliessen und die Personen überprüfen
    ins Land wollen.. Zudem sollten so schwer es ist die Grossanlässe verhindern..
    Masken tragen ist immer noch ein Fragezeichen ob diese auch wirklich nützen , Abstand ist besser !!Report

  3. Alle Kantone sind zu zaghaft. BL hinkt dem noch hinten nach und wartet wohl lieber auf eine Katastrophe! Bundesrat muss endlich einschreiten und die Massnahmen durchziehen. Die Kantone sind zu laienhaft!Report

  4. Ob die Masken flicht was bringt ist fraglich den wo Masken pflich verhängt ist steigen die Zahlen trozdem. Siet man ja an den Nachbarländern wie auch bei uns. Was die frage aufwirft ob es was bringt. Dort wo es nähmlich verhängt ist sind die Zahlen nicht wirklich zurück siet man ja.Report

  5. Unverständlich, wieso die Politik noch einige Tage abwartet, bis die Inzidenz mehrere Tage über 60 liegt und die Fallzahlen dann nicht bei 50 oder 100, sondern bei 200 bis 500 täglich liegen werden. Und dies nur, weil man die Maskenpflicht nicht heute, sondern dann wohl erst nächste Woche einführt.

    Eigenverantwortung hat nicht funktioniert, das hat sich mehrfach gezeigt.Report

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