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Basel

Das hat es mit der «Helvetia auf Reisen» auf sich

Jeder Basler kennt sie und Touristen bewundern sie, die Helvetia am unteren Rheinweg. Schöpferin Bettina Eichin erzählt, was es mit der Skulptur auf sich hat.

Die Skulptur «Helvetia auf Reisen» sitzt seit rund 40 Jahren auf dem Brückenpfeiler am unteren Rheinweg und blickt müde auf den Rhein. Die Schöpferin der Skulptur ist Bettina Eichin. Die gebürtige Bernerin hat seit einigen Jahren ein Atelier direkt auf der anderen Rheinseite, mit Blick auf der Helvetia-Skulptur.

«Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich die Helvetia, stolz macht mich das aber nicht. Für mich sind meine Kunstwerke nur so lange wichtig, wie ich an ihnen arbeite. Danach lasse ich die Skulpturen ein Eigenleben leben. So habe ich wieder den Kopf frei für neue Werke», so Bettina Eichin zu Telebasel.

Die Bildhauerin reichte 1978 anlässlich eines Wettbewerbs, ihre Idee für eine Skulptur auf dem Sockel der mittleren Rheinbrücke ein.

Der Künstlerin ging es bei der Teilname des Wettbewerbs aber mehr darum, Ihre Idee mitzuteilen und weniger ums Gewinnen. «Die Grundidee hinter der Skulptur ist, dass die Helvetia, die ja auf dem 2-Fränkler ist, aus ihrem Alltag aussteigt und müde und nachdenklich auf den Sockel sitzt.»

Die starke Helvetia, müde und nachdenklich. Neben ihr liegt der Mantel, hinter ihr sind ihr Speer, das Schild und der Koffer abgelegt. Die Figur zeigt ein Frauenbild, dass einige nicht mögen. «Die Skulptur zeigt zwei Eigenschaften, die man an den Frauen nicht schätzt. Müdigkeit und Nachdenklichkeit. Mir war es wichtig das zu zeigen. Die Helvetia schaut Rheinabwärts in die Welt und über die Grenze.»

Durchatmen, aus dem Alltag ausbrechen und über die Grenzen schauen. Die Figur trifft den Nerv der Zeit und wurde über die Jahre hinweg ein Symbol der Frauen. So ist sie im 2019 anlässlich des Frauenstreiks, mit mit Tüchern und Plakaten eingedeckt worden. Das war aber nicht von Anfang an so. «Ich hatte am Anfang einige Anfeindungen. So hat mir bei der Abnahme der Skulptur, die Kunsthistoriken gesagt, dass die Skulptur auf dem Sockel zwar nicht störe, sie werde aber bestimmt nie in die Basler Kunstgeschichte eingehen», sagt Eichin lachend.

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