Wer in ein Risikoland reist, muss bei der Rückkehr in die Schweiz in Quarantäne. (Bild: Keystone)
Basel

Jeder zehnte Basler Quarantäne-Fall erkrankt an Covid-19

Die Corona-Massnahmen werden heiss diskutiert. Gerade die Quarantäne sei aber essenziell, betonen Alain Berset und der stellvertretende Basler Kantonsarzt.

Aktuell befinden sich zirka 16’000 Menschen in der Schweiz in Corona-Quarantäne. Wer Kontakt mit einer angesteckten Person hatte oder aus einem Risikoland zurückkehrt, muss zehn Tage zuhause bleiben.

Gesundheitsminister Alain Berset äusserte sich zum Thema Quarantäne in der SRF-Sendung «Rundschau». Dass so viele Menschen in Quarantäne müssen, sei nicht hinderlich für die Wirtschaft, sagt der Bundesrat im Interview. Im Gegenteil: «Man kann die Situation mit dem, was wir im März und April erlebt haben, vergleichen. Dann war das Land gestoppt. Man muss sehen, was die Alternative ist», so Berset.

«Wir mussten am Anfang sehr harte Massnahmen treffen. Es war nicht einfach. Wir haben entschieden, nun diese Eindämmungstrategie mit Isolation und Quarantäne zu wählen», so der Bundesrat weiter. «Die Einschränkungen erlauben, dass das Leben und die Wirtschaft weitergehen.» Die Fallzahlen in der Quarantäne unterstützten die Massnahme: Zehn bis 30 Prozent der Menschen, die bisher in Quarantäne mussten, sind je nach Kanton erkrankt.

Zehn Prozent im Kanton Basel-Stadt

Ähnlich sieht es im Kanton Basel-Stadt aus. Wie der stellvertretende Kantonsarzt Simon Fuchs, der das Contact Tracing-Team leitet, gegenüber Telebasel sagt, erkranke rund jeder Zehnte in der Corona-Quarantäne auch am Virus. «Wir haben den Anteil der Personen, die in Quarantäne ein positives Testresultat erhalten haben, nicht systematisch erfasst, schätzen den Anteil jedoch auf etwa zehn Prozent», so Fuchs.

Wie Berset betont auch Fuchs die Wichtigkeit der Quarantäne zur Eindämmung des Virus‘: «Die Quarantäne ist weiterhin eine sehr wichtige Massnahme in der Bekämpfung der Pandemie, weil sie hilft, die Übertragungsketten frühzeitig zu unterbrechen. Damit beugt sie einer Verbreitung des Virus vor».

Die Baslerinnen und Basler hielten sich dabei zu einem grossen Teil an die Quarantäne-Vorschriften. «Wir haben bisher rund 200 Meldungen mit Datenlieferungen des Bundesamtes für Gesundheit kontrolliert und müssen nun vier Fällen wegen eines möglichen Verstosses gegen die Meldepflicht, respektive das Nicht-Einhalten der Quarantäne weiter abklären.»

Die Personen reagierten trotz der anhaltenden Pandemie weiterhin sehr verständnisvoll und kooperativ. «Eine Müdigkeit können wir nicht feststellen», so Fuchs.

Bald nur noch sieben Tage Quarantäne?

Man könne natürlich nie voraussagen, wer die Krankheit entwickeln werde, so Berset. Das Virus stelle den Bundesrat und die Welt vor neue Herausforderungen.

Während etwa Bundesrat Ueli Maurer und der Schweizer Gewerbeverband sich für eine kürzere Quarantäne aussprechen, will sich Berset noch nicht auf eine mögliche Verkürzung festlegen. «Wir suchen ständig den besten Weg. Es hat sehr viel gekostet, die Situation in den Griff zu bekommen.» Eine Lockerung der Quarantäne-Zeit sei nur mit wissenschaftlichen Belegen vertretbar.

Faktoren, die ebenfalls eine Rolle spielen könnten, wären beispielsweise schnellere Tests, die rascher Klarheit über mögliche Ansteckungen verschaffen würden. Eine Änderung bei der Test-Strategie könnte also für die Schweizerinnen und Schweizer kürzere Quarantäne-Zeiten bedeuten.

Vergleiche mit Strategien anderer Länder

Berset verstehe, dass die Leute nicht in Quarantäne möchten, bzw. diese verkürzen wollen. Man analysiere die Möglichkeit einer siebentägigen Quarantäne: «Es muss wissenschaftlich erklärbar sein. Wir versuchen, einen weiteren Lockdown wie im März zu vermeiden und wollen in einen stabilen Winter», so Berset zu den Zielen des Bundesrats. Auch mit anderen Ländern vergleiche die Schweiz die Strategien: Während Frankreich auf sieben Tage setzt, kamen die Amerikaner zum Schluss, dass 14 Tage Quarantäne nötig seien. «Es ist nicht primär ein Bundesrats-Entscheid. Es braucht wissenschaftliche Ergebnisse, auf die Entscheide gestützt werden können», betont Berset.

1 Kommentar

  1. Aber alle Grenzgänger dürfen in die Schweiz hin und her reisen ohne irgendwelche Massnahmen!
    Ein Kanton macht es so und der andere so. Mal Mundschutz mal nicht.Veranstaltungen finden auch wieder statt, aber man soll nach den Ferien in Quarantäne!!
    Ich stecke mich eher in der vollgestopften Schweiz an als irgendwo am Meer! Jeder kann den Corona weitergeben und weiss es nicht, da muss man nicht extra ins Ausland fliegen/fahren.Report

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