Der infizierte Hobby-Fussballer erhielt am Freitag ein positives Corona-Ergebnis. Erst am Montag riefen die Contact Tracer seine Mitspieler an. (Bild: Keystone)
Schweiz

Infizierter Hobby-Fussballer muss Kollegen selber informieren

Ein infizierter Hobby-Fussballer im Kanton Bern bringt die Contact Tracer an den Rand ihrer Kapazitäten. 40 Mitspieler musste er selber informieren.

Nachdem ein Berner Hobby-Kicker positiv auf das Coronavirus getestet wurde, musste er 40 Personen in Quarantäne schicken. Das Contact Tacing-Teams des Kantons hatte erst zwei Tage später die Kapazität, die Betroffenen zu kontaktieren, wie «20 Minuten» berichtet.

Nachdem er Spieler nach dem Training am Donnerstag Symptome entwickelt hatte, machte er einen Covid-19-Test. Am nächsten Tag stellte sich heraus: Der 19-Jährige ist mit dem Virus infiziert.

Infizierter muss Kollegen selber informieren

Wie er gegenüber der Zeitung sagt, wurde er wenige Stunden später vom Contact-Tracing-Team CTT des Kantons Bern informiert: «Ich musste angeben, mit wem ich in den letzten Tagen engeren Kontakt hatte – das waren viele.» Damit es schnell gehe, sei er aufgefordert worden, alle Betroffenen gleich selber zu informieren, dass sie in Quarantäne müssen.

Erst in einem zweiten Schritt solle er die Kontaktdaten ans CTT senden, damit sie sich mit den Betroffenen in Verbindung setzen. Seine Mitspieler hätten aber langen nichts gehört vom Kanton: «Wir waren völlig im Ungewissen. Erst am Montagmittag bekam ich einen Anruf und mir wurde offiziell mitgeteilt, dass ich seit Freitag in Quarantäne stecke», wird ein Mitspieler zitiert.

Auch bei der Corona-Hotline vom BAG habe man sich mehr als erstaunt gezeigt, dass die Mannschaft nach 48 Stunden noch immer nicht vom Kanton kontaktiert worden sei.

Personal am Wochenende wird nun aufgestockt

Das CTT sei aber nicht mit den steigenden Infektionszahlen überfordert, sagt  Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Es sei ein besonders intensives Wochenende für das Team gewesen. «Wir haben Hunderte, wenn nicht gar Tausende Telefonate geführt.» Der Grund: Die hohen Infektionszahlen. Im Kanton Bern wurden am Donnerstag 35, Freitag 26 und Samstag 42 Personen positiv auf Covid-19 getestet.

Jeder Fall gebe dabei unterschiedlich viel zu tun. Besonders viel Arbeit habe dem Team am Wochenende der Fall  des Hobby-Fussballers gemacht: «Der junge Mann ist sportlich sehr aktiv und in zwei Vereinen. Entsprechend viele Telefonate mussten geführt werden.» 40 Personen mussten in  Quarantäne. «Ich habe letzte Woche das erste Mal seit Langem wieder richtig viele Menschen getroffen. Ausgerechnet dann hat das Virus zugeschlagen», sagt der Infizierte.

Beim CTT reagiert man nun: «Bisher hatten wir am Wochenende einen reduzierten Betrieb. Das ändern wir ab dieser Woche», so Giebel. Neu werde das Callcenter auch am Wochenende voll besetzt. Bereits am Dienstag hatten ein möglicher Personalmangel bei den Contact-Tracern für Schlagzeilen gesorgt.

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