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Schweiz

Schweizer sollen Ski fahren und Wirtschaft will Quarantäne verkürzen

Die Politik will ein Desaster in der Skisaison verhindern und Wirtschaftsverbände fordern eine kürzere Corona-Quarantäne. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Schweizer sollen zum Ski fahren animiert werden

Die Skisaison steht vor der Tür. Wegen der Corona-Pandemie drohen jedoch hohe Einbussen. Nun will ein überparteiliches Komitee die Wintersaison retten. Laut «SonntagsBlick» will das Komitee unter dem Motto «Die Schweiz fährt Ski» eine Image-Kampagne in allen Landesteilen und Sprachregionen lancieren. Mit an Bord sind praktisch alle grossen Schweizer Wintersportorte von Andermatt bis Zermatt sowie zahlreiche Exponenten der Wirtschaftsverbände und der Politik. Im Co-Präsidium sitzen unter anderem die Walliser CVP-Ständerätin Marianne Maret, GLP-Präsident Jürg Grossen und FDP-Ständerat Hans Wicki, der auch den Schweizer Seilbahnverband präsidiert. Schirmherr der Initiative ist Bundesrat Guy Parmelin.

Nur jeder Zweite würde sich impfen lassen

Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist in der Schweiz klein. Das hat eine repräsentative Umfrage von Tamedia ergeben, die die «SonntagsZeitung» heute veröffentlicht hat. Demnach würden sich nur gerade 54 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer gegen das Virus impfen lassen. Das sei zu wenig, um eine Herdenimmunität entstehen zu lassen und die Epidemie zu stoppen. Manuel Battegay, Mitglied der Covid-Task-Force des Bundes und Chefarzt der Klinik Infektiologie und Spitalhygiene am Unispital Basel, fordert daher eine Aufklärungskampagne. Durch transparente Information lasse sich die Impfbereitschaft erhöhen.

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Bankkunden klagen über hohe Hürden für Covid-19-Kredite

Der Bund gewährt im Rahmen seines Hilfsprogramms der Schweizer Wirtschaft Covid-19-Kredite mit Bürgschaften. Die Kredite von 0,5 bis 20 Millionen Franken werden zu 85 Prozent vom Bund verbürgt. Für die restlichen 15 Prozent stehen die Banken im Risiko. Nun berichten laut «SonntagsZeitung» Kunden, dass die Banken für ihren Anteil umfangreiche Sicherheiten verlangen, um im Konkursfall keine Verluste zu erleiden. Die Firmenbesitzer, die für ihr Geschäft dringend Geld benötigen, müssen frisches Eigenkapital einschiessen oder Privatdarlehen zur Verfügung stellen. Bei einem Konkurs erhält nicht der Darlehnsgeber das Geld zurück, sondern die Bank. Die Banken seien abgesichert, der Steuerzahler jedoch nicht.

Ökonom fordert Vorsicht bei Corona-Staatshilfe

Der auf Aussenhandel spezialisierte HSG-Ökonom Reto Föllmi warnt vor zu viel Staatshilfe. So sei die im Zuge der Coronakrise gewährte Verlängerung der Kurzarbeit auf 18 Monate übertrieben, sagte Föllmi in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Kurzarbeit lasse Arbeitnehmer in Branchen verharren, die vor einem Strukturwandel stünden. Statt an ihren Jobs festzuhalten, sollten sich Angestellte von Reisebüros, Gastronomie oder der Event-Branche nach Alternativen umschauen. Die Schweiz sollte bei der weiteren Bewältigung der Wirtschaftskrise Augenmass bewahren. Werde die staatliche Hilfe zu einer Art Vollkaskoversicherung ausgebaut, würden private Initiativen eliminiert.

Druck auf Rahmenabkommen mit der EU steigt

Nach Ablehnung der SVP-Begrenzungsinitiative durch das Schweizer Volk ist das Rahmenabkommen mit der EU in den Fokus gerückt. Vor allem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht Druck. Dieser Druck sollte nicht überbewertet werden, wie Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» sagte. Der Verband halte ein Rahmenabkommen nach wie vor für nötig. Der vorliegende Text sei jedoch nicht mehrheitsfähig. Laut «SonntagsZeitung» gibt es in der Bundesverwaltung eine Idee zur Rettung des Abkommens: Der Lohnschutz und Fragen rund um die Sozialversicherungen sollten vor der Übernahme europäischen Rechts geschützt werden.

SP droht mit weiterer Vorlage gegen Kampfjets

Die SP-Nationalräte Priska Seiler Graf und Fabian Molina sind nach der nur hauchdünn angenommenen Abstimmung über die Beschaffung von Kampfflugzeugen überzeugt, dass die Zeit reif ist, grundsätzlich über die Armee und die Friedenspolitik nachzudenken. Laut «SonntagsBlick» haben Seiler Graf und Molina ein neues Grundlagenpapier für die SP erarbeitet. Darin kritisiert die Partei das VBS, das nebst der Flugzeugbeschaffung auch über den Kauf von Fliegerbomben nachdenke. Nimmt der Entwurf die parteiinternen Hürden, was zu erwarten ist, wäre eine Initiative die offizielle Parteilinie der SP. Wolle das VBS einen amerikanischen Kampfjet kaufen, wäre eine Volksinitiative wahrscheinlich. Verlange das VBS noch Bomben dazu, sei eine Abstimmung sicher.

Wird in 20 Jahren weniger als halb so viel Fleisch gegessen?

Das Geschäft mit veganen Produkten boomt in der Schweiz. Die Nahrungsmittelindustrie steckt entsprechend in einem gewaltigen Umbruch. Investoren pumpen Milliarden in pflanzliche Esswaren und Laborfleisch. Laut einer Studie, über die die «NZZ am Sonntag» berichtet, dürfte als Folge des Klimawandels in 20 Jahren nicht einmal mehr halb so viel Fleisch gegessen werden wie heute. Doch es reiche nicht, Fleisch durch vegane Alternativen zu ersetzen. Nur wenn auch der Milchkonsum zurückgehe, verringere sich der CO2-Ausstoss der Tierhaltung, sagte Ian Roberts, Cheftechnologe im Bühler-Konzern. Vegan zu essen werde gerade ein Mainstream.

Umfrage: Blocher soll seine Rente nicht rückwirkend erhalten

Drei Viertel (74 Prozent) der Schweizerinnen und Schweizer sind dagegen, dass alt-Bundesrat Christoph Blocher seine Rente rückwirkend ausbezahlt wird. Laut einer Umfrage von Tamedia, die die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» veröffentlichte, sind selbst innerhalb der SVP nur 44 Prozent für die Rentenauszahlung an Blocher; 49 Prozent sind dagegen. Noch ausgeprägter ist die Ablehnung bei den anderen Parteien. Die Grünliberalen lehnen die nachträgliche Zahlung einer Rente an Blocher mit 87 Prozent wuchtig ab, gefolgt von der SP mit ebenfalls (87 Prozent), den Grünen (85 Prozent), der CVP (79 Prozent) und der FDP (77 Prozent). Gemessen am Alter sind die über 65-jährigen befragten Personen skeptischer als die junge Generation.

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