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Der Telebasel News Beitrag vom 25. September 2020.
Basel

Dreirosenanlage-Prügler werden ausgewiesen

Mit Messern und Flaschen gingen zwei Gruppen vor einem Jahr auf der Dreirosenanlage aufeinander los. Am Freitag wurden die Prügler verurteilt.

Am 21. September 2019 eskalierte die Lage vollends auf der Dreirosenanlage. Zwei Gruppen, mindestens zehn Männer, lieferten sich eine wüste Schlägerei. Und das am frühen Abend. Es war nur einer von vielen Vorfällen im Kleinbasler Park.

Diese Woche standen ursprünglich sechs Männer, die involviert waren, vor Gericht (Telebasel berichtete). Einer der Angeklagten ist jedoch untergetaucht, weswegen sein Verfahren abgetrennt wurde. Heute Freitag verkündete das Strafgericht nun sein Urteil.

Auf der Anklagebank sassen sich zwei Parteien gegenüber: Auf der einen Seite ein 45-jähriger, kosovarischer Familienvater sowie seine beiden Söhne im Alter von 20 und 23 Jahren. Der 20-jährige S.S. fehlte an der Urteilsverkündung. Sein Bruder sagte, er habe den Bus verpasst. Doch als S.S. eine Stunde später weiterhin fehlte, bemerkte der Gerichtspräsident trocken: «Das müssen mehrere Busse gewesen sein.»

Wer hat den Streit losgetreten?

Auf der anderen Seite sassen zwei Algerier, wobei einer die libysche Staatsbürgerschaft hat. Beide Seiten gaben der jeweils anderen die Schuld. Dass Gericht versuchte zu rekonstruieren, was an diesem Septemberabend genau passiert war und was der Grund für die Schlägerei war. «Wir können aber kein Drehbuch hinklatschen», liess der Gerichtspräsident an der Urteilsverkündung verlauten. Aber für etwas Klarheit wurde gesorgt.

Am Anfang standen Streitigkeiten um Drogengeschäfte auf der Dreirosenanlage im Zentrum der Diskussionen. Diese eskalierten. So sehr, dass der Vater M.S. mit einem Messer zustach und den Algerier S.B. verletzte. Er wurde am Freitag wegen versuchter vorsätzlicher Tötung für schuldig befunden. Ausserdem wurde er wegen weiterer Delikte verurteilt, etwa verstiess der Mann gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Mann muss nun für 3 ¾ Jahre ins Gefängnis, die bisherige Haft wird ihm angerechnet. Ausserdem wird er für zehn Jahre des Landes verwiesen.

Weiter wurde er wegen Raufhandel angeklagt, wie auch die vier anderen Angeklagten. Sein Sohn M.S. wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten verurteilt, sowie zu einem Landesverweis von drei Jahren. Da das Gericht ihm keine tragende Rolle im Streit zuwies, fiel die Strafe milder aus. Ähnlich urteilte das Gericht bei S.S. Jedoch fiel beim jüngeren Sohn die Strafe deutlich höher aus.

«Keine Guten oder Bösen»

S.S. wurde zu einer 24-monatigen Haftstrafe verurteilt, die Hälfte davon bedingt. Ausserdem darf S.S. für fünf Jahre nicht mehr in die Schweiz reisen. Jedoch erhöhten, im Gegensatz zu seinem Bruder, die Vorstrafen und weiteren Vergehen von S.S. das Strafmass. Auch die beiden Algerier werden des Landes verwiesen.

Y.A. wurde wegen mangelnder Beweise vom Vorwurf der einfachen und schweren Körperverletzung freigesprochen. Jedoch nicht vom Raufhandel. Er erhielt einen Landesverweis von fünf Monaten. S.B., der andere Algerier, erhielt gar ein Landesverweis von sieben Jahren. Er wurde im Gericht als «Kriminaltourist» betitelt. S.B. wurde ebenfalls wegen weiteren Strafbeständen schuldig gesprochen.  Aufgrund der bereits abgesessenen Untersuchungshaft muss S.B. nicht in Haft.

Es sei eine schwierige Ausgangslage gewesen, hiess es vom Gerichtspräsidenten. Die Schilderungen der Geschehnisse hätten  unterschiedlicher nicht sein können. «Es gab aber nicht die Guten und die Bösen», hiess es. Einzelne Anklagepunkte wurden aber nicht erfüllt, da es Aussage gegen Aussage stand. Das Urteil kann noch angefochten werden.

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