Wer hier in ein Risikogebiet reist, muss bei seiner Rückkehr in die Schweiz in Quarantäne. Nun wurde klar: Nicht alle halten sich daran. (Bild: Keystone)
Basel

Basler Quarantäne-Brecher angezeigt – gegen drei Weitere wird ermittelt

Im Kanton Basel-Stadt wurden vier mutmassliche Quarantäne-Brecher entdeckt. Gegen einen wurde bereits Anzeige erstattet.

Seit diesem Sommer gilt: Wer aus einem Risikogebiet in die Schweiz reist, muss zehn Tage in Quarantäne gehen. Die Behörden hatten angekündigt, stichprobenartig zu kontrollieren, ob die die Menschen daran halten. Nun werden erste Fälle bekannt, in denen sich Personen nicht an die Massnahme hielten.

Insgesamt vier Fälle seien bei den Behörden im Kanton Basel-Stadt bekannt, wie die «Basler Zeitung» schreibt. So gebe es bei Personen Hinweise, dass sie sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet nicht an die geltenden Covid-Bestimmungen gehalten hätten. Das bestätigt Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements gegenüber der Zeitung. Die drei Fälle seien Gegenstand weiterer Abklärungen.

In einem vierten Fall sei man indes schon weiter: «Eine weitere Person musste aufgrund dieser Abklärungen angezeigt werden.» Da das Verfahren noch laufe, könnten noch keine Details dazu bekannt gegeben werden.

Hohe Bussen bei Quarantäne-Bruch

Bei Nichteinhalten der Quarantäne-Massnahmen droht eine Busse von bis zu 10’000 Franken. Stellen die Behörden Fahrlässigkeit fest, beträgt die Strafe 5’000 Franken. «Bei klaren Hinweisen auf Nichteinhalten der Quarantänebestimmungen wird geprüft, ob diese Fälle an die Staatsanwaltschaft überwiesen werden», sagt Tschudin weiter.

Bei den Kontrollen greift das Basler Gesundheitsdepartement auf verschiedene Arten zurück. «Bei Personen, die nach engem Kontakt mit einer infizierten Person in Quarantäne sind, erfolgt die Kontrolle durch regelmässige Kontaktaufnahme durch uns», so Tschudin.

Im Falle von Rückkehrern aus Risikogebieten gebe es stichprobenartige Kontrollen nach Übermittlung von Passagierlisten durch den Bund. «Die Kontrollen können in Einzelfällen auch in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei vor Ort erfolgen.»

Noch kein Fall im Baselbiet

Anders sieht es im Baselbiet aus. Laut Michael Lutz, dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, sind derzeit noch keine Verfahren wegen Quarantäneverstössen hängig. Auch seien seitens des Baselbieter Amtes für Gesundheit keine Verzeigungen in Vorbereitung. In der jüngeren Vergangenheit habe es zwar Hinweise auf mögliche Quarantänebrüche gegeben. «Diese haben sich dann bei näherer Überprüfung aber entweder als haltlos oder als Missverständnisse erwiesen», sagt Rolf Wirz, der Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion zu der Zeitung.

Erste Strafen wurden schweizweit schon wegen Quarantäne-Brechern verhängt. So musste ein 44-Jähriger nach einem Spaziergang in seiner Quarantänezeit eine Busse von 2’000 Franken zuzüglich 750 Franken Bearbeitungsgebühr zahlen.

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