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Der Telebasel News Beitrag vom 21. September 2020.
Basel

Prozess zur Massenschlägerei an der Dreirosenanlage beginnt

Vor einem Jahr eskalierte es auf der Dreirosenanlage. Es kam zur Massenschlägerei. Jetzt stehen die Angeklagten vor Gericht.

Der Gerichtssaal ist voll. Ungewöhnlich voll, gerade für Corona-Zeiten. Vor Gericht stehen fünf Männer. Sie alle waren am 21. September 2019 auf der Dreirosenanlage, als dort die Lage eskalierte. Es kam zu einer grösseren Schlägerei, der zur Forderung nach einem Rangerdienst in der Anlage sorgte. Heute im Basler Strafgericht sollen die Vorfälle aufgeklärt werden. Zu den Angeklagten kommen zwei Übersetzer sowie sechs Polizisten. Sie begleiten die drei Angeklagten, die bereits in Untersuchungshaft waren.

Es bilden sich zwei Fronten über die Geschehnisse vom letzten Jahr. Auf der einen Seite die drei Angehörigen der Familie S. Der Vater sowie zwei seiner Söhne sind anwesend. Involviert im Fall war auch noch der jüngste Sohn, dieser ist jedoch minderjährig. Auf der anderen Seite zwei Männer Anfang 20. Beide befinden sich seit den Vorkommnissen in Haft.

Die Schilderungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Vater und seine Söhne schildern der Fall so: Die beiden Mitangeklagten sollen einen seiner Söhne angegriffen haben. Deshalb habe er und der Jüngste interveniert. Der Vater ist in Haft seit dem Tag.

Wer ist schuld?

Auf der anderen Seite steht S. B., der sagt, er wollte einen Streit schlichten. Dann plötzlich, wurde er mit einem Messer angegriffen. Der Vater soll der Täter sein. Während nämlich alle fünf Anwesenden (eine Person fehlt, da sie abgetaucht ist) wegen Raufhandel angeklagt sind, gibt es für die Individuen auch weitere Anklagepunkte. Die könnten drastische Konsequenzen mit sich bringen. Der Vater wurde von der Staatsanwaltschaft unter anderem wegen mehrfach versuchter schwerer Körperverletzung angeklagt.

Y. A. wiederum wurde wegen einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand angeklagt. Doch wie man es dreht und wendet, eine übersichtliche Darstellung der Ereignisse von einem Jahr kommt nicht zustande. Alle waren zwar da, aber keiner will es so wirklich gewesen sein. Ein Zeuge, der zur Befragung vorgeladen wurde, dementierte eine früher getätigte Aussage. Brisant: Der Zeuge will Y. A.noch nie gesehen haben. Dabei werfen die drei Angehörigen der Familie S. die Hauptschuld zu.

Gleichzeitig gab der Zeuge zu Protokoll, dass der Vater A. S. mit Drohungen und Tätlichkeiten begonnen hat. Doch heute schien das nicht mehr zu stimmen. Der Mann machte einen fahrigen Eindruck. Vereinzelt wurde die Stimmung im Saal angeheizt, ein Angeklagter musste aus dem Saal eskortiert werden.  Immer wieder kommen weitere, unbekannte Personen ins Spiel, die involviert gewesen sein sollen. Nur: Von den Anwesenden soll keiner eine Verantwortung tragen. In den kommenden Tagen will das Gericht für Klarheit sorgen. Am Freitag wird das Urteil verkündet.

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