Australische Buschhühner brüten ihre Eier nicht selbst aus. (Bild: Zoo Basel)
Basel

Selbstausbrütende Eier: Das faszinierende Brutverhalten der Buschhühner

Ein Huhn, welches Laub auf einen riesen Haufen scharrt: Auf den ersten Blick nichts Spektakuläres. Dahinter steckt aber eine aussergewöhnliche Brutstrategie.

Eier, die sich selbst ausbrüten? Was beim ersten Gedanken nach einem Zukunftsszenario klingt, gehört für die Australischen Buschhühner zur natürlichen Lebensform. Bei ihrer aussergewöhnlichen Brutstrategie dreht sich alles um das Riesennest, das aus diversem Pflanzenmaterial zusammengesetzt wird. Dies ist Aufgabe der Hähne, welche bei der Auswahl der Pflanzenmaterialien allerdings sehr genau sind, denn der Haufen muss perfekt zusammengesetzt sein. Dadurch wird bei der Verwesung des Pflanzenmaterials auch die optimale Brut-Temperatur erreicht. Ein solcher Haufen kann bis zu vier Meter Durchmesser erreichen und eineinhalb Meter hoch werden.

Riesennest übernimmt die grösste Arbeit

Bei anderen Tierarten müssen die Eier wochenlang ausgebrütet werden, bei den Australischen Buschhühnern übernimmt diese Arbeit das Nest selbst. Das Weibchen hat als einzige Aufgabe, die Eier zu legen und diese anschliessend im Haufen zu vergraben. Danach kann sie das Weite suchen. Das Ausbrüten der Eier übernimmt nun der warme «Komposthaufen». Damit der Haufen aber auch eine konstante Temperatur von 35 Grad behält, fügt der «Buschhahn» pausenlos neues Material hinzu oder schichtet es um.

Die Küken schlüpfen nach 60 bis 90 Tagen und können bereits ab dem ersten Tag fliegen. Zum Vergleich: Bei Hühnern dauert das Brüten nur 20 bis 21 Tage. Der Hahn sorgt während der ganzen Brutdauer dafür, dass die Eier in einer aufrechten Position liegen und dass der Haufen nicht zu dicht geschichtet ist. Dies könnte sonst zu einem Sauerstoffmangel führen, was den direkten Tod für die Küken bedeuten würde, wie der Zoo Basel schreibt.

Eier kommen im Zolli Basel in einen Brutkasten

Der unwissende Hahn ahnt aber nicht, dass er sich seine Bemühungen sparen könnte. Die Eier werden im Zolli aus dem Nest entfernt und in einen Brutkasten gelegt. In unserer Klimazone ist es nämlich zu trocken, deshalb kann der Haufen die nötige Temperatur von 35 Grad nicht halten. Ein anderer Grund für dieses Vorgehen sind mögliche Schädigungen der Eier durch Ratten und Mäuse. Durch die Zucht im Brutkasten kamen in den letzten zehn Jahren im Zolli zehn Junge zur Welt, so der Zoo Basel in seiner Medienmitteilung.

Viele Eierräuber im tropischen Regenwald

In der freien Wildbahn ernährt sich das australische Buschhuhn von Samen, Früchten und wirbellosen Tieren. Seinen Lebensraum hat es am Boden oder in Büschen in den tropischen Regenwäldern. Da es in diesen Gebieten aber natürliche Feinde hat, führt das Buschhuhn kein ungefährliches Leben. Feinde wie Katzen, Füchse, Dingos, Hunde, Schweine, Schlangen und Warane sind bekannte Eierräuber.

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