Wegen Corona sei es umso wichtiger, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. (Symbolbild: Keystone)
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Apotheken rüsten sich für Impfansturm

Sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen, sei dieses Jahr besonders wichtig, betonen Apotheker. Entsprechend haben sie deutlich mehr Impfdosen bestellt.

Seit dem 1. Oktober impfen Apothekerinnen und Apotheker in beiden Basel gegen die saisonale Grippe. Der kommende Winter werde eine Herausforderung, heisst es in einer Mitteilung der Apotheken-Verbände beider Basel. Einerseits weil sich abzeichnet, dass sich das Coronavirus in der kalten Jahreszeit stärker ausbreiten werde, andererseits weil das Gesundheitssystem bei einer starken Grippewelle zusätzlich belastet werde.

Problematisch sei, dass die Symptome einer Grippe und einer Covid-19-Erkrankung zu Beginn recht ähnlich seien, unter anderem bekommt man Fieber, Husten, Kopfschmerzen. Jemand mit einer Grippe werde sich vermutlich auf Corona testen lassen, was die Spitäler zusätzlich belasten werde. Mit einer Grippeimpfung könne dieses Szenario reduziert werden.

Impfempfehlung für Risikogruppen und Kontaktpersonen

Daher sei es in diesem Winter besonders wichtig, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen, betont Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Baselstädtischen Apotheker-Verbandes. «Es wäre per se wünschenswert, wenn sich möglichst viele Menschen impfen liessen. Die positiven Effekte davon sind in Ländern mit einer höheren Impfrate deutlich zu sehen», so Isler-Christ gegenüber Telebasel.

Die Impfempfehlung des Bundesamts für Gesundheit BAG gilt für Risikopersonen und für alle Menschen, die regelmässig in Kontakt mit Risikopersonen stehen, egal, ob familiär oder beruflich.

Rund ein Drittel mehr Impfdosen bestellt

«Die, die sich impfen lassen wollen, sollen das auch tun können, unabhängig davon, ob sie selbst zur Risikogruppe gehören oder nicht», betont Isler-Christ. «Für diesen Winter erwarten wir eine grosse Nachfrage nach der Grippeimpfung», erklärt sie. Um sicher zu stellen, dass alle Impfwilligen ihre Dosis erhalten, haben die beiden Basel bereits im Frühjahr rund ein Drittel mehr Impfdosen als in den Vorjahren bestellt.

Anders sieht das national aus, schreibt das BAG auf Anfrage von Telebasel. Über die ganze Schweiz gesehen seien in etwa gleich viele Impfdosen bestellt worden, wie 2019, also rund 2,1 Millionen Dosen. Weil aber auch das Bundesamt von einem höheren Bedarf ausgeht, bestellte es auf eigene Faust noch einmal 600’000 Impfdosen. Diese können von impfenden Institutionen bezogen werden.

Bei der Impfung gehe es besonders in diesem Jahr nicht nur um die Entlastung des Gesundheitswesens, sondern generell auch um die Unterstützung anderer, unterstreicht Apothekerin Isler-Christ: «Impfen ist auch immer ein Akt der Solidarität, denn nicht alle Risikopersonen, die mit einer Grippeinfektion besonders zu kämpfen hätten, können sich auch impfen lassen. Bekannt ist zum Beispiel, dass gerade bei älteren Menschen die Impfung schlechter wirkt, als bei jüngeren».

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