Der Angeklagte soll die Lebensgefährtin mehrfach körperlich verletzt haben. (Bild: Keystone)
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Verlobung im Gerichtssaal rettet mutmasslichen Frauenschläger

Skurriler Verlauf einer Münchner Gerichtsverhandlung: Damit seine Lebensgefährtin nicht gegen ihn aussagt, machte ihr ein Angeklagter einen Antrag – mit Erfolg.

Ein Münchner stand diese Woche in Bonn wegen wiederholter Gewalt gegen seine Lebenspartnerin vor dem Münchner Amtsgericht. Er habe sie zu Boden geschubst, ihr büschelweise Haare ausgerissen und sie getreten. Ausserdem habe er sie ins Gesicht geschlagen und so lange gewürgt, bis sie beinahe bewusstlos wurde, hiess es in der Anklageschrift.

In der Verhandlung sagte ein Nachbar als Zeuge aus. Er habe die Frau mit einer blutenden Wunde im Hausgang gesehen. Sie habe ihn gebeten, die Polizei zu holen, weil ihr Freund sie schlage, wie der Bayrische Rundfunk berichtet.

Antrag im Gerichtssaal

Zur Überraschung des Gerichts wollte das mutmassliche Opfer keine Aussage gegen ihren Lebensgefährten machen. Sie sei seit vier Jahren mit dem Angeklagten verlobt. Als ihr das der Richter nicht glaubte, ergriff der Angeklagte das Wort, erklärte der Frau seine Liebe und sagte, dass er sie heiraten wolle.

Die Frau nahm den Antrag an und die beiden küssten sich noch an Ort und Stelle. Die Konsequenz des Live-Antrags: Das Opfer hatte nun das Recht, die Aussage gegen ihren Verlobten zu verweigern. Die Aussage des Nachbarn reichte für eine Verurteilung nicht aus.

Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind:
Das Frauenhaus Basel bietet Frauen und ihren Kindern Schutz, Beratung und Unterkunft. Sie können sich rund um die Uhr melden. Tel. +41 61 681 66 33.
Frauenhaus Basel: www.frauenhaus-basel.chBei der Opferhilfe beider Basel erhalten Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche Unterstützung, wenn sie von Häuslicher Gewalt, sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind. Die Beratungen sind kostenlos. Vereinbaren Sie telefonisch einen Beratungstermin. Tel. +41 61 205 09 10. Die Opferhilfe finden Sie am Spalenring 53, 4051 Basel.
Opferhilfe beider Basel: www.opferhilfe-beiderbasel.ch

Wenn Sie mit jemandem reden möchten, können Sie sich rund um die Uhr bei der Tele-Hilfe Basel – Die Dargebotene Hand melden. Die Beratung ist anonym und kostenlos (exkl. Telefongebühren zum Lokaltarif). Tel. 143.
Telehilfe: www.basel.143.ch

Für Jugendliche und Kinder gibt es bei Pro Juventute kostenlose und vertrauliche Beratung per Chat, Telefon oder Email rund um die Uhr. Auf dem Internet sind viele nützliche Informationen und Hinweise abrufbar: www.147.ch

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