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Der Telebasel News Beitrag vom 12. Oktober 2020.
Basel

Baudirektor will keinen runden Tisch

Kritiker von Bauprojekten in Arlesheim konnten vor Bundesgericht einen kleinen Erfolg verbuchen. Für Isaac Reber sei das kein Grund für Gespräche.

Vor einem Monat noch demonstrierten die Naturschützer von der Initiative Natur- und Kulturraum Dornach-Arlesheim gegen die Bauarbeiten neben dem Naturschutzgebiet «Schwinbach-Aue». Nun konnten sie sich über einen kleinen Teilerfolg freuen. Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Bauarbeiten vorübergehend einzustellen sind, dies sicher bis Ende Monat.

Grüner Regierungsrat Isaac Reber begräbt Hoffnung auf runden Tisch

Eigentlich hoffen die Aktivisten schon länger darauf, sich mit den Bauherren und der Regierung an einen runden Tisch setzen zu können. Jedoch konnte auch die Verfügung aus Lausanne die Baselbieter Regierung offensichtlich nicht umstimmen.

Baudirektor Isaac Reber teilt auf Anfrage schriftlich mit: «Wir sehen keine Veranlassung, an einem runden Tisch teilzunehmen. Sämtliche von den Beschwerdeführern aufgeworfenen Fragen hätten von denselben im Quartierplan- und Baubewilligungsverfahren vorgebracht werden können und müssen. Ausserdem stützen sämtliche rechtskräftigen Entscheide in den bisherigen Verfahren die Haltung des Kantons bzw. treten in keiner Weise auf die Anliegen der Beschwerdeführer ein».

Zwei Bauprojekte in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet

Die regionalen Naturschützer, welche von den national tätigen Organisationen Helvetia Nostra und Fondation Franz Weber unterstützt werden, kritisieren auf der anderen Seite, dass ihre Anliegen trotz Eingaben bisher zu wenig berücksichtigt worden sein. Die Kritik richtet sich konkret an zwei Projekte.

Das Bauvorhaben «La Colline» befindet sich wenige Meter oberhalb des Naturschutzgebietes. Die Steiner AG will hier fünf Mehrfamilienhäuser mit 29 Eigentumswohnungen sowie 16 Reihen-Einfamilienhäuser erstellen. Die Naturschützer befürchten, dass durch die Grabarbeiten unterirdische Wasserströme unterbrochen werden könnten. Dadurch seien Teile des Feuchtgebietes gefährdet.

Das zweite umstrittene Vorhaben auf dem Areal «Schwinbach» liegt etwas weiter unten, neben dem Naturschutzgebiet. Implenia will hier vier Wohneinheiten mit total 52 Wohnungen realisieren. Bei diesem Projekt kritisieren die Naturschützer, dass alter Baumbestand und die bestehende Naturlandschaft geopfert würden. Dieses Areal ist zwar nicht Teil des Naturschutzgebietes, viele Tiere würden aber auch diese Flächen nutzen.

Goetheanum als zusätzliches Argument

In ihrem Kampf gegen die Bauvorhaben greifen die Aktivisten nicht nur auf den Naturschutz zurück. Gleich gegenüber steht das Goetheanum und dieses ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung eingetragen. Es sei deshalb auch kritisch zu untersuchen, wie das Ensemble rund ums Goetheanum durch die Bauvorhaben beeinflusst würde.

Zu erwähnen ist hier, dass das Goetheanum nicht nur auf Dornacher Boden steht, sondern auch im Kanton Solothurn. Denn die Kantonsgrenze habe ebenfalls dazu beigetragen, dass kritische Stimmen aus Dornach erst spät geäussert wurden. Denn die Nachbarn aus dem solothurnischen hätten erst sehr spät von den Bauplänen im Baselbiet erfahren.

Ball liegt nun beim Bundesgericht

Bisher sind die Aktivisten mit allen Einsprachen auf kantonaler Ebene abgeblitzt. Ihr Hauptkritikpunkt war jeweils, dass die Gefährdung des unter kommunalen Schutz stehenden Naturschutzgebietes zu wenig analysiert worden sei. Das Bundesgericht hat nun eine superprovisorische Verfügung erlassen. Die Bauarbeiten sind gestoppt.

Bis Ende Monat können sich alle betroffenen Parteien äussern. Dann wird das Gericht entscheiden, ob die aufschiebende Wirkung bis zum definitiven Gerichtsurteil verlängert wird.

Bauunternehmen warten ab

Die Steiner AG schreibt auf Anfrage, dass die Bauarbeiten im Gebiet ‹La Colline› bis auf weiteres sistiert wurden. Gegenwärtig seien ohnehin keine weiteren Arbeiten geplant gewesen.

Und auf dem unteren Baufeld wurde noch mit keinen Arbeiten begonnen. Laut Implenia liegt die definitive Baubewilligung noch nicht vor. Erste Aushubarbeiten sind für das Jahr 2022 vorgesehen.

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