Tadej Pogacar (rechts) mit dem zweitplatzierten Primoz Roglic. (Bild: Keystone)
International

Tadej Pogacars siegt an der Tour de France

Der Slowene Tadej Pogacar gewinnt die 107. Tour de France. Der 21-Jährige ist der zweitjüngste Sieger überhaupt.

Der Triumph von Tadej Pogacar an der Tour de France ist perfekt. Der am Montag 22 Jahre alt werdende Slowene kam wie erwartet ohne Probleme durch die letzte Etappe auf die Champs-Elysées nach Paris. Pogacar ist der erste Slowene, der die Frankreich-Rundfahrt gewonnen hat, und der zweitjüngste Sieger in der Geschichte des Rennens.

Der Profi des Teams UAE Emirates hatte das gelbe Leadertrikot erst am Samstag übernommen. Mit einem überragenden Bergzeitfahren in La Planche des Belles Filles hatte er das Maillot jaune seinem Landsmann Primoz Roglic noch abgeknöpft. Hinter Pogacar und Roglic, der einen Rückstand von 59 Sekunden aufweist, beendet der Australier Richie Porte die Tour im 3. Gesamtrang (3:30 zurück).

Sam Bennett holt Sieg

Der Sieg in der prestigeträchtigen letzten Etappe ging an Sam Bennett, der bereits das zehnte Teilstück für sich entschieden hatte. Der Ire setzte sich im Massensprint vor dem Weltmeister Mads Pedersen aus Dänemark und dem Slowaken Peter Sagan durch. Der 29-Jährige krönte damit seine starke Tour.

Bereits beim ersten Zwischensprint hatte sich Bennett unterwegs mit einem 5. Rang das grüne Trikot des punktbesten Fahrers gesichert. Er löste als «Sprintkönig» Peter Sagan ab, der ihm beim Team Bora-Hansgrohe als Topsprinter jahrelang vor der Sonne gestanden hatte. Bennett wechselte das Team und revanchierte sich nun im Trikot von Deceuninck-Quick Step eindrücklich.

Es war die letzte offene Entscheidung, die anderen Spezialtrikots (Bergkönig, bester Jungprofi) hatte sich Pogacar bereits am Samstag gesichert. Als bester Schweizer klassierte sich in der Gesamtwertung Sébastien Reichenbach im 23. Schlussrang, mit einem Rückstand von 1:39:27 Stunden auf Pogacar.

Hirschi als grosse Entdeckung

Nur vier Schweizer starteten vor drei Wochen in Nizza zur 107. Tour de France. Das Quartett mit Marc Hirschi, Stefan Küng, Michael Schär und Sébastien Reichenbach fiel positiv auf – mit Hirschi als grosse Entdeckung, nicht nur aus nationaler Sicht.

Dass Marc Hirschi viel Talent hat, war bekannt. Dass der Berner aber gleich bei seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt derart ins internationale Rampenlicht fährt, damit hat nicht gerechnet werden können. Dreimal stand Hirschi auf dem Podest, in der 12. Etappe in Sarran krönte der 22-Jährige seine überragenden Leistungen mit seinem ersten Sieg bei den Profis – und dies ausgerechnet am wichtigsten Radrennen der Welt – und dem ersten Tour-Etappensieg eines Schweizers seit acht Jahren.

Seine guten Resultate und vor allem seine aktive Fahrweise trug Hirschi zudem die Auszeichnung als «Super Combatif», als kämpferischster Fahrer der Rundfahrt ein. «Das bedeutet mir sehr viel», sagte Hirschi gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF. Als Lohn durfte er wie Gesamtsieger Tadej Pogacar auf den Champs-Elysées in Paris auf das Podest steigen.

Dabei stand Hirschi zumindest offiziell nur «zum Lernen» am Start. Was hat er denn nun gelernt? «Dass eine Tour nicht nur physisch, sondern auch mental sehr hart ist», so Hirschi. «Es ist wichtig, dass man in einen Rhythmus kommt während der drei Wochen, sich gut organisiert, dass man seine Ruhe findet, abschalten und genügend schlafen kann.»

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel