Bei den Fans von Rotblau herrscht Unmut, nun äussert er sich in der Petition «Yystoo für e FCB». (Foto: Keystone)
Basel

Die rotblaue Revolution ist angerollt

Aus den rotblauen Unruhen wurde eine Bewegung. Die Petition «Yystoo für e FCB» gibt den Kritikern eine Richtung vor. Ob das gut kommt?

Rund 8’000 Personen haben die Petition «Yystoo für e FCB» bereits unterschrieben. Es werden noch viele hinzukommen.

Unberechenbare rotblaue Revolution

Darunter sind auch Namen aus der Basler Kultur und Politik. Die Initiative ist breit abgestützt. Das vermittelt Legitimität. Die Namen prangen auf der Website. Unübersehbar. Einige Namen verbindet man automatisch mit Rotblau. Bei anderen reibt man sich verwundert die Augen, bevor man begreift: Ach ja, die Wahlen in Basel-Stadt stehen an.

Fakt ist: Die Petition «Yystoo für e FCB» gibt dem Basler Unmut einen Rahmen. Eine Richtung. Ein Gesicht. Aus der Unruhe wurde nun ein Aufstand. Ein Aufstand, der aber schnell eine gefährliche Dynamik erhalten kann. Einerseits wollen die Fans nur das Beste für ihren FCB. Sie sind von Angst um ihren Verein getrieben. Andererseits präsentiert sich die rotblaue Revolution als absolut unberechenbar.

Die Fans fahren in einen dunklen Tunnel. Wann und wo man rauskommen wird, weiss niemand. Genauso wenig, was man bewirken wird. Oder eben kaputt machen wird. Die Intentionen der Fans sind pur. Sie sind vom rotblauer Leidenschaft getrieben – aber auch gefährlich.

Die Art und Weise

Eine Petition ist eine Sache. Karikaturen und Spruchbanner auch. Dass der CEO eines Vereins in der Öffentlichkeit aber angegangen wird und sich nur mit Hilfe von Dritten aus der Situation befreien kann, überschreitet jede Grenze. Wieder einmal sind es Einzelne, die das grosse Ganze ausser Acht lassen. Die auf eigene Rechnung unterwegs sind. Die eine kritische, aber bislang gesittete Bewegung untergraben.

Wer nun denkt, die FCB-Fans stehen geschlossen hinter der Petition, sieht sich getäuscht. Im Gegenteil. Die Diskussionen unter den Fans sind intensiv. Sie sind hitzig. Von Verunsicherung und Zwiespalt geprägt. Blinde Solidarität gibt es nicht. Am Ende bleibt den Meisten nur die Hoffnung auf Besserung. Ob diese aber in der gewünschten Form und Weise kommen wird, ist mehr als nur fragwürdig.

Der Zeitpunkt

Die Deadline ist fix: Die Generalversammlung des FC Basel muss im Oktober noch stattfinden. Der Druck von den Fans wird konstant hoch bleiben. Man darf aber eines nicht vergessen: Nicht jeder Unterzeichner der Petition ist ein Mitglied des FCB. Und nicht jedes Mitglied hat die Petition unterzeichnet. Am Ende ist es nur ein kleiner Prozentsatz, welcher an der GV aktiv die Frage beantworten kann: Wird Bernhard Burgener tatsächlich entmachtet?

Oder gibt es bereits im Vorfeld eine andere Lösung? Die Intentionen der Fans sind verständlich. Sie sind nachvollziehbar. Sie wollen gehört werden. Der Präsident gibt sich gesprächsbereit. Eine «friedliche» Lösung wird es am Ende aber nur geben, wenn beide Seiten am Ende auch kompromissbereit sind.

2 Kommentare

  1. Danke für den sehr objektiv gehaltenen Artikel. Mich erstaunt es sehr, dass es so viele Unterschriften gegeben hat. In der Petition heisst es u.a. auch, man habe keine Lösung, dann Frage ich mich, warum dann in dieser Form an die Öffentlichkeit gehen? Wenn diese 8000 Personen eine Wende herbeiführen wollen, sollen sie Mitglied im Verein des FC Basel werden, ihren Präsidenten sowie die Vorstandsmitglieder aufstellen und dann an der GV wählen. Sie unterstützen damit gem. Statuten, die von Bernhard Heuslers verfasst wurden, den gesamten Nachwuchsbetrieb des Clubs. Die Profimannschaft „untersteht“ der FC Basel AG. Verein und Holding unterstützen sich gegenseitig, nachzulesen in den Statuten des Vereins sowie dem Zweck der Holding. Solange die Führungsetage, die eine mittlere KMU zu leiten und monatlich die Auszahlung sämtlicher Gehälter sicherzustellen hat, kein gröberes Fehlverhalten an den Tag legt, soll man die Leute arbeiten lassen. Die Zeiten im Fussball haben sich geändert und damit auch die Bedingungen, daran geht kein Weg mehr vorbei. In schwierigen Zeiten braucht es besondere Unterstützung für die 1. Mannschaft, hopp FCB!Report

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