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Der Telebasel Talk vom 23. September 2020.
Basel

Wollen Sie dem Basler Zolli die Affen verbieten, Frau Schneider?

Affen sollen das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit erhalten. So fordert es eine Initiative, die die Basler Politik verhindern wollte. Erfolglos.

Unsere Kleinstadt hat manchmal die Fähigkeit, gewisse Dinge intensiv zu beschweigen. Über die möglichen Folgen der Primaten-Initiative für unsere Pharmastadt, aber auch für Europa, wusste etwa die «Neue Zürcher Zeitung» insgesamt öfter und tiefgreifender zu berichten als die Basler Medien. Von einer Signalwirkung war dort die Rede, die sich bis hin zu unserem Fleischkonsum erstrecken könnte. Ziel der Initiative: Primaten soll verfassungsmässig das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit garantiert werden.

Gegenallianz aus SP, FDP, CVP, SVP, LDP

Die Basler Regierung und der Grosse Rat wollten die Primaten-Initiative für rechtlich ungültig erklären lassen. Das sei Bundessache. Als das Appellationsgericht auf die Klage der Tierschützer hin die Initiative eingeschränkt zulassen wollte, gelangten sechs Grossrätinnen und Grossräte sogar an das Bundesgericht.

Laut «BaZ» waren das Heiner Vischer (LDP), Salome Hofer (SP), Remo Gallacchi (CVP), David Jenny (FDP), Claudio Reto Miozzari (SP), Joël Thüring (SVP) – wie oft gab es eine vergleichbare politische Allianz in den vergangenen 100 Jahren? Letzte Woche erhielten sie mit dem Urteil des Bundesgerichts die Absage. Basel muss über die Initiative abstimmen lassen.

Wären Tierversuche und Zolli-Affen noch möglich?

Unschwer zu erraten, woher der Basler Unwille rührt: Die Initiative tritt eine Debatte los, die den Pharma-Standort landesweit, vielleicht sogar international in unschönem Licht präsentiert. Die Pharma-Industrie forscht nach wie vor mit Primaten. Dazu gehören auch Tierversuche mit erhöhtem Schweregrad. Zwar meinte das Appellationsgericht, die Initiative sei allein auf staatliches Handeln beschränkt, und bekanntlich hält der Kanton Basel-Stadt keine Affen.

Aber klar ist: Nur schon durch den Abstimmungskampf – und noch mehr bei einer Annahme – stiege der Druck aus der Gesellschaft, Primaten vorsichtiger zu behandeln. So würden sich wohl verstärkt Stimmen melden, die Belege für seelisches Leiden der Affen im Zolli, ausgestellt vor Publikum, vorlegten. Die Ozeaniums-Debatte hat gezeigt, dass die Sensibilität für das Tierwohl in unserer Gesellschaft zugenommen hat. Die Pharmaindustrie könnte sich sogar veranlasst sehen, präventiv weitere Geschäftsbezirke an Orte zu verlegen, wo es wenig oder kaum Tierschutz gibt.

Initianten wollen auch die Massentierhaltung verbieten

Hinter der Initiative steckt die Schweizer Denkfabrik Sentience Politics, die auch die Massentierhaltungsinitiative zur Abstimmungsreife gebracht hat (mutmasslich 2021). Dahinter steht Co-Geschäftsleiterin Meret Schneider, national bekannte als Tierschützerin, Food-Waste-Aktivistin, Klimaschützerin und Veganerin. Seit Herbst 2019 politisiert Meret Schneider im Nationalrat (Grüne, ZH).

Was genau wollen die Initianten erreichen? Ab 18:45 Uhr im Talk vom Mittwoch, 23. September 2020 äussert sich Meret Schneider von Sentience Politics dazu.

3 Kommentare

  1. Warum werden solche Personen überhaupt gewählt ? Und der Klimaschutz lässt irgendwann auch keine Kühe, Schafe, Ziegen, Enten, Gänse etc. zu. Irgendwo hört es auf.
    Vor allem, solche Personen erhalten noch Geld .Report

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