(Bild: Keystone)
Schweiz

Wirbel um Echinaforce: Swissmedic prüft möglichen Werbeverstoss

Nach Berichten über das Naturheilprodukt Echinaforce als «Wundermittel» gegen Corona, hat die Schweizer Arzneiaufsicht Swissmedic Abklärungen angekündigt.

Sie prüft nun, ob um das Präparat Echinaforce verbotene Publikumswerbung betrieben wurde.

Ein Swissmedic-Sprecher bestätige am Mittwochabend, 16. September, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des Ostschweizer Senders TVO. Gemäss der Aufsichtsbehörde könnte eine verbotene Publikumswerbung für ein nicht zugelassenes Anwendungsgebiet eines Arzneimittels vorliegen.

Details gab Swissmedic nicht bekannt. Generell darf bei Arzneimitteln beim Publikum nur in Bezug auf die vom Heilmittelinstitut genehmigten Anwendungsmöglichkeiten geworben werden.

Am Montag hatten Medien eine Studie des Labors Spiez bekannt gemacht, gemäss der das pflanzliche Arzneimittel Echinaforce der Thurgauer Firma A. Vogel im Labor gegen Coronaviren helfe. Das Naturheilmittel aus Extrakten des Roten Sonnenhuts wurde bislang verkauft, weil es im Allgemeinen Abwehrkräfte stärken und gegen Erkältungen vorbeugen soll.

Wirkung im menschlichen Körper offen

Die Forscher stellten fest, dass Echinaforce im Reagenzglas eine abtötende Wirkung auf Coronaviren hat. Gemäss der Spiezer Studie ist aber völlig offen, ob der Stoff auch im menschlichen Körper wirkt. Medien berichteten, dass nach Bekanntwerden der Studie in Apotheken die Nachfrage nach Echinaforce stark gestiegen sei. Einzelne Apotheken rationierten daraufhin offenbar den Verkauf.

Der Swissmedic-Sprecher erklärte, dass die wissenschaftliche Publikation des Labors Spiez im Fachblatt «Virology Journal» vom 9. September 2020 zu falschen Interpretationen geführt habe. Nach Medienberichten sei vor allem in Sozialen Medien undifferenziert darüber berichtet worden. Dies habe bei Konsumenten zu einem Ansturm auf Echinaforce-Präparate und illegalen Angeboten auf Online-Plattformen geführt.

Aus der Laborstudie liessen sich wissenschaftlich keine medizinischen Schlüsse ziehen, sagte der Sprecher weiter. Präparate mit Echinaforce auf Vorrat zu kaufen sei nicht angebracht. Swissmedic sei zudem seit Anfang Woche zusammen mit Plattformbetreibern und den Kantonen aktiv, um illegale Verkaufsangebote zum Schutz der Konsumenten zu löschen.

1 Kommentar

  1. Ohne langjährige Studien sollte es verboten sein, einfach solche Behauptungen aufzustellen und dafür Werbung zu machen. Da könnte ja jeder einfach etwas behaupten, das gar nicht stimmt. Genau darum glauben viele Menschen heute vieles nicht mehr, weil in der Werbung vieles angepriesen wird, das gar nicht stimmt.Report

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