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Sehen Sie hier das ganze Interview mit dem Basler Kantonsarzt Thomas Steffen. (Video: Telebasel)
Basel

Kantonsarzt Steffen: «Ich würde eher in der Region bleiben»

Kurz vor den Herbstferien herrscht Unsicherheit in Basel. Kann man verreisen? Kantonsarzt Thomas Steffen beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Verunsicherung bei den Baslerinnen und Baslern ist kurz vor den Herbstferien gross: Während der Pandemie ist das Reisen erschwert. Viele Länder stehen auf der Risikoliste des Bundes. Neben der Quarantäne nach der Rückkehr aus den Ferien bleibt die Gefahr einer möglichen Ansteckung im Ausland.

Dennoch rät der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen nicht generell von Reisen ab. Aber: «Was es einem bei den Ferien schwer macht, ist, dass sich die Situation fast täglich ändert. Von daher kann man nur empfehlen sich gut zu informieren, wie die Situation ist und was die Konsequenzen wären, wenn man nachher quarantäne-pflichtig ist», sagt Steffen im Gespräch mit Telebasel.

Ferien in der Region empfohlen

Der Kantonsarzt empfiehlt, keine weiten Reisen zu unternehmen. «Ich würde eher in der Region zu bleiben, weil es im Moment tatsächlich etwas schwierig ist mit den Ferien.» Man könne schwer abschätzen, wie sich die Situation entwickle.

Gemeint ist damit die Veränderung der epidemiologischen Lage in Europa. Ständig wird die Liste der Risiko-Länder und -Gebiete vom Bundesamt für Gesundheit überarbeitet. Das gibt auch bei den kantonalen Behörden viel zu tun. «Wir merken je nach Destination, dass es sehr viele Nachfragen gibt. Als Wien und Paris auf die Liste kamen, hat das sofort innerhalb weniger Minuten eine Welle von Anfragen ausgelöst.»

Er selber habe keine Herbstferien, sagt Thomas Steffen. Seine freien Tage in den kommenden Wochen verbringe er in der Schweiz, erzählt er weiter. Schon im Sommer habe er sich wegen der Corona-Pandemie für Ferien im Inland entschieden. «Dabei habe ich entdeckt: Die Schweiz ist immer wieder toll.»

Was, wenn anderswo auch die Schweiz als Risikoland gilt?

Ein Risiko beim Buchen zudem: Die Ferien-Destinationen können sich entschliessen,  für die Schweizer eine Quarantänepflicht anzuordnen – dies hat am Dienstag Zypern angeordnet. Auch ein negativer Corona-Test nützt nichts: Wer nach Zypern möchte, muss dort zwei Wochen in Quarantäne.

Mit den steigenden Zahlen wäre es denkbar, dass sich auch weitere Länder für diesen Schritt entscheiden. Wie «Blick» berichtet, gingen sowohl Hotelplan, als auch Tui und Kuoni derzeit aber nicht davon aus, dass weitere Staaten diesen Schritt ergreifen werden. Zypern-Reisende erhalten bei den Reisebüros derweil die Möglichkeit, die Ferien auf eine andere Destination umzubuchen oder ihr Geld zurück zu erhalten.

Behörden wollen aufmerksam bleiben

Ob die Zahlen nach den Herbstferien wieder steigen, steht derweil noch in den Sternen. «Typischerweise sind die Sommerferien Auslöser der grossen Welle, weil hier eigentlich alle irgendwo hingehen und das spürt man dann», erläutert Thomas Steffen. «Wir werden das aufmerksam beobachten müssen. Es kommt natürlich auch die Winter-Welle hinzu und es kann Erkältungen geben und irgendwann kommt die Grippe dazu. Es ist denkbar, dass die Zahlen steigen. Wir müssen aufmerksam bleiben.»

Hinzu kommt die Lockerung bei den Grossanlässen ab 1. Oktober. Auf die Frage, ob das vielleicht verfrüht ist, sagt der Kantonsarzt: «Es ist eigentlich seit der Öffnung ein stetiges Suchen nach der Balance zwischen: Wie viel Freiheit können wir wieder zulassen – und was bedeutet es? Für Basel gesprochen, sind wir im Moment gut genug aufgestellt, um diesen Schritt zu wagen. Wir werden eng dran bleiben müssen, ob es gut geht oder sonst werden wir reagieren müssen.»

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