Das Contact Tracing wird von Bund und Kantonen als eine der Hauptwaffen im Kampf gegen Corona angewendet. Oft lassen sich aber Ansteckungen nicht nachverfolgen. (Bild: Keystone)
Basel

Behörden finden immer seltener heraus, wo sich Basler infizieren

Wo stecken sich die Basler mit Corona an? Viele der Infektionen passieren auf Reisen – die Rückverfolgung ist für die Behörden aber zunehmend schwieriger.

119 neue Corona-Fälle verzeichnete der Kanton Basel-Stadt alleine in den vergangenen vier Wochen, 25 davon während der letzten sieben Tage und gleich sieben Fälle am Freitag. Mit den wöchentlichen Informationen veröffentlichten die Behörden wiederum Zahlen zum Contact-Tracing im Kanton. 56 der Ansteckungen konnten nachverfolgt werden: Fast die Hälfte dieser Fälle steckte sich auf Reisen an, ein Viertel bei der Familie.

Trotz der vergangenen Sommerferien-Zeit infizieren sich demnach immer noch die meisten Baslerinnen und Basler auf Reisen. Heisst das also, dass das Reisen tendenziell die grösste Gefahrenquelle für eine Ansteckung mit dem Coronavirus bietet? Können mögliche Ansteckungsorte in der Region ausgeklammert werden, während vor allem ein Aufenthalt im Ausland für eine Corona-Ansteckung gefährdet? Nein, wie eine Nachfrage von Telebasel beim Basler Gesundheitsdepartement zeigt.

«Zunehmend schwieriger, Übertragungswege klar als Quellen zu benennen»

«Da der Anteil der bekannten Quellen abgenommen hat, dürfte diese Konstanz beim Anteil der Reisen trügerisch sein», so Anna Lüthi, Mitarbeiterin Kommunikation. Die Zahl der Ansteckungen auf Reisen werde zurzeit eher überschätzt: «Reisen sind eine relativ einfach zu benennende Quelle respektive im Umkehrschluss sind unter den unbekannten Quellen anteilsmässig weniger Reise-assoziierte Fälle zu verzeichnen», so Lüthi weiter.

Denn: immer weniger können die Behörden zuordnen, wo sich Corona-Infizierte angesteckt haben. Waren es im August jeweils zwischen 54 und 68 Prozent, konnten in den letzten Wochen mit den 56 nachverfolgten Fällen nur bei 47 Prozent der Infizierten die Ansteckungsquellen zugeordnet werden.

«Die Angabe zur Ansteckungsquelle basiert zu einem wesentlichen Teil auf der direkten Nachfrage bei den infizierten Personen und einer gemeinsamen Beurteilung, wo am ehesten die Übertragung erfolgt sein könnte», sagt sie. In den letzten Wochen hätten einfacher zuordenbare Ansteckungsorte wie «Reisen» oder «Familie» im Kanton abgenommen. «Das deutet darauf hin, dass es zunehmend schwieriger wird, die im Alltag potenziell überall möglichen Übertragungswege klar als Quellen zu benennen.»

Immer mehr tappen die Behörden also im Dunkeln. Das Brisante dabei: Bund und Kantone setzen zur Eindämmung des Coronavirus auf das Contact Tracing. Was die Situation noch prekärer erscheinen lässt: Immer mehr Kantone stossen wegen der steigenden Fallzahlen im ganzen Land an ihre Grenzen, wie diese Woche bekannt wurde. In Basel-Stadt sind die Behörden derzeit aber noch nicht überlastet.

Arbeitsplatz als neuer Hotspot?

Zu den häufigsten nachgewiesenen Ansteckungsquellen gehören neben Reisen und Familie die Freizeit und die Arbeit. Mit 16 Prozent der am Arbeitsplatz nachgewiesenen Ansteckungen nimmt dabei die Zahl der Personen, die sich am Arbeitsplatz anstecken, kontinuierlich zu. Zum Vergleich: vor einer Woche waren es noch neun Prozent und in der Woche davor bloss fünf Prozent. Werden nun Basler Arbeitsplätze immer mehr zu Corona-Hotspots?

Eine Übersicht der Ansteckungsquellen der Covid-19-Patienten im Kanton Basel-Stadt in den vergangenen Wochen. (Grafik: Telebasel)

Lüthi erläutert: «Der Anteil, also die relative Verteilung, hat von neun auf 16 Prozent zugenommen. Die absolute Zahl hingegen nur von sieben auf neun Personen. Das hängt damit zusammen, dass das Total der angesteckten Personen in den jeweils vorangegangenen vier Wochen deutlich abgenommen hat.» Der starke Anstieg sei also nur statistischer Natur, von einem Trend könne hier noch nicht gesprochen werden.

Ebenso könne Lüthi keine Voraussage in Hinblick auf das Reisen und Ansteckungen während der Herbstferien machen: «Zuverlässige Prognosen können nicht gestellt werden. Möglich ist eine Zunahme des Anteils der Reisenden».

4 Kommentare

  1. Contact Tracing ist gut, doch nicht alles.
    Maskenpflicht in den Läden und im öv gut, doch nicht genug
    Wirschaft fördern ist nötig, doch nicht in erster Linie
    Eigenverantwortung trägt jeder, doch alle müssen mithelfen, damit es gelingt
    ….Report

  2. Das Virus fliegt zum Fenster herein und steckt in der Familie oder an der Arbeit Menschen an. Wer glaubt dieses Märchen.

    Man/frau steckt sich zuerst irgendwo an und verbreitet es an der Arbeit, in der Familie. Dies Ansteckungsorte müssen herausgefunden und eliminiert werden.

    Ich stecke mich auch nicht nur wegen einer Reise an. Die Reise trägt keine Schuld. Es ist mein Verhalten das mich mit Viren infizieren kann, sei es auf einer Reise oder in Basel. Es ist meine Schuld!Report

  3. Die ansteckung erfolgt sicher in den flugzeugen klimageräte und der ganze innen raum wird verseucht sein am flughafen die gebäckwagen usw es kann ja nicht sein das mann die ansteckung im land in den griff bekommt und kaum fliegen sie in die ferien gehts wieder losReport

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