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Basel

Dieses Getränk soll von Basel aus die Welt erobern

Der Basler Dayog Newende Kabore will KOKOJOO zur Weltmarke machen. Produziert werden soll das Kakao-Getränk in der Region.

Das Erfrischungsgetränk «Kōkōjoo» soll von Basel aus die ganze Welt erobern. Entwickelt wurde es vom Basler Dayog Newende Kabore. Der 36-jährige Politikwissenschaftler will dabei mit seinem Produkt nicht nur Erfolg haben, sondern auch etwas Gutes tun.

Im Rahmen eines Beratungsprojekts auf einer Messe arbeitete Kabore daran, aufzuzeigen, wie die Wertschöpfungskette von Kakao besser ausgestaltet werden könnte. Auch die Nachhaltigkeit spielte dabei eine Rolle, wie er im Gespräch mit Telebasel erzählt. «Ich habe gemerkt, dass nur etwa 20 Prozent der Kakao-Frucht verwendet werden. Ich wusste zwar, dass ein Grossteil des Rohstoffes nicht verwendet wird. Das Frappante daran war aber, dass das sogar sehr viele Leute aus der Branche nicht wussten – auch nicht, wie Kakao aussieht – geschweige denn, was man davon brauchen kann.»

Kabore entschied sich daraufhin, ein Zeichen zu setzen. «Ich wollte ein Produkt kreieren, bei dem die Reste verwendet werden, die bei der Schokoladen-Herstellung Abfall werden.» Ursprünglich aus Burkina Faso stammend, kennt sich Kabore aus mit der Region, aus der die Kakao-Frucht stammt. «Die Elfenbeinküste ist eines der grössten Abbaugebiete. Ich weiss, wie die Leute dort leben, wie hart sie dort arbeiten», erzählt er. «All dieses Wissen habe ich zusammen getragen, um meine Marke zu gründen.»

Rezept in der Küche ausgetüftelt

Zu diesem Wissen gehört auch die Information, dass einige Kakaobauern in der Elfenbeinküste die Schale als heissen Tee trinken. «Ich liess mich inspirieren und habe mit meiner Partnerin in der Küche angefangen zu tüfteln.» Als das Produkt ausgereift war, zog Kabore einen Experten hinzu, um die Rezeptur Dingfest zu machen für die Getränkeherstellung und begann dann, «Kōkōjoo» extern zu produzieren. Dies zunächst in Deutschland – schon bald soll das Getränk aber direkt in Basel hergestellt werden. Wo genau der Produktions-Standort sein wird, kann Kabore noch nicht verraten. Aber: «Die Gespräche sind im Gange.»

Ein Start-Up mitten in der Pandemie aufzubauen, sei nicht einfach gewesen, aber: «Man ist sich als Gründer an Ups und Downs gewöhnt. Die Krise hat mich nicht so hart getroffen, weil ich noch Rohstoffe da hatte. Dennoch konnte an der Elfenbeinküste eine Zeit lang nicht gearbeitet werden wegen des Coronavirus.» Während des «Lockdowns» konzentrierte er sich auf die Online-Präsenz des Produktes und verkaufte es im Online-Shop. «Mittlerweile geht es bergauf», sagt er.

Auftritt bei «die Höhle der Löwen Schweiz»

Mit seinem Unternehmen will er etwas beweisen, so Kabore. «Auch Afrikaner, Migranten, beziehungsweise Schwarze Gründer, arbeiten hart und sie wissen auch, wie man Marken aufbaut. Meist fehlen die Mittel, aber gute Ideen gibt es viele! Auch ohne Vorurteile und mit Gleichberechtigung wäre die ganze Sache einfacher und entspannter».  Man wolle keine Spenden, das würde keine nachhaltige Entwicklung schaffen. Menschen wollten wahrgenommen werden, die etwas verändern können, Dinge vorantreiben können und wollen.

Ein Jahr brauchte der Start-Up-Gründer für die Entwicklung des Produktes. Die Marke KOKOJOO verbinde drei Trendthemen gleichzeitig, so Kabore: Gesundheit, Nachhaltigkeit und Fair-Trade wie Kabore erzählt. So sei das Getränk kalorienarm, aber nährstoffreich, verwerte Abfall-Produkte wieder und handle dabei direkt mit Partnerkooperativen vor Ort in der Elfenbeinküste. Beste Voraussetzungen, um eine Weltmarke zu werden, wie Kabore findet. Bei «Coop» steht das Getränk bereits im Verkaufsregal. Weitere Bekanntheit soll das Produkt mit der TV-Sendung «die Höhle der Löwen Schweiz» erlangen. Heute Dienstag präsentiert Kabore sein Produkt bei der TV24-Gründershow.

Getränk soll weltweit erhältlich sein

«Für mich ist jede Gelegenheit gut, um den Bekanntheitsgrad des Produktes zu steigern. Die meisten verbinden Kakao mit Schokolade, aber Kōkōjo ist nicht süss und Kohlensäuren-haltig. Das kennt man so nicht», so der Gründer. «Ich möchte zeigen, dass man mit Kakao mehr machen kann, als nur Schokolade. Und dass man dabei etwas für die Leute tun kann, die am Anfang der Produktionskette stehen», sagt er.

Die Mission ist klar: In zwei bis fünf Jahren soll KOKOJOO zur Weltmarke entwickelt werden und international erhältlich sein. «Das Getränk hat viel Potenzial und es muss bekannt werden. Jeder, der es trinkt, wundert sich, dass man so etwas machen kann mit Kakao – und es ist lecker», sagt Kabore. Ob ihm mit einem Deal ein nächster Schritt Richtung Weltmarke gelingt, sehen Sie heute, 6. Oktober, ab 20:15 Uhr auf TV24.

3 Kommentare

  1. Das Label gefällt mir gut und schaffe es beim besten Willen nicht, dabei an Hustensaft zu denken.
    Ich bleibe sonst bei Wasser und Kaffee, aber bei diesem Getränk bin ich neugierig. Endlich mal etwas Interessantes statt der fünfhundertundersten Grünteesorte!Report

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