Mit der Corona-Pandemie stieg in der Schweiz die Zahl der Menschen, die Suizidgedanken hatten. (Bild: Keystone)
Schweiz

Mehr Suizidgedanken in der Schweiz wegen der Covid-Pandemie

Persönliche Krisen nahmen 2020 zu: Die Corona-Pandemie hat bei der Dargebotenen Hand zu einer Zunahme von Gesprächen mit Suizidgefährdeten geführt.

Da Suizidgedanken häufig versteckt und oft auch über Soziale Medien geteilt werden, hat Tel143 in Zusammenarbeit mit Twitter Prompts entwickelt, die zur Suizidprävention beitragen sollen.

Wenn bei einer Suche auf Twitter bestimmte Schlüsselwörter verwendet werden, erscheint eine Nachricht in allen drei Landessprachen, dass die Dargebotene Hand rund um die Uhr für alle da ist, wie die Organisation im Hinblick auf den internationalen Tag der Suizidprävention vom (morgigen) Donnerstag mitteilte.

Zahlen steigen weiter

Vom 1. März bis am 30. Juni führte die Dargebotene Hand landesweit 1768 Gespräche mit Menschen, die sich mit dem Gedanken trugen, ihr Leben gewaltsam zu beenden. Das entspreche gegenüber der Vorjahresperiode mit 1645 Erfassungen einer Zunahme um fünf Prozent.

Die Dargebotene Hand befürchtet, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Zahl der Verzweifelten weiterhin ansteigen lässt. Denn es drohten Lohnkürzungen, Kündigungen und Konkurse. Tel143 sei für alle da, die keinen Ausweg mehr sähen, betonte die Organisation.

Während des Lockdowns habe in der Schweiz grosse Solidarität geherrscht. Umso wichtiger sei diese Solidarität auch beim Hinhören und Nachfragen, wenn Menschen etwa aufgrund der wirtschaftlichen Krise ihre Sorgen äusserten oder sogar über Suizid sprechen würden.

Das Angebot der Organisation ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar. Um Hilfe ersucht werden kann per Telefon E-Mail oder Chat, am einfachsten sei der Einstieg über www.143.ch, schreibt die Dargebotene Hand.

Hier finden Sie Hilfe bei Suizidgedanken:
Beratungsstellen:
Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)
Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)
Kirchen (Seelsorge.net)
Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:
Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);
Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);
Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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