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Der Telebasel Glam-Beitrag vom 16. September 2020.
Basel

Judith Kakon: «Mich interessiert, ob jemand auf mein Werk uriniert!»

Die Künstlerin Judith Kakon verwandelt vorhandene Alltagselemente in besondere Kunstwerke. Zurzeit stellt sie Fächer gegen das Urinieren in Basel aus.

Anlässlich der Kunsttage Basel findet auch ein Kunstparcours im öffentlichen Raum statt. Der Parcours, der sich von der historischen Basler Altstadt bis zum Campus der Künste hinzieht, lautet «Das Mögliche ist ungeheuer».

Hindernisse gegen das Urinieren

Eine der Ausstellerinnen ist die Basler Künstlerin Judith Kakon. Ihr Werk «Commons» zeigt vier Bronzeskulpturen die Fächern ähneln. «Das war tatsächlich auch der Arbeitstitel der Skulpturen, aber eigentlich sind es Hindernisse gegen das Urinieren. Diese Vorrichtung habe ich in Lyon entdeckt, die gibt es so wirklich und die Idee dahinter ist, dass wenn jemand gegen eine Hauswand urinieren möchte, ihm der Urin direkt vor die Füsse läuft. Ich habe von den Objekten ein Negativ machen lassen, danach wurde es gegossen und patiniert», so die Künstlerin zu Telebasel.

Ihr Werk «Commons» hat einige Elemente der ursprünglichen Vorrichtung. So zum Beispiel die Rillen, zwischen denen der Urin abläuft. Diese Elemente seien wichtig für ihr Kunstwerk.

Auffällig-unauffäliges Kunstwerk

Die vier Kunstwerke sind am Steinenberg 4 und 7, im Garten des Restaurants Kunsthalle, an der Florenz-Strasse 5 und an der Helsinki-Strasse zu finden. Auffällig-unauffällig sind die Bronze-Skulpturen. So scheint es, als seien sie schon immer an diesen Orten installiert.

«Für mich ist es sehr spannend, dass ich die Werke jetzt im öffentlichen Raum ausstellen kann. Ich hatte sie schon einmal in einem Raum mit weissen Wänden ausgestellt. Dort wirken die Werke fast noch architektonischer als hier draussen. Im öffentlichen Raum wirken sie so, als würden sie hier hin gehören. Sie passen von der Tonalität zum Abflussrohr, zur Regenrinne und zur Umgebung», so Judith Kakon.

Das Kunstwerk könnte sich verändern

Ihre Werke an rund drei Tagen in der Öffentlichkeit – Judith Kakon freut sich auf diese Zeit und ist gespannt, was mit Ihren Werken passiert. «Drei Tage sind eine kurze Zeit und das haben wir gemacht, damit der Schaden klein bleibt. Mich interessiert aber, ob noch etwas mit dem Werk passiert, ob wirklich jemand darauf uriniert und ob das Material dann oxidiert und grünlich wird. Oder, ob jemand auf die Idee kommt, etwas darauf zu schreiben oder reinritzt», so die Basler Künstlerin Judith Kakon.

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