Featured Video Play Icon
Der Telebasel-News-Beitrag vom 30. September 2020.
Basel

Kantonsbehörden sehen keine Sicherheitslücken bei Wahlen

Recherchen des Onlinemagazins «Republik» decken Sicherheitslücken in Softwares auf, die bei Wahlen und Abstimmungen, auch in beiden Basel, angewendet werden.

Sesam heisst die Software, welche der Kanton Basel-Stadt braucht, um bei den Wahlen die Daten zu erfassen. Im Artikel der Republik ist das eine der kritisierten Programme. Staatsschreiberin Barbara Schüpbach-Guggenbühl ist überzeugt, dass in Basel-Stadt, keine Verfälschungen der Wahlen stattfinden können. Einerseits wird «Sesam» nur bei Wahlen und nicht bei Abstimmungen verwendet, andererseits «sind mehrstufige organisatorische und technologische Prozesse in die Sesam eingebettet ist. Wir werden, auch bei den Wahlen am 25. Oktober zu zuverlässigen und korrekten Resultaten kommen.»

Zweigleisige Infrastruktur

Wichtig dabei ist, dass für die Auszählung von Wahlen eine separate, von der restliche kantonalen abgetrennte, IT-Infrastruktur zum Zuge kommt. Für Hernani Marques vom Chaos Computer Club, einer Vereinigung, welche sich für Transparenz und Datensicherheit im Netzt einsetzt, ist das eine wichtiger Punkt, denn kritische Infrastruktur, wie Computer und Server die bei Wahlen eingesetzt werde, müsse zwingend autonom laufen.

Diese Bestrebungen gehen ihm aber noch nicht weit genug. Er fordert darum, eine Offenlegung von diesen Systemen. « Ein Sicherheitsansatz ist, offen über Probleme zu sprechen und diese zu lösen. Wirkliche Transparenz ist hier die Lösung, wir leben in einer Demokratie und die Leute haben das recht zu erfahren, was die Systeme machen.» Er fordert von daher, dass all diese Programme Open Source sind, sprich dass der Quellcode, der Code des Programmes, frei einsehbar sei. So könnten viele Augen darüber sehen und Schwachstellen aufdecken.

Für ihn ist aber auch klar, dass man zusätzlich noch Experten anstellen müsste, welche diese Programme auf Herz und Nieren testen, denn gerade Geheimdienste und das Organisierte Verbrechen hätten grosse Finanzielle und Personelle Möglichkeiten zur Verfügung um auf diese Programme Einfluss zu nehmen. Als Positives Beispiel hierfür nennt er Taiwan. Der Inselstaat arbeite mit Open Source Programmen und sei bis jetzt gut damit gefahren, gerade wenn man bedenke, dass die taiwanesische Demokratie konstanten Angriffen der Volksrepublik China ausgesetzt sei. Trotz den Schwachstellen hat Hernani Marques nicht den glauben in die Abstimmungs- und Wahlergebnisse verloren. Mehr Transparenz ist aber sicher kein verkehrter Ansatz. 

Mehrstufige Verifizierung

Für die Staatskanzlei ist klar, das man auf der technologischen Seite, immer wieder überprüfen müsse, ob ein System noch den Anforderungen genüge. Auf Grund der Recherche der Republik überprüfe man die genannten Schwachstellen. Nicht zu unterschätzen sein aber auch die nicht technischen Kontrollmechanismen.

«Wir arbeiten immer mit dem vier Augen Prinzip» so die Staatsschreiberin. Dazu komme noch, dass es mehrere Verfizierungsschritte gibt. Zudem werden die Wahlzettel noch eine Weile aufbewahrt. Bei Abstimmungen muss der Regierungsrat das Ergebnis verifizieren, bei Wahlen das Parlament.

Stand jetzt, ist noch kein Fall bekannt, dass sich Hacker zugriff zu diesen Datenerfassungstools verschafft haben und diese verändert haben. Schlussendlich besteht auch immer noch die Möglichkeit bei knappen Ausgängen von Urnengängen eine Beschwerde einzureichen.

1 Kommentar

  1. Spielt in Basel eh keine Rolle, das Parlament scherrt sich sowieso nicht um Abstimmungsergebnisse (BZ von letzter Woche). Die machen was sie wollen, da die Basler zu blöd für richtige Entscheide sind. Dumm nur das wir Blödis die gewählt habenReport

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel