Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 12. Oktober 2020.
Basel

Döner-Vandalismus gegen SVP-Politikerin

SVP-Vizepräsidentin ist sauer. Ihr Fahrrad wurde mit einem Döner beschmiert. Doch sie ist nicht allein. Vandalismus während des Wahlkampfs betrifft viele.

Kritzeleien auf Wahlplakaten sind nichts Neues. Bei der Basler SVP Vize-Präsidentin Laetitia Block gingen Unbekannte einen Schritt weiter. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ihr Fahrrad mit einem Döner verschmiert. Die Grossratskandidatin ist aufgebracht.

Privatsphäre verletzt

«Es macht mich wütend, weil es antidemokratisch ist», so Block am Montag. «Es ist auch frustrierend, denn viele Frauen wollen genau deswegen nicht bei uns kandidieren. Sie sagen, dem setzen sie sich nicht aus.» Die Vize-Präsidentin ist überzeugt, dass die SVP ohne solche Übergriffe mehr Kandidatinnen hätte. Auch sicher ist sie, dass die Aktion gezielt gegen sie gerichtet ist.

Besonders Sorgen bereitet ihr die Fahrradaktion. Die Person, die hinter dem Dönerangriff steckt, musste wissen, welches Fahrrad Laetitia Block gehört. «Es gibt einem ein ungutes Gefühl, denn man weiss, man wurde beobachtet», Laetitia Block befürchtet gar, täglich beobachtet zu werden. Und: Auch ein Plaka an ihrem Fenster wurde bekritzelt. Um das zu erreichen, muss man sogar zum Fenster hochklettern.

Doch Block liesse sich davon nicht unterkriegen oder einschüchtern. «Im Gegenteil, bei mir löst das eigentlich noch mehr Motivation aus», erklärt Block gegenüber Telebasel. Die SVP Vize-Präsidentin hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Brandlöcher statt Filzstift

Auch bei der Co-Präsidentin des grünen Bündnis Nordwest Anouk Feurer reichte ein Schnurrbart, aufgezeichnet mit Filzstift nicht aus. An ihrem Plakat wurden mittels einer Feuerquelle neun Löcher eingebrannt. Feuerer fühlt sich jedoch nicht direkt bedroht oder angegriffen. Ob die Aktion direkt gegen Sie gerichtet wurde, weiss sie nicht.

«Es gibt so viele schlimmere Sachen, die passieren. Dass es Jugendliche gibt, die einen Drogencocktail abbekommen oder dass synthetisches Gras im Umlauf ist» sind laut Feurer wichtigere Themen. «Gegen solche Sachen muss viel mehr passieren, wegen eines Plakats, das angemalt worden ist.»

Mit Kleber versucht die junge Grossratskandidatin die Schäden zu überdecken. Klimatechnisch mache ein neues Plakat nicht viel Sinn, genauso wie der Vandalismus, wie sie sagt: «Es würde mir viel mehr bringen, wenn Menschen zu mir kommen würden und sagen, dass sie eine andere Meinung haben.» Mit Brandlöchern als Botschaft könne sie hingegen nichts anfangen.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel