Das sogenannte «Läufelfingerli» von Olten nach Sissach wird bis zum Fahrplanwechsel im Dezember auf Busbetrieb umgestellt. Das sorgt für Ärger im Nationalrat. (Keystone)
Schweiz

Nationalrat streitet sich wegen Bus-Ersatz fürs «Läufelfingerli»

Die SBB lassen wegen Lokführermangels werktags rund 200 Zugverbindungen ausfallen, von über 9000 insgesamt. Eine davon ist das «Läufelfingerli».

Nationalratsmitglieder aus Solothurn und Basel-Landschaft haben ihrem Ärger darüber im Rat Luft gemacht.

Statt der Züge des «Läufelfingerli» oder eben der S9 zwischen Sissach und Olten fahren seit 7. September und noch bis zum Fahrplanwechsel im Dezember Busse.

Christian Imark (SVP/SO) wollte dazu in der Fragestunde am Montag wissen, wer bei den SBB «die Missachtung des souveränen Volksentscheides des Kantons Baselland» verantwortet habe – und erkundigte sich nach personellen Konsequenzen. «Bestellt, aber nicht geliefert», kommentierte Stefan Müller-Altermatt (CVP/SO).

Samira Marti (SP/BL) sah die Baselbieter und Baselbieterinnen «von den SBB im Stich gelassen». Mit den Bussen verlängere sich die Fahrzeit auf der Strecke Sissach – Läufelfingen – Olten von 22 auf 46 Minuten. Florcence Brenzikofer (Grüne/BL) wollte wissen, was die SBB gegen den Lokführermangel unternähmen.

Dieser lasse sich nicht so schnell beheben, sagte Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga zu den insgesamt sieben Fragen. Lokführer könnten nur mit Fahrzeugen auf Strecken fahren, für die sie ausgebildet seien. Kurzfristige Umschulungen seien deshalb nicht möglich.

«Fehleinschätzungen der SBB»

Die SBB hätten beim Lokpersonal Fehleinschätzungen gemacht, stellte Sommaruga klar. Den SBB fehlen trotz Anpassungen im Jahr 2019 rund 200 Lokführerinnen und Lokführer. Sommaruga sagte, es sei mit den Bestellern zu klären, wie mit allfälligem Schadenersatz umgegangen werde. Der Bund werde sicherstellen, dass nicht erbrachte Leistungen nicht entgolten würden.

Sommaruga wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die SBB das Baselbiet im Stich gelassen hätten. Das «Läufelfingerli» sei ein von Bund und Kantonen bestelltes Angebot. Bund und Kantone hätten betreffend die Anpassungen regelmässig und intensiv Kontakt gehabt. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte schon Ende August die SBB wegen der Ausdünnung des Angebotes gerügt.

Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) hatte den vorübergehenden Ersatz des «Läufelfingerli» durch Busse ebenfalls kritisiert.

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