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Der Telebasel News Beitrag vom 3. Oktober 2020.
Basel

Demonstration gegen Flugverkehr am EuroAirport

Mit Märschen auf die Flughäfen wurde heute in ganz Frankreich gegen den Luftverkehr protestiert. Auch in Saint-Louis formierte sich eine Demonstration.

Bei dem auch bei Schweizern beliebten Naturschutzgebiet Petite Camargue Alsacienne startete der Demonstrationszug am Samstagnachmittag. Aus der grünen Idylle marschierten die Protestierenden geradezu auf ihr Feindbild zu. Der Cortège, wie die französiche Gendarmerie den Protestzug nannte, zog durch die Aussenquartiere von Saint-Louis bis vor das Flughafenterminal.

Weniger Flüge wegen Klimaveränderung?

Im Fokus der Teilnehmer standen der Fluglärm, die Luftverschmutzung und die Ausbaupläne des EuroAirports. Mitorganisator Bruno Wollenschneider von der Association de Défense des Riverains de l’Aéroport de Bâle-Mulhouse meinte, dass man im Hinblick auf die rasche Klimaveränderung wohl weniger Fliegen müsse: «Wir müssen alle, sie, ich, alle müssen sich überlegen, wie wir zukünftig leben wollen. Was für eine Erde wir unseren Kindern überlassen». Laut Wollenschneider sollte man lieber nicht auf neue Technologien wie Antriebe mit Wasserstoff oder Elektrizität hoffen. Diese seien im Flugbereich derzeit noch zu wenig ausgereift.

Dass ein Einbruch bei den Flugbewegungen auch die rund 400 Arbeitsplätze beim Flughafenbetreiber und die rund 6000 Arbeitsplätze im Umfeld gefährden würde, war unbestritten. Eine Forderung war denn auch, dass die Politik den Betroffenen die Möglichkeit zu einer Umschulung in einen zukunftsträchtigeren Sektor ermöglichen soll.

Ausbaupläne sollen gestoppt werden

Ein Hauptanliegen war, dass die Flugbewegungen am EuroAirport zumindest nicht noch weiter zunehmen. Der angedachte Ausbau müsse gestoppt werden. Dies sei das Mindeste meinte zum Beispiel Frederika Tribolet, welche extra aus Basel an die Demonstration gekommen ist. Auf Anfrage erklärte Flughafensprecherin Claire Freudenberger, dass die besagten Ausbaupläne derzeit ohnehin sistiert seien, dies wegen der unsicheren Lage rund um das Coronavirus.

Zu der Demonstration meinte Freudenberger, dass sich der Flughafen in erster Linie als Dienstleister sehe und sich nicht zum Flugverkehr als ganzes äussern könne.

EuroAirport seit 1996 mit Umweltcharta

Weiter sagte die Flughafensprecherin, dass sich der EAP der Problematik durchaus bewusst sei. Seit 1996 sei das ein Thema. So habe man etwa den französischen Behörden von sich aus vorgeschlagen, ein Nachtflugverbot ab 23 Uhr einzuführen. Zudem wolle man den CO2-Ausstoss pro Verkehrseinheit bis 2022 um 20 Prozent gegenüber 2015 senken. Bis 2050 soll der EAP sogar CO2-neutral sein. «Wir finden, das ist aber zu lange und wir setzen uns schon heute dafür ein, dass es viel schneller geht», meinte Freudenberger.

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