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«Arbeitsrecht im Alltag – Tipps vom Arbeitgeberverband Basel». (Video: Telebasel)
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Arbeitsrecht im Alltag: Was gilt bei Kündigung?

Das Thema Kündigung ist für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer oft belastend. Frank Linhart vom Arbeitgeberverband Basel klärt über die wichtigsten Fragen auf.

Das Thema Kündigung ist für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer oft belastend. Umso wichtiger ist es, dass dabei rechtliche Konflikte möglichst vermieden werden. Frank Linhart vom Arbeitgeberverband Basel klärt über die wichtigsten rechtlichen Stolpersteine auf.

«Arbeitsrecht im Alltag – Tipps vom Arbeitgeberverband Basel». (Bild: Telebasel)

Muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zuerst verwarnen, bevor er eine Kündigung aussprechen darf?

Nein, in der Schweiz gilt die sogenannte Kündigungsfreiheit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der vertraglichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist auflösen, eine vorgängige Verwarnung ist nicht nötig.

Im Hinblick auf eine Kündigung erscheint es als angemessen, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer vor dem Aussprechen der Kündigung anzeigt, welche Leistung oder welches Verhalten als mangelhaft betrachtet wird, damit eine Möglichkeit zur Verbesserung besteht. Kündigungen aus heiterem Himmel landen nämlich oft vor Gericht.

Die Kündigung darf nicht missbräuchlich sein oder während einer Sperrfrist ausgesprochen werden. Eine Sperrfrist kann beispielsweise im Falle einer Arbeitsunfähigkeit oder Schwangerschaft vorliegen.

«Arbeitsrecht im Alltag – Tipps vom Arbeitgeberverband Basel». (Bild: Telebasel)

Muss der Arbeitgeber die Kündigung begründen?

Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis kann ohne Begründung von jeder Vertragspartei gekündigt werden. Der Kündigende muss die Kündigung aber schriftlich begründen, wenn die andere Partei dies verlangt. Wenn der Gekündigte sich als arbeitslos anmeldet, muss der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund auf dem Formular des Arbeitslosenamts angeben.

«Arbeitsrecht im Alltag – Tipps vom Arbeitgeberverband Basel». (Bild: Telebasel)

Was kann der Arbeitnehmer tun, wenn er mit der Kündigung nicht einverstanden ist? Weil er beispielsweise glaubt, dass der angegebene Kündigungsgrund nicht mit der Realität übereinstimmt

Wenn der Arbeitnehmer meint, die Kündigung könnte missbräuchlich sein, kann er gegen diese Einsprache erheben. Missbräuchlichkeit kann beispielsweise vorliegen, wenn die Kündigung aufgrund des Alters, der sexuellen Orientierung oder wegen der Hautfarbe ausgesprochen wurde.

Zwar bleibt die Kündigung gültig, auch wenn sie aus missbräuchlichen Gründen ausgesprochen wurde. Der Arbeitnehmer kann aber eine Entschädigung in der Höhe von bis zu 6 Monatslöhnen einklagen.

Kann man eine fristlose Kündiung aussprechen, wenn der Arbeitnehmer zwei oder dreimal zu spät zur Arbeit erscheint?

Nur aus wichtigen Gründen kann das Arbeitsverhältnis fristlos aufgelöst werden (Art. 337 OR). Als wichtige Gründe gelten jedoch nur massive Verfehlungen des Arbeitnehmers, welche eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach Treu und Glauben als unzumutbar erscheinen lassen. Bei weniger schweren Pflichtverletzungen verlangt die Rechtsprechung die vorgängige Verwarnung unter Androhung der fristlosen Entlassung im Wiederholungsfall.

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