Erwartungsgemäss ist Studieren ganz ohne Masken an Schweizer Unis nicht mehr möglich. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Studieren geht in Coronazeiten nur mit Masken und Hybridunterricht

Unter besonderen Vorzeichen steht in diesem Jahr das Herbstsemester an Schweizer Hochschulen. So sieht das Studieren in Zeiten von Corona aus.

Studierende müssen Masken tragen, und um Distanzregeln einzuhalten findet der Unterricht mit einem Mix von Präsenzunterricht und Streamings, Podcasts und Videokonferenzen statt.

«Der Schutz von Studierenden und Universitätsangehörigen hat oberste Priorität. Aber wir brauchen auch den persönlichen Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden. Gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass auch diejenigen studieren können, die gesundheitlich gefährdet sind», stellt Michael Schaepman, Rektor der Universität Zürich, das Dilemma dar, in dem sich die Hochschulen zum Start des diesjährigen Herbstsemesters befinden.

Masken tragen!

Erwartungsgemäss ist Studieren ganz ohne Masken an Schweizer Unis nicht mehr möglich. Für eine generelle Maskenpflicht hat sich die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entschieden. Auch an allen Standorten der Universität Luzern gilt eine Maskentragepflicht. Ausnahmen gibt es nach Angaben der Universität etwa für Dozierende, wenn sie den Mindestabstand einhalten können und in Büros unter gewissen Bedingungen.

In den meisten Universitäten und Fachhochschulen, etwa in Basel, Bern und Zürich und in der Westschweiz können die Masken in den Hörsälen, in denen die Mindestabstände garantiert sind, abgelegt werden. Masken müssen jedoch auch hier in Bibliotheken, Cafeterias, Toilettenanlagen und Gängen getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Einen Vorgeschmack, wie der Uni-Alltag in Coronazeiten aussieht, haben die Studierenden der Uni Bern diese Woche an den Einführungstagen erhalten. Sie fanden dezentral und teilweise digital statt.

Die Universitäten bemühen sich trotz Corona ihren Betrieb so weit als möglich vor Ort durchzuführen. Der Rektor der Universität Genf, Yves Flückiger, erklärte etwa auf Anfrage an seiner Uni solle keine Studentin und kein Student gezwungen sein, das Angebot an Distanzunterricht zu beanspruchen. Die Universität habe sich für den Präsenzunterricht entschieden, weil der Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden extrem wichtig sei.

Plan B in der Schublade

An der Universität Bern soll der Unterricht wenn immer möglich vor Ort stattfinden. Wo die Corona-Schutzmassnahmen nicht eingehalten werden können, kommen digitale Alternativen zum Einsatz. Für jede Lehrveranstaltung liegt ein «Plan B» mit einer reinen Online-Lösung in der Schublade.

«Da die Gefahr besteht, dass sich die Corona-Situation im Laufe des Semesters verschlechtert, müssen wir schnell auf Online-Unterricht umstellen können», erklärte Bruno Moretti, Vizerektor Lehre der Uni Bern. Die Universität sieht sich digital gut vorbereitet. Entsprechende Lernangebote seien bereits vor der Coronakrise weiterentwickelt worden. Während des Lockdowns habe der Betrieb innert drei Tagen auf digital umgestellt werden können.

Vor Ort und digital werden im Herbstsemester an der Universität Zürich die rund 28’100 Studierenden ihre Vorlesungen, Seminare, Übungen und Lehrveranstaltungen mit einem Mix aus Präsenzunterricht und Streamings, Podcasts oder Videokonferenzen absolvieren.

Auch die Lehrveranstaltungen der Uni Luzern finden entweder online oder als sogenannte Hybrid-Formen statt, bei denen ein Teil der Studierenden die Vorlesung von zu Hause aus verfolgt.

Alternierender Unterricht in Lausanne

Verschiedene Varianten zwischen Präsenz- und Fernunterricht werden an Westschweizer Universitäten eingesetzt. Die einzige Möglichkeit Distanzregeln einzuhalten, sieht Benoît Frund, Vizerektor der Universität Lausanne, darin, die Kapazität auf dem Uni-Campus auf ein Drittel zu reduzieren, wie er auf Anfrage erklärt.

Aufgrund der geografischen Nähe von Universität und ETH in Lausanne träfen sich dort rund 28’000 Studierende. Die Studierenden der beiden Hochschulen dürfen sich daher nur jeden dritten Tag vor Ort einfinden. Die übrigen zwei Tage findet ein Distanzunterricht statt.

An der Universität Neuenburg wird zum Semesterstart lediglich jede zweite Woche vor Ort studiert. Nach den beiden ersten Wochen soll die Situation überdacht und entschieden werden, ob an dem System festgehalten wird oder nicht.

Je nach Fakultät unterschiedliche Vorgaben gibt es an der Universität Freiburg. In der Rechtswissenschaft findet der Präsenzunterricht alternierend statt. Bei den Naturwissenschaftlern und Medizinern sind Masken die ganze Zeit über, auch im Unterricht, obligatorisch.

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