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Der Telebasel News Beitrag vom 9. Oktober 2020.
Basel

Ersatzflächen für Bau des Hafenterminals gefunden

Gateway Basel Nord und die Schweizerischen Rheinhäfen haben die Ersatzflächen für die durch Bau des Terminals Basel Nord beanspruchte Trockenwiese gefunden.

Vorgesehen sind in der Region rund 46 Hektaren Ersatzflächen. Demnach liegen 20 Hektaren im Rangierbahnhof Muttenz und 10,7 Hektaren auf Bahnnebenflächen sowie entlang der Hafenbahn Birsfelden/Auhafen, wie Gateway Basel Nord AG am Freitag mitteilte. Weitere 8,6 Hektaren befinden sich in der Langen Erlen und 6,5 Hektaren im Gebiet Hard in Pratteln.

Somit würden vier Mal mehr Ersatzflächen geschaffen als durch Gateway Basel Nord und Hafenbecken 3 überbaut würden, heisst es weiter im Communiqué.

Geplant seien auf den insgesamt 45,8 Hektaren Ersatzflächen ökologische Aufwertungsmassnahmen für Tiere und Pflanzen, die neue trockenwarme Lebensräume schaffen würden. Auch soll über das Gateway und den angrenzenden NEAT-Zubringer der Deutschen Bahn ein durchgehender, 60 Meter breiter Vernetzungskorridor erhalten bleiben.

Gelb gekennzeichnet: Die neuen Naturschutzflächen im Konzept von Gateway Basel Nord. (Bild: Gateway Basel Nord)

Uvek hat letztes Wort

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hatte die Genehmigung der «Anpassung Mobilität» des Richtplans im Juli an die Bedingung geknüpft, dass für die für den Bau des trimodalen Terminals Basel Nord beim Basler Rheinhafen beanspruchte Trockenwiese die nötige Ersatzfläche festgelegt werden muss.

Das seit Jahren brachliegende Areal des ehemaligen deutschen Rangierbahnhofs ist gemäss Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden «von nationaler Bedeutung» und entsprechend geschützt.

Naturschützer mit Konzept unzufrieden

Für den Erhalt dieses Areals setzen sich Umweltschutzverbände ein, die zusammen mit weiteren Organisationen das Referendum gegen den 115-Millionen-Baukredit für das neue Hafenbecken 3 ergriffen haben. Markus Ritter, Biologe und Mitglied des Nein-Kommitee ist gar nicht zufrieden mit dem vorgelegten Konzept. «Da es wird jetzt irgendwas gewurstelt. In der ganzen Region. Da etwas, hier etwas. Aber es hat überhaupt nichts mit den gesetzlichen Anforderungen einer Ersatzmassnahme zu tun.»

Markus Ritter hat das Areal der Deutschen Bahn vor 35 Jahren das erste Mal untersucht. Bereits damals stellte der Biologe eine unglaublich diverse Flora und Fauna fest. Als die Deutsche Bahn vor rund 20 Jahren das Areal verlies, habe die Natur das Zepter übernommen. «Es ist in der Substanz nicht nur gleich geblieben, sondern sogar besser geworden.» Er empfindet es als Afront, das versucht wird, hier zu bauen. Nächsten Dienstag wird dann das Nein-Kommitee in den Astimmungskampf starten. Am 29. November kann das Basler Stimmvolk über den Kredit zur Realisierung des Hafenbeckens 3 abgestimmt.

1 Kommentar

  1. Nehmen wir mal an, man würde dem FCB das Joggeli wegnehmen. Stattdessen würde man ihm viermal mehr Rasenfläche zur Verfügung stellen, ABER aufgeteilt auf 20 Parzellen. Eine 4 auf 20m, eine 3 auf 45m, eine 18 auf 18m usw. Verteilt auf die Kantone BL, AG, SO und BS. Gut und schön, aber Fussball kann man professionell halt nur auf 100 x 50m spielen. So verhält es sich auch bei diesem Naturschutzgebiet. Es ist von der Lage, Beschaffenheit, Grösse und seiner Funktion als Wanderkorridor her einzigartig DORT WO ES IST. Die von den Befürwortern nun präsentierte Lösung ist nichts als eine Alibiübung.Report

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