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Sehen Sie hier nochmals die ganze Medienkonferenz mit Bundesrat Alain Berset im Rückblick. (Video: Youtube, Der schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Einzelne Gebiete in Frankreich und Wien zählen neu als Risikogebiete

Die Covid-Zahlen in Frankreich steigen stark. Gewisse Gebiete sind neu auf der Risikoliste des Bundes. Die Grenzgebiete sind nicht betroffen.

Bundesrat Alain Berset informiert, dass das Alter der Menschen, die mit Corona infiziert werden, steigt. Viele der Fälle betreffen jedoch Menschen unter 40, die nicht in der Risikogruppe sind.

Berset stellt fest, dass die am stärksten betroffenen Kantone es geschafft haben, wirksame Methoden zu ergreifen. Das Testregime und das Contact Tracing der Kantone funktioniere. So etwa der Kanton Genf, der die Clubs schloss. Er empfiehlt, private Feiern nur durchzuführen, wenn Schutzmassnahmen eingehalten werden können: «Viele stecken sich an Familienfesten an.» An solchen feiern würden die Abstands- und Hygieneregeln oft nicht eingehalten, sagte Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien. Er appellierte erneut an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung. Alles zum Thema gibt es hier.

Gebiete in Frankreich und Wien zählen als Risikogebiete

Wer aus ausländischen Grenzregionen in die Schweiz einreist, soll nicht in Quarantäne müssen – auch dann nicht, wenn die Region hohe Corona-Fallzahlen zu verzeichnen hat. Der Bundesrat hat am Freitag diese und weitere Ausnahmen von der Quarantänepflicht beschlossen. Er hat diese Regeln für Einreisende aus den Nachbarstaaten Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich und Liechtenstein präzisiert.

Generell gilt: Wer aus den Grenzregionen dieser Länder einreist, muss nicht in eine zehntägige Quarantäne. «Die Grenzregionen können von der Aufnahme auf die Liste ausgenommen werden», schreibt der Bundesrat. Er lässt aber mit der Kann-Formulierung ein Türchen für schärfere Regeln offen. Die Zahlen in Frankreich stiegen in den vergangenen Tagen rasant, wie Berset an der Pressekonferenz anfügte. Deshalb werden gewisse Gebiete zu Risikogebieten erklärt. Grenzgänger sind entsprechend der neuen Verordnung aber nicht betroffen. Es sei klar, dass Regionen, wie Genf oder Basel, die über die Landesgrenzen hinaus leben und funktionieren, nicht unter Quarantänemassnahmen gestellt werden können, solange es die Ansteckungszahlen erlauben. Bei einer exponentiellen Steigerung der Fallzahlen in einem Grenzgebiet müsste die Situation nochmals angeschaut werden, so der Bundesrat auf Nachfrage. 187’000 Grenzgänger aus Frankreich arbeiten in der Schweiz. Ein grosser Teil davon in Genf.

Berufliche Reisen ausgenommen

Von der Quarantänepflicht befreit sind zudem Personen, die aus beruflichen oder medizinischen Gründen notwendig und unaufschiebbar in ein Risikogebiet reisen müssen. Voraussetzung ist, dass der Aufenthalt im Ausland nicht mehr als fünf Tage dauert und ein Schutzkonzept vorliegt.

Zur Dauer der Quarantäne fügt Berset an: «Wir haben eine andere Risikoeinschätzung als in Nachbarländern. Die Frage der Dauer ist in Diskussion – mit vereinzelten Kantonen.» Berset bitte eindringlich: «Verzichten Sie bitte auf Reisen in Risikogebiete. Wenn Sie es trotzdem machen müssen, gehen Sie in Quarantäne und melden Sie sich bei den Behörden.» Namentlich gilt die Quarantänepflicht für Reisende aus neun von 13 europäischen Regionen Frankreichs, darunter Paris oder die Côte d’Azur, oder das österreichische Bundesland Wien. Der Bundesrat hat diese Liste am Freitag aktualisiert. Ab Montag soll sie gelten. Alles zum Thema lesen Sie hier. Die Liste aller Risikoländer und Risikogebiete finden Sie hier.

Keine zusätzlichen Grenz-Kontrollen

«Es gibt keine zusätzlichen Kontrollen an den Grenzen – die Grenzen sind offen», so Berset weiter. «Wir zählen auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung.» Der Gesundheitsminister fügt an. «Wir versuchen unserer Kapazitäten zu schonen – die des Landes und der Kantone. Es hätte verheerende Auswirkungen, wenn wir das Tracing nicht mehr durchführen könnten», sagt Berset. «Das wäre unrealistisch.» Der Bundesrat habe eine pragmatische Lösung gesucht, sagte Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien. Er habe sich mit den Regierungen der Nachbarländer ausgetauscht. «Wir schauen immer, was andere machen.» Gleichzeitig gab er zu, dass die Behörden nicht alles kontrollieren könnte. Schliesslich sei jede und jeder Einzelne für die Eindämmung der Krise mitverantwortlich. «Wir suchen einen Weg mit dem Virus zu leben, ohne die Kontrolle zu verlieren», so der Gesundheitsminister.

Berset versicherte, dass der Bundesrat weiterhin die Möglichkeit habe, auch für Menschen aus Grenzregionen eine Quarantänepflicht einzuführen. Dies geschehe aber nur, wenn im grenznahen Ausland «ein Hotspot» entstehe. Alle Hintergründe gibt es hier.

Bundesrat verlängert Corona-Erwerbsersatz in gewissen Fällen

Gewisse direkt oder indirekt von der Corona-Krise betroffene Erwerbstätige können länger Erwerbsausfallentschädigung beziehen. Der Bundesrat hat am Freitag die eigentlich Mitte September auslaufende Hilfe bis Ende 2021 verlängert.

Der Bundesrat passte die Geltungsdauer der Covid-19-Verordnung zum Erwerbsausfall entsprechend an. Somit kann die Corona-Erwerbsersatzentschädigung in gewissen Fällen auch nach dem 16. September ausgerichtet werden. Details erfahren Sie hier.

Preise für Corona-Tests werden günstiger

Der Bundesrat hat am Freitag die Kosten für Coronavirus-Tests gesenkt. Ein Test kostet neu 82 statt 95 Franken, der Antikörpertest 25 statt 39 Franken.

Bereits im Mai hatte der Bundesrat die Kosten für die Tests gesenkt. Die meisten Personen in der Schweiz müssen den Test jedoch seit Ende Juni nicht mehr selbst bezahlen. Damals erklärte Gesundheitsminister Alain Berset, dass niemand sich aus finanziellen Gründen nicht testen lassen sollte. Deshalb bezahle der Bund ab sofort die Tests.

Der Bund bezahlt jedoch nur die medizinisch indizierten Test. Das bedeutet, wenn ein Arzt oder eine Ärztin den Test als notwendig beurteilt. Arbeitgeber, die sicherheitshalber ihre Angestellten testen, müssen dies aus der eigenen Tasche bezahlen. Alles zum Thema gibt es hier.

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