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Der Telebasel News Beitrag vom 9. Oktober 2020.
Basel

Forschende stossen auf Basler Covid-19-Mutation

Basler Forscher stiessen im Rahmen einer Studie auf eine lokale Covid-19-Mutation. Die Erkenntnisse aus der Studie könnten von weltweiter Bedeutung sein.

Im Rahmen einer Studie stiessen Basler Forschende auf eine lokale Mutation des Coronavirus. Dass Viren mutieren sei normal, dass innerhalb einer Stadt die Mutationen von Coronaviren so genau erforscht werden, ist bislang dennoch einzigartig. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Basler Studie könnten weltweit im Kampf gegen die Pandemie von Nutzen sein.

Forscher konnten den Weg des Virus nachzeichnen

Geleitet wurde die Studie vom Basler Mikrobiologen Adrian Egli, der an der Universität Basel und am Unispital tätig ist. Gemeinsam mit seinem Forschungsteam entschlüsselte Egli das Erbgut der Viren anhand von 500 Patientinnen und Patienten. Die daraus gewonnenen Informationen verglichen die Forschenden mit internationalen Daten, um so den Weg nachvollziehen zu können, den das Coronavirus bereits zurücklegte.

Rund zwei Drittel der Basler, die sich mit dem Coronavirus infizierten, trugen diese spezifische Mutation in sich. Die Basler Variante von Covid-19 ist bereits seit März im Umlauf und hat sich seither rasant verbreitet.

Ursprung im Elsass vermutet

Adrian Egli vermutet, dass die Verbreitung dieser Mutation wohl im Elsass seinen Ursprung nahm. Und zwar innerhalb eines Superspreader-Falls in Mulhouse Mitte Februar. Damals fand in einer Freikirche eine Fastenwoche statt, an der sich rund 2’000 Teilnehmende aufhielten. Es soll dabei zu mehreren Ansteckungen mit dem Coronavirus gekommen sein, zwei Schweizer nahmen an der Fastenwoche teil.

Von dort aus habe sich die Basler Variante wohl lokal innerhalb von Familienkreisen und Freundeskreisen ausgebreitet, sagt Egli gegenüber «SRF». Diese Erkenntnisse sieht der Mikrobiologe als Möglichkeit an, die Verbreitung des Virus besser zu verstehen. Ausserdem würde die Studie auf blinde Flecken der Pandemie-Massnahmen hinweisen und zeigen, wo mehr getan werden müsse. «Etwas ganz spezielles bei dieser Studie ist, dass wir die in Basel gesammelten Daten mit einer internationalen Datenbank vergleichen konnten. Wir konnten die Viren in Basel in einen globalen Kontext setzen», so der Mikrobiologe Adrian Egli.

Mikrobiologe Adrian Egli im Interview. (Video: Telebasel)

«Es ist möglich, dass das Virus Teil der normalen Viren wird»

Das Coronavirus, welches aktuell gerade zirkuliert, könnte durch die Fortschritte der Forschung irgendwann normal zum Alltag gehören. «Es ist durchaus möglich, dass das Coronavirus, welches jetzt zirkuliert, also dieses Sars-Cov-2 Virus, dass dieses ein Teil der normalen Viren, welche Erkältungsbeschwerden auslösen. Es gibt ganz viel andere Coronaviren, welche zirkulieren. Die haben wir zwar nicht entdeckt, aber die haben bestimmt auch schon eine Pandemie ausgelöst. Wir haben das vor 50, 60 Jahren nicht bemerkt», so Egli.

Bei der neuen Studie kam heraus, dass zwei Drittel der Basler sich mit der lokalen Mutation angesteckt haben. Das fehlende Drittel der Patienten habe sich laut Egli wohl mit Viren aus Norditalien angesteckt. Ebenfalls wurden festgestellt wurden Viren aus England, Spanien, Australien und Uruguay. Auch die Basler Corona-Variante ist bereits gewandert: Sie sei bis nach Kanada feststellbar.

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